Schräger als Fiktion - Kritik

Stranger Than Fiction

US · 2006 · Laufzeit 113 Minuten · FSK 6 · Komödie · Kinostart
Du
  • 8 .5

    Die meisten Menschen befinden sich in einem Alltagstrott. Sie haben feste Uhrzeiten wann sie zu Bett gehen, wann sie aufstehen und wann sie zur Arbeit gehen. Wie auch Harold Crick (Will Ferrell), der aber eines morgens feststellt, dass alles was er macht von einer fremden Stimme begleitet wird.... als ob sein Leben aus einem Buch vorgelesen wird. Warum diese Stimme plötzlich in seinem Kopf ist, wird im Laufe der Story erklärt.

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    So gewöhnlich diese Ansätze klingen mögen, so ungewöhnlich ist dieser Film. Harold Crick, der Hauptcharakter, ist Steuerfahnder und hat ein recht langweiliges Leben, doch mit der Zeit werden verschiedene Bereiche des Lebens (nicht nur auf Harold selbst bezogen) auf poetische Weise analysiert und so kommt man auch als Zuschauer in die Versuchung das Geschehene mit seinem eigenes Leben zu vergleichen.

    Durchaus positiv überrascht war ich von Will Farrell, der hier mal nicht in einer für ihn typischen Comedy Rolle schlüpft, sondern hier auch mal in einer ernsten Rolle auf ganzer Linie überzeugen kann. Die Rolle des Harold Crick ist ihm aber auch wie aufs Leib geschnitten und es macht Spaß ihm dabei zuzuschauen.
    An seiner Seite spielt die immer sympathische und wunderschöne Maggie Gyllenhaal, die wie auch Emma Thompson und Dustin Hoffman erneut eine sehr ordentliche Leistung abliefert.

    Was "Schräger als Fiktion" so besonders sehenswert macht ist die hervorragende Inszenierung. Marc Foster (Regisseur) hat hier einen Film inszeniert der für den Zuschauer zuerst sehr leicht zugänglich ist. Mit der Zeit taucht man jedoch immer mehr in die Atmosphäre ein und schon bald befindet man sich in einem Wechselbad der Gefühle. Einerseits ist das eine Komödie, aber andererseits auch eine Tragödie bei dem das Ende stets ungewiss bleibt und dadurch noch interessanter ist.

    Ich möchte hier nicht zuviel auf die Story an sich eingehen, aber solch eine Story bekommt man nicht sehr oft geboten und schon gar nicht in dieser Art und Weise.
    Wie die Story dann letztlich endet, mag zwar auch etwas überraschen, aber der Autor hat sich schon etwas dabei gedacht und das ist auch absolut nachvollziehbar.

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    Nachdem Marc Foster schon mit "Wenn Träume Fliegen Lernen" und "Monster's Ball" zwei hervorragende Filme inszenierte, bewies er auch mit "Schräger als Fiktion", dass er ein außerordentliches Talent hat schwierige Stories auf eine leicht zugängliche Weise auf die Leinwand zu bringen. Dem Zuschauer wird hier ein Film geboten der anfangs zwar eine gewöhnliche Geschichte erzählt, aber mit der Zeit wird der Film immer subtiler und kann insgesamt kaum Schwächen aufweisen.

    • 7 .5

      Stirbt er oder stirbt er nicht? Das war die quälende Frage, der Grund warum ich den Film angespannt durchgesessen habe, ich wollte nur das Ende kennen. Der film an sich, nun, der war weiß Gott keine Qual, aber doch sehr langsame und sehr schleppende Kost. Eine bunte Mischung aus Drama, Tragödie und Fantasy, inszeniert mit einer Menge Hintersinn, putzigen Ideen und eigenartigen visuellen Effekten (Grafiken und Zahlen die im Bild auftauchen ect.). Wer Filme in der Manier der Charlie Kaufman Streifen mag wird hier eine brauchbare light Version vorfinden. Aber der Streifen ist natürlich aus anderer Sicht sehr interessant: hier versucht Comedy Genius Will Ferrell es ähnlich wie Jim Carrey, der Film soll Ferrells „Truman Show“ sein, der Wandel vom Spaßmacher zum ernsthaften Akteur. Und, wie geht’s aus? Nun, neben seinen großartigen Co-Stars Emma Thompson, Maggie Gyllenhaal und Dustin Hoffmann macht Ferrell nen guten Job und ich denke man kann ihn auch in Zukunft für ernsthafte Parts einplanen – in der Rolle hier wirkt er nur irgendwie unscheinbar, unbeteiligt und bleich. Paßt aber anderseits zum Charakter.

      Fazit: Möchtegern schräger Genremix der eigenartig steril wirkt, aber mit irren Ideen und toller Besetzung durchaus punktet!

      • 8 .5

        Starke Prämisse! Will Farrell auch mal in einer eher ernsten Rolle zusehen ist schon echt mal was nettes.
        Der Film ist so wunderbar wie er mich zwischen Freude und Trauer wechseln lässt. Ah das ist schon echt super.

        Man könnte jetzt einen SPOILER heraus deuten.
        Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht... auch wenn meine Herz das nicht gewollt hätte.

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        • 9
          mavis 24.08.2017, 13:22 Geändert 24.08.2017, 13:22

          Ich hatte mich wie für Will Ferrell üblich auf ein unterhaltsames und komödiantisch oft übertriebenes Spektakel eingestellt und dafür einen überraschend gefühlvollen und... schönen Film aufgetischt bekommen. Die Rolle des Harold Crick steht ihm unglaublich gut und es war einfach eine Freude den Streifen anzuschauen. Ich will hier auch gar keine großen Reden schwingen, sondern einfach abschließen, indem ich sage, dass das Konzept des Films mich abgeholt, berührt und auch ein wenig verzaubert hat. Und trotzdem war da neben dem ernsteren Touch immer noch genug Raum für ein paar witzige und auflockernde Einlagen.

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          • 9

            Vermutlich der beste Film von Will Ferrell, dem ich als Schauspieler bisher nicht viel zugetraut habe. Ein wundervoll poetischer Film und eine Liebeserklärung an die Literatur. Manche werden monieren, dass das Ende das gesamte Konstrukt wieder demoliert und inkonsequent ist, aber mir gefällt die Erklärung, die Emma Thompsons Rolle dafür gibt. Letztlich ist nicht das Ende entscheidend, sondern wie die Geschichte erzählt wird. Und der Film schafft es meiner Meinung nach wirklich gut die Konventionen und Ansprüche literarischer und filmischer Narration miteinander zu kombinieren und auszusöhnen. Als Buch wäre die Geschichte vielleicht etwas seicht und hätte die Möglichkeiten der Metaebenen nicht genug ausgereizt, aber als Film funktioniert es wirklich gut. Dabei helfen neben der stellenweise brillianten Schauspielleistung der Besetzung auch die visuellen Effekte mit der in ihnen enthaltenen mathematischen Kommentierung der Welt des Harold Crick.

            • 7
              dfm 12.07.2017, 08:42 Geändert 12.07.2017, 08:43

              Will Ferrell als Schauspieler ist mir eigentlich immer zu überdreht, zu schräg und viel zu laut, kurz gesagt, ich mag ihn nicht mit seiner übertriebenen Art. Aber er kann auch anders wie man an diesem Film sieht. Er sollte mehr solche Filme machen bzw. solche Rollen annehmen und nicht immer nur den völlig bekloppten Hampelmann spielen. Der Film an sich hat eine nette Idee, die nett umgesetzt wurde. Hat mich gut unterhalten.

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              • 6

                Machmerskurz? Ok.
                Klassischer Fall von „GuteIdee-Hättemanmehrdrausmachenkönnen“.
                Völlig unsubtil und „mittenindiefresse“.
                Charlie Kaufmann kannst du eben nicht im Vorbeigehen kopieren und Jim Jarmush bleibt Jim Jarmush.
                Das Schauspieler-Ensemble, allem voran ein noch nicht auf Flachwitze ausgelegter Will Ferrell, liefert dennoch eine starke Leistung ab.

                Jetzt muss ich nur noch rausfinden, wann der Kurzfilm The Gunfighter veröffentlicht worden ist.

                SPOILER:
                Persönlich hätte ich ja witzig gefunden, wenn die Autorin ihren Roman nicht umgeschrieben hätte, sondern am Ende auf der Tastatur ausgerutscht wäre. „He was de……af.“ Dann hätte er auch nie wieder das Ticken seiner Uhr hören können.

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                • 6 .5

                  ein wirklich schöner film...die erste hälfte gefiel mir etwas besser

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                  • 4

                    Sehr seichter Film...dabei ist das literarische Paradox das sich für Kay Eiffel auftut so ein schöner Stoff...schade dass daraus nicht mehr gemacht wurde

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                    • 8

                      Toller Film mit Will Ferrell mal in einer anderen, nicht ganz so albernen Rolle.

                      • 8
                        udowegener 08.06.2016, 23:02 Geändert 08.06.2016, 23:03

                        ferrell ist sowas von haargenau dieser tragische held einer geschichte in einer geschichte, der hier benötigt wird. gyllenhaal ist so sehr die patente bäckerin, die jeder romantisch veranlagte filmzuschauer sofort heiraten will. perfekte punktlandung der spieler unfauffällig gefilmt (insofern ja auch perfekt) und das ganze scheint perfekt zusammengehalten und inszeniert worden zu sein. die schreibblockierte emma thompson ist entgegen anderer meinungen auch haargenau auf den punkt. ich zumindest habe hier einzig und nur die rolle gesehen. und das ist gut so. hoffmann kann ich immer nur als hoffmann wahrnehmen. keine ahnung, ob er gut war ;)
                        sowas von interessant und vielschichtig und komisch und .....
                        angucken!!

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                        • 4

                          Wer auf schräge Filme steht, ist hier vermutlich bestens aufgehoben. Schräge Filmfreunde gibt es demzufolge auch genug, denn wie sollte sich anders die Vielzahl der teils dunkelrot eingefärbten Bewertungen erklären?

                          Anfangs fand ich diese etwas andere Tragikomödie ebenfalls noch recht annehmbar, auch wenn ich Will Ferrell für die Rolle als fehlbesetzt halte und Emma Thompson zeitweise richtig anstrengend rüberkommt. Allerdings distanzierte sich der Film in der Folge dann immer mehr von der Art Humor und Warmherzigkeit, die mir im Allgemeinen so liegt. Situationskomik oder Wortwitz? Weitestgehend Fehlanzeige! Ansonsten gibt es sicherlich reichlich klasse Ansätze, aber zu keiner Zeit mit der nötigen Durchschlagskraft. Lediglich die Kameraführung, diverse Zahlen-Gimmicks, Dustin Hoffman und zu guter Letzt die hübschen Äuglein von Maggie Gyllenhaal, bewahren den Film vor einer schlechteren Bewertung.

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                          • 8 .5

                            Ein absolute clevere Komödie mit Will Ferrell in Bestform! Unbedingt anschauen!

                            • 7 .5

                              Ein unheimlich kreativer Film. Die Story, die Regie und die optischen Einfälle (wie z.B. die Zahlen) sind ungewöhnlich aber machen gerade deswegen den Reiz aus.
                              Dazu ein wirklich großartiger Will Ferrell, der überzeugend den Spagat zwischen Komik und Drama schafft.
                              Was mich gestört hat, war die absolut vorhersehbare und erzwungen wirkende Liebesgeschichte, die am Ende einen zu großen Teil der Geschichte eingenommen hat.

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                              • 5 .5

                                Nach anfänglicher neugier wandelte sich diese in hoffnung. Ich war der hoffnung das sich etwas anderes aus der geschichte entwickelt, war doch so viel potenzial vorhanden...Okay, damit abgefunden! Aber dann dieses inkonsequente ende?!?
                                Immerhin haben mir hoffman und ferrell ganz gut gefallen

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                                • 10

                                  Die Liste meiner Lieblingsfilme ist um einen Eintrag reicher. Von hinten bis vorn einfach nur genial. Tragödie, Komödie, Biographie, Liebesfilm in einem. Großartige Schauspieler und extrem kreativ, mitreißende Geschichte.

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                                  • 8 .5

                                    Ein ganz, ganz starker Film mit einigen wenigen Makeln, insgesamt aber äußerst sattelfest. Leiden tut das Werk lediglich unter der durchschnittlichen Regie und den hölzernen, manchmal geradezu albernen Dialogen (jedoch stets gerettet durch ein überengagiertes Schauspielensemble).

                                    Persönliche Notiz: Filme über Schriftsteller haben es immer etwas schwer bei mir, weil ich selber so viel lese. In vielen Filmen hat man das Gefühl, dass die Darstellung von Literatur und Schriftstellern von jemanden stammt, der eigentlich gar keine Bücher liest, sich aber vorstellt, dass ein „wertvolles“ Buch eben so auszusehen habe. „Stranger Than Fiction“ unterliegt diesem Trugschluss ebenfalls, insbesondere in Form der Figur des Literaturdozenten mit seinem dauerhaften Namedropping herausragender Literatur.

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                                    • 10

                                      Die Bäckerin Ana Pascal (Maggie Gyllenhaal), laut “Steuerpenner” schreiend, lehnt es ab, Steuern zu zahlen, mit denen dann Kriege finanziert werden. Sie bezahlt aber gern für Kindergärten, Schulen usw. Henry David Thoreau brachte 1849 sein Essay “Ziviler Ungehorsam” heraus, dessen Kernfrage ist, ob ein Bürger sein Gewissen an den Gesetzgeber abtreten muss: Thoreau beantwortet diese Frage, indem er ein Bürgerrecht auf Verweigerung aus Gewissensgründen durch Nichtzusammenarbeit und gewaltlosen Widerstand forderte. Er selbst weigerte sich auch Steuern zu zahlen, weil sie für den damaligen Krieg in Mexiko und die Aufrechterhaltung der Sklaverei verwendet würden. Recht plausibel, wie ich finde.

                                      Zach Helm führte in seinem Buch diese Idee über Ana Pascal weiter, die er als Jurastudium-Abbrecherin zeichnet, Steuerzahlungen verweigernd und Bedürftigen helfend. Sie verschenkt ihre Kuchen und Kekse einfach. Helm führt die Idee Thoreaus aber noch ein Stückchen weiter: Harold ist Steuerprüfer und kennt das System, gegen das Ana sich auflehnt. Er schlägt ihr vor, sich mit den Mitteln des Systems gegen das System aufzulehnen, indem sie die Geschenke an die Bedürftigen von der Steuer absetzt – ihre Steuern aber sonst bezahlt. er schlägt also vor, das System mit dessen Mitteln zu bestrafen, statt die Grenzen zu verletzen – also Gesetze zu brechen.

                                      An der Idee gibt es nur ein Problem: Der zivile Ungehorsam Thoreaus evoziert mit der Grenzverletzung eine Problem-Kommunikation an das System, das nun gezwungen wird, sich damit auseinanderzusetzen. Die Ereignisse werden zu “Fällen”, die in Statistiken auftauchen oder medial präsent werden können – irgendwann werden Entscheider jedenfalls wahrscheinlich davon erfahren. Jedenfalls wahrscheinlicher als bei Helms Methode, da er keine dieser Kommunikationen auslöst. Es sei denn, man betrachtet “Steuerrückzahlung durch Hilfe an Bedürftige” als Botschaft. Aber wie soll der Entscheider, fernab von der Lebenswirklichkeit des zivil (Un)gehorsamen hier den Grund erraten?

                                      Wie ist nun das Verhältnis zwischen Harold Crick und seiner Erschafferin Karen Eiffel? Sie begegnet ihm als von ihr ausgedacht, eigener Wille (innere Fantasie) ist plötzlich äußere Vorstellung (äußere Realität) für Karen. Harold dagegen ist plötzlich keine Person mehr, sondern eine Figur. Seine Wirklichkeit ändert sich vollkommen, indem er herausfindet, dass er für eine Erzählung erfunden wurde und den Pfad entlanggeht, den diese Erzählung vorschreibt – ob er will oder nicht. Was macht man mit solchem Meta-Wissen? Er versucht sein Schicksal (Karens Erzählung) zu ändern, denn alle Protaginisten Karens sterben am Ende des Buches. Interessant ist, dass Harold sich dafür entscheidet zu sterben, nachdem er begreift, wie bedeutungsvoll sein Tod durch das Buch sein wird, während tausend Andere keinen bedeutungsvollen Tod haben werden. Er teilt dies Karen auch mit – mit dem Effekt, dass nun Karen ihrerseits mit dem Metawissen konfrontiert wird, zu wissen dass ihr Protagonist wirklich lebt und bereit ist den Tod zu sterben, den sie sich ausgedacht hatte. Wie kann sie so jemanden sterben lassen? Die Erzählung wird auf sich selbst zurückgeworfen und schreibt sich dadurch neu. Und die einzige, die Bescheid weiß, ist Harolds Armbanduhr.

                                      Zu guter Letzt möchte ich noch empfehlen den Film im Original auf Englisch anzuschauen, da die deutsche Synchronisation nicht so gut ist.

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                                      • 10

                                        Lange nicht so einen einzigartigen Film gesehen, der in mir die unterschiedlichsten Emotionen auslöste.

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                                        • 10

                                          Einfach nur Großartig!

                                          • 10

                                            -"Er hatte keine Ahnung, dass Ereignisse in Gang gesetzt worden waren, die seinen baldigen Tod zur Folge haben würden."
                                            -"WAS??? WIESO DENN??? HALLO? WAS SOLL DAS?"

                                            Dieser Film war nicht das, was ich erwartet hatte. Nicht albern, nicht langweilig, sondern herzlich und mit Lächelgarantie. Anders, charmant, darauf bedacht, dass ich mich wohl fühle. Bin schwer begeistert von diesem Streifen!

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                                            • 10
                                              Amarawish 15.11.2014, 17:21 Geändert 23.10.2015, 19:53

                                              Aus meinen Boxen erklingt Wreckless Eric mit „Whole Wide World“, um eine gedankliche Verbindung zu meinen Empfindungen herzustellen, die ich mit Schräger als Fiktion verbinde. Selbstverständlich kommt dieses klassische Stück aus den 70ern auch im Film vor, welches eine meiner Lieblingsszenen beginnt und später untermalt.

                                              Ich warne vor Spoilern, die auch auftauchen!

                                              Wir werden zu Beginn des Films in die morgendliche Routine von Harold mit unterstützenden Grafikelementen eingeführt. Diese spezielle Komponente habe ich bisher nur in diesem Film entdeckt. In Fight Club gibt es aber einen ähnlichen, grafischen Support. Das eigentliche Schräge und das Beste für mich an der Geschichte ist allerdings die Botschaft.

                                              Abgesehenen von der Fiktion kann die Grundlage des Films sicherlich auf viele von uns angewendet werden: Erst durch einen plötzlichen, unerwarteten Vorfall erkennen wir, dass der Alltag auf eine Art einem Parasiten gleicht: Wenn wir uns ihm zu sehr hingeben, nimmt er alles ein, was uns als Mensch ausmacht, - die Energie um eine Leidenschaft zu hegen und zu pflegen, die Liebe als ein Rausch der Sinne zu erleben, unsere Individualität auszuleben, die Freude, das Glück am Leben zu genießen. Alles wird banal, bis wir gezwungen sind darüber nachzudenken, was wir uns im Leben wirklich wünschen. Die Arbeit ist eine Notwendigkeit, die nicht unser ganzes Leben bestimmen sollte. Vielmehr sollte sie uns als Basis dienen, um das in Angriff nehmen zu können, wonach wir uns sehnen und streben. Aber, die menschliche Natur ist nun mal leider bequem und zieht Sicherheit der Freiheit vor. Nach einer gewissen eingelernten Routine wird alles alltäglich. Die Konfrontation mit seinem vorzeitigen Ableben, zwingt Harold aktiv zu werden und sich zu fragen, was er wirklich im Leben will, bevor sein Tod auf dem Papier besiegelt wird. Eben weil uns der Film den Denkanstoß liefert, dass wir uns öfter darauf besinnen sollten, unsere tägliche Routine zu durchbrechen, um die besonderen Augenblicke im Leben nicht zu versäumen, finde ich ihn neben der irrwitzigen Idee der Geschichte, unterstützt durch wunderbar verkörperte Figuren und einer Portion gut platzieren, waschechten Humors, mehr als sehenswert und eine wahre Filmperle, die mich gerne daran erinnert mehr Spontanität in mein Leben zu integrieren und für den Augenblick zu leben.

                                              "Wenn wir uns bisweilen in Furcht und Verzweiflung verlieren, in Routine und Gleichförmigkeit, Trübsinn und Tragödien, können wir Gott dafür danken, dass es Basier-Zucker-Cookies gibt."

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                                              • 2 .5

                                                Einer der schlechtesten Filme, die ich in letzter Zeit, bzw. überhaupt gesehen habe.
                                                Weder spannend noch humorvoll.
                                                Die Idee ist ja ansich ganz gut, es wurde nur nichts daraus gemacht.
                                                Nichts passt zusammen. Die Logik der Handlung passt auch nicht.
                                                Langweilig bis zur letzten Minute.
                                                Deshalb führe ich die Bewertung hier auch nicht weiter aus.
                                                Ist mir die Zeit zu Schade.

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                                                • 10
                                                  Alex.de.Large 22.06.2014, 10:27 Geändert 28.06.2015, 21:22

                                                  Der freie Wille, Das Schicksal, sind wir wirklich selbstbestimmt?
                                                  Sind wir Herr unseres Schicksals?
                                                  Schreiben Wir das Buch/Drehbuch unseres Lebens selbst, ist es schon, oder wird es von jemand Unbekanntem geschrieben?
                                                  Wenn dem so ist, können Wir unser Leben überhaupt bewusst beeinflussen oder gestalten?
                                                  Haben wir den freien Willen, oder wird er Uns nur suggeriert?
                                                  Denn wir Alle werden von Millionen Drehbuchschreibern kreiert, und von manchen auch bewusst oder unbewusst, mehr oder weniger gesteuert.
                                                  Jeglicher äusserer Einfluss, beeinflußt unser Leben.
                                                  Was wäre, wenn wir den „Planer“ unseres Lebens plötzlich hören könnten. Wie er Uns und unser Leben beschreibt, analysiert, plant und beeinflusst?
                                                  Wir würden nach natürlichen Ursachen suchen, würden das für Uns Unerklärliche erklärbar machen wollen.
                                                  Und dann?
                                                  Wenn das Alles nicht mehr, auch nur irgendwie logisch erklärbar wäre...?
                                                  Ja, dann würden Wir wahrscheinlich glauben was uns Alle gesagt haben, denen Wir uns anvertraut haben.
                                                  Wir sind verrückt, durchgeknallt, komplett Balla-balla.
                                                  Und was, wenn der Planer uns von unserem eigene Tod berichtet?
                                                  Erst Wut, Ärger, Hass, Verleugnung Angst und dann gegebenenfalls schon akzeptieren des Loses.
                                                  Doch irgendwann steht man auf, schreit dem Schicksal/Schöpfer/Planer in die Fresse, er könne einen ja wohl mal, und versucht dann irgendwie aus der Nummer rauszukommen.
                                                  Wenn ich das schaffe, den Plan zu durchkreuzen, ändere ich den gesamten Plan, das Schicksal, die Vorbestimmung.
                                                  Muss ich Alles in Kauf nehmen, für ein unklar definiertes „GROSSES&GANZES“
                                                  Gibt es vielleicht auch gar nicht, das Große und Ganze, nur ein Bluff, und ich kann eigentlich machen, was ich will.
                                                  Man sucht eine Lücke in die man eventuell „reingrätschen“ kann, wartet auf ein.
                                                  „Und dann beschloss er seine Mutter zu besuchen.“
                                                  Und dann macht man es halt einfach nicht.
                                                  Aber vielleicht war das auch nur ein Trick,um mich genau dazu zu bewegen?
                                                  Oder ich errege den Zorn des Planers, und er ändert meine Pläne.

                                                  Was, wenn dein Planer, eine Schreibblockade hat?

                                                  Was ist wenn der Planer sterblich ist, und vor Dir das Zeitliche segnet?

                                                  Was wenn dein Planer dich für fiktiv hält, und dann erkennt, dass du real bist?

                                                  Was, wenn du deinem Schöpfer gegenübertrittst, und Er ist darüber, verblüffter, als DU?

                                                  Würdest du gespoilert werden wollen?

                                                  Würdest du dich selber spoilen, wenn du es könntest?

                                                  Und könntest du dann dein Schicksal akzeptieren?

                                                  („Der Sinn des Lebens“ von den Python´s)

                                                  „Wir beginnen beim Lächerlichen, und arbeiten uns zurück.“

                                                  Kannst du das Schicksal akzeptieren?

                                                  „That´s Entertainment“

                                                  „Daran liegt das Wesen der Tragödie. Der Held stirbt, aber das Leben geht weiter.“

                                                  BIC Einweg-Feuerzeuge sind die besten.
                                                  Bis zur letzte Zündung brennen sie gleichmäßig.
                                                  Dummerweise sind sie dann aber immer von jetzt auf sofort, ohne Ankündigung … TOT ;(
                                                  In der früheren Sowjet-Union waren leere BIC´s sehr begehrt, da die pragmatischen Russen, da einfach Nachfüll-Ventile einbauten ;)

                                                  „Schon gut, mir fehlt NICHTS“

                                                  Außer Baiser- Zucher-Cookies ;)

                                                  Genieße die kleine Dinge, solange du sie genießen kannst.

                                                  Du weißt nie, wann es vorbei ist!

                                                  -I-

                                                  „Sehr feinsinnig-humoriger Film über die Liebe, das Leben und den ganzen schnöden Rest, der sich drumherum abspielt“
                                                  Wieder mal großartig getragen von einem hier sehr subtil aufspielenden Will Ferrell, der ganz wunderbar mit dem, nicht minder gut agierenden Ensemble, ein grübelnswertes Kabinettstückchen hinlegt :)
                                                  Rom-Com meets Mind-Fuck.
                                                  Funktioniert erstaunlicherweise hervorragend ;)
                                                  Und dazu noch begleitet, von einem wunderbaren Soundtrack :)
                                                  Das "sichtbarmachen" von Harald Crick´s Zwangshandlungen war sehr amüsant und gelungen umgesetzt ;)

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                                                    Allein weil es so eine Art von Film - glaube ich - noch nie gegeben hat, ist er schon etwas besonderes! Aber die Geschichte an sich ist auch recht schön und man fühlt sich durchaus unterhalten. Kann ich nur weiter empfehlen :)