Muxmäuschenstill - Kritik

Muxmäuschenstill

DE · 2004 · Laufzeit 90 Minuten · FSK 16 · Komödie, Drama · Kinostart
Du
  • 8
    Handlanger184 17.03.2017, 22:53 Geändert 17.03.2017, 22:54

    würde man den Film nach strikt ästhetischen Maßstäben bewerten dann müßte man ihm wohl eine vernichtend schlechte Wertung geben. mache ich aber grundsätzlich nicht, origineller Inhalt + gute Schauspieler machen dieses optische Manko mehr als nur wett. allein die erste Szene als Mux dem überführten Raser das Lenkrad selbst abmontieren lässt, hat eine deratige Eindrücklichkeit und bedient sich eines so speziellen Humors das man weiß der Film kann nicht schlecht sein. das Zusammenspiel von Mux und seinem Assistenten Gert Grabowski ist immer wieder ein grandios belustigendes Erlebnis, beide Charaktere sind 100% glaubwürdig und man könnte sie kaum besser darstellen fand ich.
    eine Fortsetzung wäre echt der Hit !

    • Lord 16.02.2016, 11:03 Geändert 16.02.2016, 11:03

      Schon mehrmals gesehen, wirklich guter Film. Man hat während dem Schauen oft diesen gewissen "Schock-Moment", den man nur hat, wenn einen etwas wirklich mitreißt (positiv gemeint natürlich). Dazu trägt zu einem nicht unwesentlichen Maße auch die Kameraführung und im Allgemeinen die Atmosphäre bei, die der Dokumentarfilm-Stil hervorruft.
      Finde auch die Entwicklung der im Film gegründeten Vereinigung sehr gut und vor allem realistisch dargestellt, wie sie von einer "Ein-Mann-Bewegung" zu einer Art professionellem Unternehmen wird. Einzig der rechtlich schwierige Aspekt, den solche in den Medien breitgetretene Selbstjustiz natürlich mit sich bringen würde, ist für mich persönlich nicht gut genug dargestellt und trübt gegen Ende das sehr realistische Bild ein wenig, jedoch überwiegen hier klar die Pro-Argumente.

      2
      • 8

        [...] Aber egal wie übertrieben das Gezeigte ist und wie überdimensioniert der Erfolg von Mux und seinem Partner Gerd im Film auch wird, der Film schafft es, nie seinen semidokumentarischen Stil zu verraten, nie kitschig oder vorhersehbar zu werden, stets bleibt das Werk so unkonventionell-jugendlich wie viele Filmhochschulstudenten sich wohl mal vornahmen zu inszenieren und am Ende doch nur einen Film von der Stange drehten. [...] In Sachen Humor, Handwerklichkeit und angehender Ideologie-Analyse hat “Muxmäuschenstill” so seine Überschneidungen mit Lars von Triers “Idioten”, trotzdem ist den Machern dieses Films ein wahres Kleinod gelungen, das absolut eigen ist, dabei anstößt, polarisiert und zumindest niemanden kalt lässt. Genau so wie der deutsche Film mal wieder sein darf. Ein Film, den jeder verkopfte Jugendliche immer mal machen wollte. Perfekt-unperfekt und ein eingelöstes Versprechen für alle, denen die immer wieder aufgekochten Standardfilme zum Halse heraushängen. Auslaufmodelle der Republik halt. Und jetzt — still.

        3
        • 10

          Einer der besten Filme der jüngeren deutschen Filmgeschichte.Der Film ist leider nciht so wirklich bekannt was sehr schade ist.Ich muss wirklich sagen dass dieser Film der sicher wenig gekostet hat einfach nur genial ist.Die Handlung ist sehr gut aufklärend und teilweise schockierend.Alle Schauspieler bringen eine Super Leistung die Kameraführung ist erstklassig und in dem Film steckt einfach soviel Wahrheit und Idealismus.Die Gesellschaft wird kritisiert von einem Idealisten und Menschen die sich aozial verhalten werden bloßgestellt.Der Hauptdarsteller bringt es fertig lange Monologe sowas von überzeugend rüberzubringen und ist nie langweilig.Es geht um einen intelektuellen Idealisten der die Welt verändern will.Alles was er tut und sagt ist nachzuvollziehen aber er selbst ist schon ein kleiner Psychopath.Man symphatisiert ihn aber stellt seine Methoden auch in Frage. Es ist definitiv kein Film für Konsumgucker aber eine Perle für Menschen mit Anspruch.Ziel ist es Menschen zum Umdenken oder Handlen zu bringen.Er beinhaltet auch sehr viel schwarzen Humor sofern man ihn versteht.Ich kann ihm nur jedem empfehlen.Von mir gibt es glatte 10.Einfach ein Meisterwerk

          5
          • 8

            Ein deutscher Film, der nicht den Krieg oder die Nazis behandelt. Und er ist gut...es geschehen noch Zeichen und Wunder :)

            1
            • 8

              Dieser zutiefst deutsche Film über Selbst- und fast schon Lynchjustiz ist großartig gemacht. Es könnte sich zu jeder Zeit tatsächlich um eine reale Doku handeln, so plausibel sieht es alles aus. Am erschreckendsten finde ich, wie oft man sich selber (einen aufgeklärten, toleranten, global orientierten Mitteleuropäer ^^) ständig dabei erwischt, Blockwart/Gauleiter Mux recht zu geben, bei seiner Jagd auf Beckenpinkler, Schwarzfahrer und Vergewaltiger und deren sofortige Abstrafung. www.denunziant.com xD...

              • 7 .5

                Endlich mal frischer Wind im deutschen Kino!

                1
                • 7 .5

                  guter film, auch wenn ich den humorn nun nicht als sooooo rabenschwarz sehe, als gelernter ösi.trotzdem durchaus guter und sinniger film. deshalb wohlverdiente, solide 7,5.

                  • ?

                    Mmh, wieder so einer, den ich zwar mal gesehen aber bis heute wieder komplett vergessen habe..

                    • 8 .5

                      "Ich bin kein Held, denn jedes Land hat die Helden, die es verdient."

                      • 8

                        Filmperle.

                        1
                        • 9

                          Ich traue es mir fast gar nicht zu schreiben, aber Muxmäuschenstill aus dem Jahr 2004 ist einem "C'est arrivé près de chez vous" (Man Bites Dog) - es ist wirklich unglaublich - ebenbürtig!
                          Nein, Muxmäuschenstill ist kein Abklatsch, eine billige Kopie oder ein deutsches Remake des Kultklassikers aus Belgien. Muxmäuschenstill ist ein eigenständiger, kluger, anspruchsvoller und wahnsinnig ernster und ehrlicher Film, der aber kein Geheimnis daraus macht, dass sich dieser Film in jeder Sekunde, jeder Szene und in den Dialogen vor dem übergroßen Vorbild aus Belgien verneigt.
                          Mux versucht mit seinen Methoden die Welt zu verbessern, hier der Berliner Großstadtzirkus, indem er selbst Richter und Henker spielt.
                          Als seine rechte Hand wird Gerd, ein Langzeitarbeitsloser, von Mux als Begleiter und Kameramann angeheuert.
                          Gemeinsam üben sie Selbstjustiz aus, wobei Mux aktiv auch mal mit Knarre vor der Kamera die "Gesetzlosen" angeht und Gerd passiv hinter der Kamera alles dokumentiert.
                          Hierdurch entstehen unglaublich witzige Momente an den man aber innerhalb einer Nanosekunde zu ersticken droht. Der Film steigert sich immer mehr, die Gewalt wird schonungsloser und es wird kein Tabu umgangen. Kinderpornografie wird genauso behandelt wie "Bevorteilung" von Behinderten.
                          Es wird einfach nichts ausgelassen. Ob es nun Hundehalter sind und für die Scheißhaufen auf den Gehwegen bestraft werden, Falschparker auf den Behindertenparkplätzen, weil Mutters Kind mal eben nur kurz in die Ecke pinkeln muss, Opas mit Kinderpornographie in der Tüte zur Rede gestellt werden oder eine Studentin, die im Kaufhaus einen BH klaut und vor laufender Kamera und den Blicken von Mux und Gerd gedemütigt den geklauten BH wieder in der Umkleide ausziehen muss.
                          Mit fortschreitender Laufzeit, tut der Film auch schon mal weh. Manche Szenen sind schon recht derb, besonders weil sie "unkommentiert" und realistisch gezeigt werden - und hier sind die großen Parallelen zu Man Bites Dog.
                          Auf der anderen Seite wird man von der ersten Sekunde an von Mux an die Hand genommen und durch den Film geschleift. Jan Henrik Stahlberg trägt den Film zu jeder Sekunde und hat das gleiche Charisma und eine ähnliche Wirkung wie Benoît Poelvoorde in Man Bites Dog. Eine fantastische Schauspielleistung, die niemals aufdringlich oder realitätsfern wirkt.
                          Der Film hat zudem ein wackelfestes Fundament aus einem bitterbösen und tiefschwarzen Humor, der für einen deutschen Film schon fast zu heftig ist.
                          Natürlich ist der Film keine seichte Unterhaltung und manche Szenen sind wirklich unglaublich unangenehm, dabei verliert sich der Film nie in billiger Unterhaltung und sinnlosen Gewaltszenen und ist perfekt gestrafft und kontunuierlich auf den Punkt gebracht.
                          Ich bin stolz, dass so eine Filmperle aus Deutschland kommt - das muss man einfach mal sagen!
                          Für mich einer der besten Filme der letzten Jahre, die ich gesehen habe!

                          6
                          • 10

                            der gerd ist der beste! teilweise sehr sehr schwarzer humor. leuchtet die tragik dieser gesellschaft aus...

                            • 10

                              witzig, relevant, unterhaltsam, grandios - einfach toll!

                              1
                              • 9

                                Da entwickelt sich ja fast so etwas wie eine cienastisch-patriotische Ader bei mir, wenn ich diesen Film aus deutschem Hause sehe."Muxmäuschenstill" ist eine wirklich intensive Erfahrung, die mir mehr als einmal zu denken gab. Die Charaktere hatten so einige Facetten die auf den ersten Blick sympathisch wirkten und dann doch immer wieder Argwohn auslösten. Die Idee der Selbstjustiz, des "Superhelden" und Einzelgängers auf diese Weise zu betrachten gefiel mir ausgesprochen gut. Weshalb ich den Film auf gewisser Weise mit "Kick-Ass" und "Super" vergleichen würde, bei diesem Vergleich schneidet der Film von Marcus Mittermeier jedoch deutlich besser ab, als seine "Konkurrenten" aus den USA. Da man ihm seine realistische Art und Weise zu 100 Prozent abnimmt.
                                Für mich ein wirklich gelungener Film der einem doch zu denken aufgibt!

                                2
                                • 8

                                  Einer der stärksten deutschen Filme der letzten Jahre, der ganz ohne Vergleich ist. Clever gemacht, hält er uns den Spiegel vor und zeigt wie dünn die Grenze zwischen moralischem Anspruch und dessen Realität ist. Sehr böse und völlig unbefangen geht der pseuddokumentarische Film seinen Weg bis zum konsequenten Schluss. Der Drehbuchautor verkörpert seine Hauptrolle ideal. Das gefällt.

                                  7
                                  • 9 .5

                                    Konnte die ganze Zeit über nicht fassen, dass das ein deutscher Film sein soll. Gute Schauspieler, gute Dialoge und eine - wenn auch zum Teil moralkeulerische - gute Geschichte. Das kann doch einfach kein deutscher Film sein. Ich beschließe jetzt einfach ihn als österreichischen Film abzuspeichern, dann bleibt mein Weltbild bestehen.

                                    7
                                    • 7

                                      Toller Anfang, mit sehr lustigen Momenten. Gegen Ende nervt der Doku-Stil zunehmend und der Inhalt wirkt nicht mehr glaubhaft sondern übertrieben. Insgesamt aber eine interessante Idee, die einiges Potential zum drüber nachdenken hat.

                                      3
                                      • 6 .5

                                        Zur Filmart: Kein Film im typischen Sinne, absichtlich amateurhaft gefilmt durch den Assistenten des Hauptdarstellers.
                                        Zum Inhalt: Krasse Gesellschaftssatire über einen professionellen Weltverbesserer, dessen Mission auf eine harte Probe gestellt wird, als er sich in eine Frau verliebt. Ist diese wirklich so rein und unverdorben, wie er sie sieht?!......

                                        • 10

                                          Ein dreckiger kleiner Film, bei dem jedes Lachen zur Gefahr wird: Es könnte steckenbleiben. Mutige Kost aus Deutschland, wie es sie leider viel zu selten gibt.

                                          3
                                          • 7

                                            In Ethik geschaut und wirklich begeistert gewesen von diesem Film.
                                            Ist kein Action oder Hollywoodstreifen, aber grade das macht den Film aus.

                                            Der Hauptdarsteller ist sehr eigen und man begleitet ihn durch sein Leben und wie er probiert die Welt zu verbessern.

                                            • 9 .5

                                              Die simple aber dennoch fesselnde, weil absolut glaubwürdige Geschichte rund um den Weltenverbesserer Mux (in der Rolle seines Lebens: Jan-Hendrik Stahlberg) sowie seinen Helfer Gerd (toll: Fritz Roth) drängt sich gegen Ende des Films, mit Mux großem Erfolg und Aufstieg, zwar aus dem Korsett der Realität heraus, besitzt aber dennoch zu jeder Zeit das richtige Maß an Authentizität, die darüber hinaus viele Szenen noch verstärkt. Und so kommt es oft vor, dass der gerade eben noch witzige Moment sich plötzlich in Unbehagen wandelt. Die ruhige, heimtückische aber effektive Mutation von der Komödie in die Tragödie. „Muxmäuschenstill“ beherrscht sie in Perfektion und benötigt dafür nicht mal großen Aufwand.

                                              Dabei treffen diese verschossenen Pfeile aus Ironie, Zynismus und Unbehagen besonders wuchtig ins Ziel, denn das perfide an Marcus Mittermeiers Films ist, dass der Zuschauer durch die real wirkenden Aufnahmen der wackeligen Digitalkamera, die chronische Nähe zur Titelgebenden Charakter und die Einseitigkeit mit der er seine Handeln erklärt auch immer auch das Gefühl erzeugt, dass er Recht hat. Dass es gut ist, dass jemand mal den Mut hat etwas gegen die Ungerechtigkeit, die uns tagtäglich entgegenstrebt, zu unternehmen. Der Film lockt den Blockwart in uns heraus nur um diesen mit den grotesken bis bestürzenden Ausmaßen von Mux Aktionen eine ins Gesicht zu pfeffern. Eine filmische Sezierung und Demontage des Wunsches nach Ordnung, und Perfektion.

                                              Man kann dem Film natürlich ankreiden, dass er vor allem gegen Ende den Oberlehrer raushängen lässt, aber er hat sich dieses Privileg mit seinen Stärken mehr als verdient.

                                              8
                                              • 8

                                                Ausgezeichnetes, bitterböses Kleinod, das rücksichtslos mit deutschen Krankheiten wie Kleingeisterei, übertriebenem Perfektionismus und Pedanterie abrechnet. Getragen von einem ausgezeichnet spielenden Stahlberg regt Muxmäuschenstill auch noch zum Nachdenken an. Als Bonbon darf sogar Milena Dreißig in einer Nebenrolle mitspielen - heute besser bekannt als Strombergs Büroliebe Jennifer.

                                                2
                                                • 8

                                                  "Muxmäuschenstill" ist eine deutsche Low-Budget Produktion, die gefällt. Der Film beinhaltet Sozialkritik und strengt den Zuschauer oftmals an, die heutige Gesellschaft und deren Verhaltensform zu hinterfragen.

                                                  • 7 .5

                                                    Hier haben wir einen wirklich guten, deutschen Low-Budgetfilm. Die dokumentarisch wirkende Satire erntet anfangs viele Lacher. Man identifiziert sich mit dem völkischen Rächer Mux und denkt sich erstaunlich oft: Mann! Der Kerl hat recht!
                                                    Doch schon bald merkt man, dass mit Mux etwas nicht stimmt. Er ist ein Pedant, zunehmend befallen von Größenwahn. Irgendwann übersteigt die Härte seiner Bestrafungen doch deutlich die schwere der Tat und das Lachen vom Anfang bleibt einem im Halse stecken. Der beschwingt gestartet Film wird immer ernster. Mux wird weiter demontiert, seine hohen Prinzipien kollidieren mit der Realität. Er wird selbst immer mehr zum Straftäter.
                                                    Eine Frage aus einem anderen Film kommt auf: Who watches the Watchmen?

                                                    Der Ruf nach härteren Strafen und Selbstjustiz ist bei der BILD und Kneipenstammtischen recht beliebt. Hier wird eindringlich gezeigt, wie sowas ausgehen würde. Die tollen Schauspieler lassen zu jedem Zeitpunkt glauben, dies wäre wirklich eine Doku. Allenfalls das Ende ist ein wenig blöd. Nach einem wörtlichen Knall hätte entweder direkt Schluss sein sollen oder ein anderer Weg gefunden werden müssen. So plätschert der Film ein wenig konfus aus. Dennoch sehr empfehlenswert.

                                                    2