München - Kritik

Munich

US · 2005 · Laufzeit 164 Minuten · FSK 16 · Drama, Historienfilm, Thriller · Kinostart
Du
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    Ein interessantes Thema wird hier auf die absolut ödeste Form in Überlänge verbraten. Dies ist eine der ganz großen Kriminalgeschichten der letzten 50 Jahre, politisch brisant bis zum Anschlag (darf ein Staat zum Killer werden?) und in allen Details unübersichtlich etwa bei der seltsamen Rolle des IOC oder der Verwicklung der DDR in in den palestinensischen "Widerstand" - auch die DDR wurde hier bekanntlich mittelbar zum Terroristen. Krieg aller gegen alle demnach aber trotz der beeindruckenden Darsteller (Mann, der Craig, der Bana, der Zischler - alles ganz große Darsteller) geht es mir wie bei "Schindlers Liste": Jede Aktion ist ungeheuer explizit, wird (wie etwa das skurrile "Telefonbombenattentat" in aller Ausführlichkeit inszeniert, so dass auch der letzte eingeschlafene Zuschauer in der letzten Reihe garantiert alles mitbekommt. Und so fehlt dem Film nicht nur jede Subtilität (Golda Meir als mütterliche Rachegöttin), sondern es wird auch schnell langweilig. Weil jede Aktion in geradezu pittoresker Weise ausgewalzt, vorbereitet, nachbereitet und anschaulich illustriert wird. Gleichzeitig vermisste ich die Bezüge (siehe oben) weitgehend. So dass es leider mal wieder oberflächliches Gefühlskino wurde wie beim Schindler. Und jetzt können mich wieder alle Anders-Sehenden beleidigen und beschimpfen wie seinerzeit bei "Schindlers Liste" - egal!

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    • 9
      Malik 18.05.2018, 10:25 Geändert 18.05.2018, 12:44

      Sofern man kein kompletter Psychopath ist muss es wahnsinnig schwer sein jemanden zu töten, über den man alles weiss, oder mit dem man zuvor noch ausgiebig gesprochen hat.

      Selbst der schlimmste Tyrann dürfte einem diese Hemmung auferlegen, wenn man ihn als Familienmenschen, Tierliebhaber oder leidenschaftlichen Bastler kennengelernt hat.

      Eben als Menschen, trotz all seiner Verbrechen.

      "München" behandelt exakt dieses Dilemma, wenn vier absolut durchschnittliche Männer, Familienväter und Zivilberufler, ohne grossartige, spezifische Ausbildung zu Auftragskillern der israelischen Regierung werden.

      Sich im Rahmen dieser makabren Weltreise Stück für Stück verlieren und wohl niemals wiederfinden werden.

      Warum ausgerechnet diese Männer, die aufgrund ihres Backgrounds nun wirklich sämtliche Möglichkeiten eröffneten die Mission scheitern zu lassen?

      Warum keine Spezialisten, kein ausgebildetes Killerkommando?

      Weil der Mossad 1972 noch nicht über die entsprechenden, personellen Kapazitäten und Ausbildungsmethoden verfügte?

      Diese Antwort bleibt Spielbergs Meisterwerk ein wenig schuldig, hätte mich aber interessiert.

      Wie auch immer - schlussendlich habe ich aus Sicht der israelischen Regierung die Notwendigkeit verstanden.

      Letztendlich ging es, noch vor der Rache, um Abschreckung.

      "Wir finden Euch, egal wo Ihr Euch versteckt, egal wieviel Zeit vergeht!"

      Mir wäre diese Art von Arbeit doch zu schmutzig.

      Am Ende haben es Agenten möglicherweise schwerer als Soldaten.

      Rausfinden will ich das definitiv nicht.

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      • 0 .5

        Boah Junge,was für ein schwacher Film...

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        • 10

          Israel schlägt zurück. Absolut packender Film von Spielberg, jedoch weniger wegen der Attentate, als wegen des psychologischen Moments, in dem die "Guten" sich immer weniger von den "Bösen" unterscheiden. Besonders spannend ist die Szene, wo beide Lager in derselben Unterkunft untergebracht werden, das Gespräch im Treppenhaus trifft dann auch so ziemlich genau die Seele des Films.

          Genau wie bei "Schindlers Liste", ist Spielberg der Grat zwischen Anspruch und Kommerz hierbei sagenhaft gut gelungen, ich für meinen Teil kann mich jedenfalls an der Perfektion von "Munich" inzwischen nicht mehr satt sehen. Spannend ohne Ende, recht brutal, aber ohne Sensationshascherei. Nicht sein bester Film, vielleicht aber sein wichtigster!

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          • 7

            Der Titel verwirrt in der Tat, man könnte erwarten hier eine Nachstellung des furchtbaren Geiseldramas präsentiert zu bekommen - statt dessen gibt's das Massaker nur in ein paar Rückblenden (die trotzdem ihre Wirkung nicht verfehlen) und der Film beschäftigt sich mit den Folgen. Der Weg den Spielberg dabei einschlägt ist aber verwirrend: er will eigentlich die Ereignisse aufzeigen und im Grunde mahnen das Gewalt eben Gegengewalt erzeugt (ein Kritiker nannte den Film "ein Gebet für Frieden"), benutzt aber dabei sehr viele Thrillerelemente um den Film unterhaltsam zu machen. Letztlich ist es ein düsterer, deprimierender Agentenfilm geworden in dessen Mittelpunkt das Gewissen seiner Hauptfigur steht (Eric Bana bringt als gewissensgebeutelter Agent eine Superdarstellung) und der auf der Grundlage realer Ereignisse passiert - das ist so ähnlich wie bei Filmen wie "Titanic" oder "Pearl Harbor" wo eine (fiktive Liebes)Geschichte vor einem realen Ereignis erzählt wird. Mit Sicherheit steckt unglaublich viel mehr in dem Film was mir entgangen ist da mir als ich ihn sah deutlich die wirkliche Konzentration gefehlt hat.

            Fazit: Reale Ereignisse in einem bleischweren Mix aus Thriller und Drama aufbereitet - komplex und hart, aber überaus erschütternd ...

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            • 6 .5

              Steven Spieberg, hat ein Händchen für gute Sci-Fi Filmen aber für polit-Filme ist er nicht gerade gut und sollte die Hände von den Filmen lassen.

              Der Film ist einwenig zu zäh und langatmig.
              Das Thema wäre natürlich sehr spannend.
              Aber Spielberg versagte bei der Faszination um seine Geschichte zu erzählen.
              Der Film ist eine wahre Geschichte und ich erwarte auch bei so einen Film mehr Tiefgang in den einzelnen Charaktere.
              Eric Bana spielt zwar sensationell aber er würde auch in einem anderen Film sehr gut spielen. Seine Charakter hat ebenfalls zu wenig Tiefgang.

              Mit einem anderen Director der sich auf dem Gebiet aus kennt würde der Film um einiges besser sein.

              Den Film kann man sich schauen, aber kein muss.

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              • 5
                RoboMaus 18.11.2016, 13:42 Geändert 19.11.2016, 12:54

                Spielberg und die Polit-Themen: ambitioniert, aber trocken, langatmig, und das auf 2 ½ Stunden. In 'München' ist zudem noch die Handlung rudimentär. Zum Mord an 11 Israelis durch palästinensische Terroristen bei den olympischen Spielen 1972 beleuchtet Spielberg den Nachhall, bestehend aus Racheaktionen der Israelis, was wiederum Aktionen der Palästinenser hervorruft.....

                Die Top-Besetzung mit Craig, Bana und Rush kann auch nicht verhindern, dass der Plot lediglich von einer Aktion zur nächsten plätschert und dadurch stereotyp wirkt: immer dasselbe in Abwesenheit einer Story, die etwas Interessantes bieten könnte.

                Gewiss: Anspruch, realistische Darstellung, Spielbergs Bemühen um Authentizität.

                Ebenso gewiss: Eine wenig prickelnde Geschichtsstunde in Überlänge.

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                • 6

                  ......................................

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                  • 3

                    Ich wüsste nicht, was mir der Film zu bieten hätte. Tut mir leid, aber mehr als das Stichwort "Effekthascherei" fällt mir dazu nicht ein...

                    • 9

                      Herausragender Thriller. Klasse besetzt und klasse gespielt. Ein echter Spielberg eben!

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                      • 5 .5
                        der cineast 18.03.2016, 04:55 Geändert 18.03.2016, 04:57

                        Unterkühlter Politthriller mit formaler Klasse, der gerade in den Nebenrollen (Michael Lonsdale, Mathieu Amalric, Daniel Craig) fantastisch und bondig besetzt ist und politisch kontrovers aufgefasst und rezipiert wurde, aber von Meister Spielberg steril und monoton und zuweilen absonderlich inszeniert ist.

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                        • 8 .5

                          Glänzend inszenierter Polit-Thriller von Starregisseur Steven Spielberg.

                          Kontrovers und Kraftvoll zeigt uns der Film eine Geschichte die heute wieder aktueller denn je ist, wenn Länder oder Systeme auf Rache für ihr ertragenes Unrecht sinnen.

                          Spielberg verpackt den brisanten Stoff in einprägsamen Bildern und einer spannenden und fesselnden Geschichte.

                          Die Schauspieler sind alle fabelhaft und zeigen uns das der Mensch zu allem fähig ist, aber doch nicht ganz das menschliche ablegt.

                          Der Film ist keine Abrechnung, sondern er hinterfragt und stellt uns Fragen.

                          Steven Spielberg ist einer der besten und vielseitigsten Regisseure unserer Zeit.

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                          • 7

                            MÜNCHEN 1972. Die "Spiele des Friedens und der Freude" versinken in Blut und Terror. Spielbergs Film erzählt allerdings nur am Rande die Geschichte des eigentlichen Terroraktes, sondern die des israelischen Killerkommandos, welches sich an die Fersen der dafür Verantwortlichen heftet und diese liquidieren soll ... töten, um Frieden zu schaffen.

                            Da hat uns der nette Märchenonkel, der seit den 90ern auch gerne mal was aus GEO Epoche vorliest, aber einen gelungenen Brocken von Agenten-Hatz vor die Füße geworfen. Ob die Ereignisse jetzt nur halbwahr sind oder nicht, finde ich völlig bedeutungslos, denn Spielbergs Film möchte keine minutiös vorgetragene Geschichtsstunde sein. Er möchte zum Nachdenken anregen, und führt uns die Auswirkungen dieses Gewalt-Dominos gekonnt vor Augen. Steine, die noch heute immer wieder zwischen Israel und Palästina neu angestoßen werden, sollte die Gewalt doch mal zum erliegen kommen.

                            Dreh und Angelpunkt von MÜNCHEN ist die Figur von Avner, Kopf des Rache-Kommandos. Anhand dieses Charakters wird uns gezeigt, wie das Auftragstöten den Menschen verändert, ihn immer kälter werden lässt, um dann zu erkennen, dass man doch nur ein Spielball der Geheimdienste ist. Diese komplexe Entwicklung wird von Eric Bana gut auf die Leinwand gebracht, ohne jetzt schauspielerische Momente für die Ewigkeit zu setzen. Ich persönlich bin aber auch schon froh, wenn ich durch ihn mal nicht an ein Toastbrot mit Ohren erinnert werde.

                            Mit seinen 164 Minuten Laufzeit ist er ein wenig zu lang, spannend und sehenswert fand ich MÜNCHEN aber allemal, was natürlich auch Spielbergs routinierter Stamm-Crew zu verdanken ist. Janusz Kaminski hinter der Kamera ist mal wieder eine Bank, John Williams am Taktstock solide und Cutter Michael Kahn fügt hier Original-Szenen und Film-Szenen so zusammen, als ob er schon in der Wiege nur Tesa und eine Schere zum spielen hatte.
                            Richtig groß liefert hier dann noch Produktionsdesigner Rick Carter ab. An der Ausstattung und dem authentisch wirkenden Ambiente kann ich mich nicht satt genug sehen. Ganz groß.

                            Fazit: Wichtiges Kino, obwohl Spielberg keine Antworten oder gar Lösungen präsentiert. Aber er regt zum nachdenken an, nicht in schwarz oder weiß, sondern in zeitgemäßem grau.

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                            • 6 .5

                              Schon ein bisschen dreist, dass der Film "München" heißt, aber keine einzige Szene dort gedreht wurde...

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                              • 6

                                „München“ ist ein insgesamt zu lang geratener Politthriller, der darüber hinaus inszenatorische Schwächen offenbart. Denn so interessant die Thematik vom Grunde her ist, wird ihr zu wenig Brisanz eingehaucht. Von Beginn an wird betont, dass die Geschichte auf wahren Ereignissen beruhe, was von unumstößlichen Fakten untermauert wird, während Steven Spielberg zugleich seiner Fantasie freien Lauf lässt. Die Liquidationen sind heftig, schonungslos, blutig. Es dreht sich die Gewaltspirale ins scheinbar Unermessliche. Zum Nachdenken regt dies jedoch nur bedingt an, da die Charakterzeichnungen auf allen Seiten zu oberflächlich ausfallen – sowohl bei den Opfern des Terroranschlags während der Olympischen Spiele, ebenso bei den zum Abschuss freigegeben Kämpfern der palästinensischen Terrororganisation „Schwarzer September" und selbst bei den Mitgliedern des israelischen Killer-Kommandos, und das trotz einer mehr als hierfür ausreichenden Laufzeit von über 150 Minuten, die sich insgesamt eher wie drei Stunden und mehr anfüllen, was natürlich nun nicht gerade ein Qualitätsmerkmal darstellt. Und trotz dessen unterm Strich zu interessant, um schlechter bewertet zu werden; allerdings auch letztendlich zu dürftig vorgetragen, um eine höhere Bewertung zu erzielen.

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                                • 7 .5

                                  hab was anderes erwartet und dann kommt da so ein super spannender actioner ...
                                  da hat es spielberg wieder mal geschafft!

                                  • 8
                                    Moviegod 22.06.2015, 07:13 Geändert 04.03.2016, 19:13

                                    Man sollte sich schon mit den historischen Hintergründen um das Attentat und die darauffolgenden Ereignisse befassen, um den Film völlig verstehen zu können. Das Drehbuch selbst hält sich nämlich nicht lange mit Erklärungen auf, sondern schafft ziemlich schnell die (teils fiktive?) Ausgangssituation, auf der der Film aufbaut.
                                    Die Story braucht zwar eine ganze Weile um in Fahrt zu kommen, doch die tolle Kameraarbeit und Spielbergs gewohnt klasse Regie lassen so manche Länge vergessen. Besonders in den verstreuten Rückblicken zeigt sich hier wieder das gesamte Talent des Meisterregiesseurs.
                                    Die Darsteller sind alle überzeugend, wobei mir Bana und Craig besonders positiv in ihren Rollen aufgefallen sind.

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                                    • 2

                                      Warum habe ich mir das angetan ? Spielberg - ich hätte es wissen müssen

                                      • Rolim 27.05.2015, 22:47 Geändert 27.05.2015, 22:57

                                        Hey hey Freunde!

                                        Den Film wegen einer allfälligen Aniptahie zum FC Bayern schlecht zu bewerten ist fies.

                                        Es handelt sich ja um eine wahre Gegebenheit, ganz im Gegensatz zur Steuererklärung von Uli Hoeness. Hehe. ☺

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                                        • 5
                                          huababuar 27.05.2015, 20:34 Geändert 27.05.2015, 20:38

                                          Zwei vom jungen Schlag – Mace Windu und Huababuar in den Wirren der weiten Filmwelt
                                          Staffel 1: Steven Spielberg
                                          Folge 9: In München geht es munter zu – auch ohne Bayern München (buh!)
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                                          Der letzte Eindruck zählt, heißt es immer. Und mit „München“ hinterlässt Steven Spielberg in unserer Bewertungsreihe nicht gerade den besten, letzten Eindruck. Was waren meine Erwartungen hoch. Mit der Geiselnahme von München (1972) ein äußerst interessantes und aufgrund der immer noch anhaltenden Legitimationsfrage eines Palästinenserstaates brisantes Thema, ein namhafter Cast und die Hoffnung tief in mir, Spielberg würde mir im 21. Jahrhundert mal wieder einen richtigen Knaller servieren. Tja, Pustekuchen! Aus „München“ ist ein solide inszenierter, gut gespielter, aber extrem in die Länge gezogener und deshalb auch nur mäßig spannender Politthriller geworden.

                                          Die anfängliche Skepsis, der Jude Spielberg würde ob des heiklen Themas eine anti-palästinensische, plakativ-pauschalisierende Haltung propagieren, legte sich schnell, denn Spielberg bleibt Spielberg. An einem ernsthaften Diskurs über den Nahostkonflikt ist er nicht interessiert. Nur in wenigen Momenten durchleuchtet er kurz und flüchtig die Standpunkte der einzelnen Parteien, lässt sie aber gänzlich unkommentiert. Stattdessen vermischt er Historie mit Fiktion und nähert sich den Ereignissen vielmehr über das Einzelschicksal und die Gewissenskonflikte der Hauptfigur, eines israelischen Agenten, der für die Ermordung der palästinensischen Attentäter verantwortlich ist, an. Vielleicht muss man sich im Falle der Enttäuschung über den nicht vorhandenen historischen Mehrwert einfach auch eingestehen, dass Spielberg die politische Brille nicht stehen würde. Er bleibt seiner humanistischen, ethischen und mitunter etwas naiven Weltansicht treu, wirft die Frage auf, wie weit man als souveräner Staat Gesetzmäßigkeiten außer Acht lassen darf und liefert die hinlänglich bekannte Erkenntnis, dass Gewalt zu gleichsam zerstörerischer und existenzbedrohender Gegengewalt führt.

                                          Neu ist das nicht wirklich, doch hätte diese äußerst reizvolle Nebenthematik der damaligen Anschläge durchaus sehenswert verfilmt werden können. Leider aber wird das Geschehen viel zu breitgewalzt, dröge vorgetragen und einfach nicht unterhaltsam genug erzählt. Szenen erscheinen repititiv und wirken teilweise wie willkürrlich aneinander gereit. Die Charaktere sind nicht wirklich interessant und im sich stetig immer weiter drehenden, viel zu großen Personenkarussel allesamt austauschbar. Dass „München“ dabei überraschenderweise einer von Spielbergs blutigsten Werken ist und gelegentliche Spannungsspitzen wirklich zu überzeugen wissen, täuscht leider auch nicht darüber hinweg, dass dieser Filmstoff einiges mehr hergegeben hätte. Doch dafür hätte man die Lauflänge erst einmal um eine gute dreiviertel Stunde kürzen, die Handlung etwas eindämmen und sich vielleicht noch mehr auf seine Figuren konzentrieren müssen.

                                          Vielleicht findet Spielberg irgendwann mal wieder zu alter Stärke zurück, ich würde es mir wünschen angesichts der Meisterwerke, die dieser Mann früher vom Stapel gelassen hat. Doch es scheint, als blättert der Lack dieses Goldjungen immer mehr ab. Darunter ist keineswegs wertloses Altmetall, doch der Rost setzt unweigerlich an.
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                                          Bis Marc und ich rostig werden, dauerts noch ein bisschen. Deswegen wird es nach einer kurzen Verschnaufspause auch weiter mit unserer Serie gehen. Wir haben schon einige Ideen und werden in den nächsten Tagen eine Entscheidung über das neue Thema fällen. Falls ihr noch Vorschläge habt, immer her damit.

                                          Achja, Marc wohnt zwar in Frankfurt und damit viel weiter von München weg als ich es tue. Aber man hat mir gesagt er hat sich auch zwischen Marienplatz und Hofbräuhaus rumgetrieben. Hier mehr dazu: http://www.moviepilot.de/movies/muenchen/comments/1328337

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                                            Zwei vom jungen Schlag – Mace Windu und Huababuar in den Wirren der weiten Filmwelt

                                            Staffel 1: Steven Spielberg
                                            Folge 9: In München geht es munter zu – auch ohne Bayern München (buh!)

                                            Alles hat ein Ende; auch unsere erste Staffel. Mit München enden die Montage, an denen wir Filme von Steven Spielberg reviewten. Und bei München erwarteten sowohl Huababuar als auch ich ein Meisterwerk. Meine Erwartungen untertraf der Streifen gehörig!

                                            Münchens größtes Problem besteht ganz klar in seiner knapp 2 ½ stündigen Laufzeit, die sich gut und gerne anschaut wie das doppelte. Zwar findet man viele gute Ansätze, doch in der Vollendung einzelner Szenen fehlt Spielberg meist etwas; sei es nun Musik, Ton oder Dialog. Das führt natürlich dazu, dass man als Zuschauer enorme Schwierigkeiten hat, das Interesse beizubehalten, was durch die triste und langweilige Optik ohnehin schon eine kleine Herausforderung darstellt.
                                            Des Weiteren gibt es Szenen, die an Peinlichkeit wirklich schwer zu übertreffen sind. Ich denke jetzt ganz bewusst an die Szene zum Ende hin, als man zwischen der Ermordung der Geiseln und dem Zeugungsakt hin und her schneidet. Das an sich wäre je kein Problem – wenn Eric Bana beim Verkehren nicht so schreien würde wie William Wallace auf dem Schlachtfeld.
                                            Namentlich ist München zwar erstklassig besetzt, doch überzeugen diese großen Namen auch?
                                            Überzeugen ja, doch aus dem Durchschnittsbrei herausstechen tun die Leistungen von Eric Bane, Daniel Craig, Ciarán Hinds, Mathieu Kassovitz, Geoffrey Rush und vielen weiteren populären Darstellern nicht.
                                            Was kann man ansonsten noch groß sagen zu einem Film, bei dem man sich die meiste Zeit doch sehr gelangweilt hat? Außer, dass München neben dem Soldaten James Ryan wohl Spielbergs brutalster Streifen ist, nichts.
                                            Welche Filmreihe, welcher Regisseur, welcher Schauspieler als nächstes kommt ist noch ungewiss. Doch eines ist gewiss; nach ein paar Wochen Pause werden wir mit unserer zweiten Staffel beginnen!

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                                            • 9 .5

                                              Für mich leider ein sehr unterschätzter Film.
                                              Ich habe ihn damals im Kino gesehen und war komplett überwältigt! Ein sehr anspruchsvoller Film, mit vielen ruhigen Stellen, wobei man natürlich ansatzweise was mit der Thematik anfangen müsste!
                                              Wunderbar wie Spielberg auch versucht aufzugreifen, wie beide Parteien aggieren und dabei denken!
                                              Allein die letzte Rückblende auf dem Flughafen jagt mir heutzutage noch eine Gänsehaut ein.
                                              Schade das der FIlm nie vernünftig auf BR übertragen wurde!

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                                              • 8

                                                Während der olympischen Sommerspiele 1972 in München kommt es zu einem feigen Terroranschlag durch die palästinensische Terrorgruppe Schwarzer September, bei dem elf israelische Athleten ermordet werden. Getreu dem Motto "Auge um Auge, Zahn um Zahn" stellt die israelische Regierung eine Todesliste zusammen, auf der die Namen von elf Verantwortlichen stehen. Der junge Mossad-Agent Avner Kaufman (Eric Bana), Sohn eines israelischen Helden, wird speziell für diesen Auftrag ausgesucht, der ausschließlich jenseits des Eisernen Vorhangs in Europa durchgeführt werden soll. Außerpolitische Komplikationen sollen dadurch vermieden werden. Auf sich allein und sein Team gestellt, nimmt Avner den Auftrag an und bekommt von seinem Vorgesetzten Ephraim (Geoffrey Rush) die Namen der in das Attentat Involvierten.

                                                Sehenswert und stark gespielt!

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                                                • 7 .5

                                                  War ein spannender Spionage/Agententhriller der Film, kann man nicht bestreiten. Aber wenn man schon so einen Film machen will über die Geschehnisse die nach dem Olympiaattentat vom Mossad passierten, dann sollte man nicht ganz so ein Märchen inszenieren. Die Botschaft die hinter den Film, dass Gewalt immer Gegengewalt sät regt auf jeden Fall zum nachdenken an. Die Schauspieler um Bana und Craig machen Ihren Job gut.

                                                  • 8

                                                    Ein durchaus interessantes Thema, "Auge um Auge-Zahn um Zahn!". Hier wird der Akt der Rache zum Heldentum hoch stilisiert. Die Menschlichkeit wird geschickt als Nonsens an den Rand des Geschehens gestellt und zum Zuschauer degradiert.
                                                    Und das schlimmste an der Sache ist, dass alles auf wahren Begebenheiten basiert.
                                                    Es geht um die Vergeltung der Israelis an den vermeindlichen Drahtziehern des Münchner Olympia-Geiseldramas 1972.
                                                    Der Film stimmt mich durchaus nachdenklich, auch in Bezugnahme auf meine Vorstellung von Rechtsstaatlichkeit und Zivilverantwortung.
                                                    Emotional durchaus gerechtfertigt und verständlich, ist die Handlund doch grundlage für kontroverse Überlegungen.
                                                    Der Film lohnt sich auf jeden Fall.
                                                    Alles in allem ein guter Film.

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