Moonrise Kingdom - Kritik

Moonrise Kingdom

US · 2012 · Laufzeit 98 Minuten · FSK 12 · Drama, Komödie · Kinostart
Du
  • 8 .5

    Eine Perle der Filmkunst. Geschichte ist einfach verrückt aber hinreißend erzählt. Verkörpert durch bekannte Darsteller und talentierte Kinderdarsteller. Wes Anderson besticht wieder mal durch gelungene und bildreiche Szenen, die man immer wieder neu sehen möchte, da es überall was zu entdecken gibt. Einer der Filme, die nicht nur deswegen einen hohen Wiedersehenswert haben, eben auch weil er durch tolle Musik glänzt und uns eine reichhaltige Inselgeschichte zum Besten gibt, auf der ich gerne mal Urlaub machen würde. Wenn auch nur um in den kleine Buchten zu baden und zu campen, oder auf die verschroben und liebenswerten Charaktere zu treffen.

    10
    • 7

      Weiß nicht, ob ich in diesem Leben Wes Anderson-Fan werde, dafür scheint er mir zu oft denselben Film zu drehen, und mehr als ein Anderson-Film innerhalb von 48 Stunden ist wie zwei Stücke Buttercremetorte - das zweite, undankbare Stück war GRAND BUDAPEST HOTEL, den wir zu schnell hinterhergeschoben haben: zu süß, zu schwer, immer noch satt. Aber an MOONRISE KINGDOM werde ich mich erinnern: berührend, witzig, skurril und lakonisch; ein tragikomischer Clash der Generationen, aber auch ein bißchen Konsensfindung, da Erwachsene und Kids auf Augenhöhe agieren, beide Seite so irrational und altklug argumentieren, als wären sie soeben die Pubertät eingetreten und wüßten jetzt alles über die Welt, sozioökonomische Paradigmen, und insbesondere das andere Geschlecht.
      Angucken!

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      • 6 .5

        Ein netter Film, aber halt auch nicht mehr.

        • 5

          >>> Achtung!!! Enthält Spoiler!!! <<<
          Durchwachsenes Ding. Natürlich hat der Film seine Stärken, allein die luftig-lockere Umsetzung wusste vor allem zu Anfang zu gefallen und hielt auch den einen oder anderen Schmunzler bereit. Leider nützt sich dieser Modus im weiteren Verlauf ebenso wie die leicht skurril angehauchten, aber zu der Machart durchaus passenden Charaktere mehr und mehr ab, zu den zunehmend dramatischen Entwicklungen gegen Ende wollte diese dann nicht mehr so recht passen. Die Handlung wird als eine Art modernes Märchen präsentiert, zu der die sepiafarbene Optik recht gut passte. Atmosphärisch kann man gegen die Darbietung auch nicht viel sagen, die Machart hatte Hand und Fuß, versetzte mich gemeinsam mit der passenden Optik in eine recht anheimelnde Stimmung. Die Handlung selber leider eher banal, eine irgendwie beliebige Kinder-Romanze wurde mit etwas Ausreißer-Romantik und –Dramatik gewürzt und auf den Seher losgelassen. Dazwischen aber immer wieder recht witzige Einfälle – die Ohrhänger aus den Angelhaken und den Rosenkäfern etwa waren ein Spontanlacher der Extraklasse. Ein paar andere Szenen ebenfalls mit einem kindlichen Charme, der mich in einer einzigen Sichtung ganz gut unterhielt, mich aber nach dem Abspann zu keinen Begeisterungsstürmen hinriss. Trotzdem wurde über weite Strecken mit einigem Schwung und Verve inszeniert, für diese eine Sichtung passte es so halbwegs bei mir.
          Obwohl die Besetzung durchaus Rang und Namen hatte, standen die beiden Kinderdarsteller eindeutig im Vordergrund. Und sie machten ihre Sache auch recht gut, brachten ihre Charaktere sympathisch und nachvollziehbar, wenngleich sie mir für die körperlichen Annäherungen etwas zu jung erschienen (zugegebenermaßen war ich bei meinen ersten physischen Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht kaum älter, trotzdem befremdeten mich diese Szenen ein wenig). Die Stars wie man sie kennt, da wurde durch die Bank schmackhafte Kost serviert - gut, dass die „üblichen“ Synchronsprecher verpflichtet werden konnten, das verschaffte mir einen hohen Wiedererkennungswert. Man sah den Darstellern die Freude an den Dreharbeiten an, die hatten offenbar viel Spaß dabei.
          Conclusio: Für eine einmalige Sichtung hat es bei mir gepasst, bei der werde ich es aber auch belassen und auf weitere Sichtungen verzichten. Ich glaube nicht, dass mich der Streifen dann noch nachhaltig begeistern könnte, eventuell haben Leute mit etwas mehr Bezug zum Genre mehr Freude daran als meinereiner (bin ja eher im Suspence beheimatet). Eine durchschnittliche fünf erscheint mir passend.

          7
          • 8
            Centipede 07.01.2018, 09:45 Geändert 07.01.2018, 13:34

            Wollte eigentlich schon immer mal ein Kommentar zu einem Wes Anderson Film schreiben und dem gehe ich jetzt nach.

            Es gibt nicht viele Regisseure auf diesen Planeten, die ihre eigene Handschrift haben, und ihre Vision vom Filmemachen mit so viel Liebe und Sorgfalt auf die Leinwand pinseln, so wie es Wes Anderson in jeden seiner Werke vollführt. Selten sieht man solche eine präzise Zusammenarbeit von Kamera, Musik, Schnitten, Farbumgebung, Schauspiel und Licht. Natürlich, fehlen bei der Aufzählung noch einiges aber ich belasse, es bei diesen Säulen. Moonrise Kingdom und viele andere Filme von Anderson, würde ich fast schon als Neo-Märchen bezeichnen. Es gibt in seinen Filmen keine Drachen, Feen und Hexen, doch irgendwie haftet an seinen Filmen etwas märchenhaftes.

            Moonrise Kingdom würde ich dazu noch, als Kinderfilm der einen erwachsenem Charakter in sich trägt betiteln. Ein Junge der nachdem Tod seiner Eltern kein wirklichen halt gefunden hat, findet seine innerliche Zerrissenheit in einem kleinen Mädchen wieder, was sich in ihrer eigenen Familie und ihrer Umgebung fehl am Platz fühlt. Denn in ihrer Familie läuft auch nicht alles so rund, wie es von außen den Anschein erwecken soll. Das einzige was ihnen beide fehlt ist Liebe, doch die bekommen beide weder von ihren richtigen Eltern und erst recht noch von den Ersatzeltern. Zusammen jedoch schenken sich beide Halt den sie brauchen, bis es nachher zu Liebe wurde. Sicherlich, geht das ein wenig schnell, aber sie sind halt noch Jung und warum eigentlich nicht. Warum auch die Träumenden bei so einem schönen Film aufwecken. Manchmal vernachlässigen wir das auch im realen Leben. Von dem eigentlichen Story-Gerüst ist das jetzt nichts neues, aber wie Anderson damit umgeht schon. Er nimmt seine Geschichte und Figuren ernst. Er macht sich nicht über sie lustig und Kinder und Erwachsene treffen sich hier auf Augenhöhe. Hier lernt der eine noch was vom anderen. Natürlich wird alles mit einer Priese subtilen Humors übergossen.

            Das einzige was mich ein wenig gestört hat, war das steife Schauspiel, was erst recht bei den jüngeren Darstellern und Darstellerinnen aufgefallen ist. Doch ist das der Präzision die in jeder Szene steckt geschuldet, ohne die der Film seine Magie verlieren würde, denn alles hat hier eine schon fast zwanghafte Ordnung. Das meine ich aber keineswegs negativ. Nein es ist eine Wahre Freude, in den ganzen Szenen eine Bedeutung herauszulesen und es ist schon erstaunlich, wie es alle beteiligten hinbekommen haben, dass keine Szene der anderen gleicht. Das hat aber auch wieder den negativen Auswuchs, dass der Film sich nur von einer schönen Kulisse zur nächsten hangelt, ohne wirklich den Figuren (außer im Mittelteil) mehr Geschichte zu spendieren. Ich mag es auch sehr, dass Anderson zum größten Teil eine Standard Truppe hat, denn das hat irgendwie etwas familiäres. Ist fast so wie bei Tarantino, nur das man hier bei einer etwas netteren Gesellschaft unterkommt.

            Mir wurde gesagt, dass ich Filme meist oder immer mit zu kritischen und analytischen Augen betrachte, aber wenn ich mir solch ein Film angucke, dann vergesse ich auch hin und wieder eine äußerst kritische Kritik, weil das Gesamtpaket einfach außerordentlich gut mit einer schönen Schleife zugebunden wurde. Ich hab den Film schon einmal gesehen, doch irgendwie konnte ich zu der Zeit nicht sonderlich was mit Moonrise Kingdom anfangen. Doch diesmal hat er mich auf den richtigen Fuß erwischt und nach Grand Budapest Hotel und der fantastische Mr. Fox hab ich denke ich mal, Wes Anderson erst richtig verstanden, so das ich Moonrise Kingdom diesmal besser genießen konnte. Damit will ich sagen, dass man grade solchen Filmen eine zweite Chance geben sollte.

            So, ich höre dann an dieser Stelle auf, weil es eh schon wieder viel zu viel geworden ist, und sag zum Schluss, dass ich sehr froh bin, dass es Leute wie Wes Anderson und sein Team gibt. Denn ohne Sie würde etwas in der Kinolandschaft fehlen.

            3
            • 6

              Eine Art modernes Märchen. Am Anfang ein bisschen was von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Eindrückliche Aufnahmen. Visuell gefällt mir der Film ziemlich gut. Bisschen skurrile Charaktere, aber alle in meinen Augen so überzogen, dass ich wenig mit ihnen anfangen konnte. Ich bin eh kein großer Wes Anderson-Fan. Kann über seinen Humor kein bisschen lachen, wenn ich ihn überhaupt erkenne (Da bekomme ich eine Ahnung, wie wohl manchmal negative Kritiken über meine Lieblingsfilme zustande kommen). Filme aus Jugendcamps und Pfadfinderlagern gibt’s wie Sand am Meer. Dass sich dort Sündenbockdynamiken entwickeln, wie im übrigen gerne mal auch in bestimmten Familienkonstellationen, ist auch nichts Neues, aber zumindest überzeugend dargestellt. Positiv finde ich auch, dass die beiden Hauptprotagonisten eher wenig attraktive sozial inkompetente Außenseiter sind. Die Liebesgeschichte ist irgendwie ganz süß, aber doch auch sehr idealisiert. Wes Anderson lässt die Kinder aussprechen, welche Gefühle und Motive sie in der Tiefe, im Unbewussten, antreiben. Einerseits gefiel mir das, weil ich finde, er hat die Psychodynamiken der beiden gut heraus gearbeitet, andererseits nervte es mich, weil das ja genau das Problem verhaltensauffälliger Kinder/Jugendlicher/Erwachsener (=Menschen) ist, dass sie eben genau nicht in Worte fassen können, was eigentlich überhaupt mit ihnen los ist, sie handeln statt zu fühlen und zu reflektieren und bringen sich und andere damit in Schwierigkeiten. Die Idee mit dem Jugendamt (=Feind) finde ich ziemlich doof. Gut es ist ein Märchen und da braucht man auch Bösewichte. Für solche simplen schwarz-weiß-Dynamiken bin ich dann wohl zu alt, das ist mir zu undifferenziert. Bill Murray finde ich fehlbesetzt, da er sein Talent nicht zum Einsatz bringen kann.

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              • 10
                Otto Normal 30.11.2017, 00:59 Geändert 30.11.2017, 02:02

                Zuerst war es nur die visuelle Wucht, die Comic-Optik, die irre disziplinierten Kamerafahrten und das Abfeiern der "deutschen Mittelachse", also der göttlichen Symmetrie. Das kannte ich aber schon aus Grand Budapest Hotel. Aber dann haute mich auch noch die Story um. Die Pfadfinder-Kultur habe ich als Kind in den 70ern noch ansatzweise miterlebt, vermittelt durch Lassie, Flipper und Daktari, aber auch noch ein wenig am eigenen Leibe. Es wäre mir damals jedenfalls nicht völlig verrückt vorgekommen, eine Trapper-Fellmütze zu tragen. Das Fahrtenmesser gehörte damals zum Wohin-auch-immer-Initiationsritual jedes Jungen und das Wertvollste, was man besitzen konnte, waren ein Fernglas und ein Walkie-Talkie (Alle drei Artefakte besitze ich noch heute). Dazu kommt die kompromisslose, todernste Liebesgeschichte, die hart an gedanklicher Kinderpornografie entlangschrammt. Aber das ist ja in jedem größeren Kinderkopf genauso. Die heiße Mieze kommt gleich mal mit smokey eyes und verkleidet als "black swan"-artiger schwarzer Rabe daher, um unseren bebrillten Helden zu verführen. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Kindern ist vielleicht nicht völlig glaubwürdig und stimmig, aber da es auch nichts besseres in der Filmgeschichte gibt (oder doch?), bleibt es bei satten 10 Punkten für diesen Flashback.

                • 8 .5

                  Ein fantasievolles Bildgewaltiges, detailverliebtes Märchenartiges Filmerlebnis von Wes Anderson. 
                  Ausstattung, nuancierte Musik und eine bunte Optik machen das Gesamtbild einzigartig. 
                  Skurrile Charaktere mit dem leichten Hang zum überbordenden und eine supersüße Liebesgeschichte runden das Gesamtpaket ab. 
                  Nicht zu vergessen das Geniale Schauspiel Ensemble, das mit großer Spielfreude und perfekt eingesetzt hier brillant ist.

                  Moonrise Kingdom ein außergewöhnliches kleines Meisterstück!

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                  • 9 .5

                    Einfach wundervoll!

                    Da ist zum einen die zauberhafte Liebesgeschichte zweier 12-jähriger Außenseiter. Dann die malerischen Sets, Kompositionen in Farben, Form, Geometrie und Symmetrie. Immer wieder hab ich Lust, den Film anzuhalten, um all die kleinen Details zu erfassen, in den Zimmern, in den Camps, am Strand.
                    Weiters die subtile Ironie, die aus den Dialogen spricht, in denen die Kinder kindlich, aber philosophisch sprechen, die Erwachsenen zwar erwachsen, aber irgendwie viel kindischer zu sein scheinen.
                    Und last not least der bezaubernde Soundtrack.
                    Bill Murray ist wie gemacht für den Humor dieses Films, Harvey Keitel parodiert sozusagen das von ihm in anderen Filmen verkörperte Rollenbild und Bruce Willis wirkt ein bisschen, als wenn er sich in diesen Film verirrt hätte, stört aber auch nicht. Und eigentlich sind sie alle nur Hintergrund vor dem Spiel der beiden Hauptakteure, deren Spiel einen sich melancholisch zurückerinnern lässt: So oder so ähnlich war das damals mit 12...

                    Ein kleines Meisterwerk.

                    • 6

                      Über Wes Anderson hab ich mich bereits diverse Male ausreichend ausgelassen: der Mann dreht keine Filme die sich einem Genre zuordnen lassen, der man ist seine eigene Art Filme zu machen die sich mit nichts vergleichen lassen. Besonderes Markenzeichen dabei ist es sehr bekannte Stars zu nehmen und in ziemlich ungewöhnlich wirkende Parts zu packen – im Vorliegenden Fall sind es Edward Norton und Bruce Willis die sich in diesem filmischen Eigenstück wieder finden. Die Story zweier Kinder die sich absetzen wollen ist dabei nicht mal unsympathisch und auf eine gewisse Weise süß, der Humor allerdings so speziell dass ihn nur die gängigen Liebhaber von Andersons Filmen richtig umsetzen können. Das ist vielleicht sogar das kleine Problem des Films: für normale Zuschauer ist er kaum zugänglich, der merkwürdige Look der wie ein Puppenhaus aussieht und die gebremste Erzählweise sind nicht das was der einfache Zuseher als gemütliche Komödie erwartet. Wer allerdings die Filme von Anderson kennt wird relativ wenig neues darin entdecken weil sich der Macher hier sehr oft selbst kopiert und aufgreift. Insofern: Anderson ist ein nerd, aber einer mit Talent und sollte generell mal was machen was man so gar nicht von ihm erwartet bevor er es macht wie Shyamalan: ein eigenes Genre begründen und zu Grabe zu tragen.

                      Fazit: Sehr spezieller Film, zwar nicht ohne Reiz aber den meisten Zuschauern kaum zugänglich!

                      • 6 .5

                        Wes Anderson hat wirklich eine komische und eigene Art Filme zu machen, die mir bei Grand Hotel Budapest wirklich positiv überrascht hat, hier allerdings nicht mehr so besonders ist (für mich). Trotzdem ein gutes, künstlerisch aufgebautes Filmset mit lustiger Musik, mit einer guten Besetzung und einer niedlichen Lovestory.

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                        • 7 .5

                          Eine niedliche Liebesgeschichte mit viel Abenteuer!

                          • 7

                            Dieser Kommentar gehört zu der Aktion "Textgeschenke zum Geburtstag", denn der schrulle Wes Anderson wird heute 48 Jahre alt.

                            "I love you, but you don't know what you're talking about."
                            "I love you, too."

                            Wes Anderson ist wohl einer der spannendsten Regisseure unserer Zeit. Mit so viel Herzblut geht er an seine (oftmals verrückten) Ideen heran. Allein von den Kostümen, der Maske und der Ausstattung sind seine Filmwerke kleine Kunstwerke.

                            Ich muss zugeben, ich hatte was anderes von „Moonrise Kingdom“ erwartet. Ich kann nicht in Worte fassen, was genau das war, aber ganz bestimmt nicht die Geschichte, die der Film letztendlich erzählt. Aber sie gefällt mir trotzdem. Oder vielleicht gerade deswegen?

                            Wie sehr zwei verliebte Kinder doch eine ganze Gemeinde in Aufruhr bringen kann. Hier bleibt keinem der Beteiligten das Drama erspart. Aber ist es wirklich ein Drama? Irgendwie schon. Es ist aber auch eine Komödie und eine verdammt ehrliche Liebesgeschichte über zwei Außenseiter.
                            Irgendwie macht es glücklich zu sehen, wie hilflos plötzlich Erwachsene gegenüber einer solchen Liebe sind, die Freundschaften entstehen lässt. Zwei Liebende sind nicht leicht voneinander zu trennen und seinen sie noch so jung.

                            Die zwei Außenseiter werden wundervoll von Jared Gilman und Kara Hayward gespielt, die Namen des restlichen Casts sprechen für sich. Bruce Willis, Bill Murray, Edward Norton, Jason Schwartzman und Tilda Swinton. So ein Aufgebot von Darstellern vermag fast nur Wes Anderson um sich versammeln zu können. Und er schafft es immer wieder. Sehr überrascht hat mich Bruce Willis, den ich sonst nur in Actionfilmen gesehen habe. Überrascht natürlich nur im positiven Sinne.

                            Wie in jedem meiner Kommentare möchte ich auch hier nochmal auf die Filmmusik aufmerksam machen. Alexandre Desplat ist auch für diesen Film von Anderson gebeten worden die Musik zu komponieren und man fragt sich nicht, warum. Neben eigenen Kompositionen hat er auch Lieder von anderen Musikern verwendet. „The Young Person’s Guide to the Orchestra” von Benjamin Britten spielt hier eine zentrale Rolle.

                            “Moonrise Kingdom“ ist einer dieser typisch skurrilen Filme, die nur Wes Anderson zu drehen vermag. Jedes kleinste Detail, das von der Kamera eingefangen wird, ist mit solch einer Hingabe arrangiert. Ich selbst würde gerne mal in eine der vielen Welten von Wes Anderson eintauchen. Es wäre wahrscheinlich nicht die Welt von „Moonrise Kingdom“, die auf Platz eins meiner Liste steht, aber für ein paar Tage würde ich die Inseln bestimmt erkunden wollen.

                            Ich danke dir für diesen schönen Film, liebes Geburtstagskind.
                            Ich wünsche dir alles Gute zu deinem 48. Geburtstag, Herr Anderson und freue mich auf die vielen weiteren verrückten Welten, die du für mich und viele andere auf die Kinoleinwand zaubern wirst!

                            Und hier findet ihr die anderen Glückwünsche für Wes Anderson:
                            http://www.moviepilot.de/news/eine-spezial-geburtstagslieferung-fur-wes-anderson-188886
                            Viel Spaß beim Lesen :)

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                            • 8

                              Moonrise Kingdom ist schwer zu beschreiben. Im Gegensatz zu „Grand Budapest Hotel“ ist er doch wesentlich ernster, aber gleichzeitig auch nostalgischer. Jeder kennt doch in seinem Leben eine Zeit als Kind, wo man die erste Liebe durchlebt hat. Das fängt der Film perfekt ein und zusammen mit den Darstellern ergibt das einen rundum gelungenen Film, der vielleicht ein paar Längen hat, insgesamt aber sehr gut ist. Abschließend muss ich aber nochmal fragen: „What kind of bird are you?“

                              • 9

                                Die hochkarätige Besetzung lässt ähnlich wie bei "Grand Budapest Hotel" Großes vermuten, stattdessen wird dieses "Große" wieder auf ein kleines, süßes Mini-Universum übertragen und kostet dieses in allen Feinheiten aus.
                                Die kleine Insel, auf der die Handlung spielt, lädt ein, Teil von ihr zu sein, als würde man sich von der Großstadt und dem alltäglichen Gewusel ins Dorfleben begeben. Wes Anderson braucht keine Zeitsprünge, keine weiten Wege und vor allen keine offensive Metakritik an irgendwelchen Gesellschaftszwängen. Er zeigt einfach, dass kleine Probleme und kurze Anflüge von Traurigkeit und Unzufriedenheit auch an die Grenze der Ernsthaftigkeit getragen werden können und schafft so eine unvergleichbare Spannung. Es scheint so trivial, fast lächerlich kindisch, doch selten verursacht ein Film so viel Empathie und ist dabei ungemein kunstvoll.

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                                • 8

                                  In keinem Universum der Welt brennt die Schulschönheit mit dem dicklichen Brillennerd durch.

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                                  • 7 .5

                                    Eine liebenswerte Geschichte mit ebenso liebenswerten wie skurrilen Figuren, die vom namenhaften Cast toll gespielt werden. Man erkennt auch die ganze Zeit über Wes Anderson Stil; obwohl ich auch sagen muss, dass mir der Film für Andersons Verhältnisse schon beinah "zu normal" gewesen ist.
                                    Kurzweilig, charmant und einfach irgendwie schön.

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                                    • 4
                                      WithOpenEyez 01.02.2017, 20:46 Geändert 01.02.2017, 21:01

                                      Ein etwas anderer und merkwürdiger Film. Heißt aber nicht, dass ich den Film dann verstehen und mögen brauch. Die einen nennen es Kunst, manch einer findet ihn langweilig oder verrückt. Ich bin einer dieser Quergänger. Weder Bruce Willis, noch Bill Murray oder Edward Norton in einer ihrer besten Rollen. Ich meine, sicher kann man auch Geld bekommen für die schiere Anwesenheit vor der Kamera. Nicht jede Rolle fordert gleich viel. Nur ist absolut fähige Schauspieler völlig unterfordert zu sehen schon auch unbefriedigend. Was der Film mir sagen will kann ich nur spekulieren. Ich weiß nicht mal in welches Genre ich ihn einordnen soll, wenn für mich kein Gefühlszustand wirklich auffälliger war als die anderen. Vielleicht young tragic love story oder something with Scouts. Somit fazitiere ich "Moonrise Kingdom" als einen soliden, unterhaltsamen, sehr kurzweiligen, visuell interessanten, storytechnisch relativ untypischen Film, aber nicht als wirklich sinnvoll verbrachte Zeit oder mit irgendeiner für mich relevanten Botschaft versehen.

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                                      • 7 .5
                                        cobaltstring 28.12.2016, 10:16 Geändert 28.12.2016, 18:01

                                        Also Wes Anderson hats wirklich drauf. Der Stil und der Humor seiner Filme... Das ist so herrlich süß-skurril. Und bei dem Cast darf man sich auch nicht beschweren, Edward Norton reicht schon. Große Klasse.

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                                        • 8
                                          Rocket Man: Movic Freakz 06.12.2016, 20:40 Geändert 22.01.2017, 14:11

                                          -Noch einmal Träumen-

                                          Wow, der alltägliche Trott holt mich mal wieder ein. Zuletzt sah ich etwas ähnliches, was einer Vorstadt-Idylle gleichkam, in ’Edward mit den Scherenhänden’. Schon hier war Gewohnheit und die Angst vor dem ungewagten und unbekannten von allergößter Bedeutung.

                                          Ich finde mich selbst und jeden anderen von euch in diesem Film. Ihr und ich seit eines der Kinder, die sich in dieser detaillierten Genauigkeit einzelner Abläufe, wiederfindet. Ihr steht morgens auf, zieht euch an, wascht euch oder geht Duschen und geht irgendwann eurem Alltags-Alptraum nach. Ihr steht auf um zu arbeiten, nach der kurzen Zeit, die übrig bleibt, geht ihr wieder schlafen, um zu arbeiten. Und wenn euch dieser Alltags-Alptraum irgendwann genug geplagt habt, steht ihr unter der Dusche und seit so in euren Gedanken vertieft, dass ihr gar nicht nachfühlt, ob das Wasser überhaupt schon warm ist, sondern einfach reingeht und Lautstark einen Schrecken kriegt. Denn ihr denkt schon über den nächsten Tag Gewohnheit nach. Den nächsten Tag Arbeit und den nächsten Trott bis zum Abwinken.

                                          In ’Moonrise Kingdom’ verschlägt uns Wes Anderson nun auf eine Insel, die metaphorisch als Idylle der Träume hervorgeht und eingefangen wird. Alle haben ihre Abläufe. Die ganzen Scouts, die kochen, neue Armbänder herstellen oder sauber machen. Alle Scouts haben ihre festen Aufgaben. Edward Norton als Pfadfinderleiter brilliert durch seine Ausstrahlung des stink normalen und konventionellen Mannes, der sich nur durch Gegebenheiten außerhalb seines Planes schnell durcheinander bringen lässt, ebenso wie alle anderen Figuren innerhalb der Insel. Bis auf den Dorfsheriff, der durch Bruce Willis verkörpert wird. Er ist zwar auch grau,er ist aber der Einzige, der noch einigermaßen klar zu denken scheint und sehen kann, weshalb Scouts auf den Gedanken kommen könnten, aus dem Camp der Träume zu fliehen.

                                          Wäre es nicht schön, wenn es so einfach wäre? Aber nein, selbst wenn es so einfach aussieht, ist es sicherlich nicht, wie es den Anschein hat. Überall Ecken und Kanten. Aber wäre es so einfach und so schön, einfach abzuhauen und dem ’normalen’ und grauen Alltag zu entfliehen, würden wir das sicherlich alle tun. Tatsächlich gibt es arme bzw. nicht reiche Menschen und reiche Menschen. Die nicht reichen Mensche können nicht einfach abhauen, in die Welt hinausgehen und einfach mal leben. Sie müssen ihr Geld im Alltags-Trott verdienen und damit glücklich sein. Dann gibt es da noch die reichen Menschen, die keinerlei Verpflichtungen haben, weil sie bereits reich auf die Welt gekommen sind. Sie können jederzeit überall hin. Aber das Leben des einfachen Mannes kann dafür so einfach, wie

                                          Das Leben von dem kleinen Sam und der jungen, aber charmanten Suzy, die sich auf einer kleinen musikalischen Veranstaltung innerhalb der grauen Gesellschaft auf der Insel kennenlernen, sein. Der kleine Sam ist so angetan von der jungen Dame. Sie beide gehören zu den Ausgestoßenen, die niemand leiden kann. Aber was sie können und was ihnen niemand zu nehmen vermag, ist die aufblühende Liebe der beiden.

                                          Wer kennt es nicht? Diese erste Liebe, die man niemals vergessen wird? Ich kann mich an meine auch noch Erinnern. Ich möchte ja nicht alt klingen, aber das ist tatsächlich schon eine verdammte Ewigkeit her. Hollali, war ich da blind. Das Gefühl unbeschreibbar. Was geschah nur mit mir. Ich sah auf einmal nur noch ein einziges wundervolles, großzügiges und aufrichtiges Gesicht. Dass Gesicht blieb zwar nicht so, aber ich behalte es im Schönen in Erinnerung.

                                          Es sind die schönen und urkomischen Szenen, in denen wir die zwei Ausreißer sehen dürfen, die oftmals nah gehen und uns an unser jüngeres Ich erinnern. Und wen das nicht an sein jüngeres Ich erinnert, dem sollte es der Erinnerung auf die Sprünge helfen, dass da schon mal im Leben etwas passiert ist, dass einfach nur ehrlich, aufrichtig und ohne Haken war. Spätestens wenn man an die Liebe einer Mutter denkt oder das Lachen seines eigenen Kindes.
                                          Es sind die kleinen Dinge, an denen sich der ’kleine, normale’ am meisten beglücken darf. Denn Geld ersetzt weder Liebe, noch Freundschaft, noch Lachen, noch glückliche Momente. Es erleichtert einem Möglichkeiten, die uns auch mal gut tun würden, aber nicht mehr. Schon Jahrhunderte vor uns war Geld ein reines Tauschmittel. Kartoffeln gegen Fleisch, Fleisch gegen Gemüse, wie auch immer. Und es ist auch heute nichts anderes.

                                          Aber zurück zum Film. Alle Figuren bleiben bis zum Ende grau. Bis auf den einzigen normalen, dem Dorfsheriff. Er sorgt letztlich sogar dafür, dass sich die beiden nicht aus Verliebtheit noch in den Tod stürzen. Schließlich haben sie nach ihrem ersten Treffen bei der musikalischen Veranstaltung in ihrem Dorf, einiger textlicher Annäherung und Bekenntnis beschlossen, diese Welt der grauen Idylle zu verlassen. Die Idylle steht für den Alltag, an dem selten etwas passiert, dass man nicht kennt. Sie sind beide nicht beliebt, Sam hat seine Eltern verloren, Suzy wird von ihren Eltern nicht anerkannt und so kommt es, dass die beiden in ihrem Buch des Lebens auf eigene Faust, ein paar Seiten ergänzen bzw. hinzufügen möchten.

                                          Wenn ich mir vorstelle, dass ich eines Tages mein Leben an mir vorbeiziehen sehe, oder ich sogar ein Buch meines Lebens in den Händen halten werde, würde ich mir genauso wie Sam und Suzy wünschen, dass ich ein paar Seiten des Buches aus eigenem Antrieb verfasst und wahr gemacht habe. Dass bedeutet jedes Mal eine enorme Überwindung. Ich bin nämlich auch ein Gewohnheitsmensch. Vielleicht schreibe ich auch gerade diesen Kommentar aus irgendeiner Gewohnheit heraus. Wer weiß das schon.

                                          Aber die grenzenlose und aufrichtige Naivität zweier junger Menschen ist so dermaßen ansteckend, dass man sich, egal in welchem Alter, fragt, ob man aus seinem Leben, zumindest bisher, eigentlich das bestmögliche herausgeholt hat. Leider müssen dann wieder bitter und traurig feststellen, dass wir eben das nicht erreicht haben. Warum? Wahrscheinlich weil mit dem jungen Alter von ca. 0-16/18 etwas von dieser herzhaften Naivität im grau unserer Welt verschindet. Es verschwimmt alles, die Eltern bezahlen dir nicht mehr alles und du merkst, dass das erst der Anfang war. Das wird noch besser. Dennoch musst du dich damit nicht abfinden. Fein, du musst jeden Tag früh aufstehen, was zum kotzen ist, versteh ich, aber es gibt Dinge, die dir trotzdem keiner nehmen kann. Siehst du sie? Sie sind da in deiner Nähe, vermutlich neben dir, aber aufjedenfall in deinem Handy eingespeichert, diese Mensche, denen du wichtig bist. Ruf sie mal an, hör dir mal ihre Stimmen an, sprich mit ihnen, fahr hin, besuch sie, vergiss sie nicht und genieße die Sekunden mit ihnen. Dass ist die wertvollste Zeit in deinem Leben. Mach dir von mir aus eine verdammte Strichliste, in der du jeden glücklichen Moment oder jeden glücklichen Tag in der Gesellschaft von Freunden und deiner Familie, festhältst. Nur verdammt, mach es einfach.

                                          Genießt die kleinen Dinge, erfreut euch dran, seit dankbar und lasst euch von Wes Anderson auf ironische, matephorische, lustige und aufrichtige Weise in Kurzweiligkeit zeigen, dass es sich lohnt.

                                          Einfach

                                          -Noch einmal Träumen- Leute.

                                          Punkt

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                                          • 8 .5

                                            Wieder mal ein fantastisches und außergewöhnliches Filmerlebnis von Wes Anderson.....
                                            Zum Cast muss man ja nicht viel sagen, denn der ist auch hier wie in allen seinen Filmen perfekt gewählt......
                                            Mir hat die Geschichte der zwei kleinen Ausbüchser sehr gut gefallen, denn auch hier beweist der Regisseur das richtige Händchen für passende witzige Passagen und welche in denen man zum nachdenken angeregt wird.....
                                            Die Liebe überwindet alle Grenzen und das wird hier gefühlvoll in Szene gesetzt....

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                                            • 8

                                              Sam ist ein Khaki Scout mitunter Waisenkind und Außenseiter der keine Freunde hat, genau wie Suzy die noch bei ihren Eltern mit einigen Geschwistern lebt. Bei einer Schulaufführung lernen die beiden sich kennen, und merken das sie füreinander bestimmt sind. Ein Jahr später beschließen beide zusammen durchzubrennen, und ein neues Leben anzufangen, samt Heirat mit allem drum und dran. Natürlich gefällt das dem Scout-Master nicht, und er macht sich mit seinem Suchtrupp auf die Suche nach den beiden. Die Eltern von Suzy sowie der örtliche Captain, machen sich ebenfalls auf die Suche nach ihnen. Dabei stoßen sie an ihre Grenzen, denn die beiden sind ziemlich gut vorbereitet, und können dank Sam draußen im Wald bei Wind und Wetter überleben. Als sich auch noch das Jugendamt einschaltet und Sam in ein Waisenhaus bringen will, droht die ganze Sache zu eskalieren, und sie müssen sich schleunigst eine Lösung für das ganze einfallen lassen.

                                              Kommen sie auf eine gemeinsame Lösung?
                                              Muss er doch in das Waisenhaus gebracht werden?
                                              Oder nehmen die beiden reißaus und tauchen irgendwo unter?

                                              Atmosphärischer kleiner feucht fröhlicher Survival-Trip der emotionalen und unterhaltsamen Sorte. Dem großartigen Cast und melodischem Score, folgt eine Geschichte über Liebe und Leiden zwischen zwei Kindern, die dem Alltag entfliehen wollen, und ihr eigenes Leben führen möchten. Harmonisch und unfreiwillige Situationskomik, sorgen für rundum gelungene Unterhaltung.

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                                                Petr 24.08.2016, 20:31 Geändert 24.08.2016, 20:36

                                                Während die Werke eines Wes Anderson bei Erstsichtung oft recht zäh daherkommen, erschließt sich die Genialität erst mit einem gewissen zeitlichem Abstand.

                                                Auf dem ersten Blick oft noch zäh und einfach nur verrückt sind seine Werke auf dem Zweiten einfach Meisterwerke voller Alleinstelleungsmerkmale und voll mit den komplextesten zwischenmenschlichen Leiden, besonders denen zwischen Kind und Eltern, verpackt in wunderbaren und nach Andersonscher Art einzigartigen Bildern. Ich bin froh, dass es diesen Regisseur gibt.

                                                By the way:

                                                Moonrise Kingdom ist allein deshalb schon sehenswert, weil Bruce Willis hier Willi Tanner aus ALF spielt.

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                                                  doctorgonzo 13.08.2016, 13:45 Geändert 13.08.2016, 13:49

                                                  "Die Gedanken eines Menschen sind sein Königreich"
                                                  Afrik. Sprichwort

                                                  Reisen in die Königreiche des Wes Anderson sind dann eben schlicht und ergreifend königlich. Ob Familienzusammenführungen, Reisen zum Meeresboden, Füchse in Eigentumswohnungen oder Ralph Fiennes als Chefportier, immer wird man nicht nur gut unterhalten, man wird gleichzeitig in eine ganz eigene Welt entführt.
                                                  Eine Welt aus wundervollen Figuren und unglaublichen Kulissen.

                                                  So wird auch hier mittels dieser Figuren und zwischen herrlichen Kulissen eine zauberhafte Jugendromanze erzählt.
                                                  Eine Geschichte über Brieffreundschaft, Freundschaft, Liebe, Beziehung, Jugendamt, Dorfpolizisten und Pfadfinder.

                                                  Flucht aus dem Pfadfinderlager und daraus resultierende Verbannung aus der Pflegefamilie und ein aufgescheuchter Haufen erwachsener. Darunter ein irgendwie unharmonisches Ehepaar und ein Provinzcop.

                                                  Etwas andere Verfolgungsjagden, herrliche Kamerafahrten durch diese, ich kann es nicht oft genug erwähnen, traumhaften Kulissen und diese, naja, Beschaulichkeit der Ereignisse.

                                                  Selbst, wenn es hoch her geht, bleibt es irgendwie gelassen. Die Action ist irgendwie als wäre sie zurückgelehnt mit einem Glas Wein in der Hand inszeniert worden.

                                                  Dazu kommt, dass das Darstellerensemble einmal mehr traumhaft drauf ist. Jede kleine Rolle, jede große Rolle, jede mittlere Rolle. In einem Film von Wes Anderson schaut man den Figuren einfach unsagbar gern zu. In allen, selbst den Antagonisten, steckt eine liebenswerte Verschrobenheit, die hier einmal mehr von den Schauspielern sehr schön rübergebracht wird.

                                                  Nochmal nach oben ragen hier Bob Balaban (in der deutschen Synchro herrlich von Uli Krohm gesprochen) und Edward Norton heraus. Auch das Ehepaar McDormand/Murray gibt mimisch alles.

                                                  Auf zur Segeltour auf dem 3.25-mile-inlet.

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                                                    An Wes Anderson scheiden sich die Geister. Die einen sehen in ihm den Totengräber des Kinos, die anderen die Zukunft des Films.
                                                    Hier hat er einen Abenteuerfilm für Jugendliche gemacht (für und über 12 Jährige), mit Sam (Jared Gilman) und Suzy (Kara Hayward). Und mit Ferienlager, Flucht aus dem Elternhaus und erste Liebesbeziehungen durch Petting und Küsschen. Mit Retro und Animation und natürlich den hilflosen Erwachsenen. Und mit einer Promi-Riege: Bruce Willis, als Inselpolizist Sharp mit Verhältnis, Bob Balaban als Erzähler, Bill Murray und Francis McDormand als Suzys Eltern und Ed Norton als Oberpfandfinder. Tilda Swinton ist ‘das Jugendamt‘ und wird auch so angeredet. Harvey Keitel irrlichtert durchs Gebüsch und fragt sich und uns, was er hier eigentlich sucht.
                                                    Wir sehen wieder die typischen Wes-Anderson-Merkmale:
                                                    die quietschebunte Kulisse erinnert an ein Märchen, in den Dialogen schimmert hin und wieder ‘Schwarzer Humor‘ durch und die Handlung kommt aus der Abteilung ‘Absurdes Theater‘.
                                                    Dabei ruht die Kamera fast nie. Sie umkreist der Personen oder macht lange Fahrten z.B. wenn ein Segelboot bei Windstille mit einem Affenzahn durch das Bild rauscht, fährt sie mit.
                                                    Wenn einen nicht die Kindertrauung stört oder die Sintflut und wenn man Sätze wie ‘Ich liebe dich, aber du weißt nicht wovon du sprichst‘, kann man sich gut unterhalten fühlen.
                                                    Es ist kein richtiges Märchen und auch nicht durchweg komisch, höchstens teilweise skurril. Wes Anderson eben. Und der bewegt sich in einem Königreich, in dem der Mond aufgeht…