Mord im Orient Express - Kritik

Murder on the Orient Express

US · 2017 · Laufzeit 114 Minuten · FSK 12 · Kriminalfilm · Kinostart
Du
  • 6 .5

    Über diese Neuinterpretation im Remake von 2017 kann und müsste man eigentlich geteilter Meinung sein,
    da die Geschichte um „den“ Mord natürlich hinreichend bekannt sein sollte,
    da eben zwangsläufig auch bekannt ist, erwartet man als Zuschauer natürlich bestimmte Szenen und Geschehnisse bzw. darauf, wie der Ablauf derselben in diesem Film eingeflochten ist.
    Was dem modernisierten Film leider, aber irgendwie auch erwartungsgemäß(?/!) abgeht,
    ist der unbestrittene Charme, den die klassische Version (1974) aufweist.
    Den Part des unsympathischen Mordopfers Ratchet, das in besagter alten Version noch Richard Widmark verkörpert hatte, wird diesmal von Johnny Depp übernommen, der es allerdings versteht, den dargestellten Unsympath erst so richtig zu präsentieren bzw. auch ein bisschen zu kokettieren
    Ich empfinde es – wenn auch filmisch gekonnt – schon ein etwas befremdlich, wenn auch kaum störend, dass einige detailliertere(!) Aufnahmen bzw, Darstellungen des Zuges eindeutig CGI sind. Der abschließende Zwiespalt, in den Hercule Poirot quasi geworfen wird, ist allerdings eine Erfindung dieser neuen Fassung und eigentlich wirklich nicht uninteressant.
    FAZIT: ein etwas besseres "ganz gut" (6,5)

    • 7 .5

      Erstsichtung: 25.03.2018
      Vorhersage 6 --> Bewertung 7,5

      Spannender Krimi mit guten Schauspielern und tollen Settings
      Außer SEHENSWERT, gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

      • 7

        Ich wusste diesen Film gab es schonmal, ich wusste auch der ist ziemlich bekannt, allerdings hatte ich noch kein Hintergrundwissen. Auf meinem letzten Flug hatte ich den Film in der Mediathek und habe mir ihn endlich mal angesehen. Ich fand den gut, ich muss den Film jetzt nicht nochmal sehen, hat mich aber gut unterhalten, tolle Schauspieler, spannender Plot.

        • 5

          Problem Nr. 1: Ich kannte bereits das Ende, daher blieb die Spannung leider gänzlich weg.
          Problem Nr. 2: Es fiel mir echt schwer, Kenneth Branagh als Poirot zu sehen. Auch wenn sein Schnurrbart gigantisch war.
          Problem Nr. 3: So viele gute Schauspieler aber jeder einzelne war in seiner Rolle eine Verschwendung. Die Rollen hätte man durchaus an "billigere" Schauspieler vergeben können. Einzig Michelle Pfeiffer stach hervor.

          Eigentlich will ich keine so schlechte Bewertung abgeben, weil ich das Gefühl hatte, dass man sich mit dem Film echt viel Mühe gemacht hat. Aber das Flair vom Original fehlt leider.
          Für Leute, die das Ende nicht kennen wird er wahrscheinlich interessanter sein.

          • 5 .5
            Dr.Hasenbein 20.06.2018, 20:45 Geändert 22.06.2018, 20:09

            Ach man!
            Was habe ich mich doch auf diesen Film gefreut!
            Der Stoff ist genau meins, Keneth Branagh als Regisseur der richtige Mann,
            und die Drastelleriege kann sich wirklich sehen lassen.
            Und doch wollte das ganze bei mir nicht so richtig zünden.
            Am Schauwert, der hier gehörig aufgefahren wird kann es auf jeden Fall nicht liegen, denn dieser ist über jeden Zweifel erhaben.
            Aber irgendwie mag mir Branagh in der Doppelrolle, also als Regisseur und Hauptdarsteller nicht so richtig schmecken.
            Setzt er sich und seinen Schnurrbart sehr gut und immer recht prominent in Szene,
            müssen all die anderen tollen Darsteller unter diesem Narzissmus leiden,
            und werden bestenfalls zu prominente Stichwortgebern degradiert.
            Was bei Schauspielern wie Judi Dench, Willem Dafoe, Penelope Cruz, Michelle Pfeiffer, Daisy Ridley und Johnny Depp doch ziemlich dämlich und wirklich schade ist.
            Verschiesst man damit doch ein wunderbares Kammerspiel dass auf schauspielerisch höchstem Niveau hätte funktionieren können.
            So bleibt das ganze aber weit hinter den Erwartungen zurück,
            hat keinen einzigen Aha Effekt zu bieten, bleibt leider völlig Spannungsarm, und kann auch am Ende nichts mehr heraus reissen.
            Vielleicht war Branagh doch nicht der richtige Mann für den, oder die Jobs, und hätte sich besser auf eine Sache konzentrieren sollen.
            Denn so bleibt ein nett anzusehenes, aber auch sehr selbstverliebtes Kriminalspiel,
            dass, wenn man das Original (oder eines davon) kennt, bis auf die (zugegeben) wirklich tolle Ausstattung nicht viel zu bieten hat.
            Da hoffe ich doch mal, dass der nächste Poirot Ausflug (auf dem Niel" deutlich besser ausfällt!

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            • 4 .5

              Was bei Sherlock funktioniert, funktioniert hier eben nicht. Solche Geschichten kann man nicht mehr auf diese Art glaubhaft erzählen. Natürlich weiss man, was man bekommt, aber das nächste Kriterium wäre dann eben das Flair der alten Filme. Die nämlich funktionieren zeitlos.

              • 8

                In Zeiten von ganz viel Kawumm, noch mehr Bang und immer weniger Story ist so ein "ruhiger" Streifen eine wahre Wohltat für die Cineasten Seele.
                Mir hat das ganze richtig gut gefallen, wobei ich zugeben muss das ich keine der früheren Verfilmungen kenne.

                1
                • 6 .5

                  Altmodisches Erzählkino trifft auf CGI-Welt und gebiert eine, aus der Zeit gefallene, Mischung aus Polarexpress, Computerspiel-cutscene und Theateraufführung.
                  Das hört sich aber schlechter an, als es der Film tatsächlich ist. Ein illustres Ensemble, angeführt von einem, in sichtbarer Spiellaune befindlichen Kenneth Branagh, gelingt es, die altbackene Geschichte unterhaltsam auf die Leinwand zu bringen.
                  Dennoch stellt sich mir die Frage, ob es wirklich Sinn macht, eine so angestaubte und bekannte Geschichte zum 4. Mal zu verfilmen, erst Recht, da sich Kenneth Branagh nicht bemüht, die Inszenierung deutlich zu modernisieren.

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                  • Ok, aber nichts besonderes.

                    • 7

                      Im letzten Jahr erschienen vier Filme, die von Drehbuchautor Michael Green verfasst, geformt und adaptiert wurden. Das Meisterwerk "Blade Runner 2049", der viel gescholtene "Alien Covenant, "Logan", für den Green sogar eine Oscar-Nominierung erhielt, und natürlich das Script zu "Mord im Orient-Express". Welche buntes Aufgebot. "Mord im Orien-Express" traut sich hinsichtlich der ursprünglichen Geschichte und seiner Intention nur wenige, ehr unnötige Abänderungen und pustet alles auf, was dem ein oder anderen Kenner der Vorlage sicher missfallen könnte. Daran dürfte ein gewisser Keneth Branagh nicht ganz unschuldig sein, der hier endlich mal wieder zeigen darf, dass er einer der vielseitigsten Filmemacher der Gegenwart ist. Branagh wurde in seiner langen Karriere in bisher 5 Oscar-Kategorien nominiert. Als Hauptdarsteller, für einen Kurzfilm, als Autor, Regisseur und in der Kategorie bester Nebendarsteller. Vielseitig, wie wahr.

                      "Durch all ihre Bücher und Übeltäter, kommen die Romanzen zu kurz."
                      "Romanzen bleiben nie ungestraft. Es gab eine ... es gab da mal jemanden. Einst."

                      Branagh gibt den Detektiv Hercule Poirot extrem wechselhaft und hochtrabend, mit einem omnipräsenten Akzent und den zig nervigen Eigenheiten, die man in den letzten Jahren Zuhauf von Darstellern wie Robert Downey Jr. ("Sherlock Holmes" und "Iron Man") oder Johnny Depp (in all seinen Rollen, außer in diesem Film hier) zu Gesicht bekam. Aber es ist eben Kenneth Branagh, der diese egozentrischen Späße auslebt, herrlich zelebriert und auf eine angenehme Art nervt, sich in den richtigen Momenten zurücknimmt und alle Facetten der Schauspielkunst meistert. Schrullige Ecken und pointierte Kanten, seltsames Gekicher und ausschweifend inszenierte Gimmicks, dieser unverschämt edle Schnurrbart und die leisen Momente mit echtem Drehbuchgold dazwischen, im gelungenen Finale mit einer charmanten Brücke zum Nil. Branagh legt die Figur ganz auf seine variablen Künste und in dieser Hinsicht darf er, in der bereits angekündigten Fortsetzung, durchaus noch drauflegen. Etwas schade ist der Umstand, dass Stars wie Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Penélope Cruz und Willem Dafoe, relativ wenig zu tun bekommen. Was soll's. Die wahre Star dieses Films sind die gekochten Eier in der ersten Szene und damit ist "Mord im Orient-Express" ganz klar die Show von Kenneth Branagh.

                      "Ich bin am glücklichsten allein. Aber ... für ein kleines Stück von ihrer Fragelité, sind sie willkommen."
                      "Verzeihung! Noch eine Gabel bitte!"
                      "Bekomme ich den kleinen Kringel obendrauf?"
                      "Sie sind ein komischer Vogel. Ein skurriler, sonderbarer Mann."
                      "Ich bin in einem Alter, in dem ich weiß, was ich mag und was nicht. Was ich mag, genieße ich ungemein. Was nicht, halte ich kaum aus. Sagen wir, das höfliche Geplänkel vor einem eindeutigen Geschäftsgespräch."

                      Kenneth Branah serviert uns mit seiner Regie das Beste aus etlichen Jahrzehnten des Kinos, nimmt sich nur die erlesensten Zutaten für seinen ausgezeichneten Film her und erzählt diese bekannte Geschichte traditionell und (übertrieben) prunkvoll wie nie. "Mord im Orient-Express" hat ein wunderbares Tempo, klassisch angelegte und agierende Figuren, einen markanten Score, atemberaubende Bilder und Einstellungen zum dahinschmelzen, ein hervorragend gelenktes Ensemble und eine Ausstattung, die alle Moderne rundum verblassen lässt. "Mord im Orient-Express" ist in formaler Hinsicht ein audiovisuelles Schmuckstück und der Klang gefällt. Der "Whodunit" darin ist erwartungsgemäß kein großes oder extrem überraschendes Pfund, aber Freunde von wundersam aufgezogenen Krimis mit dramatischen Ebenen und bester Unterhaltung für einen verregneten Nachmittag, sei dieser umwerfend getragene Film ans Herz gelegt. "Mord im Orient-Express" ist ein vielfältiger Genuss. Michael Green und Kenneth Branagh haben alles richtig gemacht.

                      "Ich wollte immer glauben, dass der Mensch vernünftiges ist und zivilisiert."

                      Wer ein Engel ist, werfe mit dem ersten Stein. Mit dem Ungleichgewicht leben. Vielleicht doch ein Pfund, diese aufgepustete Schwere im Hauch der simplen Vorlage. Vielleicht.

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                      • 4

                        Bereits auf die Frage, wie denn der Meisterdetektiv das Verbrechen zum Auftakt des Remakes aufgeklärt habe, bleibt er eine schlüssige Erklärung schuldig – eigentlich das Salz in der Suppe eines jeden Krimis. Nun denn, ungesalzen geht es also weiter im Programm…

                        Alles einsteigen, zurücktreten bitte, Vorsicht an der Bahnsteigkante!

                        Der Orient Express setzt sich in Bewegung. Hübsch anzusehen sind die folgenden Außenaufnahmen, trotz des oftmals eher unliebsamen CGI-Einsatzes. Und ja, auch die Passagiere sind bekannt. Viele von ihnen gehören inzwischen zwar zweifellos zur ausgemusterten Sorte, aber das geht dennoch soweit okay. Nur leider will der Zug gar nicht so recht Fahrt aufnehmen, was u.a. auch daran liegt, dass der Hauptakteur Hercule Poirot mit Kenneth Branagh, der zugleich als Regisseur fungiert, eher suboptimal besetzt ist. Und somit drängt sich schließlich dann doch wohl unweigerlich der Vergleich zur Erstverfilmung des Agatha Christie Klassikers auf, der zwar seinerzeit mit diversen Leinwandgrößen besetzt wurde, dennoch nicht gerade zu den cineastischen Meisterwerken zählt. Festzustellen bleibt aber im Grunde dennoch, dass das nicht perfekte Original, welches immerhin satte 43 Jahre mehr auf dem Buckel hat, insgesamt ein gutes Stück besser inszeniert ist, was natürlich nicht zuletzt der Regie-Ikone Sidney Lumet (u.a. „Die 12 Geschworenen“ und „Hundstage“) zuzuschreiben ist.

                        Bleibt somit festzuhalten, dass man sich die am Ende förmlich aufdrängende Neuverfilmung zu „Tod auf dem Nil“ daher getrost schenken darf!

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                        • 7

                          Im Zeichen des ReMAYkes #2
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                          Original: Mord im Orient Express (1974)
                          https://www.moviepilot.de/movies/mord-im-orient-express
                          Bewertung: 7,0

                          $25.000.000 - so viel hat es gekostet, um Henry Cavills Schnurrbart in JUSTICE LEAGUE mittels CGI zu retuschieren*. Für das Geld könnte man Hercule Poirots Bart höchstens ein wenig an den Ecken stutzen. Kenneth Branagh trägt hier tatsächlich einen solch gigantomanischen Schnäuzer unter der Nase, das es einem schwerfällt wegzuschauen. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass der Bart diesen Film trägt.

                          Genug der haarigen Worte - hier handelt es sich um ein beinahe 1zu1-Remake des alten Films, lediglich der Beginn weicht etwas davon ab. Wir sehen hier somit keine Neuinterpretation der Geschichte von Agatha Christie, sondern eher eine Modernisierung der alten Verfilmung. Dies ist sowohl seine Stärke - ich würde diesen Film ebenso empfehlen wie die alte Version - als auch seine große Schwäche. Kennt man die Geschichte in ihrer Gänze inkl. der Auflösung des Falles, so fehlen einem die wirklich überraschenden Momente.

                          Der Film ist dennoch gut gemacht und vereint ein großes Staraufgebot, sowie der alte Film die Stars der damaligen Zeit zusammenbrachte. Es bleibt also dem Zuschauer selbst überlassen, welche Hollywood-Größen er gerne an Bord des Orient-Express sehen möchte.

                          Fazit:
                          Steht auf einer Stufe mit der alten Verfilmung und ist definitiv einen Blick wert.

                          Der Link zur Liste:
                          https://www.moviepilot.de/liste/kommentarreihe-im-zeichen-des-remaykes-leinzi

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                          • 3

                            Da ich mich an das Original kaum noch erinnere, dachte ich ich könnte hier schön mitraten wer denn nun der Mörder ist. Allerdings wurde das alles so unspannend und langweilig inszeniert, das meine Begeisterung zum Mitraten schnell verflogen war.
                            Auch die "Detektivarbeit" habe ich hier so ziemlich vermisst, so dass noch nicht mal ein "Aha"- oder "Wow"- Moment aufkam. Die Figuren sind alle mehr als blass, so dass ich zu diesen keinen Zugang fand. Da hat das Staraufgebot rein gar nichts genützt, was ich super schade fand, da ich viele der Schauspieler sehr gern sehe.

                            Die Auflösung sollte dann sicherlich emotional mitreißen und Verständnis mitbringen aber da mir hier so ziemlich alles egal war, fand ich das Ende dann auch ziemlich schnarchig. Auch die ganz schönen Kostüme und Schauplätze konnten hier nichts mehr reißen.

                            Einzig die Kameraarbeit kann ich hier loben, da hat man wirklich sehr gute Arbeit geleistet.

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                            • 8
                              Laudania 23.04.2018, 20:53 Geändert 23.04.2018, 20:54

                              Ich weiß gar nicht, warum der Film so verrissen wird. Ich fand, hier wurde ein solider Krimi inszeniert und Kenneth Branagh hat ganze Arbeit geleistet.
                              Der Film glänzt an Bildern, Spannung und interessanten Charakteren und sein Poirot ist eine nachvollziehbare Hauptfigur, um die sich der Film nun einmal dreht.
                              Sein Bart ist wirklich etwas groß geraten, aber hey, es gab eben Zeiten, in denen trug man wirklich solche Bärte. ;)
                              Ja, es war nichts wirklich Neues, aber das musste es auch gar nicht sein. Wer will schon eine Neuauflage des Stoffes, die anders ist und das Flair des Romans nicht rüberbringt. Dann hätten sich alle deshalb aufgeregt. Denn Aufregungspunkte gibt es ja immer.
                              Nein, ich kann irgendwie nicht wirklich etwas schlechtes an dem Film finden.
                              Und ich freue mich auf den nächsten Teil.
                              Außerdem hat mir der Film Hoffnung darauf gegeben, dass Johnny Depp doch noch nicht verloren ist...

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                              • 8

                                Davon, dass Hollywood sich hier etwas komplett Neues hat einfallen lassen, kann wirklich keine Rede sein. Doch Regisseur Kenneth Branagh versucht auch erst gar nicht, in seiner Version des Agatha Christie Romans von 1934 das Rad neu zu erfinden. Vielmehr setzt er in weiten Teilen auf Altbewährtes und fügt nur hier und da neuartige Elemente hinzu. Und damit liegt er vollkommen richtig.

                                Bei ihm wird "Mord im Orient Express" zu einer fantastischen Reise, die besonders im ersten Drittel mit viel Humor aufgelockert wird, nach und nach aber auch immer ernstere Töne erhält. Der titelgebende Zug wird dabei wunderbar märchenhaft in Szene gesetzt und wird damit zu einem eigenen Akteur in der Handlung. Natürlich spielen dabei zahlreiche Computereffekte eine Rolle, diese sind aber nie so aufdringlich oder von schlechter Qualität, dass sie negativ auffallen würden. Insbesondere was die unterschiedlichen Kameraperspektiven angeht, greift der Film auf immer neue Ideen zurück, um den Orient Express aus jedem erdenklichen Winkel zu präsentieren.

                                Wie schon in der 1974er Adaption ist auch hier der Cast nur so mit Stars gespickt. Kenneth Branagh als Detektiv mit dem exorbitanten Schnurrbart fällt dabei der größte Part zu. Er gibt den stolzen Belgier mit einer ähnlichen Selbstverliebtheit wie einst Gilderoy Lockhart in "Harry Potter". Die amüsant-trotteligen Einschübe über den gesamten Film hinweg sorgen jedoch stets dafür, dass seine Figur nicht zu unsympathisch gerät. Auch der Rest der Zugreisenden um prominente Namen wie Judi Dench, Willem Dafoe, Penelope Cruz oder Michelle Pfeiffer bietet eine ansprechende Performance und sogar Johnny Depp spielt hier zur Abwechslung mal keine Jack-Sparrow-Kopie.

                                Branagh bricht bei der Inszenierung das starre Korsett des Kammerspiels immer wieder auf, in dem er Verhörszenen nach draußen verlagert und die eine oder andere kleine Actionszene mit einbaut. Dabei wahrt er jedoch den Respekt vor der Vorlage und verkauft die Seele der Geschichte niemals für Gekloppe, Schießereien oder platte Gags. Stattdessen baut er ein paar interessante Referenzen mit ein, die seine Herkunft als Shakespeare-Experte verdeutlichen oder auch mal der Kunsthistorie entnommen sind. Unterlegt wird das Geschehen indes mit einem wunderbar klassisch gehaltenen Score, der meist unaufdringlich, in den kurzen Actionszenen aber auch mal vorpreschend daherkommt.

                                So ist "Mord im Orient Express" insgesamt eine absolut gelungene und kurzweilige Neuverfilmung des Stoffes, die eine wunderbare Atmosphäre und geradezu magische Bilder bietet. Branaghs Version stellt kein typisches Popcorn-Kino dar, sondern hat vielmehr etwas Retrohaftes an sich. Wer damit etwas anfangen kann oder vielleicht einfach nur Fan von Agatha Christie ist, dürfte hier allemal auf seine Kosten kommen. Eine Fortsetzung ist wohl schon beschlossene Sache und meine Vorfreude darauf ist nach dieser Sichtung riesengroß!

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                                • 3

                                  Schon wieder keine neue Idee aus Hollywood.Hier wurde schon wieder ein unnötiges Remake produziert, altes Material wieder neu aufgewärmt. Man lockte mit einem Star Aufgebot nur leider nützt das nicht. Ich finde die passen alle nicht zu einander. Johnny Depp finde ich sowieso seit Jahren nur noch fremdschämend.

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                                  • 6 .5

                                    Schön anzusehender Krimi mit Starbesetzung, der das eigentliche Kammerspiel vor allem am Anfang durch viele opulente und am Computer aufgehübschte Bilder wettzumachen versucht. Der Fall selbst unterscheidet sich nicht nennenswert von der Variante von 1974, so dass es inhaltlich leider keine Überraschungen gibt, wenn man den Vorgänger noch in Erinnerung hat. Das ist schade, aber angesichts des Fallkonstrukts kaum zu umgehen gewesen. Auch die für den Fall notwendige Back-Story wirkt immer noch recht aufgeblasen und konstruiert, ich fand es schon im Original ein wenig schade, dass der gesammte emotionale Hintergrund dem Zuschauer rückblickend erzählt wird und sich der eigentliche Fall nach dem Mord quasi nicht mehr weiterentwickelt. Das Original kann natürlich mit nostalgischem Charme und der Besetzung seiner Zeit punkten, rein vom Unterhaltungswert finde ich diese Version aber nicht weniger gelungen und sogar einen Tick kurzweiliger.

                                    • 6

                                      Kann mir gut vorstellen, das der Film wenn man die Story bereits kennt, noch schlechter bewertet wird.

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                                        sachsenkrieger 05.04.2018, 22:50 Geändert 05.04.2018, 22:50


                                        Nichts gegen gut gemachte Remakes wie das von DREDD (hihi), ROBOCOP (hoho) oder BEN HUR (huhu), aber das hier war eher weniger gut. Mit Kenneth Brannagh bin ich noch nie so richtig warm geworden, zu theatralisch waren mir seine bisherigen Inszenierungen. Klar ist bei MORD IM ORIENT EXPRESS die Auflösung des Ganzen mittlerweile auf dem Bildschirm eingebrannt, aber trotzdem hat es bei einigen weniger subtilen Hinweisen im Film gewaltig unter der Schädelplatte geziept. Trotz vieler blass bleibender Schauspieler kein wirklicher Vergleich mit dem Original ... in dem übrigens nicht Peter Ustinov den Detektiv Hercule Poirot mimt...

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                                          RedMoon-1973 02.04.2018, 19:51 Geändert 03.04.2018, 01:58

                                          Ich kenne die beiden Originalgeschichten von Agatha Christie von gefühlt vor 30 Jahren. Kann mich aber kaum an etwas davon erinnern, auch die Auflösung kannte ich nicht mehr, war ja damals ein pubertierender Draufgänger ;-)

                                          Ich musste mich zeitweise duch die Handlung quälen. Der Anfang war aufgrund der phantastischen optischen Eindrücke wirklichg gut. Das Ende dann aufgrund der überraschenden Auflösung auch sehr kurzweilig.

                                          Aber der Mittelteil war stellenweise richtig langatmig. Auch die befragten Fahrgäste vermochten kein Interesse in mir zu wecken, verblieben sie doch stellenweise wie blasse Fassaden in der Landschaft (jetzt rede ich schon wie Poirot).

                                          MiOE ist beileibe kein schlechter Film, aber auch nicht der große Wurf, den ich mir erhofft hatte. Vielleicht habe ich mir einfach zu viel erhofft.

                                          Aber trotzdem werde ich mir auch den Nil-Fall ansehen, denn Besetzung, Optik und das "Agatha-Christie Feeling" sind über alle Zweifel erhaben.

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                                            Ist natürlich schwierig hier den Zuschauer, der das Original kennt wirklich zu überraschen da die Story und dessen Ende bekannt ist . Also bleibt quasi nur die Machart und die darstellerische Leistung. Ich hab eins gelernt nach vielen Enttäuschungen in der Filmbranche, steck die Erwartungen nicht zu hoch. Darum muss ich sagen mir hat der Film ganz gut gefallen. Bestimmt kein Meisterwerk aber besser als ihn die Kritiker und die Zuschauer bewertet haben.

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                                            • 5 .5

                                              Ich war sehr enttäuscht von diesem Film, mit dieser Vorlage und dieser phantastischen Besetzung hätte ich wesentlich besseres erwartet.

                                              Der Film von 1974 war ja eher ein Kammerspiel, das spannend und genial umgesetzt war. Hier hat man dagegen verzweifelt versucht Actionszenen und Außenaufnahmen mit einzubauen, weil man offenbar glaubte, dass die Verhöre und Dialoge allein nicht tragen.

                                              Echt schade, allein aus Judi Dench und Michelle Pfeiffer hätte man so viel mehr herausholen können, sowohl was die Charaktere als auch die Schauspielerinnen angeht.

                                              • 4

                                                Das einzige interessante an diesen Film, ist der Schnurrbart von Hercule Poirot, aber das war es dann auch schon.

                                                Was lernen wir aus diesen Film?

                                                Auch viele bekannte und namhafte Schauspieler, machen kein gutes Remake.

                                                Peter Ustinov würde sich im Grab umdrehen!

                                                Ein Film muss keine Action bieten um spannend zu sein, aber hier gibt es wenig Action und trotzdem bleibt er langweilig! Das schafft nicht so schnell jeder Film.

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                                                • 4 .5

                                                  Man hat man das versaut! Man hat hier versucht, durch ein paar Actionszenen den Film schneller zu machen, als den 1974er Streifen. Ging aber mächtig in die Hose! Der Original Film konnte trotz seiner ruhe wirklich packen, dieser hier war mir eig. total egal und hat sich sogar ziemlich gezogen. Außerdem hat man hier noch richtig komische hinweise verstreut um es dem dummen Publikum zu verkaufen. Für leute die den Film von 1974 noch nicht gesehen haben, kann es durchaus ein machbarer Film sein, aber trotzdem empfehle ich eher den Original zu schauen.

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                                                  • 4

                                                    Habe ich schon einmal einen guten Film mit Kenneth Branagh in einer Hauptrolle gesehen? Wo er nicht pausenlos Manierismen verbreitet und mit wilden Aktionen Screentime verbraucht. Ich kann mich nicht erinnern. Auch hier geht es voll in die Hose. Beeindruckend der sorgfältig gestylte Bart des Hauptdarstellers wie auch die ausnahmslos im Computer entstandenen Außenaufnahmen mit wilden, vom Schnee verwehten Landschaften in dunkelblau. Aber haben wir das nicht schon mal gesehen? Die ohnehin übertrieben pusselig angelegte "WhoDunIt" Geschichte von den Fremden im Zug, das komplizierte Morden, die albernen Dialoge - hier gibt es nichts zu meiner Unterhaltung. Wenn da nicht einige witzige Kurzauftritte der beteiligten Schauspiel-Stars wären - Willem Dafoe und sein Fake-Nazi, Michelle Pfeiffer, die immer noch den Knick auf der Oberlippe hat und auch Judi Dench geht natürlich immer. Aber was soll das insgesamt? Ich weiß es nicht. Einschlafhilfe.

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