Moonlight - Kritik

Moonlight

US · 2016 · Laufzeit 111 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 5 .5

    Jedes Genre hat seine typischen Elemente ,die dann mehr oder weniger variiert werden . So ist es auch Unsinn einem Film vorzuwerfen das er das Genre nicht neu erfindet sondern nur alt bekanntes zeigt . Denn das machen fast alle Filme . Es kommt halt darauf an wie es präsentiert wird . Wirkt es aufgesetzt oder natürlich . In dem Moment in dem mir klar wird das der "Tote Hund " mich jetzt nur manipulieren soll ,ist es vorbei . Moonlight kommt leider die ganze Zeit sehr bemüht daher . Der Junge der an der Schule der Außenseiter ist . Und dann die Mutter . Wäre Sie Weiß würde Sie trinken ,da es aber Afroamerikaner sind ist Sie Drogen abhängig . Dann noch was mit sexueller Orientierung .Und was auf keinem Fall fehlen darf ist die Auto Fahrt auf einsamer Straße unterlegt wahlweise mit Geigen- oder Klaviermusik . Auch den Film in Kapiteln einzuteilen ist ein klares Zeichen von Großer Kunst ....... mit der Brechstange . Ja da haben die Filmemacher an der Filmhochschule den Drama Kurs besucht . Nur das das ganze Seele haben muß ,bei der Stunde haben sie gefehlt . Wie so viele ! Da muß es irgendwo Freibier gegeben haben . So wird man sich noch lange rumschlagen müßen mit seelenlosen Dramen wie "Manchester by the Sea " oder Moonlight .

    5
    • 6
      Sternenkind68 02.02.2018, 06:07 Geändert 02.02.2018, 06:18

      Irgendwie habe ich doch glatt immer dieses schlechte Gewissen, weil ich nicht die hohen Punktzahlen raushaue, die hier todsicher erwartet werden.
      Die Mehrheit ( ist jedenfalls mein Empfinden ) schreit "Meisterwerk", muss ich das dann auch tun ? Vor allem nach dieser Oscar-Verleihung ?
      Allerdings springe ich auch aus keinem Fenster, nur weil das jemand sagt, von daher...
      Von der Machart her hat mich der Film an "Half Nelson" erinnert, für den Ryan Gosling eine Nominierung als "Bester Hauptdarsteller" einsacken konnte.
      Bei "Moonlight" nervte mich öfters die Wackelkamera.
      Dann habe ich hier nichts gesehen, was ich nicht auch schon anderswo gesehen hätte ( allerdings vergisst man ja auch so leicht ).
      Das Thema Drogenabhängigkeit ist ein beliebiges, es könnten auch weiße Leute sein, hier sind es halt schwarze.
      Muss ich den Film in der Wertung nun höher ansiedeln ?
      Bullshit, natürlich nicht.
      Ein Schwarzer leidet unter seiner Drogenabhängigheit sicher genauso wie ein Weißer.
      Dass jemand mit Drogen dealt, würde die Justiz in jedem Fall bestrafen, ob es nun ein schwarzer oder weißer Dealer tut.
      Immerhin etwas Außergewöhnliches nehme ich für mich hier mit: der Einsatz klassischer Musik war zwar überraschend, aber super für meine Ohren.

      12
      • 8 .5

        Selten habe ich gegen Ende eines Filmes so an den Lippen der Charaktere gehangen wie in diesem wuchtigen Tryptichon aus Empathie, Enttäuschungen und Erwartungen. Die Herangehensweise drei kurze Zeitabrisse aus dem Leben von Chiron, einem Jungen der bei einer Crack-süchtigen Mutter aufwächst und Gefühle für einen anderen Jungen entwickelt, mögen bis in den zweiten Akt hinein etwas unaufgeregt wirken, aber mit welch emotionaler Tragweite am Ende alles zusammenläuft, ist famos.

        Zwei Menschen begegnen sich wieder, deren Leben einen unterschiedlicheren Verlauf hätte nicht nehmen können. Kunstvoll bebildert lässt die Kamera ihre Protagonisten nie aus dem Auge. Handwerkliche Kniffe immer nur dazu eingesetzt die Gefühlswelten der Figuren zu stützen und das Erleben von Chiron auf den Zuschauer zu übertragen.

        Völlig geerdet und klasse gespielt erzählt „Moonlight“ uns eine Geschichte von Menschen, die gemacht wurden. Was soll aus einem werden wenn schon das Fundament bröckelt? Die jeden Tag darum kämpfen ein wenig so sein zu können wie sie sind. Die Vergangenheit lässt einen nicht los, reißt einen hin und her, vor und zurück, schüttelt einen hinein in eine Zukunft, die man bekommt, nicht verdient.

        25
        • 4 .5
          YupYum 23.01.2018, 23:46 Geändert 29.01.2018, 04:08

          "Moonlight" ist in jeder Hinsicht und mit allen Ingredients typisches "Arthouse-Kino": In extremer Slow-Motion erzählt, mit vielen offenen Metaphern (die vom Zuschauer verlangen, dass er quasi mit seiner Imagination das ausgestreute Puzzle selbst im Kopf fertig denkt), einer Thematik kreisend um eine sogenannte Randgruppe (hier Schwarze, die nicht gay sein dürfen), soziologisch angesiedelt in der Unterschicht, (zwischen Crack, Knast und Entziehungskur), handwerklich eher in einer unteren Qualität - und um das Ganze noch anspruchsvoller erscheinen zu lassen, wurde in typischer Arthouse-Manier der Film noch in drei Kapitel unterteilt, ohne ein solches jeweils zu Ende zu erzählen. In der letzten Szene sind die Dialoge dann so minimalistisch gehalten und in die Länge gezogen, dass ich fast verzweifelt bin.

          Diese Art von Filmen kommen beim (Indie-)Publikum immer sehr gut weg, denn böse Zungen behaupten, was man nicht wirklich versteht, bewertet man dementsprechend hoch. Vor allem die ausufernde und ermüdende Dramaturgie machten mir hier (mit allem Wohlwollen zu Beginn) zusehends Mühe. Oscar hin oder her, ein im Kern deprimierender und langfädiger Film, den ich als Fazit sicher nicht ein zweites Mal anschauen werde.

          5
          • 8
            Heckenritter 16.01.2018, 19:06 Geändert 16.01.2018, 22:19

            Ja, starker Film, stark gespielt, sehr kreativ umgesetzt, fast schon
            genial, so einfühlsam als auch behutsam erzählt und gespielt, die
            Rolle des Außenseiters in der wortkargen Selbstfindung ohne
            Selbstwertgefühl geht nahe. Mir gefällt besonders gut, dass Chiron
            von drei Darstellern unterschiedlichen Alters verkörpert wird, endlich
            ist man davon weg einen Mittzwanziger als Teen zu verkaufen und ihm
            anschließend Perücken und Bärte anzukleben. Die Sensibilität von
            Regisseur Barry Jenkins ist bemerkenswert, ebenso die Vielschichtigkeit
            in Moonlight, die so harmonisch in einem ruhigen und nachdenklichen
            Ausgang zusammenfließt und auströpfelt. Schön, der Film hat noch
            einige versteckte Allegorien dabei, nur kann man die als Zuschauer
            nicht erkennen, es kann zumindest keiner erwarten, dass es bei dem
            Namen Chiron klingeln sollte und meine Enzyklopädie der griechischen
            Mythologie in Gedanken ausgerollt wird. Es macht den Film nicht
            besser im Sinne der Unterhaltsamkeit, ist natürlich immer nett, wenn
            die Sezierer und Wikipedialeser wieder einen Grund bekommen, das
            Altpapier später wegzubringen.

            Den superstarken Film des Jahres der übergeordneten Relevanz
            kann ich jedoch nicht sehen. Man möge bedenken, der Oscar ist
            ein amerikanischer Filmpreis, der Themen auszeichnet, die für die
            amerikanische Gesellschaft von Bedeutung sind, alles andere
            interessiert sie erstmal nicht. Es ist immer das gleiche, siehe
            auch jüngst Fences, Mudbound, Detroit, entweder geht es um
            das Ghetto, den Rassismus, die Drogen,die Angst auf der Straße,
            die Kriminalität, Homophobie und der ewige Minderwertigkeits-
            komplex der schwarzen Bevölkerung. Solange solche Filme
            mit medialem Gekreische immer in den Himmel gelobt werden,
            frage ich mich, wie dieses Land es jemals schaffen will, dass sich
            die Menschen auf Augenhöhe begegnen können. Die Amerikaner
            kommen nicht in die Strümpfe und drehen sich seit Jahrzehnten
            im Kreis, die Themen nerven. Dieser Aktionismus "dieser Film ist
            besonders wichtig, weil er bestimmte Themen anspricht" wird
            nichts ändern, David Simon (The Wire) hat in der Miniserie
            "Show me a hero" detailreichst analysiert, wo die wirklichen
            Probleme zwischen Politik, den Verlustängsten der weißen
            Mittelschicht, Medien und Bedürftigkeit der Bevölkerung zu
            suchen sind. Er zeigt klar die Baustellen auf, an denen gearbeitet
            werde müsste, es hat reichlich Preise geregnet, wenn es nach
            dem Inhalt geht, müsste Simons komplexe Analyse dreimal so
            laut abgefeiert werden, als alle diese Filme zusammen.

            Ich bin an einem Punkt des nicht-mehr-tangiert-werdens angelangt,
            diese immer gleichen Themen spielen in meiner Lebenswelt
            keine besondere Rolle mehr. Solange dieses medienwirksame
            Brimborium darum gemacht wird, können Autoren und Filmmacher
            noch lange auf darauf warten, dass dies Früchte tragen wird.
            Es ist immer der gleiche Kram, die Gesellschaftsentwicklung
            stagniert nicht erst seit gestern, warum muss mich das als Europäer
            zum hundersten mal so interessieren, tut es nicht mehr, das Fass
            ist längst voll. Zum Glück ist Moonlight in jeder Hinsicht auf der
            persönlichen Ebene von Chiron, Mahersali Ali , Naomi Harris und
            Janelle Monáe ein umwerfender Film, das war Barry Jenkins erster
            großer Film, ein Ausnahmetalent das auch nicht das geringste Maß
            an Feinschliff mehr nötig hat. Davor ziehe ich meinen Hut (schwupp).
            Ansonsten: I don`t give a fuck for Oscar, I`m not american

            12
            • 9 .5

              Wow, manchmal kann gerade das Einfache so besonders sein. Und es braucht wohl bisweilen einige Zeit, das Spezielle im einfachen Leben zu finden. Gechweige denn den richtigen Weg, das Simple richtig einzufangen und trotzdem anspruchsolle (Film-)Kunst mit eindringlichem Realitätsbezug daraus entstehen zu lassen.

              "Moonlight" ist auf bestem Wege, mein persönliches Totschlag-Argument der nächsten Zeit zu werden. Andere brauchen Gesangs- und Tanzeinlagen, drehen unsere Gemüter durch den Emotions-Fleischwolf mit Streichersätzen, bedeutungs-vollen Pausen und Geschluchze. Wollen Zeichen setzen und rütteln ihr Publikum mit wie Presslufthammer wach. Jetzt mal übertrieben ausgedrückt ;-)

              Barry Jenkins bedient sich keiner dieser Kunstkniffe. Sein "Moonlight" ist eine stille, gar fragmentierte Erzählung, die sich weder in überladener Symbolik ergeht, noch in den reinsten Betroffenheits-Kitsch abdriftet. Dabei wäre es doch genau das, was wir zwangsläufig erwarten, wenn Worte wie unterstes soziales Milieu, Drogensumpf und Schwarz fallen.

              Aber das bleibt aus. Stattdessen schafft es dieser Film, wichtige Momente im Leben des heranwachsenden Chiron darzustellen, ohne uns Zuschauer gleich mit Leuchtschrift niederzuknüppeln, damit wir verstehen, dass dies alles sehr wichtig ist. Denn das ist es ohnehin. Obwohl "Moonlight" im Grunde eine Geschichte erzählt, wie sie tausendfach jeden Tag geschieht.

              Doch das besondere Element daran ist auch, wie ein kleiner verschlossener Junge ausgerechnet im Drogendealer Juan und dessen Freundin ein gefestigtes Ersatz-Zuhause findet, welches seine Mutter ihm nicht geben kann. Es ist sehr wohl wichtig, dass Chiron schwarz ist und sich irgendwann seiner Homosexualität bewusst wird. Schließlich wird er damit nicht hausieren gehen.

              Umso radikaler auch seine Wandlung, die wiederum das typische Klischee von der Kriminalitäts-Vorbestimmung einer Bevölkerungsgruppe zu bestätigen scheint. Aber eben auch die Maskulinität hinterfragt, die erstrebenswert stilisiert wird.

              Es ist schon ganz große Kunst, eben jene episodenhaften Ausflüge nicht als Kreuzung aus "Boyz N The Hood" und einem farbigen "Boyhood" zu verkaufen. Die Faszination besteht auch darin, mit jeder neuen Szene selbst die Punkte zu verbinden, die uns schon präsentiert wurden. Und da offenbart sich auch die eigentliche, große Schwäche von "Moonlight": Was soll ich davon erzählen, wenn es jeder und jede Zuschauerin selbst erleben muss? Ihr braucht es nicht zu mögen. Aber zum Urteilen bedarf es das Anschauen.

              6
              • 6 .5
                Ecto1 04.01.2018, 11:04 Geändert 06.01.2018, 13:20

                Meinen ersten Gedanken nach der Sichtung, möchte ich hier auch gleich als erstes rausballern! Warum hat „Moonlight“ den Oscar als bester Film erhalten? Und warum hat Mahershala Ali den Oscar als bester Nebendarsteller bekommen? Aber lassen wir das, möglicherweise, politische Geplänkel mal aussen vor und konzentrieren uns auf den Film. Warum war dies also meine erste Reaktion?

                Nun, auch wenn ich kein Musical Fan bin, muss man zumindest „La La Land“ doch zugestehen, dass der Film handwerklich eine ganz andere Hausnummer ist und mich als Gesamtwerk mehr zu beeindrucken wusste als „Moonlight“, der dagegen (was völlig ok ist) wie ein kleiner Indie-Film wirkt, welcher in irgend einem Arthaus-Kino sicher zu begeistern weis. Da gehören unscharfe Bereiche im Bild zum guten Ton, wirkt der Film damit doch gleich handgemachter und ehrlicher. Mich hat dies mehr gestört.

                Aber hier zählen ja auch weniger die Schauwerte, sondern die Schauspieler und deren Geschichte. Habe ich mich noch darüber brüskiert, dass Christoph Waltz bei „Django Unchained“ den Oscar als bester Nebendarsteller abgestaubt hatte, obwohl sein Part eigentlich gefühlt eine zweite Hauptrolle ist, so verhält es sich mit Mahershala Ali umgekehrt. Bereits nach dem ersten Akt bzw. Kapitel, verschwindet seine Figur ohne weitere Erklärung. Über sein Charisma, welches mir schon bei Netflix „Luke Cage“ zu gefallen wusste, muss man nicht diskutieren, der Typ kann Emotionen wecken. Wie gross seine schauspielerischen Fähigkeiten wirklich sind und ob selbige über den Part des charmanten Ghetto-Buben hinausgehen, muss er mir aber erst noch in anderen Rollen beweisen. Jedenfalls hätte ich mir eine längere Präsenz seiner Figur gewünscht, da so schnell eine Lücke im Film entsteht welche nicht zu füllen ist.

                Als Schwulendrama in einer von Machismo regierten „Ghetto-Welt“, hatte „Moonlight“ bei mir eine grosse Freikarte. Mutig, spannend….wie zeigen sich hier die Kontraste, was will mir der Film nun erzählen. Ein verwandtes Szenario lieferte mir ja schon „Brokeback Mountain“, wo zwei Männer in einer männlichen Cowboy-Welt mit ihrer Homosexualität klarkommen müssen. Doch „Moonlight“ lässt diese Fragen zu weiten Teilen offen und wagt sich nicht an Konflikte dieser Art. Es geht um den kleinen Chiron und seinen Platz in einer Welt – welche sich in diesen Gegenden oft innerhalb von zwei Blocks abspielt – welche seine sexuelle Orientierung niemals offen akzeptieren würde.

                Der Fokus auf diese Figur, unterteilt in drei Kapitel, war nicht genau die Herangehensweise welche ich mir gewünscht habe. Und doch hat sie mich berührt, gerade im letzten Akt, wo der gestählte Chiron als oberflächliches Testosteron-Monster seinen Gefühlen nachgeht und mit seiner Pimp-Karre seine erste, einzige und flüchtige Jugendliebe aufsucht. Hier war der starke Kontrast, welcher mich direkt an meinen eigenen Vorurteilen zu packen wusste. So ein Typ, schwul…..das passt nicht! Doch, es passt und man sollte dies akzeptieren und genau hier hat der Film vortreffliche Arbeit geleistet.

                Dank diesem starken Finale, hat „Moonlight“ bei mir die Kurve gekriegt und sich eingebrannt. Auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass man aus einer homophoben Macho- und Gangster-Welt, in welcher sich ein homosexueller Junge behaupten muss, einen noch intensiveres Erlebnis hätte machen können. Würde man hier den Aspekt der sexuellen Orientierung ausser Acht lassen, was ja langfristig das Ziel in unserer Gesellschaft sein sollte, wäre „Moonlight“ aber wohl um einiges belangloser aufgenommen worden.

                Ein guter Film, bei dem ich nicht recht weis in welche Wertungsschublade ich ihn stecken soll.

                3
                • 7

                  Wäre die 2. Hälfte so gut wie die 1. Hälfte, hätte der Film 8/10 bekommen. Mahershala Ali's Präzens lässt den Film mega unterhaltsam werden. Moonlight ist ausdruckskino.

                  • 6 .5

                    Gelangweilt hat er mich nicht (das Ende kam sogar etwas zu schnell), aber ob ich ihn aus einem anderen Grund geschaut hätte, als um herauszufinden, ob er verdient den Oscar „La La Land“ oder „Arrival“ weggeschnappt hat? Eher nicht.

                    Was mich jedoch positiv überrascht hat war, dass man nicht versucht hat, dem Zuschauer die Ideologie, Schwarze seien die großen Opfer unserer Gesellschaft, aufzuzwingen. Trotzdem hat der Film den Oscar offensichtlich aus politischen Gründen gewonnen.

                    Ganz großes Lob jedoch an Nicholas Britell für den wunderschönen Soundtrack, den er komponiert hat. Ganz besonders für „The Middle of the World“. Gänsehaut am ganzen Körper!

                    • 9
                      clarkkent 18.12.2017, 23:07 Geändert 18.12.2017, 23:08

                      Ein leises Indi- lowbudged- coming of age-Drama, das durch seinen hervorragenden Cast besticht und ein sauberes Drehbuch vorzuweisen hat.
                      Kein Gejammert,
                      keine Stereotypen,
                      kein Scheiß.
                      Ein "BROKEBACK MOUNTAIN" in der HOOD sozusagen.
                      Tolle Kamera und Screenplay.
                      Bin wirklich geflasht von MOONLIGHT.
                      Wer auf ruhige und eindringliche Storys mit Substanz steht, muss praktisch einen Blick riskieren.

                      Highly recommended!!!

                      1
                      • 7 .5

                        Ungewöhnliches Coming Of Age eines homosexuellen Afroamerikaners im Miami der 80er Jahre. Inmitten der denkbar homophobsten Umwelt zwischen Schulhänseleien, Gang-Gehabe und Drogenkriminalität wird das Heranwachsen eines eigenbrötlerischen Jungen poträtiert. Die empathische Kamera versteht die schwierige Identitätsfindung zwischen der Ersatzvaterfigur, abwesender Mutter und vom Machismo durchtränktem sozialen Umfeld in schwärmerische Bilder zu verpacken, ohne an Authentizität zu verlieren. Dabei ist die metaphorische Tiefe und mythologische Referenz vielleicht nicht immer sofort erfassbar, die vermeintlich hoffnungslose Suche nach Anerkennung und Liebe scheint in ihrer Botschaft jedoch universale Geltung zu erlangen. Ein eindrucksvoller Film, der dieses Jahr zu Recht die Herzen der Oscar-Jury gewonnen hat.

                        3
                        • 4

                          Nichts gegen den Film an sich. Er ist ein Episodendrama und erfüllt die dramaturgischen Erwartungen dieses Genres. Allerdings finde ich, dass Regie und Drehbuch zu oft auf die "Tränendrüse" drücken, um Emotionen für die eigentlich doch recht oberflächlichen Figuren zu erwecken.
                          Es klingt vielleicht hart, aber würde es hier nicht um einen schwarzen, schwulen Jungen aus der Unterschicht gehen, wäre der Film in der Belanglosigkeit verschwunden und nicht zum (für mich jetzt erst recht unverständlich) besten Film bei den Oscars gekührt worden.
                          Ein absoluter Schlag ins Gesicht für die Mitnominierten "La La Land", "Arrival", "Hacksaw Ridge" und "Manchester by the Sea", die durchweg in vielerlei Hinsicht einfach besser waren.
                          Ein Film, der einzig durch die tolle Leistung von Mahershala Ali einen Blick wert ist. Ansonsten haben eher die aktuellen (politischen) Umstände als die Qualität des Films für die Lobpreisungen gesorgt.

                          5
                          • 3 .5

                            In der Hood aufzuwachsen reicht heute nicht mehr. Man muss dort aufwachsen und schwul sein. Dann wirds auch was mit dem Oskar.

                            Sorry, aber das war mal gar nichts. Langweilig und belanglos.

                            5
                            • 5

                              Ein sehr seichtes Episodendrama mit einer formelhaften Erzählweise. Hin und wieder kommen gefühlsvolle Momente und hübsche Momentaufnahmen zum Vorschein. Ansonsten wird die Handlung von einer eintönigen Hauptfigur getragen, inklusive dazugehörigen simplen Dialogen und einem bedeutungsarmen finalen Akt.

                              2
                              • 2 .5
                                allroundt 10.10.2017, 00:30 Geändert 10.10.2017, 00:35

                                Was für Bewertungen! Aber um einen Oscar zu bekommen, muss man einfach so mutig sein,und homo Momente zwischen zwei Schwarzen zeigen.Unterhaltsam fand ich nichts an dem Film.Hatte auch was ganz anderes erwartet.

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                                • 3

                                  Habe ein Gangster-Sozial-Drama ala "City of God" erwartet, da ich zuvor nicht viel über diesen Film gelesen habe.
                                  Die Szene als die Mutter sich bei Ihrem Sohn entschuldigt war der einzig starke Moment in dem Streifen.
                                  Ich denke in den USA kann man auch als schwarzer, schwuler "frei" sein Leben gestaltet, deshalb hat der Rest mich absolut kalt gelassen - aber Geschmacksache der Film hat schließlich einen Oscar erhalten und durchweg gute Kritiken erhalten.

                                  • TwoLips 25.09.2017, 13:49 Geändert 25.09.2017, 20:25

                                    Ich will gar nicht viel schreiben un bleibe damit beim besten vom Film,
                                    und das wäre : Die Überleistung von Mahershala Ali, der Kerl hat mich schauspielerisch schlicht umgehauen.

                                    Das mit der Homothematik bzw. Problematik gab's leider schonmal besser. Deswegen nur 6 Punkte.

                                    • 6
                                      sachsenkrieger 24.09.2017, 11:52 Geändert 24.09.2017, 11:53


                                      Alex R. Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes und Naomie Harris, machen einen verdammt guten Job in einem Film, der meiner Meinung nach nicht so verdammt gut inszeniert wurde und auch keine wirlich nennenswert interessante Geschichte zu bieten hat. Das Ganze plätschert irgendwie so vor sich hin und so haben wir im filmschwachen Jahr 2017 auch einen entsprechenden Goldjungen-Abräumer...

                                      5
                                      • 7
                                        Daggiolone 24.09.2017, 00:37 Geändert 24.09.2017, 00:41

                                        Ein Außenseiterdrama das daran leidet, dass es keine wirklich neuen Aspekte behandelt. Ich frage mich ernsthaft, was nun die spezielle Botschaft dieses Films ist, außer dass es Minderheiten aus Unterschichten mit kaputter Kindheit schwer im Leben haben. Darauf wäre ich auch so gekommen. Hätte er mich emotional abgeholt, hätte das ausgereicht, aber das gelint Moonlight nur sehr oberflächlich. Hervorragend gelungen ist dagegen die ruhige Machart, der es immerhin gelingt eine wirklich apathische Atmosphäre zu erschaffen. Dadurch macht es dann dennoch einfach Spaß den Film zu sehen.

                                        • 6

                                          Mich hat der Film zunächst relativ kalt gelassen, so dass ich mir die Mühe gemacht habe, ihn direkt ein zweites Mal zu sehen (meine Rezension enthält evtl. Spoiler).

                                          Der Film besteht ja aus drei Teilen, und ich würde mal sagen, der dritte Akt ist der stärkste. Natürlich kann der Regisseur hier das ernten, was er früher (im ersten und zweiten Akt) gesät hat. Der erste und zweite Akt sind allerdings mit einigen Problemen behaftet. Es wird nicht klar, warum Chiron gehänselt, gemobbt und von Gleichaltrigen verfolgt wird. Aber es ist so, er ist das Opfer, und er tut nicht viel dagegen. Das mag eine Weile funktionieren, aber irgendwann wird es für den Zuschauer anstrengend. Warum wehrt er sich nicht mal? Problematisch ist auch die Figur der Mutter, deren Drogenabhängigkeit man erahnen kann, aber am Anfang hat man den Eindruck, die Figur wurde nur erfunden, um die Story in Gang zu bringen. Eine Art Katalysator, der aber storytechnisch lange Zeit nicht funktioniert, weil man ihre Probleme nicht versteht - hier wird nur ein wenig an der Oberfläche gekratzt.

                                          Ähnliches gilt für Chiron. Er findet in Juan eine Art Ersatzvater, und dann kommt diese Schwimmszene, die für sich genommen recht schön ist (vielleicht noch schöner, wenn sie aus der Vogelperspektive gefilmt worden wäre), aber sie kommt so unvermittelt, sie wird nicht vorbereitet, sie platzt einfach nur so rein und ist daher ganz nett anzusehen, aber nicht mehr und daher leider dramaturgisch etwas verschwendet.

                                          Die Beziehung zwischen Chiron und Kevin zieht sich durch den Film wie ein roter Faden, und ist letzten Endes das, worum es hier geht. Coming-Of-Age, Erwachsen werden, sexuelle Erfahrungen machen, aber auch enttäuscht werden. Ich musste den Film tatsächlich zwei Mal sehen, um hier wirklich mitzukriegen, dass es sich in den unterschiedlichen Stufen von Chirons Entwicklung bei dieser Person immer um den gleichen Kevin handelte. Ich habe den Film im Original gesehen, weil ich die dt. Synchronisation nicht ausstehen kann bei solchen authentischen Streifen - vielleicht lag es daran, "Kev" wurde mitunter sehr undeutlich ausgesprochen.

                                          Alles Bewegende, all das, was man von einem tollen Film erwartet - das kommt dann im dritten Akt. Und da geht es wirklich ans Eingemachte. Es kommt zu einem Treffen zwischen Chiron und seiner Mutter und sie beichtet, sie hätte auf der ganzen Linie versagt. Sie sagt, sie liebt ihn, aber es bleibt bei einer Behauptung, und alle wissen, dass sie früher in Wirklichkeit für ihren Sohn nie da war. Das sind sehr bewegende Szenen, absolut authentisch.

                                          Chiron trifft auch Kevin wieder. Kevin ist Koch geworden und hat sein eigenes Restaurant. Was hier zwischen den Zeilen zwischen den beiden erzählt wird, ist wirklich Kunst und berührte mich sehr. Ich hätte mir mehr davon früher in dem Film gewünscht.

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                                          • 4

                                            Mich hat der Film auch nicht überzeugen können. Ich fand ihn schlicht und einfach fad. Er konnte mich auch nicht emotional berühren.

                                            • 3

                                              Ich mag ja Dramas aber so eine lustlos erzählte Lebensgeschichte hab ich noch nie gesehen. Nach 40 Minuten ausgemacht und trotzdem bewertet mit 3

                                              • 10

                                                Filme mit nachvollziehenden, tatsächlich berührenden Momenten, sind eher rar gesät. Moonlight gelingt dies dazu in einer Umgebung, die nicht gerade einfühlsame Momente erwarten läßt. Gerade das macht diesen Film so wahrhaftig - Gefühle frei aller Klischees

                                                • 8 .5

                                                  Auf der Handlungsebene ist "Moonlight" recht schlicht, auf akkustischer und visueller Ebene atmosphärisch bis betörend und stets getrieben von dem traurigen, angstvollen und doch starrrköpfigen Blick, der seine drei Hauptdarsteller trotz optischer Unterschiede außerordentlich gelungen vereint.
                                                  Auf der Gefühlsebene hat mich der Film nicht sofort gepackt. Als der Abspann lief, fühlte ich einen winzigen Stich Enttäuschung, was das angeht. Doch Bildfetzten und einzelne Momente wanderten noch Tage später durch meine Gedanken und erfüllten mich mit dieser leisen Traurigkeit, die "Moonlight" durchzieht. Und dann war da noch diese Musik...diese großartige Musik, die die Bilder unterstreicht, durchwirkt und selber erzählt.

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                                                  • 8 .5

                                                    Millieustudie und Homosexuellendrama. Klingt zuerst nach kalkuliertem Oscar-Verschnitt, doch dauert es nur wenige Minuten bis sich die Authentizität von Barry Jenkins Werk offenbart. In drei Kapiteln sehen wir Ausschnitte aus dem Leben von Chiron. Seine Mutter ist drogenabhängig, seine Sexualität am gleichen Geschlecht orientiert, er wird gehänselt und versucht sich durch das Leben zu schlagen. Moonlight ist ein geerdetes Werk voll leiser Schönheit, die sich in den lebensechten und berührenden Dialogen, den überragenden Darstellern und der umwerfenden Fotografie ausdrückt. Wir werden mit Chiron erwachsen, begleiten ihn als unsichtbaren Betrachter durch die wichtigsten Stationen seiner Zukunftsbestimmung, leiden, fühlen und lieben mit ihm. Er lernt schwimmen mit Juan, er hat seinen ersten Kuss am Strand in einer mondstarken Nacht, trifft im Erwachsenenalter auf seiner Mutter die ihm sagt, dass er sich nicht lieben muss für das, was sie ihm in seiner Kindheit oder besucht seine alte Liebe im Finalakt in einem urigen Diner. Genau in den Momenten, wenn Moonlight das Leben in seiner Schönheit und Schrecklichkeit darstellt und Sonnen- und Schattenseiten sich vereinen, versprüht dieses Drama Poesie, mal mit Euphorie und Endorphinen, mal mit einem dicken fetten Kloß im Hals. In diesem Jahr wird man keinen intimeren Film finden, als diesen. Moonlight ist Magie, ein berührendes Drama, das jeden Preis der Welt verdient hat.

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