Pulp Fiction - Kritik

Pulp Fiction

US · 1994 · Laufzeit 154 Minuten · FSK 16 · Drama, Thriller, Kriminalfilm, Komödie · Kinostart
Du
  • 9 .5

    Tja, was soll ich sagen? Richtig, richtig gut!

    Wir haben in unserem Podcast zum zweiten Mal über Pulp Fiction gesprochen und dafür einen Haufen deutscher Filmpodcaster eingeladen:

    The little differences

    Wir packen Pulp Fiction auf die 73. Zwischen linguistischem und philosophischem Abnerden, tätigten wir einen Anruf von unserem Mobiltelefon aus bei unserem Dealer und bestellten eine Überdosis geballter Podcastprominenz aus den „German Harzmountains“. Wir machen Werbung für das Bahnhofskino, mögen Pulp Fiction unterschiedlich doll mit der CineCouch, können nicht kurz mit dem Enough Talk, lieben Listen mit dem Lichtspielcast, Wählen unsere Waffen mit Mathias, lachen über den Running Gag der Second Unit und kritisieren die Gewaltverherrlichung mit der Wiederaufführung. Mit anderen Worten: Wir haben Pulp Fiction besprochen. Nach dieser Folge zieht Paula dann aufs Land und macht einen Serienpodcast während Daniel in der Stadt sitzt und Pulp Fiction guckt.

    • 9

      Quentin Tarantino #2 - 1994: PULP FICTION

      [...] Pulp, das ist Trash, Schund, dahingerotzter Mist, der für ’nen locker sitzenden Dime eine minimal bessere Alternative zur Langeweile bietet. Schnell geschrieben, noch schneller vergessen. Hätte Quentin Tarantino sich damals 1994 erträumen können, wie weit sein zweiter Spielfilm doch von Definition, Wirkung und vor allem der Lebensdauer des (wirklichen) Pulps entfernt sein würde? [...]

      Jules: „English, Motherfucker! DO YOU SPEAK IT?“

      Coole Sprüche wie diesen, gibt es in Tarantino’s episodenhaft zusammengewürfelt und trotzdem als großes Ganzes sinnvoll verbundenem Film zuhauf. Am laufenden Band. Genau genommen ist so gut wie jeder Satz Zitat-würdig. Coole Sprüche, umringt von ausgiebigen Unterhaltungen über Nichtigkeiten, viel Absurdität und groteskem Humor. Auch etwas Spannung und mehrere entscheidende Toilettengänge haben es in unserer kollektives Gedächtnis geschafft [...]

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      • 10

        All-Time Classic! Tarantinos bester Film, mein zweitliebster Tarantino (nach RESERVOIR DOGS), wahnsinnig gutes Drehbuch (für das er im Gegensatz zu DJANGO UNCHAINED zurecht den Oscar erhalten hat), hervorragender Soundtrack, kultige Charaktere, Sprüche und Szenen, die mittlerweile in die Popkultur eingegangen sind ("This is a tasty burger") ...

        ...und in Anlehnung an den Kommentar von GRAND unter mir: Pulp Fiction für alle Franken und die, dies mal werden wollen ;)

        http://www.youtube.com/watch?v=6Rab0ooHGLo

        11
        • 10

          Tarantinos "Pulp Fiction" ist nicht nur eine bis ins letzte Detail hervorragend durchdachte Gangster-Ballade. "Pulp Fiction" ist ein Lebensgefühl, welches seinesgleichen sucht und noch Generationen später weiterbestehen wird. Ein Stück endlosen Ideenreichtums, randvoll mit zügelloser Energie, unverschämter Leichtigkeit, herrlicher Lebensphilosophien und verbotener Coolness, oder ganz einfach durch und durch ein Film für den das Wort "Kult" erfunden wurde.

          26
          • 8

            pulp fiction /pʌlp/ fɪkʃn 1. Film, Kult, Kultfilmedelware.
            2. Postmodernes, frei von der Leber gackerndes, ungezwungenes Tratschen eines Zitats aufs Zitat vom Zitat gegenüber dem Zitat hinten am Zitat quer übers Zitat vorbei. Ästhetisch hochwertige und moralisch minderwertige, in Dauerschleife gesprochene Anekdoten über den Sinnlosgehalt des Lebens in lispelfreier DVD- oder Blu-ray-Qualität.

            Hawaiian Cinema Dictionary
            New Kahuna Edition
            (Herausgeber ist heute leider verhindert)

            Beachte: Toiletten sind (S)scheiße (fürs Leben).

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            • 8

              "PULP FICTION". Stand ja schon lange auf meiner Vormerkliste. Aber ich hatte es nie sehr eilig ihn zu sehen. Auch nicht nachdem viele weitere Freunde ihn mit 10 Pünktchen ausgezeichnet haben. Das Interesse war einfach nie da. Was weiss ich warum, fragt Dj Bobo. Also warum habe ich mich dazu entschlossen den Film endlich zu schauen?
              Nette Geschichte: Bin seit diesem Jahr auf einer neuen Schule.
              Also = Neue Gestalten. Oh mein Gott. Und was für Gestalten. Wäre ja aber auch langweilig, wenn es nur normale Menschen in meinem Leben geben würde. Naja, auf jeden Fall kam ich mit einem 'deutschen Kanacken'(alda ich schwör auf deine Mutter, er nennt sich selber so, schwör!) ins Gespräch, er musste mir ja uuuuunbedingt davon erzählen wie 'krass scheiße' doch der Mathe Lehrer ist. Nun gut. Die Meinung teile ich ja auch irgendwie, also sagst du mal höflich "Ja, seh ich auch so." Dann kam völlig aus dem Kontext gerissen der Satz "Guckst Filme?". "Na klar" kam es aus mir herausgeschossen, und ich hatte noch einen kleinen Funken Hoffnung in mir, das dieser Kerl wenigstens zum Teil interressant sein könnte. "Hab gestern Pulp Fiction geschaut, aba weisch du wie scheiße der war lan, nur Gerede, Gerede, bissl Action war auch, aber voll wenig undso. Schau bloß net man.". 'Aber weisch du wie' schnell ich mir den Film angeguckt habe? An dem gleichen Tag, sofort als ich zu Hause war, denn ich musste einfach mein Gewissen erleichtern und drauf hoffen das ich nicht so denke wie dieser Eimer.

              8 Punkte. Und es stimmt kein Kritikpunkt mit dem des Eimer's zusammen. Er fand die Dialoge 'verkackt eh', ich dagegen echt interessant und auch überwiegend unterhaltsam. Metrisches System, YEAR! Nein, keine Ironie war echt gut gemacht. Ist eben der Quentin-Style. Die Charaktere sind auch zum küssen, Schauspieler aus der Champions League treten hier auf und vereinen ihr Können zu einem einzigartigen Auftreten. Der Eimer fand nur die zwei "Gangsta" gut. Kann ich ihm natürlich nicht verübeln, aber es ist schon unglaublich das er den restlichen Cast links liegen gelassen hat. Weiter gehts zum Anhaltspunkt "Trash-Style". <3. Sehr fein. Ich muss aber auch noch BRUCE WILLIS und seinen Auftritt als 'Butch' hervorheben, er hat mir hier echt noch am meisten gefallen. Die Idee, das man eine Hand voll Szenen etwas versetzt, so das kleine Zeitsprünge entstehen, fand ich klasse als Abrundung.

              Achja, die Geschichte mit dem Eimer ist wirklich wahr. Ist nicht meine schönste Erinnerung, aber es ist eine. Und irgendwie war es ja auch gut, denn jetzt hab ich den 'Platz 1 meiner Top-100 Filmtipps" abgearbeitet. Platz 1 meiner Top-Filme wird er trotzdem nie erreichen, da gibt es für mich einfach viel bessere.

              aber

              "....mhmhmh...das ist ein wirklich leckerer [Film]..."

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              • 10

                Ist „Pulp Fiction“ ein besonderer Film?

                Es gibt wohl keinen anderen Film, der so häufig auf cineastischen Bestenlisten auftaucht wie Tarantinos kultisch verehrter zweiter Spielfilm. „Pulp Fiction“ kam gewaltig, suchte sich einen schönen Thron in der Popkultur und sah von dort aus zu, wie diverse Epigone mal erfolgreich („Bube, Dame, König GrAs“, „Bang Boom Bang“) mal mehr schlecht als recht („Thursday“, „Kaliber Deluxe“) versuchten sich als Kultfilm ähnlicher Couleur zu profilieren. Vom Thron gestoßen wurde er bis heute nicht und so ziemlich alle Angriffe auf seinen Herrschersitz gingen, ohne größere Blessuren hinterlassen zu haben, an ihm vorbei.

                Damals wie heute ist der pulp‘sche Bekanntheitsgrad immens hoch. Wenn selbst ein 12-jähriger in der Videothek nach „Pulp Fiction“ statt nach „Avatar“ oder „Harry Potter“ fragt, ist das durchaus ein Zeichen von hoher, stetiger Popularität. Macht das „Pulp Fiction“ zu einem besonderen Film?

                „Pulp Fiction“ ist ein, mal nonchalantes und mal drastisches, Vergnügen. Wunderbare, oft genug sinn- und ziellose Diskussionen werden genauso treffsicher abgefeuert wie überspitzte Gewalteruptionen, leichtfüßige Ikonisierungen, die richtige Dosis Vulgarität und teils perfide Situationskomik. Daraus entstehen umwerfend komponierte Szenen, jede für sich bereits mit einem enorm hohen Unterhaltungswert ausgestattet, alle zusammen genommen sind schlicht unschlagbar. Man nehme nur die legendäre Tanzszene. Kein anderer Filmtanz wurde so oft imitiert und nachgeäfft. Selbst die großen 80er Jahre Tanzklassiker „Flashdance“ und „Dirty Dancing“ wurde nicht so zahlreich rezitiert wie die gespreizten Finger von John Travolta und Uma Thurman. Mittlerweile ist eine „Pulp Fiction“-Parodie ein Zeugnis für Kreativ- und Mutlosigkeit.

                Neben den bereits genannten Darstellern kann Tarantino auf weitere erstklassige Akteure zurück greifen. Einige spielen hier die Rolle ihres Lebens (Ving Rhames), andere starteten danach durch (Samuel L. Jackson) und wieder andere bewiesen, dass sie mehr können als die Annahme zu erfüllen immer wieder langsam zu sterben.

                Bei seiner Rollenverteilung spielt „Pulp Fiction“ mit den Erwartungen des Zuschauers, wie bei vielen anderen Dingen auch. So verbirgt sich hinter dem Amoralischen der Figuren und Geschichten letztlich doch eine ziemlich konventionelle, puritanische Botschaft: Jeder bekommt das, was er verdient. Das klingt jetzt biederer als es in Wirklichkeit ist, denn egal was im Film passiert, es wirkt immer lebendig, frech und frei. Ist das besonders?

                Tarantino und seine Co-Autor Roger Avary („Killing Zoe“, „Die Regeln des Spiels“) nutzen ein Maximum von stereotypen, uramerikanischen Figuren und plündern ordentliche im Fundus anderer Filme. Doch anstatt Figuren und Fundsachen durch genormte Ereignisse und Dialoge zu scheuchen zelebriert „Pulp Fiction“ die Destruktion des Gewöhnlichen. Gangster reden hier auch mal über Fast Food und nicht bloß über Geld und Drogen. Diese Kombination aus anscheinend nicht zusammenpassendem Material ergibt eine Fülle von grandios-komischen Szenen, die dazu virtuos miteinander montiert wurden. So besonders ist es zwar nicht, dafür aber umso besser.

                Dass dieses Format auch nach über zwei Stunden noch funktioniert und nicht verschleißt, liegt nicht nur am Humor, sondern gewiss auch am Episoden-Puzzle-Konzept des Films, indem während der gesamten 154 Minuten eine Vielzahl von exquisiten Höhepunkten serviert werden. Eine wahre Klimax-Parade. „Pulp Fiction“ zum ersten Mal ansehen hat etwas von einer großen, prallgefüllten Wundertüte für Erwachsene. Der geniale Soundtrack - auch heute noch unübertrefflich: „Miserlou“ von Dick Dale & his Del Tones(warum konnten diese Black Eyed Peas davon nicht ihre schmierigen Pfoten lassen) - tut sein übriges dazu.

                Quentin Tarantino, dessen Name auf Plakaten und in den Credits ausreicht um Aufmerksamkeit und höhere Gewinne zu erzeugen, hat mit „Pulp Fiction“ nichts weiter als einen Meilenstein geschaffen. Ein Film, der von anderen Filmen kopiert und gleichzeitig so eigen ist, dass man ihn selbst nur schwer nachahmen und beschreiben kann. Eine Revue aus Klischees, Stilmitteln, Erwartungen, Überraschungen, großen und kleinen Details und das macht – natürlich- einfach eine Menge Spaß, auch bei der 100. Sichtung. Da ist es doch völlig egal, ob der Film wirklich besonders ist.

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                • 10

                  [...] Der Film arbeitet mit Zeitsprüngen und erfordert Konzentration, behält dabei aber immer Pepp und wirkt nie zu verliebt in eine ausgefallene Struktur, weil am Ende alles genauso durcheinander Sinn macht und harmoniert, wie es erzählt wurde, und nicht anders. Der „Kult“-Stempel dabei ist von Tarantino geradezu berechnet, aber nicht um des Kults willen, sondern als Nebeneffekt einer aufrichtigen Lust auf Neues aus Altem. Ein Haufen Retrosongs, gehuldigt durch die Einbettung in schräge, interessant verschachtelte Szenarien, an die man sich einfach erinnert, weil darin Figuren agieren, die so sympathisch reden wie auch unsereiner der Schnabel gewachsen ist, gleichzeitig aber von etwas Magischem umgeben sind, weil sie alle auf ihre Art eine kriminelle Berufung haben, die nie gänzlich offengelegt wird. Das alles schreit einfach nach Coolness, welche den Kult ganz logisch begründet. [...]

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                  • 7

                    Quentin Tarantinos zweite Regiearbeit nach "Reservoir Dogs", die mit ihrer Vorliebe für Gangster- und Heist-Motive sowie einer zeitlich zerstückelten Handlung erneut sichtlich von Kubricks "The Killing" beeinflusst scheint. Wesentlich präziser als im Vorgänger konzentriert sich Tarantino jedoch auf bizarre Figurentypen und absurde Nonsensdialoge, die in ihrer profanen Detailliertheit ebenso faszinieren wie amüsieren. In seinem bereits im Titel aufrichtig verdeutlichten Selbstverständnis ist "Pulp Fiction" nicht zuletzt wegen seiner ausgestellten Banalität und Bedeutungslosigkeit ein Schlüsselwerk postmodernen Filmemachens, wenn nicht sogar der qualitative Höhepunkt eines Kino der Verweise, die sich permanent gegenseitig auf die Schulter klopfen. Tarantino selbst hat in keinem anderen Film originelle Musikauswahl, gegen den Strich besetzte Schauspieler und irrwitzige Situationskomik so harmonisch und geradezu erfrischend vereinen können – entgegen der Logik eines kenntnisreichen, medial determinierten und von Popkulturcodes durchsetzten Systems, das ständig auf seine Cleverness hinweisen muss.

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                    • 10

                      "Pulp Fiction" gehört einfach in jeden Haushalt eines Filmfans. Ich werde dieses Manko schnellstmöglich nachholen und kann jedem raten sich den Film zuzulegen. Mit "Pulp Fiction" hat Quentin Tarantino ein Meisterwerk geschaffen.

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                      • 10

                        Genialer Klassiker!! Muss man gesehen haben...

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                        • 9 .5

                          Natürlich ist der Film großartig. Warum sollte jeder selbst entdecken.

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                          • 9

                            Die Dialoge, der Umgang mit dem Bildformat, die Besetzung: perfekt, besser geht's nicht. Und bei jedem Sehen entdeckt man was Neues.

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