Mord im Orient Express - Kritik

Murder on the Orient Express

GB · 1974 · Laufzeit 128 Minuten · FSK 12 · Kriminalfilm, Thriller · Kinostart
Du
  • 10

    Kein CGI, kein Action-Geballere, viele Dialoge, eher ruhig im Handlungsverlauf und für Filmstandards ein durchaus komplexer Krimi. Eine Wohltat, wenn man bedenkt, dass heutzutage die meisten Filme genau den entgegengesetzten Weg gehen. Hochkarätig besetzt, durchweg ausgezeichnete Schauspielleistungen, ein Film der in Erinnerung bleibt. Auch dieser Hercule Poirot Darsteller weiß in dieser Rolle zu gefallen.

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    • 8

      Krimiklassiker.

      • 6

        Leider blieb der Film hinter meinen Erwartungen zurück.
        Ich habe jetzt als Referenz noch einmal "Tod auf dem Nil" hervorgekramt und festgestellt, dass Peter Ustinov wirklich ein Glücksgriff für die Rolle des Hercule Poirot gewesen ist (oder aus der Perspektive des Films: sein würde).
        Die vielen Rückblenden, häufig mäßig gewählt, fangen an einen zu stören. Die beiden Hilfsdetektive, der Doctor und Signor Bianchi, wirken immer mehr einfallslos als einfältig.
        Auch wenn viele der unter mir genannten Kritikpunkte auf die Romanvorlage zurückzuführen sind und ich zugeben muss, dass man Hercule Poirots Scharm kennen und mögen muss um den Film zu genießen, so macht er doch vieles falsch und lässt Räume, die "Tod auf dem Nil" viel besser füllen kann.

        • 4

          In meinen Augen wird der Film überbewertet. Ich habe ihn mir aufgrund einer Empfehlung eines Bekannten angeschaut. Er meinte, dort würden die Schauspieler noch authentisch schauspielern, was die Schauspieler im Jahre 2018 nicht mehr könnten.

          Sehe ich persönlich anders.
          Es fängt mit so unrealistischen Sachverhalten an, dass sich Gäste des Zuges von einem Zivilisten verhören lassen der überhaupt keine rechtliche Grundlage dafür hat. Warum sollte das ein Passagier mit sich machen lassen? Stelle mir gerade vor wie ich von Hamburg nach München mit dem ICE fahre und irgendein Depp kommt bei mir an und will mich bzgl. eines Mordes befragen, der im Waggon 3 statt gefunden hat.
          Als am Schluss alle Passagiere an dem Mord überführt wurden machen sie, .... genau :"Nix". Sie könnten ja einfach gemeinsam den Zivilisten umbringen und der Fall wäre erledigt. Sind ja eh in Überzahl.
          Neben der Tatsache, dass alle Passagiere auf das Opfer eingestochen haben. Wenn man das Herz richtig trifft, dürfte er spästens bei dem ersten bis dritten Angreifer tot gewesen sein. Die anderen können damit gar keine Mörder mehr sein. Sondern sind höchstens Mitwisser und könnten den Straftatbestand einer Leichenschändung erfüllen.

          Nee, das war irgendwie nix.

          • 7

            Nach den Horrorfilm-Reinfällen der letzten Wochen stand mir nun der Sinn nach einem guten, frühen Krimithriller. Da unter Prime kostenfrei verfügbar, fiel meine Wahl auf "Mord im Orient Express".
            Was ich sowohl an Horrorfilmen, als auch an Krimis schätze, das ist die Begrenzung des Settings auf einen begrenzten Raum: Eine Villa, eine Leichenhalle, einen Luxusdampfer, (oder hier) einen Zug. Neben der leicht eingestaubten Optik des Detektiv-Films, die so ein wenig an "Columbo" oder "Eine Leiche zum Dessert" erinnert, gefiel mir zudem der Soundtrack sehr gut.
            Insgesamt wird eine beklemmende und rätselhafte Atmosphäre erzeugt, denn der Mörder befindet sich nach wie vor unter der eingeschneiten Zugbesatzung und muss durch die kluge Kombinationsgabe des Poirot entlarvt werden - dies, bevor der Zug den nächsten Bahnhof erreicht. Wir haben es also mit einem Wettlauf gegen die Zeit zu tun.
            Jeder der interviewten Fahrgäste scheint auf seine Art nervös zu und hat offenbar etwas zu verbergen. Ein großes Geheimnis liegt in der Luft. Ein Geheimnis, das möglicherweise einige der Passagiere miteinander verbindet.
            Finney spielt den Poirot überzeugend: Teils leicht tollpatschig und halslos, dann wieder dem Wahnsinn nahe, wenn er mit stechendem...fast hypnotisierenden Blick seiner Kombinationsgabe freien Lauf lässt oder die Zugbesatzung interviewed.
            Ich bin gespannt auf die Remakes, fürchte aber, dass sie hinter dieser Version herhinken.

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            • 9

              Der Film hat mich beeindruckt! Hercule Poirot fantastisch gespielt, ein hammer Soundtrack und vor allem gefällt mir das der Großteil des Films das Verhör, dass mit tollen und rätselhaften Dialogen auftrumpft und ,ich immer rätseln lassen hat wer letztendlich der Mörder ist.
              SPOILER
              Mein einziger Kritikpunkt liegt an dem Ende. Die Auflösung war zwar sehr gut gemacht und auch auf die 2.Theorie bin ich vorher nicht gekommen, aber das man am Ende so ein 50:50 Ding mit einer eher komischen und unschlüssigen Entscheidung einbauen musste finde ich schade. Auf das Buch kann ich mich leider nicht beziehen, da ich es nicht gelesen habe, aber der Film hat mich überwältigt.

              • 4 .5

                Groß besetzt aber miserabel geschrieben und inszeniert.

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                • 8
                  sebastianxxx 13.11.2017, 15:21 Geändert 13.11.2017, 15:22

                  Für mich eine der besten Verfilmungen mit dem bekannten Meisterdetektiv - vor allem der Schauspieler Albert Finney agiert brilliant in der Rolle des Hercule Poirot. Finney übertrifft mMn Ustinov bei weitem.

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                  • 8

                    Für mich einer besten Agatha Christie Verfilmungen, ein wahres Staraufgebot findet sein, die Spannung bleibt etwas auf der Strecke, aber was solls , bei der genialen Auflösung des Falles.

                    • 7 .5

                      Die Poirot-Filme mit Peter Ustinov haben mir schon von je her besser gefallen als diese Verfilmung. Auch wenn Finney eine gute Leistung abliefert, kommt er für mich nicht an Ustinovs Interpretation der Figur heran.
                      Die Story läuft nach bekannten Muster ab: eine Gruppe von Menschen, abgeschnitten von der Außenwelt und ein rätselhafter Mord. Die Auflösung dessen ist auch sehr spannend gemacht. Leider gibt es aber besonders im Mittelteil einige Längen, als sich nur ein Verhör an das nächste reiht. Außerdem sind die Dialoge nicht besonders spannend.
                      So ist der Film eine solide, aufgrund der Darsteller und der Atmosphäre durchaus sehenswerte Christie-Verfilmung.

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                      • 6 .5

                        Der Fall ist zu sehr konstruiert. Das hatte ich schon beim Buch gedacht und bei dieser 1zu1-Umsetzung ebenfalls. Das Schauspiel trotz der großen Namen begrenzt. Der Schnitt teilweise unmotiviert. Die Synchro grauenhaft. Bin auf die Neuverfilmung gespannt.

                        • 8

                          Fazit: "Mord im Orient-Expreß" ist ein feiner und anspruchsvoller Krimi, der einen schön komplexen Fall zeigt, der nebenbei sehr gut aufgelöst wird. Wenn man an Krimis seinen Spaß hat, dann wird einem das sicherlich gefallen, weil es eben so gut geschrieben wurde. Hercule Poirot ist ein interessanter Charakter, der hier bestens dargestellt wird und auch die vielen weiteren Schauspieler erledigen ihren Job sehr gut. Die Figuren hat man gut erdacht und die Inszenierung gibt sich enorm altmodisch. Der gesamte Film besteht eigentlich nur aus Dialogen und kann damit trotzdem gut bis sehr gut unterhalten. Lediglich den Anfang empfand ich als zu langatmig. Die Atmosphäre bietet zudem eine gute Mischung aus ernsten, sowie lockeren Momenten. Mir hat das auf jeden Fall ordentlich gefallen und für Krimifans ist das eigentlich Pflichtprogramm!

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                          • 6 .5
                            hallidalli 01.05.2017, 20:30 Geändert 01.05.2017, 20:41

                            Viel bla bla blaaaa, so richtig Spannung kam irgendwie nie auf aber ich muss sagen die Auflösung ist schon echt genial, damit hätte ich nicht gerechnet... Ich habe es soeben zur besseren Verständlichkeit nochmal bei Wikipedia nachgelesen. ;-)
                            Eine zweite Sichtung oder das Buch würde sich denke ich durchaus lohnen. Von Connery war ja reichlich wenig zu sehen... schade.

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                            • 5
                              WithOpenEyez 05.01.2017, 19:08 Geändert 05.01.2017, 19:15

                              Der Titel ist einfach catchy. Kann man nicht anders sagen. "Mord im Orient Express" - wie spannend. Ich entstamme einer ganz anderen Generation. Liegt nicht nur daran, spielt aber mMn einen gewichtige Faktor. Handwerklich und darstellerisch ist hier alles in Ordnung hier, atmosphärisch kommt immer wieder etwas an bei mir als Zuseher. Die Geschichte hingegen hat mich nicht wirklich überzeugt. Eigentlich kann man sich denken, wie sie verlaufen wird und genauso läuft das 2 Stunden Werk auch ab: erstmal eine ziemlich lange Einführung, dann kommt der Mord, dann Befragungen und der geniale Detektiv findet heraus, wer der Täter ist. Mein Fall war es nicht, denke aber, dass Krimifans bzw. Whodunit Freunde auf ihre Kosten gekommen sind bzw. auch welche des jüngeren Semesters zu einem gewissen Grad unterhalten werden können. Mir ist das irgendwie zu simpel, was nicht als Herabwürdigung des Filmes verstanden werden soll, nur stelle ich mir unter spannend halt ein wenig mehr vor. Mehr als ein gradliniges "ein Mord/Verbrechen, mehrere Tatverdächtige, ein Detektiv, der schnell durch Geistesschärfe und die richtigen Fragen die Wahrheit rasfindet", so verläuft doch der durchschnittliche Krimi auch ab - hat doch Walulis sieht Fern mal so treffend ausgedrückt ("Ich kann's gar nicht gewesen sein. Weil wir erst in der Mitte des Tatorts sind"). "Murder in the Orient Express" ist absolut in Ordnung, nur nicht mein Fall. Somit bin ich trotz allem zufrieden. Und froh, dass ich mal an ein älteres Werk gewagt habe, tut der Abwechslung gut. Was mal wieder in mein Auge springt ist die zweifelhafte Moral, welche (nicht nur) dieser Film letztendlich vermittelt.

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                              • 8 .5

                                >>> Achtung!!! Enthält Spoiler!!! <<<
                                Die für mich beste Poirot-Verfilmung. Albert Finney passt meines Erachtens besser für die Rolle des Detektives, mit der etwas tollpatschigen und tapsigen Interpretation Sir Peter Ustinovs in den anderen beiden Verfilmungen, die ich bisher sah, bin ich eigentlich nicht so ganz glücklich. Albert Finney bringt ihn ernsthafter und damit auch glaubwürdiger – und passt auch optisch besser zu dem in den Romanen beschriebenen Ermittler. Aber auch alle anderen Darsteller auf insgesamt hohem Niveau, die Besetzung ist mit ausschließlich bekannten und erfahrenen Schauspielern gespickt. Besonders gefallen haben mir dabei neben dem bereits angesprochenen Albert Finney vor allem Sean Connery, Anthony Perkins (in seiner Paraderolle als psychisch instabiler Antiheld) und Ingrid Bergmann – ihre Wandlungsfähigkeit überrascht mich immer wieder. Den Oskar bekam sie für mich zu Recht.
                                Der Streifen gewinnt aber vor allem mit seiner absolut tollen Atmosphäre, die Situation mit den Verhören in dem steckengebliebenen Zug und die Psychospielchen sind bei jeder Sichtung ein Hochgenuss. Wie etwa Poirot den Beschützerinstinkt Arbuthnots mit dem harschen Verhör von Mary Debenhams weckt und damit die Offenbarung der Affäre erzwingt. Aber auch alle anderen Verhöre spannend und interessant, bei Agatha Christie muss man ja immer hochkonzentriert sein, jedes Detail kann entscheidend sein.
                                Einzig der Plot hat für mich ein paar Schwächen. Die meisten Informationen über die Vorgeschichte und die Verbindungen der Verdächtigen zu den Armstrongs werden relativ spät präsentiert, die meisten erst beim Showdown im Speisewagen. Dadurch wirkt die Lösung ein wenig an den Haaren herbeigezogen – ein Kritikpunkt, der viele Agatha-Christie-Werke betrifft. Auch beim gegenständlichen Werk ist das so und das kostet dem Ding dann auch die Höchstnote. Auch die Zahlenspielereien nicht ganz korrekt, eigentlich sind es ja dreizehn Verdächtige (nur werden die Andrenyis als eine "Partei" präsentiert, sie stechen ja auch gemeinsam zu).
                                Aber gut, das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau, so etwas lässt sich in vielen Krimi-Plots finden und bremst das Filmvergnügen hier eigentlich nicht wirklich. Grundsätzlich ist die Geschichte ja bekannt, man weiss ja, wer die Mörder sind. Trotzdem ist es jedes Mal ein Freude, den Streifen zu sichten, hier wurde viel richtig gemacht.
                                Fazit: Für mich ein Klassiker des Krimi-Genres. Kommt ohne Action aus, die Geschichte ist trotzdem spannend und durch die Verflechtungen interessant, hält mich auch bei der mittlerweile x-ten Sichtung immer noch die vollen zwei Stunden bei Laune. Absolut empfehlenswert.

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                                • 6
                                  Sternenkind68 16.12.2016, 12:13 Geändert 16.12.2016, 12:17

                                  Nachts träumte ich, ich fahre mit dem Zug.
                                  Genauer: mit dem Orient-Express.
                                  Besser als Fliegen.
                                  Lauter dubiose Gestalten konnte ich ausmachen, der Speisesaal war voll von Ihnen.
                                  Und warum wurde meine Mariega mit Ihre Hoheit, Prinzessin Dragomiroff angesprochen ?
                                  Na ja, ich treibe mich hier oft rum, da bringt man die Figuren schon mal durcheinander.
                                  Ein alter Kotzbrocken wurde ermordet, erfahre ich.
                                  In Sorge, man würde Mariega beim Verhör Daumenschrauben anlegen, rannte ich zur entsprechenden Kabine.
                                  Allein, ich kam nie an. Träume sind nicht so...

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                                  • 8

                                    Meine liebste Agatha Christie Verfilmung, die trotz ein paar zähen Momenten sehr gut gelungen ist, was zu großen Teilen der exzellenten Besetzung (u.a. Sean Connery und Anthony Perkins in absoluter Hochform) zu verdanken ist.
                                    Hoffentlich bringt StudioCanal den nächstes Jahr endlich mal auf Blu-Ray.

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                                    • 6 .5

                                      Vergnüglicher Krimi mit beeindruckendem Staraufgebot und einer reichlich konstruierten Geschichte. Mitunter wird das Kammerspiele leider auch ein wenig zäh, da es über weite Strecken im Grunde nur von einem Verhör zum nächsten geht und auch das Zugabteil als Motiv sich irgendwann erschöpft hat. So richtig begeistert war ich schon als Kind nicht, daran hat sich leider nichts geändert, aber für einen gemütlichen Krimiabend auf der Couch ist der Film sicherlich keine falsche Wahl.

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                                      • 8

                                        Einfach ein Klassiker. Ich meine, was will man bei der Besetzung auch anderes sagen, Sean Connery, Ingrid Bergman, Richard Widmark, Vanessa Redgrave, Albert Finney und all die anderen sind einfach unbeschreiblich gut.

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                                        • 6 .5

                                          [...] Im Gegensatz zu der onkeligen Gemütlichkeit von Ustinov legt Finney seinen Poirot noch spleeniger und kauziger an; ein halsloser Fester-Addams-Verschnitt der trotz seiner ruhigen Ausstrahlung nicht so wirkt, als würde er dich gleich auf den Schoß nehmen und ein Sahnebonbon aus der Tasche zaubern. Eine schrullige und etwas interessantere Interpretation der Figur, obwohl jeder beim Namen Poirot reflexmäßig Ustinov vor Augen hat. Passend dazu scheint auch der Film von Sidney Lumet („Hundstage“) zunächst vom unbeschwerten Weg der späteren Verfilmungen abzuweichen. Ungewohnt düster fällt der Prolog aus, ebenso eine kurze Sequenz zum Schluss, an dem der Zuschauer nach langem Hin-und-Her selbst Zeuge des im Mittelpunkt stehenden Verbrechens wird. Dazwischen ist jedoch alles wie immer und das ist ja grundsätzlich nicht verkehrt: Ein lockeres Rätselraten und Detailsortieren mit Hercule Poirot, der einen Mord aufklären und dabei gleich einem ganzen Dutzend Verdächtiger auf den Zahn fühlen muss. Ein Staraufgebot ist bei Christie-Filmen nicht unbedingt ungewöhnlich, das hier ist bald obszön. [...] Störender sind leider in der Faktenflut äußerst deutlich markierte Hinweise, die den Zuschauer etwas zu schnell auf die richtige Spur oder mindestens grob in einer klare Richtung schubsen, was der Auflösung ein gutes Stück an Überraschung nimmt (obwohl sie immer noch extrem unglaubwürdig ist). Dafür muss man selbst nicht zwingend ein Meisterdetektiv sein (wie und warum das alles zusammenpasst ist natürlich nicht ganz so simpel). Auch das soll einem nicht den Spaß an der Sache verderben, der fragwürdige Umgang mit der Pointe sollte aber zumindest mal erwähnt werden. Andere Filme bekommen bei gewissen Themen schnell von der Fraktion der Moralapostel einen aufs Dach, bei Agatha Christie scheint das niemanden zu interessieren. Auch nicht Poirot. Merkwürdig. In einem aktuellen Film ohne Klassikerschutz würde das bestimmt zur Debatte stehen. [...]

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                                          • 8
                                            vanilla 12.04.2016, 13:22 Geändert 12.07.2016, 19:36

                                            Über 40 Jahre alt und schaut sich noch richtig frisch und munter an.
                                            Was eine klasse Geschichte voller Spannung so an einem Film ausmachen kann.
                                            Bis zum Ende will man wissen, wer der Mörder ist.
                                            Die Auflösung ist zwar super, jedoch mit einigen Abstrichen.
                                            Was die Schauspieler hier veranstalten, ist einsame Spitze.
                                            Vor allem Albert Finney als Detektiv, ist meiner Meinung nach überragend.
                                            Hab gehört es soll ein Remake geben??
                                            Sowas macht Sinn.
                                            Denn nach 40 Jahren, könnte man so einen tollen Film, der heutigen breiten Masse präsentieren.
                                            Dann aber bitte bis in die kleinste Rolle mit Stars bestückt und ich bin der erste Gast im Kino.

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                                            • 3 .5

                                              Eine Vorlage von Agatha Christie, zwei Hände voll ehemaliger A-Listen-Stars, und ein namhafter Regissuer, der sicherlich nicht weniger als drei Meisterwerke verbrochen hat... Müsste dabei eigentlich nicht mehr rumkommen, als eine witzlose, extrem lang gezogene Episode von "Mord ist ihr Hobby"? Der personelle Aufwand steht für mich jedenfalls in keinem Verhältnis zum finalen Ertrag! Schade.

                                              • 5

                                                Zu sagen ist, dass der nicht Sir Peter Ustinov seiende Hercule Poirot etwas schmächtiger und vor allem weniger gemütlich rüberkommt. Wieder findet die Handlung auf engstem Raum statt, diesmal noch begrenzter als in "Tod auf dem Nil". In atmosphärischen Bildern wird zunächst irgendeine Vorgeschichte erzählt (hmm, könnte was mit dem kommenden Fall zu tun haben...). Schließlich hält man sich nicht lange mit der Vorstellung der Verdächtigen auf. Es folgt sehr schnell die Mordnacht. Der Schwerpunkt liegt im Folgenden auf der Verhörsituation, die dann auch gleichzeitig die Vorstellung der Verdächtigen darstellt.
                                                SPOILER:
                                                Schließlich geht dieser Film hier einen ganz anderen Weg, als "Tod auf dem Nil", denn hier geht es weniger um das ausschließen von Verdächtigen. Jeder von den Reisenden hat eine Verbindung zum im Prolog angerissenen Armstrong-Fall. Dass 13 Personen mit einer solchen Verbindung zufällig im gleichen Zug reisen, kann wohl kein Zufall sein, so dass klar ist, dass es von Anfang an so geplant sein muss. Es geht also nur noch um das "Wie". In dieser Hinsicht war der Nachfolger spannender, mit den bebilderten Varianten. Schließlich ist das Ende interessant, wo man sich dafür entscheidet, der Polizei eine andere Lösung des Falls zu bieten, die auf den großen Unbekannten hinaus läuft.

                                                • 7

                                                  Etwas zäher, aber letztendlich doch sehr sehenswerter Krimi mit Starbesetzung (Ingrid Bergmann erkennt man gar nicht wieder), dem es aber leider im Gegensatz zu den Miss Marple Filmen an Humor fehlt.

                                                  Ich muß nun zu meiner Schande gestehen, dass ich ihn heute zum ersten mal gesehen habe und für ein (von mir ungeliebtes) Kammerspiel wußte er zu gefallen.

                                                  • 7
                                                    sachsenkrieger 06.01.2016, 22:56 Geändert 06.01.2016, 22:56


                                                    Wer schon als Kind immer rumgezappelt hat und allen verkniffen lächelnden Anwesenden damit den letzten Nerv geraubt, der wird nicht gerade seine helle Freude haben mit MORD IM ORIENT-EXPRESS. Ich muss zugeben, das der Film nach meiner gefühlt zwanzigsten Sichtung, auch nicht mehr wie ein funktionierender Transrapid daherkam, sondern eher wie ein alter Schnaufer mit zu wenig Kohlen im Kessel. Trotzdem hat der herausragend besetzte und inszenierte Klassiker immer noch einen bestechenden Charme und ich habe jetzt erst herausgefunden, das der belgische Detektiv vom völlig "verunstalteten" Albert Finney gespielt wurde. Viel mehr darf und muss man eigentlich auch nicht sagen, denn wer ihn noch nicht gesehen hat, ist selbst Schuld und sollte ihn ohne Vorwissen in vollen Zügen genießen...

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