Roter Drache - Kritik

Red Dragon

US · 2002 · Laufzeit 124 Minuten · FSK 16 · Thriller, Kriminalfilm · Kinostart
Du
  • 7

    [...] In Roter Drache, diesem strukturiert und ohne einen einzigen Durchhänger arrangierten Thriller aber ist Dolarhyde nicht als Monster geboren, sondern durch seine Vergangenheit als Missbrauchsopfer zum Monster gemacht worden. Die Hasenscharte, die ihn an seinem Äußeren auszeichnet, verweist indes nicht nur auf seine innere Zerrissenheit, sie hat auch den seelischen Wahnsinn, den diese verkrüppelte, schizophrene Existenz mit sich bringt, an die körperliche Oberfläche getragen. Ralph Fiennes brilliert wieder einmal in der Aufgabe, Leid und Gefahr dieser Figur auf einen Nenner zu bringen und macht die Empathie, für die Will Graham in seiner Arbeit bekannt geworden ist, nachvollziehbar, ist das Leben der Zahnfee doch das eines todtraurigen Einzelgängers, der nur auf seine glorreiche Verwandlung wartet. Auf die Verwandlung zum großen roten Drachen. Nur deshalb tötet er. Nur so kann er sich erlösen.

    Das kriminalistische Topoi bedient Brett Ratner mit geradezu schlafwandlerischer Sicherheit, gibt sich sicherlich Konventionen innerhalb der Darstellung der forensischen Handlungsprozesse hin, agiert dabei aber mit einer atmosphärischen Dichte, die Roter Drache niemals in seine altbekannten Einzelteile zerfallen lässt, sondern in Uhrwerk-gleicher Klarheit zum Ziel bringt. Mag Roter Drache auch nicht mehr den verstörenden Faktor mit sich bringen, wie es das Meisterwerk Das Schweigen der Lämmer tat, oder den exzentrischen Stilwillen, wie ihn Ridley Scott in Hannibal entfesselte, Brett Ratner erweist sich hier dennoch als stimmungsvoller, routinierter Geschichtenerzähler, dessen Stärke nicht die psychologische Rundumeinsicht in das namhafte Ensemble sein mag, der sein Publikum aber mühelos dazu animieren kann, am Ball zu bleiben. Hinsehen zu müssen. Wie die Zahnfee, die ihren Opfern Spiegelsplitter in die Augen setzt, um sie lebendig zu erhalten. [...]

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    • 8

      Wer hätte das gedacht? Regisseur Brett Ratner, der sich mit seicht-unterhaltender Actionkost wie "Rush Hour" und "X-Men - Der letzte Widerstand" einen Namen machte, gelang hier eine sauspannende, sensationell besetzte Neuverfilmung nach Thomas Harris' Bestseller. Locker sein bislang bester Streifen!

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      • 6

        Hätte es das Remake gebraucht ? Nein , definitiv nicht.
        Aber aufgrund der Schauspieler (Hopkins als Hannibal ist einfach Gold wert, Norton und Fiennes gut wie immer) schaut man sich das ganze auch gerne noch ein zweites Mal an. Das Mann Orginal punktet in Inszenierung und Atmosphäre, das Ratner Remake legt Wert auf große Hollywoodstars , die aber richtig überzeugen. Insgesamt für mich ein Unentschieden.

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        • 6

          Drei Abende mit ... Hannibal Lecter

          [...] Einen Innovationspreis gewinnt Roter Drache nicht, die konventionelle Herangehensweise sorgt allerdings für den rundesten und tatsächlich auch spannendsten Film der Reihe. Das geht zulasten der Figurentiefe und der düsteren Atmosphäre, wie sie die erste Adaption von Michael Mann aufs Tapet brachte, sorgt jedoch für gute Unterhaltung. [...]

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          • 8 .5
            apocryphax 13.06.2018, 04:48 Geändert 13.06.2018, 04:49

            Als ich noch jünger war, lief dieser Film abends einmal im Fernsehen. Spätestens bei der Szene, in der Ralph Fiennes den Projektor bedient und seinem Opfer (Philip Seymour Hoffman) seine Arbeit offenbart, blieb mir dieser Film auf erschreckendste Art und Weise im Kopf. Lange habe ich mich davor gesträubt, mir diesen Streifen, alleine wegen dieser Stelle anzusehen.

            Nun habe ich es getan. Und kann sagen, wie schockierend gut dieser Film einfach ist. Fiennes als erstklassiger Psychopath, Edward Norton als FBI-Agent sowie einige altbekannte Gesichter aus "Das Schweigen der Lämmer", verhelfen diesem Film zu einem erstklassigen Cast. Der Score ist wahnsinnig gut, die Kameraarbeit ist trist und düster gehalten. Alles was ein guter Schocker braucht. Ich bin nach meiner ersten Komplettsichtung einfach begeistert und würde ihn minimal höher als seinen 11 Jahre älteren Vorgänger einstufen.

            • 7

              Das Prequel zum grandiosen „Schweigen der Lämmer“, welches bereits 1986 als „Blutmond“ weitaus weniger aufwendig verfilmte wurde, hat mit Ralph Fiennes, dem maskenbildnerisch fast bis zur Unkenntlichkeit entstellten Edward Norton, der brennenden Fackel Philip Seymour Hoffman, Harvey Keitel und natürlich Anthony Hopkins alias Dr. Hannibal Lecter, eine spitzenmäßige Besetzung aufzuweisen. Durchweg spannend inszeniert, mit einem relativ furiosen Finale ausgestattet und aufgrund der routiniert agierenden Darsteller auch schauspielerisch überzeugend, sodass sich „Roter Drache“ als Baustein der Hannibal-Reihe recht würdig ins Gesamtbild einfügt.

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              • 10

                Allein durch Danny Elfmans fulminanten Soundtrack gefriert einem das Blut in den Adern. Mag auch besser so sein, wenn Lector vor der Tür steht und Hunger hat. Außer der steht auf Tiefkühlkost.
                Neben dem wunderbaren Score gibt es schauspielerische Meisterleistungen von Anthony Hopkins (war zu erwarten), Edward Norton (ebenfalls) und dem großartigen Ralph Fiennes zu sehen.
                Fast wie "Schweigen der Lämmer", insgesamt allerfeinste Thriller-Unterhaltung!

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                • 3

                  Eher langweilig und Enttäuschend. Hier wurde nur altes wieder neu aufgewärmt. Nicht einmal Hopkins konnte es retten. Edward Norton ist einfach der männliche C.Starling (Foster/Moore). Das Schweigen der Lämmer wiederholte sich nur diesmal war es langweilig.

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                  • 8 .5

                    „Hannibal“ war zwar inhaltlich eher schwach, aber er überragte durch die brilliante Darstellung von Anthony Hopkins. Und der hatte wohl wieder soviel Freude an der Rolle, dass er sie gleich noch einmal bei diesem Remake von „Blutmond“ übernahm. Und gerade da „Hannibal“ recht mau war, tut es gut, dass „Red Dragon“ den Stoff noch einmal auf das Level hebt, das „Das Schweigen der Lämmer“ vorgegeben hat.Das Grauen funktioniert hier vor allem im Kopf des Zuschauers, z.B. am Anfang in einer Szene, in der Edward Norton mit einem Diktiergerät den Schauplatz eines Mordes aufsucht und den Tatverlauf rekonstruiert – die beschriebenen Abscheulichkeiten wirken genauso als würde man sie zeigen. Dazu ist die Jagd nach dem Killer temporeich, spannend und voller Wendungen gespickt, ohne dass dabei die Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt. Dazu wird der Film von Darstellern der Extraklasse getragen: Anthony Hopkins spielt die Rolle mal wieder oscarreif, Edward Norton ist als traumatisierter Agent einfach eine Wucht und Ralph Fiennes bietet eine unglaublich grauenhafte Vorstellung des Bösen.Fazit: Finsterer, spannender Psycho-Krimi mit tollen Darstellern und schweißtreibender Story auf hohem Niveau!

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                    • 9 .5

                      Mein lieber Freund…

                      2002 kam das Ding raus und ich war begeistert…gerade vom Ende.
                      Die Überleitung zu Foster war einfach grossartig…und ich dachte beim Text von Shilton…ok jetzt kommt der langweilige Teil mit dieser biederen FBI Tussi.

                      Roter Drache hat für mich alles, was ich bei Schweigen der Lämmer immer vermisst habe.
                      Spannung, Atmosphäre haben die Lämmer auch…aber nicht wie dieser hier.
                      Ted Levine tänzeln zu sehen…dieses kranke darin zu sehen...hatte auch etwas...aber Ralph Fiennes ist schon eine Marke für sich. Was seine Performance angeht und dieses kranke in ihm. Respekt, wenn so jemand dort draußen rumläuft…was in den USA ja gar nicht mal so abwegig ist. Najaaa...
                      Die Synchrostimme hier auch gut gewählt, lässt Fiennes noch kranker dastehen.

                      Das Zusammenspiel zwischen Norton und Hopkins gefällt mir auch um Längen besser. Da ist niemand mehr der auf die Bremse tritt. Beide geben Gas…Frau Foster war immer dieser Bremsklotz der alles zum Stillstand brachte…kann man natürlich auch so machen.
                      Mir gefällt diese Variante hier deutlich besser. Wobei ich Frau Foster auch nicht sonderlich mag und gerne sehe :).
                      Keitel als Crawford auch okay…wobei Glenn da auch eine gute Wahl war.
                      Philip Seymour Hoffman immer gut wenn er dabei ist.

                      Für mich das bessere Schweigen der Lämmer…ohne es als Konkurrenz zu sehen…aber viele kommen ja ohne diese Schablonendenken gar nicht mehr klar…geschweige denn das sie anders kommunizieren könnten…ohne Ihre Vergleiche und Wertetabellen.

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                      • 8

                        Was ich an "Roter Drache" auszusetzen habe? Eigentlich nur zwei Dinge:
                        1. Die deutsche Synchro von Ralph Fiennes finde ich hier misslungen - die Stimme passt mMn gar nicht zur Person. Bin, was Fiennes angeht, vielleicht auch einfach nur vorgeschädigt, da ich ihn zum ersten mal in den Harry Potter-Filmen wahrgenommen habe.
                        2. Der Film ist beinahe ein zweiter Aufguss vom Schweigen der Lämmer - die Handlung ist ja sehr ähnlich.
                        Letzteres wiegt in der Bewertung etwas schwerer, weshalb ich schlussendlich "nur" auf 8 Punkte komme. Zwar ist dieses Prequel noch immer ein hochspannender Thriller, setzt aber eben keine neuen Maßstäbe wie sein (vom Erscheinungsjahr ausgegangen) Vorgänger. Trotz allem bietet er eine ikonische Szenen, so beispielhaft angeführt die forcierte Diashow (welche sogar in einer South Park-Folge persifliert wurde!).
                        Davon abgesehen möchte ich darauf verweisen, meine cineastische Euphorie betreffend "Schweigen der Lämmer" auf "Roter Drache" zu übertragen.

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                        • 7
                          LowRidah 08.05.2017, 18:02 Geändert 08.05.2017, 18:02

                          Spannend, ja, aber "Das Schweigen der Lämmer" ist doch deutlich unterhaltsamer.
                          Einzig das Ende macht einen echten Thriller aus dem Film.

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                          • 8

                            Fast so spannend wie das Schweigen der Lämmer

                            • 9 .5
                              Gladiator31 21.03.2017, 14:42 Geändert 30.10.2017, 11:21

                              Meiner Meinung nach der beste Teil der Hannibal-Reihe.

                              • 6 .5

                                Leider mit Abstand der schwächste Teil der Filmreihe.

                                Wer das Ganze lieber etwas schmackhafter(höhö) verpackt haben möchte, schaut dann doch lieber Hannibal - die Serie ;)
                                Da finde ich die Geschichte um den Roten Drachen um einiges interessanter.

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                                • Einer der Most-Underrated Filme aller Zeiten.

                                  • 7 .5

                                    Auf jeden Fall gut zum Anschauen. Aber als Prequel zum Schweigen der Lämmer kommt er leider niemals an diesen ran.. Aber auf jeden Fall solider, spannender Film, mit einer guten Schlusswendung.

                                    • 10

                                      Was braucht man, um einen erstklassigen Schocker zu drehen ? Einen starken, überzeugenden Serienkiller (beängstigend gut: Ralph Fiennes); einen intuitiven Ermittler (tough: Edward Norton); ein psychopathisches Genie (Anthony Hopkins); einen coolen FBI-Ermittler (abgebrüht: Harvey Keitel); einen schmierigen Journalisten, den man gerne opfert (Philip Seymour Hoffman); einen kraftvollen spannenden Score (Danny Elfman); eine Blinde, mit der wir in jeder Szene mitfiebern (top: Emily Watson).
                                      Und natürlich einen kompetenten Regisseur - hier Brett Ratner (Rush Hour). Schon ist das Meisterwerk fertig.

                                      Es ist nicht nur die abgefahrene Psyche des kranken Francis Dolarhyde, die uns in den Bann zieht, indem er Selbstgespräche mit seiner toten Großmutter führt, und seine äusserst brutalen Morde. Einfach alle spielen hier am Limit, und das merkt man in jeder Einstellung. So muss Kino sein, und nicht anders.

                                      Fazit: Einfach ein starker Wurf und echter Nägelkauer. Das kann man nicht besser machen. Volle Punktzahl. Seltsam, dass sich kaum jemand traut, volle Punktzahl zu vergeben. Was wollt ihr denn noch mehr ??

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                                      • 5

                                        die szenen mit hannibal wie bei "schweigen der lämmer", auch das ende gut. wobei es überraschend ist, da man damit rechnet, dass der showdown im feuer schon war und plötzlich steht er wieder da. das fand ich gut. aber durch diese langen konversationen wo oft nur philosophiert wurde, war es ein wenig langweilig. hätte man statt einiger konversationen paar spannende szenen mehr gehabt, hätt ich 2 - 3 punkte mehr gegeben. aber wie gesagt, ähnlich wie bei jodie foster das ende hat dann doch einiges zum positiven kompensiert....

                                        • 7 .5
                                          RoboMaus 16.10.2016, 08:37 Geändert 22.10.2016, 11:54

                                          Es gibt wohl kein Remake, das ich so viel besser bewertet habe als das Original ('Manhunter' 1986). Die Story ist schlüssiger, verständlicher dargestellt, der Plot interessanter, spannender und auch über den herausragenden Cast überzeugender. Als direkter Vergleich sei der finale Showdown angeführt, der im Original vorhersehbare Einheitskost ist (s. Kommi dort), hier jedoch einfallsreich und packend inszeniert wurde.

                                          Als wesentlicher Punkt wird Hannibal Lecter wieder von Anthony Hopkins verkörpert. Die Rolle ist ihm auf den Leib geschnitten - niemand mimt den ultragefährlichen, eloquenten Psychopathen mit solcher Eleganz und Ausdrucksstärke. Allein seine Präsenz erzeugt ein mulmiges Gefühl, und man verpürt eine gewisse Erleichterung in der Gewissheit, ihn hinter der Panzerglasscheibe in seiner Zelle zu haben und zu wissen, dass er nicht ausbricht.

                                          Denn wir sind hier im Prequel zu 'The Silence of the Lambs' (1991) - der FBI-Ermittler, stark verkörpert von Ed Norton, bringt Lecter in der spannenden Einführung zur Strecke und buchtet ihn ein. Auch das ist deutlich besser als im Original, wo Lecter zu Beginn bereits im Gefängnis sitzt, und die Beleuchtung seines abartigen Charakters kaum stattfindet, nicht einmal in Rückblenden.

                                          In der Folge entwickelt sich ein eher gewöhnlicher Psycho-Thriller um einen Serienkiller, der Familien nach einem gewissen Muster abschlachtet. Norton soll ihn dingfest machen, kommt aber nicht weiter und bittet Lecter um Unterstützung - ein gefährliches Unterfangen. Daraus resultiert ein interessantes Katz- und Mausspiel mit Lecter in seiner Zelle, wie mit dem frei herumlaufenden Psychopathen, dem Norton immer näher kommt.....

                                          Sehenswerte, spannende Unterhaltung.

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                                          • 9

                                            Gleichzeitig Prequel und Remake: »Roter Drache« verlässt sich nicht nur auf das Markenzeichen Anthony Hopkins, sondern hat mit Ralph Fiennes einen wirkungsvollen neuen Schurken gefunden. [André Götz]

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                                            • 8

                                              Im zweistündigen Ermittlungs-Thriller ROTER DRACHE fahndet das FBI unter Leitung von Chef-Ermittler Crawford (Harvey Keitel) mit Hochdruck nach einem wahnsinnigen Serienkiller (Ralph Fiennes), der bei Vollmond Familien in ihrem Zuhause bestialisch ermordet!
                                              Der aus dem Dienst ausgetretene, prädestinierte FBI-Agent Graham (Edward Norton), welcher bei seinem letzten haarigen Fall dem Tod nur knapp von der Schippe sprang, soll dabei helfen die sogenannte Zahnfee dingfest zu machen...
                                              ...dabei ist er ausgerechnet auf die Unterstützung des berüchtigten Kannibalen Dr. Hannibal Lecter angewiesen, welcher seine Inhaftierung niemand Geringerem als Graham selbst zu verdanken hat!
                                              ...
                                              Stark gespielter, wie auch fesselnd inszenierter zweite Teil der grandiosen Lecter-Trilogie!
                                              Anthony Hopkins ist trotz begrenzter Screen-Time die Krönung des Casts und für seine Rolle, in welcher er Einem durch und durch das fürchten lernt, einfach wie geschaffen!
                                              ...
                                              FBI-Agent: 'Und wenn wir Lecter ausquetschen...in der Nervenklinik gibt's doch genügend Drogen!'
                                              Agent Graham: 'Nein, vor drei Jahren hat man das schon mal versucht, um herauszufinden wo er den Princeton-Studenten vergraben hat...er hat ihm das Rezept für eine Soße gegeben!'
                                              ...
                                              8 / 10 Gebisse für deliziöse Psycho-Kost

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                                              • 7 .5

                                                also im vergleich mit schweigen der lämmer stinkt er ab
                                                der film macht aber auch vieles besser, bekommt aber trotzdem nicht die atmosphäre hin

                                                • 9

                                                  Finde ich besser als "das Schweigen der Lämmer"
                                                  Einfach nur ein guter Film

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                                                  • 8

                                                    1. Film der 'Hannibal-Trilogie'. Sehr spannend! Mit einer besseren Besetzung der Molly hätte man das Non-plus-Ultra herausholen können.