Seom - Die Insel - Kritik

Seom / AT: The Isle

KR · 2000 · Laufzeit 86 Minuten · FSK 16 · Drama · Kinostart
Du
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    GetarnteKatze 04.03.2018, 15:55 Geändert 15.03.2018, 20:38

    Kim Ki-duk ist ein herausragender Regisseur - seine Filme sind meist intelligent, tiefgründig und handwerklich meisterhaft gefertigt. Seom ist auch hier keine Ausnahme und schnell wird klar, dass es eine Metapher auf das Geschlechterverhältnis zwischen Mann und Frau ist, hinblicklich der Umwerbung, der Sexualität, der Liebe und Verletzlichkeit.
    Was mich jedoch zutiefst erschrocken hat, ist das Maß an Tierquälerei in dem Film. Um einige Beispiele zu nennen: ein Frosch wird bei lebendigem Leib zerrissen, ein Vogel wird ertränkt, ein Hund geschlagen und Fische werden verstümmelt oder qualvoll getötet. Für mich ist dieser Preis für ein künstlerisches Werk zu hoch, und es war für mich eine Pein diese Szenen zu ertragen. War es denn wirklich nötig?
    Einige werden nun anführen, dass es reichlich heuchlerisch ist, Tierquälerei in Filmen zu bemängeln, dabei aber z. B. nicht auf Fleischprodukte zu verzichten. Ja, es ist heuchlerisch, aber dennoch legitimiert es nicht weiteres unnötiges Tierleid.
    Daher kein Film, den ich mir ein zweites Mal anschauen werde, aber er ist wegen seiner symbolischen Tiefe dennoch empfehlenswert - sofern man über diese grausamen Szenen hinwegsehen kann.

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      EudoraFletcher68 02.02.2018, 16:55 Geändert 02.02.2018, 18:56

      Der Film hat was, keine Frage. Die kleinen Hausbötchen auf dem See, die seltsame Gastwirtin. Die Atmosphäre. Und trotzdem stört mich auch hier die Art, wie die Asiaten oft Filme machen: Viele Leute sind unfassbar tollpatschig, ob das lustig sein soll, weiß ich nicht. In dem Fall sind es die meisten Nebendarsteller und wie die Hauptprotagonistin mit ihrem Hund umgeht ist, wie soll ich sagen? Man hat den Eindruck man schaut einer geistig Minderbemittelten zu, wie sie versucht, den Hund zu bewegen. Und das Schlimmste sind die Sexszenen. Die sind fast immer total abstoßend. Was damit ausgedrückt werden soll, ist mir unklar. Überhaupt ist mir halt so viel unklar und das nervt mich irgendwann. Bei westlichen Filmen fällt mir mehr ein, worum es gehen könnte, selbst wenn sie etwas rätselhaft sind. Ich denke, mir fehlt die Fähigkeit zur Abstraktion, ich kann mich nicht frei machen, von all dem, was mich irritiert und einfach nur die Bilder genießen und die Bedeutung, die vermutlich rüber gebracht werden soll. Hinzu kommt: Obwohl ich schon einige blutige Filme gesehen habe, gibt´s Sachen, die will und kann ich nicht sehen. Hier gab´s so einige Szenen im letzten Drittel des Films, die ich nicht anschauen konnte, sie zu hören hat mir völlig gereicht. Ich konnte mir auch die letzten 10 Minuten nicht mehr anschauen.

      Kleiner Spoiler, falls jemand 100 % gar nichts vorher wissen will, lieber nicht diesen Absatz lesen: Die Sache mit den Angelhaken habe ich einfach nicht mehr ausgehalten. Wahrscheinlich sollen die den emotionalen Schmerz, den sich die beiden Hauptprotagonisten gegenseitig zufügen verkörperlichen.

      Die Idee finde ich an sich auch gut umgesetzt. Aber solche Bilder vertrage ich nicht. Ansonsten bin ich nicht unglücklich darüber, „Seom“ gesehen zu haben, ein zweites Mal würd ich ihn mir aber definitiv nicht anschauen.

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        Unheimlich traurig-schöner Film über zwei weit aus dem Leben hinaus getriebenen Seelen, die in schmerzhaft-introvertierter Unfähigkeit zu Lieben fast ersticken, für jedes Gefühl müssen ganze Ozeane durchschwommen werden, in welchem Abweisung, stumme Anziehung und unerwiderter Nähe, sowie ihre tief vergrabenen Gefühlen einen schrecklichen Strudel der Selbstzerstörung katalysieren, denn man in dieser erschütternden Drastik bisher wohl nur in Hanekes DIE KLAVIERSPIELERIN sah.

        Manche Filme fühlen sich nach wenigen Minuten an, als hätte man sein ganzes Leben in ihnen verbracht, als sei man immer schon Teil dessen, was dort gezeigt wird, als kenne man die wortlosen Gefühle besser, als einem lieb ist. Genau solch ein Film ist SEOM für mich. Wo Worte so unfassbar profan und sinnlos sind, um auszudrücken, was in einem, ganz tief vergraben unter viel verletztem Fleisch fast berstend schreit, der stille Schrei nach Liebe, Geborgenheit und Nähe, die Suche nach dem menschlichen Wasser, in welchem man sich spiegeln kann, als unverfälschtes Wesen.
        Wir sind zwar zum großen Teil aus Wasser gemacht, im Wasser gewachsen, im Wasser geboren und können ohne es nicht Leben und dennoch ertrinken wir allzu leicht in den kalten, trüben Pfützen unserer Existenz, haben wir einmal das Leben tief geatmet, den rauen Wind des Wirklichkeit auf der Haut gespürt.

        Kim Ki-duk setzt das Thema Wasser hier wie ich finde wunderschön-schattiert in nass-kalten Bildern als metaphorische Ebene für Liebe ein. So fließen in SEOM zwei erzählerische Ebenen: über der unbewegten Wasseroberfläche mit dem so bezaubernd-entrückten, wortlosen Inselmädchen Hee-Jin (ich bin wiedermal verliebt: Suh Jung ♥) und ihren Annäherungsversuchen zu dem lebensmüden Mörder Hyun-Shik einerseits, andererseits eine tiefsinnige undurchdringliche Ebene tief unter eben dieser. Hee-Jin ist fast animalisch mit ihrer stillen, Natur verbunden, so tiefgründig wie der See, auf welchem sie lebt und auf dessen Grund ihre Gefühle zu liegen scheinen. Die weit auseinander liegenden Anglerinseln, treiben beinahe wie verloren auf dem See, wie trostlose Flecken der menschlichen Vereinsamung in einem Meer der wortlosen Entfremdung, ja als feuchte Wüste ohne Emotionen, Gefühle oder Nähe.
        In diese Welt schleicht Hyun-Shik, nur um dort eben diese suizidal zu verlassen. Er scheint mit seiner pessimistischen Haltung der Fluss zu sein, von dessen Wasser sie sich speisen lassen kann, denn auch er lebt mehr unter der Oberfläche als darüber. Doch wie sollen zwei Lebewesen einander nah kommen, wenn ihre Gefühle tief unter dem Spiegel des Wassers versunken sind? Ki-duk zeigt eben diesen Prozess in radikal-distanzierten Bildern, Nahaufnahmen kommen so gut wie nicht vor, alles bleibt schmerzvoll weit entfernt, anonym und doch so ungemütlich nah, diese Bildersprache wirkt umso prägnanter, da SEOM so unfassbar wortkarg ist.

        Das einige Leute das Töten und quälen von Tieren im Film abstößt, ist verständlich aber nicht konsequent. Ist es moralisch verwerflicher Tiere ohne Grund zu töten oder sich einen heranzuziehen, der dies legitimiert? Macht es wirklich eine Unterschied, ob ich ein Tier für die Kunst töte, oder um es zu essen und wieder auszuscheiden? Kunst hat für mich keine internale moralische Verpflichtung, sondern nur deren Betrachter. Wer nach diesem Film meint, er müsste nun ebenfalls Tiere quälen und töten, trägt dafür die Verantwortung und kann sich meiner Meinung nach nicht hinter SEOM verstecken.

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          die ganzen typischen komponenten von ki-duk kim in einem film vereint.

          natur und scheinbare idylle, sexuelle macht und persönliche gier, neid und liebe,tot und leben....mehrfach verstörend und manchmal auch durch seine radikale art brutal aber im mikrokosmos von seinen filmen,ergibt das meistens im ganzen wieder einen sinn.

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            In Anbetracht der ruhigen Schönheit, welche den gesamten See umgibt, der für Hee-jin als Wohnort und Arbeitsplatz zugleich dient, wirkt die schöne, schweigende Frau meist selbst wie Treibgut, das unauffällig mit dem meditativen, sanft dahintreibenden Rhythmus der Wellenbewegungen verschmelzt.
            Aus den vereinzelt auf dem Wasser zu erblickenden Hausbooten ergibt sich früh das Bild eines schwimmenden Bordells. Hee-jin versorgt die angereisten Angler nicht nur mit Getränken und Ködern, sondern stellt ihnen gegen Bezahlung den eigenen Körper zur Verfügung, den die ungezügelten, überwiegend betrunkenen Männer für ihre Gelüste missbrauchen dürfen. Der beeindruckenden Landschaft, aus der unweigerlich unzählige Regungen und Empfindungen hervor strömen, stellt Kim Ki-duk in „Seom“ den Zustand zwischenmenschlicher Lähmung entgegen. Gefühle scheinen auf der Oberfläche dieses Sees schon lange nicht mehr zu existieren, abgestumpft und voller innerer Leere geben sich die Männer ihren Trieben hin, während Frauen wie betäubt als bloße Objekte fungieren.
            Erst mit der Ankunft von Hyun-shik findet Hee-jin langsam zu ihren Gefühlen zurück, auch wenn diese wiedererlangte Fähigkeit, etwas spüren zu können, aus einer destruktiven Beziehung entsteht, in der sich ausschließlich durch Gewalt eine gemeinsame Sprache finden lässt. Die aufkeimende Beziehung zwischen der seelisch stark geschädigten Frau und dem Polizisten, der sich wegen Mordes auf der Flucht befindet und dem eigenen Leben bei passender Gelegenheit ein Ende setzen will, verschlüsselt der Regisseur in einer betörend schönen Symphonie aus Sadismus und Masochismus, wobei die Grenze zwischen beiden Extremen zunehmend ins Unklare verschwimmt.
            In einer Szene des Films zieht einer der Angler einen Fisch aus dem See, aus dem er für sich und seine Begleitung ein paar Stücke schneidet, woraufhin der halb filetierte, noch lebende Fisch wieder ins Wasser entlassen wird, um im späteren Verlauf des Films noch einmal an Land gezogen und wieder zurückgeworfen zu werden. Es ist ein Anblick von schmerzhafter Eindringlichkeit, der die von Kim Ki-duk verwendete poetische Grausamkeit, die sich durch das gesamte Werk zieht, in einem kleinen Moment zu voller Blüte reifen lässt und gleichzeitig als Metapher für das Schicksal von Hee-jin dient, die immer wieder verletzt und geschunden in die vermeintliche Freiheit entlassen wird, bis sie jemand erneut gegen ihren Willen an Land zieht.
            „Seom“ ist der verzweifelte, stumme Aufschrei nach Liebe, Zärtlichkeit und Geborgenheit in einem Zustand der unterdrückten, abgestorbenen Gefühle. Kim Di-duk gräbt sich tief durch die Schichten seiner Figuren, um zwischen tragischem Elend, verkommener Moral und abgründigen Perversionen einen letzten Rest unschuldig glänzender Emotionen ans Tageslicht zu befördern. Dabei lässt er offen, ob die zu diesem Preis gequälten Tiere, ertrinkenden Menschen, vergewaltigten Körper und mit Angelhaken penetrierten Geschlechtsteile oder Körperöffnungen all das wert sind. Selbst das saftige Grün der paradiesischen Idylle ist schlussendlich nur eine Verdeckung der aufgequollenen, verwesten Leichen, die darunter treiben.

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              Gibt es den auch mit einer Handlung?

              Ich konnte leider keine Entdecken.

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                Liebe ist ein Angelhaken.

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                  Marcy123 23.04.2016, 23:00 Geändert 25.04.2016, 19:02

                  Hab mir den Film damals mit ein paar Freunden angesehen und die Meinungen gingen doch sehr auseinander. Aber mir gefiel der Film ganz gut. Sehr ruhiger Film der aber wie ich finde schon zum Nachdenken anregt.

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                    Typisch Kim Ki-duk. Spaltet wieder die Gemüter. Sehr ruhiger und bildlicher Film, den man auf sich wirken lassen muss. Kritik über Tiermisshandlung kann ich allerdings nachvollziehen. Hätte man sicher auch rauslassen können und der Film hätte auch gewirkt

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                      Die Koreaner sind bekannt für grausame Filme.
                      Dieser Film hat grausame Leiden(s)schaft.

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                        der war mir nicht grausam/verstörend/skandalös genug...

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                          Schlaftablette!

                          • 8 .5

                            Seom ist ein zu gleichen Teilen faszinierender und verstörender Film über die Grausamkeit gegenüber der Natur. Um diese Grausamkeit darstellen zu können, scheut der Film auch nicht davor zurück, selbst zur Grausamkeit zu werden und in dokumentarischen Szenen Fische und Vögel im Todeskampf zu zeigen. Dass viele den Film dafür hassen, kann ich verstehen, auch mir fällt es schwer, dem Regisseur Kim, das nachzusehen. Nicht nur die Tierwelt bekommt einiges ab, die erschreckende, beiläufige Brutalität der Figuren erstreckt sich scheinbar gegen alles und jeden und nicht selten vor allem gegen sich selbst. Ich musste bei dem Film oft an Antichrist denken und nicht erst an der Stelle mit der Genitalverstümmelung. Seom zeigt eine eigentümliche Welt: scheinbar abgeschnitten von der Zivilisation haust ein Haufen Freaks, Perverser und flüchtiger Verbrecher. Ohne Wertung beobachtet die Kamera sie bei ihrem schockierenden Treiben und hält auch dann noch drauf, wenn es wirklich, wirklich unangenehm wird. Das ist cineastisch gesehen schon ziemlich respektabel vor allem weil der Film wunderschön aussieht und seine perversen Bilder in elegischer Sanftheit zeigt.
                            Das zweite große Thema des Filmes ist die Kommunikation. Die findet so gut wie gar nicht statt, die Hauptdarstellerin spricht den ganzen Film über kein Wort, der Hauptdarsteller so gut wie keines. Verständigen können die beiden sich nur, in dem sie sich gegenseitig verletzen und demütigen.

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                              Ich liebe asiatische Time wirklich, aber warum der Film derart hohe Bewertungen bekommen hat, ist mir unklar. Der Film ist langweilig erzählt und hat praktische keine Spannungspunkte, an denen sich bizarre Szenen aufbauen können und diese sind zudem für Koreanische Verhältnisse unterirdisch. Und bitte, meine Damen und Herren, die sich hier über Tiersnuffs aufregen, das ist lächerlich, in Asien ist das Standart und immerhin ist es ein asiatischer Film. Also regt Euch nicht wegen so etwas auf, dann guckt eben Deutsche 08/15 Filmkacke. Nur des Ursprungslandes Korea 2.0 Punkte und nur deswegen. Ich bin masslos enttäuscht über diesen Film.

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                                Seom - Die Insel… WTF! Was für ein scheiß Film! Ich kann nicht nachvollziehen wie dieser schlecht gemachte Film so hohe Bewertungen bekommen kann. Da regt sich so manch einer über Filme auf, wie „Nekromantik“ oder „Fetus“ oder „A Serbien Film“ weil hier zu viel provozierende Gewalt „dargestellt“ wird und das bei diesem „Seom - Die Insel“ reale Tiersnuff Szenen und nicht gerade wenige gemacht wurden, scheint niemand groß zu stören. Einige kennen den Unterschied zwischen „künstlich erstellt“ und „real gefilmt“ anscheinend nicht. Ist mir unbegreiflich. Tierquälerei hat nichts in Filmen zu suchen!
                                Des Weiteren ist der Film keineswegs so kunstvoll wie oft behauptet wird. Kaum Dialoge, kein Sinn, keine schönen Bilder, miserable Kamera für solch einen Film und das schlimmste NULL Atmosphäre und Tiefe.
                                Ne „Seom - Die Insel“ ist absoluter Schrott, nicht zu empfehlen.

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                                  Überflüssiger Film, der wegen der zahlreichen Tierquälereien keine Punkte verdient. Das ist keine Kunst, das ist asozial!
                                  Umso erschreckender, dass das hier niemanden zu stören scheint, ja man sogar hohe Bewertungen vergibt, weil man "Tiermisshandlungen [...] sehen durfte". DAS ist verstörend!!!

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                                    okay - der regisseur hat anschließend erklärt, daß er nicht nochmal tiersnuffs drehen wird; aber das, was er hier gemacht (machen lassen) hat, entwertet den film in meinen augen bis in den minusbereich hinein.

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                                      Der Film ist eine einzige schmerzhafte Erfahrung. Normalerweise habe ich kein Problem nach einem Film abzuschalten, doch noch immer zittert mein ganzer Körper wenn ich daran denke, durch was für eine Hölle mich der Film hat gehen lassen. Und es hat mir gefallen, irgendwie. Nur muss ich das nicht immer haben. Einer der besten Filme von Kim Ki-Duk... Und vielleicht auch sein extremster.

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                                        Stilles und kaltes Spiel der Emotionen.

                                        Zwischen Mord, Liebe und Trauer findet sich der Zuschauer in der Welt von Hee-jin, einer stillen und geheimnisvollen Frau wieder. Das besondere an "Seom" ist, dass einem absolut nicht klar ist, was denn nun als nächstes passiert. Auch wenn der gesamte Verlauf der Story einem so langsam eine trübe Sicht auf das Ende gewährt, so hat Kim Ki-duk ein absolut dichtes Drama aus simplen Mitteln geschaffen. Top!

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                                          Im Prinzip sehr einfach gemacht, zog Seom von der ersten Minute an meine ganze Aufmerksamkeit auf das Geschehen. Ich kann gar nicht genau sagen, was mich so fasziniert hat. Aber ich bin es definitiv (immer noch).

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                                            In den Top 10 der schweigsamsten Filme aller Zeiten dürfte Seom recht weit oben stehen. Da die eine Hauptperson stumm und die andere nicht gerade gesprächig ist, passt der gesamte Text sicher bequem auf eine DIN A4 Seite und wird hauptsächlich von den Nebenpersonen abgehandelt.
                                            Je weniger durch Dialoge, umso mehr punktet Seom durch starke Bilder und Atmosphäre. Der See ist schön, ruhig und einsam. Die kleinen, bunten Hütten mit ihren seltsamen Bewohnern, die teils für derbe Männerausflüge, teils für romantische Affären vor Ort sind, wirken wie eine eigene kleine und bizarre Welt.
                                            Idyllisch ist diese Welt aber nicht, denn hier gibt es Prostitution, Vergewaltigungen, Morde und die vermutlich meisten Fälle von explizit dargestellten Tiermisshandlungen, die ich je sehen durfte.
                                            Die Bilder sind teils sehr drastisch und nichts für nette Abendunterhaltung. Ich habe ab jetzt für immer Angst vor Angelhaken...
                                            Die Darsteller können auch ohne viele Worte überzeugen. Die melancholische Musik passt perfekt.

                                            Seom erzählt von einer sehr seltsamen, grausamen und selbstzerstörerischen Liebesgeschichte. Kein Film für einen romantischen Abend zu zweit. Eher für depressive Herbstabende. Empfehlenswert, dennoch nicht für jeden.

                                            PS: Wäre dankbar, wenn mir jemand die allerletzte Einstellung (nackte Frau mit riesigem "Busch") erklären könnte...

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                                              Ganz viele verstörte Szenen, in diesem Film passt alles super zusammen. Einer der wenigen Filme wo ich die Filmmusik nicht danben und unpassend fand. Das tollste an diesem Film ist aber das er ohne viel gelaber super rüberkommt.

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                                                Ein entlegener See, mitten im Idyllischen Grün der ihn umgebenden Bäume. Hier bietet die stille Hee-Jin (Jung Suh) Anglern ein kleines Paradies, um aus dem Großstadtalltag zu entfliehen. Von ihrer Hütte am Ufer aus versorgt sie ihre Gäste auf ihren kleinen Hausbooten auf dem See mit Lebensmitteln, Angelzubehör und käuflichen Liebesdiensten. Schon zu Beginn des Films tritt ihre unglaubliche Kälte und Verletztheit zu Tage, als sie einen sie verspottenden Freier im schützenden Dunkel der Nacht aus dem Wasser auftauchend angreift und mit in die Tiefe zieht. Eines Tages mietet auch Hyun-Shik (Kim Yoo-Suk) ein Hausboot und richtet sich auf der kleinen Insel mit seinem Angelzubehör ein. Aber eigentlich ist er nicht zum Angeln gekommen, sondern auf der Flucht vor der Polizei. Selbst ein ehemaliger Polizist, wurde er zum Mörder, als er seine Freundin in flagranti mit ihrem Liebhaber erwischte...

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                                                  Durch verstörende Bilder und dem fast völligen Verzicht auf Dialoge findet Ki-duk Kim in einem seiner frühesten Werke einen Weg die zerstörerische Kraft der Liebe zu porträtieren. Ein weiterer Beweis für das herausragende Kino aus Fernost.