Midnight in Paris - Kritik

Midnight in Paris

ES/US · 2011 · Laufzeit 94 Minuten · FSK 0 · Fantasyfilm, Komödie · Kinostart
Du
  • 10
    Harvejurco 05.11.2017, 22:54 Geändert 05.11.2017, 23:04

    Bin total begeistert. Hat mich gecatcht. Spannende Thematik.
    Natürlich ist er nicht ernst. Dennoch hat er mehr Tiefgang als so viele andere Filme. Kenne Paris recht gut (4-5 Besuche) und muss sagen es gibt einige Städte die mir besser gefallen, aber der Film hat tatsächlich richtig Lust auf diese Stadt in mir geweckt; sagt alles oder ?!
    Der 1. Film, den ich kenne und gleichzeitig als kitschig und gut bezeichnen würde. Hoppla.

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    • 7 .5

      Woody Allen liefert mit der Präzision eines Uhrwerks jedes Jahr einen neuen Film ab, meistens gucke ich sie aber ich werde wohl kein großer Woody Allen Fan mehr. Zumal für mich die Filme vollkommen unterschiedlich ausfallen und mal ein richtiger Hit wie auch ein totaler Blindgänger dabei ist. Ich verstehe auch nicht warum gerade dieser hier der erfolgreichste ist den allen hingekriegt hat – für mich ist er ein routinierter Film mit ein paar Pluspunkten, nicht mehr. Schön zu sehen dass man Owen Wilson mal richtig schauspielern sieht, auch schön dass hier Paris märchenhaft abgefilmt wird (ich war da: mir hat die Stadt nichts gegeben) und ebenso schön dass mal wieder ein fettes Staraufgebot in den Nebenrollen aufmarschieren darf. Trotzdem hat sich mir der tiefere Sinn nicht so restlos erschlossen, wohl zwar die finale Erkenntnis der Hauptfigur aber nicht das was sie dahin führt. Ich bin kein Fan und Experte der Pariser Künstlerszene von vor 100 Jahren und somit in dem „Milieu“ in dem der Film spielt hilflos alleine und aufgeschmissen. Was bleibt sind ein paar sympathische Figuren, geschliffene Dialoge und eine lockere, leichte und optimistische Inszenierung die so manch einem sicherlich ne Menge bieten kann – ich zähle eben nur nicht dazu.

      Fazit: Woody Allens Paris-Märchen ist ein Fantasyfilm mit Niveau für Erwachsene – also definitiv was wo ich nicht zur Zielgruppe zähle!

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      • 3

        Ich habe den Film letztens mit meiner Schwester gesehen. Sie hat in höchsten Tönen von diesem Film geschwärmt, so waren meine Erwartungen nicht gerade niedrig. Was soll ich sagen? Es war einer der langweiligsten Filme die ich bisher gesehen habe. Den Humor, den der Film an den Tag gelegt hat, fand ich persönlich recht unlustig und die Handlung hat sich gezogen wie ein zähes Kaugummi. Allerdings kann ich auch nicht soviel mit diesem Thema, welches der Film behandelt hat, anfangen. Ich habe ihr zuliebe bis zum Schluss durchgehalten, wenn ich den Streifen alleine gesehen hätte, hätte ich spätestens nach 1 Stunde ausgeschaltet. Die 1,5 Punkte gibt es für die Schauspieler, welche ihre Rollen alle durchweg gut spielen und noch mal 1,5 Punkte für das schöne Setting von Paris.

        • 5 .5
          WithOpenEyez 08.02.2017, 17:04 Geändert 10.08.2017, 01:12

          Es bringt nichts, in der Vergangenheit zu leben. Vor allem, weil oft die schlechten Dingen ausgeblendet werden und die gewünschte Zeit in Gedanken perfektioniert wird. "Midnight In Paris" ist mein dritter Woody Allen Film der letzten Jahre. Mit "Scoop" als auch "Match Point" konnte ich wenig(er) anfangen (beide 4 Punkte), fand ich beide ziemlich langweilig. Warum ich Woody noch eine Chance gab? Weil dieser Plot immerhin Potenzial bot, einen soliden Film zu schaffen. Dieses Ziel wurde mit leichten Abstrichen erreicht. Immerhin über'n Durchschnitt gerettet, kurzweilige Unterhaltung und selbst Owen Wilson (der bei mir prinzipiell Garant für Schund ist) hat einen Pluspunkt gesammelt.

          Die vermittelte Message, dass so schön die Vergangenheit auch sein mag, man in der Gegenwart leben sollte, um sich eine Zukunft aufzubauen, hat mir gefallen. Nette, innovative Filmidee. Owen Wilson hat gepasst, kurze knappe 90 Minuten, schöne Bilder vom schönen Paris, alles so weit klar. Mit dem Künstler Name Dropping konnte ich wenig anfangen. Störfaktor war Gil's Verlobte Inez, furchtbare Rolle für die sympathische Rachel McAdams. Ich meine, sie behandelt ihren werten Gatten, immerhin relativ erfolgreicher Hollywood Scriptwriter, fast schon wie Dreck muss man sagen. Lässt ihn weder zu Wort kommen, noch kümmert sie sich was er will, es geht nur um sie und was sie alles kaufen und erleben will. Solides Werk, ich und Woody ist gar nicht so schlimm wie es aussehen mag.

          • 8

            Von der Community empfohlen bekommen und keine Sekunde war verschenkt. Danke Leute
            Midnight in Paris ist trotz Schauspieler die ich schon in so manche Schubladen gesteckt hatte ein kleines Meisterwerk.

            Wirklich schön wie Künstler und Schriftsteller vergangener Jahre zum leben erweckt werden.
            Habe schon etwas Fernweh bekommen. Ah Paris wird so wunderschön da gestellt, dass man da unbedingt mal hin möchte. (Vor allem bei Regen)
            Ich sollte mich unbedingt mal mit Schriftstellern des frühen 19 Jahrhunderts beschäftigen. Hier verachte ich meine Unwissenheit.

            Eine Alternativer „Liebesfilm“ wäre „One Night in Paris“ Den kennt ihr aber nicht von mir :P

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            • 6

              Eine nette Idee, aber leider ist Allen selbst nur einer enzoklopedischer Blender.
              Der wohl vollkommen überschätzte Filmemacher lässt so also seinen Träumen und wirren Phantasien freien Lauf und stiefelt mit uns voll mit lauter Kritik an Pseudo-Interlektualität in seine eigene schrullige Pseudo-Interlektualität.

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              • 10

                Es gibt einfach so Filme denen man einfach 10 Punkte geben MUSS, obwohl man weiß, dass sie nicht perfekt sind...

                • 8

                  Ein wirklich wunderbarer Film.

                  • 8

                    Dieser Film steht schon lange auf meiner Liste, der Filme die ich noch schauen möchte. Habe mich noch nicht überwinden können den Film zuschauen.

                    Also Moviepiloten ihr habt mir schon bei Pulp Fiction geholfen. Jetzt bräuchte ich wieder eure Meinung.
                    Zudem sollte man beachten das ich ein Riesiger Fan von Paris und Nächten bin :P

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                    • 6 .5

                      Starke Schauspieler, tolle Stadt, interessanter Ansatz aber dann doch etwas zu behäbig - insgesamt ganz nett.

                      • 9

                        [...] Gut Ding will Weile haben, und in dem Wissen, dass es sich bei "Midnight in Paris" wahrscheinlich um einen der besten Filme von Woody Allen der letzten paar Jahre handeln dürfte, hat es entsprechend lange gedauert, bis ich mich zu einer Sichtung habe durchringen können. Und tatsächlich sollte ich mit meiner Annahme Recht behalten, denn egal ob es sich um eine leichtfüßige Komödie oder um ein eher philosophisch-zynisches Werk des Altmeisters handelt, hat er doch schon immer Filme für und über Träumer gedreht und treibt diesen Umstand nun hier quasi auf die Spitze, derweil mir Owen Wilson lange schon nicht mehr so gut gefallen hat wie hier in seiner Rolle als entwaffnend naiver Schreiberling, der mir nichts dir nichts in das Paris der 20er-Jahre versetzt wird und abgesehen von einer kurzen, anfänglichen Irritation dran nichts merkwürdiges findet und Nacht um Nacht in die Goldenen Zwanziger zurückkehrt und sich dort mit Schriftstellergrößen Wie Fitzgerald und Hemingway und Künstlern wie Picasso oder auch Salvador Dali dem einstigen Nachtleben widmet, später gar sein Manuskript der Kulturkritikerin Gertrude Stein zuspielt, wodurch das Leben im Hier und Jetzt mit seiner bärbeißigen Verlobten Inez mehr und mehr ins Hintertreffen gerät. [...]

                        • 3

                          Hat mich relativ kaltgelassen und ich hab nach 30 Minuten ausgeschaltet. Eventuell geb ich dem demnächst mal wieder ne Chance.

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                          • 6

                            Woody Allens märchenhafte Liebeserklärung an Paris, inklusive Postkartenmotive, die einen gleich schon wieder an die 5 eigenen Besuche in dieser wunderbaren Stadt erinnern.

                            Allen spielt in MIDNIGHT IN PARIS mit einem (für ihn) eher ungewohnten Zeitreise Thema, und macht den Film daher zu einem wahren Nostalgie Trip und Culture-Clash der etwas anderen Art. Sehr warmherzig und mit einem wunderbar träumerischen Owen Wilson und einer anbetungswürdigen Marion Cotillard bekommt man hier schmerzfreie Unterhaltung für 90 Minuten.

                            Faszinierend finde ich eher, dass MIDNIGHT bei etlichen meiner geschätzen Buddies so gut weg kommt. Die Begeisterung kann ich leider nicht teilen, für einen Verriss ist Allens Film aber einfach zu … nett.

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                            • 9

                              Gil (Owen Wilson) ist ein Träumer! Er träumt davon endlich aus der Hollywood Maschinerie auszubrechen, die Drehbücher hinter sich zu lassen, und ein "echtes" Buch zu schreiben. Er träumt aber auch davon wie toll doch das Paris der Vergangenheit gewesen sein muss, oder er träumt davon dass seine Ehe so perfekt wird wie man sich eine Ehe eben vorstellt. Der Film spricht mitten aus seinem Leben, und die Figuren geben sich stellenweise einem herrlichen Kammerspiel hin. Es ist einer dieser Filme, die einem einfach ein gutes Gefühl geben ohne dass wirklich viel positives geschieht.

                              Und auf einmal passiert etwas magisches.....das kann man wirklich so stehen lassen. Gil findet eine andere Welt, eine von der er bisher nur geträumt hat. Ist es real oder doch nur seine Einbildung? Auf jeden Fall ist es herrlich zu sehen wie selbstverständlich er sich dieser "Magie" hingiebt und als Chance für sich selber sieht. Er folgt sozsuagen dem weissen Hasen und kann endlich aus dem Trott der Gegenwart ausbrechen.

                              Leider fehlte mir bei den Dialogen oft der gewisse Woody Allen Faktor, das leicht zynische bei kleinen Problemen.
                              Aber das ist meckern auf hohem Niveau, denn selten gibt es solche Filme welche nicht nur dem Hauptdarsteller, sondern auch dem Zuschauer eine gewisse Magie vermitteln lassen.

                              Es ist eine Love Story, sie handelt von der Liebe zu Paris, der Liebe zum Schreiben und der Liebe an die Vergangenheit, aber auch an die Gegenwart. Zum Glück nicht zu weichgespült und über die gesamte Laufzeit sehr unterhaltsam.
                              Dabei schwebt immer ein wenig Nostalgie über dem Film, welche aber niemals plakativ wirkt, sondern der Hoffnung genug Platz lässt um freudvoll in die Zukunft zu schauen.

                              Ein Film zum wohlfühlen der - am richtigen Tag geschaut - fast perfekt ist.

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                              • 6 .5
                                Shawnee 14.09.2016, 19:02 Geändert 23.09.2016, 00:01

                                Woody Allens Liebeserklärung an das wunderbare Paris der Neuzeit und auch der Prunkzeit der 20er Jahre.

                                Leider kam MIDNIGHT IN PARIS nicht so richtig bei mir an. Zwar mochte ich den Flair und auch die Darsteller sehr, aber gerade nach etwa einer Stunde Laufzeit hat sich der Film so ins Märchenhafte verschoben, dass auch ich mit meinen Gedanken abzudriften drohte und zu überlegen begann, was mir an jenem Tag eigentlich so passierte. Irgendwann fiel mir dann mein Französisch-Kurs in der Oberstufe samt dem absolut frankophilen Mädels ein, von denen ich keine war und von da an hieß es dann nur noch "Bonjour tristesse!" oder auch "Willkommen in der Realität!". Ab da war ich nicht mehr in Woody Allens Paris zuhause.

                                Nun ja, schade, denn Paris ist immer eine Reise wert, heißt es, doch wenn ich es in dem vom "Stadtneurotiker" nicht mal 60 Minuten aushalte, frage ich mich, welchen Eindruck die Stadt an der Seine wohl im Hier und Jetzt auf mich machen würde.

                                Schlussendlich ist der Film visuell schön gemacht. Die Darsteller wunderbar wechselhaft und fantastique, vor allem Adrien Brody als Dali; sodass ich mich nicht weiter beklagen möchte. Die Musik ist verträumt, Paris ist malerisch und der Stil von Woody klar erkennbar, wenn auch arg weichgespült. Vielleicht ist es auch einfach nur das Fehlen von politisch unkorrekten Witzen und einer temporeicheren Handlung, das mich einfach nicht von diesem Film schwärmen lassen sollte, so wie es bei SCOOP oder WHATEVER WORKS nach wie vor der Fall ist.

                                • 6 .5

                                  Beginnt toll und wird dann zunehmend kurios. Für meinen Geschmack etwas zu kurios.... Werde mir jetzt aber mit Sicherheit mal weitere Woody Allen Filme zu Gemüte führen.

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                                  • 9
                                    FrancoBollo 10.09.2016, 21:39 Geändert 10.09.2016, 21:50

                                    Gute Geschichte, sehr schöne Bilder von Paris. Von Woody Allen hätte ich diesen Film nicht erwartet. Nach dem Stadtneurotiker war er ein rotes Tuch für mich. Es wird der Sinn des Lebens hinterfragt. Natürlich wird die Vergangenheit schöner dargestellt als sie war, aber es ist ja erlaubt zu träumen und dieser Film ist ein wirklich schöner Traum.

                                    • 10
                                      Marty_NB 21.08.2016, 16:46 Geändert 21.08.2016, 16:47

                                      Ja, ich muss es zugeben, ich liebe diesen Film. Vllt. wegen seiner Atmosphäre, vllt. wegen seiner Leichtigkeit, ich weis es gar nicht genau, aber der Film schafft es, meine Stimmung sofort zu verbessern.
                                      Ich finde die Geschichte wirklich schön, sie hat eine tolle Botschaft und ein gutes Ende. Owen Wilson ist sicherlich nicht der begabteste Schauspieler auf der Welt, aber für diesen Film die perfekte Besetzung und wie immer einfach mega sympathisch. Meiner Meinung nach hat Woody Allen hier ein tolles Drehbuch geschrieben, dass einen mit auf eine schöne Reise nimmt, wenn man sich darauf einlässt.

                                      Natürlich weiß ich, dass dieser Film nicht perfekt, aber nur Midnight in Paris hat es bis jetzt geschafft, mich von der ersten Sekunde an in einen Bann zu ziehen.
                                      Sobald das Intro beginnt.......

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                                      • 7 .5

                                        Wir leben in einer Gesellschaft, in der praktisch alles in Zahlen und Fakten erklärt und bewertet werden kann. Frei nach Ricardo üben wir den Beruf aus, in dem wir am meisten Geld erwirtschaften können. Wir sprechen nicht mehr von Ehen oder Liebesbeziehungen, sondern von Partnerschaften. Von Lebens-Abschnitts-Partnerschaften. Denn wir machen die Person zu unserem Partner (zu unserer Partnerin), von dem wir im gerade aktuellen Lebensabschnitt zahlen- und faktenmässig am meisten profitieren können. Das hat nichts mit Gefühlen zu tun, sondern ist reines Kalkül. «Heute schon wieder GV? Wir hatten doch gerade gestern! … Ein Seitensprung? Meine Güte, mach doch kein Drama! Hatte halt gerade Lust darauf.» Wir trinken nicht einfach ein Glas Rotwein, sondern können jedem, der es wissen will (oder auch nicht), genau erklären, von welchem Hügel die Trauen stammen, was die Rebsorte auszeichnet, wann geerntet und wie gekeltert wurde. Ob uns der Wein schmeckt? «Himmel, das ist ein 56er Châteuneuf-du-Pape, du Chrétin!» Wenn wir ein Museum besuchen, wissen wir über die Künstler und die Skulpturen besser Bescheid als die Mitarbeitenden dort. Zahlen und Fakten, Baby! Sie bestimmen alles! Oder?

                                        «Midnight in Paris» ist eine Liebeserklärung an die Liebe, an die Romantik, an die Gefühle, an das Irrationale. Gil will nicht weiter tun, was ihn reich gemacht hat, sondern vielmehr das, wonach sein Herz verlangt. Inez, seine Verlobte, hat absolut kein Verständnis dafür. Genauso wenig versteht sie, was er an Paris, an den Roaring Twenties oder an Regen findet. In ihrem Weltbild existiert das alles nicht, weil es sich nicht in Zahlen und Fakten fassen lässt. Verwundert da ihre Zuneigung zu Paul, der einfach alles weiss? Der seinen Rotwein nicht zum Genuss trinkt, sondern als Lehrstück ansieht, um seine Besserwisserei von sich zu geben? Der die Musemsführerin auf angebliche Fehler aufmerksam macht? Ach, aber er hat einen Lehrauftrag an der Sorbonne!

                                        Gil befindet sich in einem Zwiespalt: Nur zu gerne würde er seine Träume verwirklichen. Aber ist er bereit, alles dafür aufzugeben? Seinen Erfolg als Drehbuchautor, seine Verlobte, an der er eigentlich nichts findet, obwohl er sich das nicht eingesteht? «Wissen Sie, ich habe seit unserer Verlobung diese Panikattacken. Aber diese werden sicher verschwinden, sobald wir verheiratet sind.» Die Lüge unseres Lebens! Wir alle kennen sie leider.

                                        Plötzlich bietet sich eine unfassbare Gelegenheit: Gil kann sich in die 20er entführen lassen, natürlich jeweils zum magischsten Zeitpunkt (Mitternacht) in der magischsten Stadt (Paris, mon amour!). Doch am Ende bleibt es dabei: Wir können unser Leben nicht 14 Stunden pro Tag verleugnen und (nochmals acht Stunden für Schlafen abgezogen) nur an zwei Stunden pro Tag die sein, die wir sein wollen. Das funktioniert nicht. Wir müssen uns entscheiden: Was wollen wir? Unsere Zeit ist jetzt, wir können unsere Situation nicht verdrängen, können nicht nostalgisch für eine vergangene Zeit schwärmen, denn das Jetzt ist das, was wir daraus machen, wir brauchen keine Idole, die uns ermutigen (okay, einen kleinen Schubs brauchen wir manchmal vielleicht), sondern müssen selbst unseren Mut finden. Diese im Grunde einfache Weisheit, die aber doch kaum jemand beherzigt, wird uns in «Midnight in Paris» anschaulich vermittelt.

                                        In erster Linie ist der Film aber eine Liebeserklärung an Paris, die Stadt der Liebe, an die Romantik und an die Liebe. Er ist ein Aufruf, das Rationale mal Rationales sein zu lassen und das Leben, das so viel mehr als Zahlen und Fakten zu bieten hat, zu geniessen. Lasst die Sonne auf eure Haut brennen oder eure Kleidung vom Regen durchnässen, geht im Sturm raus und lehnt euch gegen den Wind, seht den Bienen zu, wie sie Pollen und Nektar sammeln, setzt euch mit einem Glas Rotwein, den ihr nur gekauft habt, weil die Etikette so schön war, hin und lest ein Buch, was weiss ich. Aber lebt doch euer Leben! Ihr habt nur dieses eine – und jeder Tag, der vergangen ist, kann nicht wiederholt werden.

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                                        • 6

                                          Es fällt mir recht schwer, diesen Film angemessen und objektiv zu bewerten.
                                          Die Problematik ist folgende: Wer ein Werk eines Schriftsteller liest und verehrt, oder sich in den Gemälden von Künstlern wiederfinden lernt, der sieht den Erschaffer dieser als eine Art Gott an; als ein Wesen von höherer Intelligenz.
                                          Dadurch ist er in den meisten Fällen enttäuscht, wenn diese Illusion zu Boden geht, und sich aus dem Schmetterling eine einfache Raupe entpuppt.
                                          Trotzdem enttäuschen mich Allens Darstellungen der vielen Meister ihrer Kunst, welche in dem Film vorkommen. Sie sind nicht stereotypisch genug, um ihre Ernsthaftigkeit zu verlieren, aber gleichzeitig auch nicht so überzeugend oder originell, als dass man ihnen glauben könnte, dass sie im Stande wären, die Werke zu vollbringen, die man im Allgemeinen von ihnen zu schätzen weiß.

                                          Es kommt mir immer wieder das Bild auf, wie sich Woody Allen versucht, mit diesen Raritäten der Jahrhunderte zu vergleichen, und dabei merkt, dass er bloß ein -zwar durchaus begabter, aber nicht genialer- amerikanischer Filmemacher ist; das Lob, welches der Hauptcharakter am Ende von Gertrude Stein erhält bekommt damit fast einen Touch von Selbstbeweihräucherung.

                                          • 7

                                            Ooch ja. Nett. Aber ich merkte, dass Allen die Hauptrolle eigentlich am liebsten mal wieder selber gespielt hätte.:p Da konnte ich mich dann nicht mehr so richtig konzentrieren.

                                            • 8 .5

                                              eine Liebeserklärung an Paris in verschiedenen Jahrzehnten - es macht Spaß zu erraten, wer wen an Berühmtheiten darstellt; dazu gibt es eine nette Story und eine Lebensweisheit mit auf den Weg.

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                                              • 10

                                                Was vermittelt der Film?
                                                Mach die Gegenwart und damit dein Leben zu deinem eigenen Golden Age...

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                                                • 10

                                                  Dieser Film ist einer meiner Lieblingsfilme, und ich wusste bisher noch nicht einmal, dass dem so ist. ;)
                                                  Seit einer halben Ewigkeit habe ich mir jetzt schon vorgenommen, "Midnight in Paris" zu gucken. Immer ist irgendwas dazwischengekommen.
                                                  Aus irgendeinem Grund fiel er mir heute wieder ein und es hat sich ergeben.
                                                  Gott sei Dank!
                                                  Ich habe gewusst, dass mir der Film gefallen würde, aber dass er mir so sehr zusagen würde, hätte ich nicht gedacht.
                                                  Woody Allen in Hochform. Da weiß man, was man kriegt. ;)
                                                  Diese wahnsinnig entspannende Form von Kitsch mit Überspitztheit und magischem Realismus macht den Film für mich zu einem der tollsten 94 Minuten meines Lebens und ich bin dankbar, dass nicht wieder vor mir her geschoben zu haben.
                                                  Alles in diesem Film ist perfekt platziert. Natürlich ist er vorhersehbar, aber bei dieser Art Film möchte man nichts wirklich komplexes haben. Man möchte sich einfach in die Szenerie einfügen und hineinträumen. Und das ist absolut gelungen.
                                                  Mir Owen Wilson wurde der perfekte Hauptdarsteller gefunden, denn er schwebt durch die einzelnen Szenen hindurch und trägt jeden Moment. Man kommt einfach mit ihm mit und befindet sich in einer Art Traum, der nicht enden sollte.
                                                  Am Ende wird man sanft in die Realität zurückgeholt, was schon etwas schade ist, weil man sich dem Traum ja so nachsehnt. Wie in den Minuten, in denen man aufwacht und einfach nur weiterträumen möchte...
                                                  Ich bin vollkommen zufrieden.

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                                                  • 8 .5
                                                    Jonnys Reflections 23.04.2016, 21:52 Geändert 23.04.2016, 22:06

                                                    Wie cineastisch eine Parisreise, oder zumindest ein Tag davon sein kann:

                                                    (Parisreise mit der Schulklasse)

                                                    Der Tag begann schon damit, dass wir Eddie Redmayne und seine Freundin "inkognito" im Musée d'Orangerie sahen, der sich mit einem "No sorry, I'm in Holidays" aus der Affäre zog, ein Foto mit einer Klassenkameradin zu schießen. Zehn Minuten später verließ er mit der Mütze ins Gesicht gezogen das Museum.

                                                    Ein Besuch der Cinematheque Francaise weckte in mir Vorfreude (mir auch viel wichtiger als die dennoch lustige Zufallsbegegnung mit einem Star), jedoch ohne dass ich das Museum kannte und somit auch ohne unendliche Erwartungen...Als Filmfreund bekam ich dann aber doch riesige Augen und geekige Schmetterlinge im Bauch.

                                                    Im Museum standen zwar unter anderem einige der ersten Kameras und Schaukästen wie in den meisten Filmmuseen...aber vor allem Requisiten.

                                                    So z.B. die originale Maschinen-Maria aus Metropolis und aus selbigem Architekturzeichnungen. Außerdem der Totenkopf aus Hitchcocks Psycho, Zahnräder aus Chaplins Moderne Zeiten und ein Seestern und die Box aus Un Chien Andalou. Mir ging das Herz auf. Dieser Museumsbesuch war ganz wunderbar und erfüllend.

                                                    Zum Abschluss ließ ich noch jeweils ein großes Plakat von Fight Club und Metropolis im Shop mitgehen.

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