Ostfriesisch für Anfänger - Kritik

Ostfriesisch für Anfänger / AT: Ostfriesisch intensiv

DE · 2016 · Laufzeit 91 Minuten · FSK 0 · Drama, Komödie · Kinostart
Du
  • 2 .5

    Als seichte, stereotype und durchgefördert-überraschungsbefreite Provinzkomödie dazustehen, die ihr Lokalkolorit genauso behauptet zur Inszenierung nutzt wie ihre jeweiligen Charaktereigenschaften gen null - das wäre ja nur eine Sache. Das billigende Zeugnis einer nach rechts rückenden Stimmungslage abzugeben, welche sich gefällig darin gibt, die Integration von Ausländern als Weg äußerer wie innerer Gleichschaltung zu definieren und jene Menschen erst zu dulden, gar sympathisieren, sofern DIENSTLEISTUNG deren vorrangigster Lebenssinn darstellt - das gibt Gregory Kirchhoffs Film was von dem braunen Anstrich, der seit dem 24.09.2017 offiziell mit im Bundestag sitzen darf...oder auch an Martin Schulz' Plattmacherthese 'Arbeit <-> Sprache <-> Freundschaft' erinnert. Das abgehängte und verschuldete Vorurteilskonzentrat 'von nebenan' via Didi kriegt dabei die Feelgood-Note auf den Weg, dass er sich als kleiner Mann vom Franchise-Apparat und dessen Konformität der Globalisierung emanzipieren darf, stattdessen weltweit die Konformität seines traditionsbewussten Dorfmiefs als Mr. UWE-Hinrichs-Marke verschifft, obwohl da Miniaturschiffsingenieur Abdullelah natürlich die ganze Arbeit für reinsteckt (nächster Schritt Outsourcing?). Währenddessen guckt jede hier vertretene Bürokratenkarikatur neoliberal-weltfremd aus der Wäsche, zudem sie ihre Integrationsteilnehmer erst per Plattdeutsch-Deckel-für-jeden-Topf zu Staatsdienern normativster Güte erklären kann, aber genauso lernen muss: Plattdeutsch ist ebenso deutsch, hört ihr dat von da oben noch? Der dennoch ans Neoliberale angepasste Film zelebriert die flächendeckende Weisung der Anpassung zudem stilistisch wie dramaturgisch so gelangweilt wie er nur kann, dass er selbst für rassistische Alltagsfloskeln und Übergriffe keine sonderlich kritische Aufregung evozieren will, dem Zielpublikum zuliebe. Läuft halt alles glatt und volkstümlich-skurril nach TV-Einheitsformat inkl. einer Mindestmenge reumütigen Zusammen-sind-wir-stark/Familie-Sentiments - aber hey, einmal sieht man sogar Didis Pimmel (huch)! Alles insgesamt also quasi "Da wird man ja wohl noch als Deutscher über uns selbst (und alle anderen) lachen dürfen!", wobei ab und an auch ankommen soll, dass das Gefühl der Überfremdung von illusorischem (laut Film aber auch verständlichem, weil partout um Verlustängste ringendem) Ego aus Trotz herrührt und sich stattdessen für Toleranz begeistern sollte - sagt zumindest ein Plakat in diesem formvollendet plakativen Referenzbeispiel Ressentiments-wiederkäuender und Reflexionsbedürfnis-verwässernder Culture-Clash-Klamotten.

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    • 6

      Sicherlich kann man diesen Film toll verreißen. Ich fand diese überhaupt nicht plausible Komödie durchaus unterhaltsam, sympathisch und gut besetzt.

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      • 0
        Canis Majoris 07.06.2017, 22:25 Geändert 07.06.2017, 22:35

        Ich bin 111% waschechter geborener und dort aufgezogener Ostfriese.

        Ich sah den Film.

        Ich werde die Macher verklagen... zumindest innerlich, in meinem hirninternen Gerichtsverfahren.

        Ich verurteile sie zu 20 Jahren im elektrischen Stuhl!

        Deutschland, Deutschland, deine Filme...

        ...sie sind entweder bemerkenswert interessant (in gefühlt 1% aller Fälle) oder eben HEEL UN DALL SCHIET!!!

        Ich werde eine Partei gründen, die das Ziel hat, Deutschland zu entvölkern, um daraus ein Naturschutzgebiet zu machen. Das ist das absolut Beste, was man mit diesem Stück Land anfangen kann!, fühle und denke ich nach diesem Film.

        "Hassfilm" wäre ein zu gutes Prädikat für diesen Streifen, denn das würde implizieren, dass man eine Art negative Leidenschaft für den Film empfindet. Aalglatte 0 Punkte sind hier einfach angemessen, aus meiner Sicht.

        Hallervorden habe ich, als ich ein Kind war, in den 80ern sehr gerne gesehen und er ist sicherlich auch nicht blöd... dennoch, wieso dieser Film... WIESO?

        Danke fürs Lesen! ;)

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        • 4 .5

          Ostfriesland braucht Fachkräfte.Fachkrääftä äähm Special Forces wie sie es sind.
          Das war so ziemlich die einzige Stelle wo ich lachen musste.

          Mensch Didi was ist denn los?Früher warst du echt witzig.

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          • 1
            dreamlandnoize 20.05.2017, 02:11 Geändert 20.05.2017, 02:12

            Der Film ist einfach nur lahm und dieses Plattdeutsch hab ich fast gar nicht verstanden. Dass Hallervorden mit seinem 113 Jahren dann noch erstmals sein Gehänge präsentiert ist schockierend.

            • 3

              Wow, ich habe nichts erwartet und wurde nicht enttäuscht. Die Story ist mau, das plattdeutsche lau. Manchmal frage ich mich, was manche Menschen für Drogen konsumieren und dann niederschreiben? Und dann auch noch öffentliche Fördergelder durch den Schornstein jagen. Soviel mal vorab.
              Dieser Film hat überhaupt nichts mit der aktuellen Flüchtlingswelle nach Europa zu tun. Auch wenn der Einleitungstext dieses suggeriert. Stattdessen billige Effekthascherei und Vorurteile im Schnelldurchlauf. Eignet sich auch gut zum einschlafen der Film, denn nennenswertes passiert hier nicht.

              • 5

                an sich nett aber man verpasst nichts didi bonus...

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                • 3

                  Der Flüchtling und die europäische Kunst: Im Kino werden seine Talente entdeckt.

                  Auch Didi Hallervorden, der - "Eine Flasche Pommes Frites" - Super-Profi der deutschen Comedy, kann am Thema nicht vorbei. Er, der jetzt ernsthafte Dinge beackert, seitdem ihm der ernsthafte Regisseur Til Schweiger "Honig im Kopf" ins Gehirn schrieb und Alzheimer endlich massenakzeptabel machte, reüssiert in "Ostfriesisch für Anfänger" (ab 27. Oktober) als Jovial-Rassist, der die neuen "Fachkräfte" integriert. Als Sprachlehrer wird der alte Dösbaddel, der auf eine verwahrloste Tankstelle aufpasst, zum Deutschlehrer Marke Baden-Württemberg, Bezirk Küste: alles außer Hochdeutsch.

                  Mit den erlernten Ostfriesisch-Kenntnissen werden die Neubürger wider Erwarten zu ökonomisch, verwertbaren Glanzobjekten, denn in Didis Kaff herrscht Landflucht und Fachkräftemangel. Und siehe da, der Moslem ist ein Schiffsbauingenieur, der die Buddelschiff-Industrie gehörig aufmischt.

                  Ich sag mal: Taschentuch-Faktor 10! Vor allem die Schauspielerleistung und die Filmmusik. An manchen Stellen glaubt man nicht, dass man sieht, was man zu sehen kriegt.

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                  • 6 .5

                    Als Ostfriese im Exil spielt der Film (leider) genau auf meinen Saiten -- Objektive Bewertung fällt schwer...

                    • 1 .5

                      also mir macht dieser mann angst...furchtbar.

                      • 3 .5

                        Die Kursleiter und Dorfpolitiker sind hingegen nur alberne Witzfiguren ohne Konturen oder Doppelbödigkeit. Sie geraten von einer Posse in die nächste, ohne dass der Film aus der Wiederholung des Slapsticks komisches Potenzial schlagen würde. [Michael Ranze]

                        • 7 .5

                          Dem Hamburger Regisseur Gregory Kirchhoff und Drehbuchautor Sönke Andresen ist mit Ostfriesisch für Anfänger eine humorvolle und zugleich berührende Geschichte über das schwierige Thema Integration gelungen. [Carola Große-Wilde]

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                          • 4

                            [K]lug ist diese seichte Komödie nur sehr selten. [Andreas Günther]

                            • 2

                              Ein Klischee-Ostfriese bringt einer Gruppe ausländischer Pappkameraden auf Integrationskurs Platt- statt Hochdeutsch bei. »Ostfriesisch für Anfänger« ist der extrem unlustiger Versuch, aus dem Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen komische Funken zu schlagen. [Alexandra Seitz]

                              • 5

                                Nicht jeder Gag trifft [...], manchmal ist Kirchhoffs Film so flach wie das Watt, auch wenn der Ansatz interessant ist.