Sieben Minuten nach Mitternacht - Kritik

A Monster Calls

US/ES · 2016 · Laufzeit 109 Minuten · FSK 12 · Fantasyfilm, Drama · Kinostart
Du
  • Achtung schwere Kost! Kein Popkornkino... Und nichts für emotional schwache. Der Film an sich ist gut gemacht aber geht an die Substanz nach einen schlechten Tag. Er sollte eher als Drama zur Trauerbewältigung eingestuft sein und nicht als Fantasy Film... Meine Frau heult nun um unterbrochen... Danke schön.

    • 7 .5

      Sehr schönes Drama über das Bewältigen von Gefühlen. Die kleinen Geschichten die durch die Esche erzählt werden, sehen mit ihrem ganz eigenen Look wirklich fantastisch aus. Auch insgesamt macht der Film optisch einiges her. Die Handlung zeigt schnell, welche Richtung der Film einschlägt. So gibt es auch kein besonderen Plot und ein unvorhersehbares Ende. Allerdings schafft es der Film einen emotional mitzunehmen und durch die besonderen, kleineren und ruhigeren Momente, die Zeit manchmal stehen zu lassen...

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      • 7 .5
        Kenduskeag 29.08.2018, 12:13 Geändert 29.08.2018, 12:15

        Der Spanier J.A Bayona schuf mit "Sieben Minuten nach Mitternacht" basierend auf der Romanvorlage von Patrick Ness ein ebenso visuell hervorragendes wie emotional packendes Filmerlebnis. Mit bewundernswertem Feingefühl zeichnet er die Story eines Jungen, der um das Leben seiner krebskranken Mutter bangt, ehe ihm eines Nachts ein seltsames Baumwesen erscheint, welches ihm in bester Dickens Tradition drei märchenhafte Geschichten erzählen möchte.

        "Sieben Minuten nach Mitternacht" erweist sich als metaphernreiche Mixtur aus Fantasy und Drama, als wohl durchdachte Allegorie auf Verlustangst und Trauerbewältigung. Die fantastischen Elemente werden dabei geschickt in die berührende Erzählung um den jungen Conor, seine getrennt lebenden Eltern und die strenge Großmutter eingewoben. Zwar ist der Druck auf die Tränendrüse durchaus beabsichtigt, gleichwohl gerät Bayonas Film nie in Gefahr, zum bloßen Kitsch zu verkommen. Einzig die längere Zeit auf der Stelle tretende Handlung lässt sich als Kritikpunkt anführen. Dieser Umstand wird jedoch durch die drei Geschichten des Baumwesens clever kaschiert.

        Die größte Stärke des Films liegt ohnehin nicht in einem besonders abwechslungsreichen Plot, sondern in seinem enormen Fingerspitzengefühl bei der Figurenzeichnung und der daraus resultierenden emotionalen Wucht. Lewis MacDougall meistert die Hauptrolle des sensiblen, innerlich aufgewühlten Außenseiters mit Bravour. Auf seinen schmalen Schultern trägt er einerseits den Großteil der Handlung und ist gleichzeitig der entscheidende Ankerpunkt für den Zuschauer. An seiner Seite überzeugen ebenso Sigourney Weaver als Oma mit rauer Schale und weichem Kern wie Felicity Jones als schwerkranke Mutter und Toby Kebbell als in Übersee lebender Vater, der mit der Entfremdung von seinem Sohn zu kämpfen hat.

        So ist ein Film entstanden, der seine Botschaften bei all seiner offensichtlichen Metaphorik subtil genug zu verpacken weiß, um nicht die Attitude eines Oberlehrers anzunehmen. Die Handlung ist weniger auf Abenteuerreise ausgelegt als noch in Tim Burtons "Big Fish", der Gruselfaktor gemäßigter als in "Pans Labyrinth", gewisse Parallelen lassen sich aber dennoch nicht ganz von der Hand weisen. Wer sich vollends auf die Charaktere einlassen kann und sich nicht weiter am gemächlichen Fortschritt der Handlung stört, dem wird dieses optisch wie inhaltlich ansprechende Werk rasch zu Herzen gehen.

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        • 7 .5

          Trauerarbeit mal anders. Starke Vorstellung von Lewis MacDougall, der die Emotionen wirklich sehr glaubhaft und berührend rüber bringt. Hier und da fehlen mir ein paar Überraschungsmomente, aber gerade das wirklich sehr emotionale Ende machen den Film letztlich zu einem nachhaltigen Seh-Erlebnis.

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          • 8 .5

            ein film den jeder sehen sollte, der mit dem tod eines geliebten menschen konfrontiert wird.

            mehr kann ich nicht zu dieses film sagen...8.5 punkte für diese schmerzhafte reise.

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            • 9

              Heftig. Diesen Film muss man erst mal verdauen, denn hier bekommen die Tränendrüsen ordentlich was zu tun. Sieben Minuten nach Mitternacht ist ein Film, den man so in der Form noch nicht zu sehen bekommen hat. Basierend auf dem Roman von Patrick Ness, hat Regisseur J.A. Bayona (Das Waisenhaus, The Impossible) ein sehr wichtigen Film über Trauerbewältigung erschaffen, den man gesehen haben muss. Der Film punktet auf so vielen Ebenen und hat eine Atmosphäre, die unter die Haut geht. Man mag bei diesem Film kaum glauben, dass Bayona für das Jurassic World 2 Desaster verantwortlich war.

              Conor befindet sich in einer fürchterlichen Situation. Seine Mutter ist schwer krank, womit er so gar nicht umgehen kann. Noch dazu wird er regelmäßig in der Schule vermöbelt, was er aber geduldig über sich ergehen lässt. Er gibt jedoch die Hoffnung nicht auf, dass seine Mutter wieder gesund wird. Eines nachts bekommt er einen überraschenden Besucher : Ein riesiges Baumwesen taucht auf und möchte Conor drei Geschichten erzählen. Die vierte Geschichte muss Conor jedoch selbst erzählen und dabei die Wahrheit über sich selbst offenbaren.

              Die Geschichte klingt jetzt wesentlich komplizierter, als sie letzten Endes ist. Im Grunde ist Sieben Minuten nach Mitternacht ein idealer Film für Menschen, die sich gerade in einer Trauerphase befinden. Der Film arbeitet vieles auf, was man aus einer solch schweren Zeit kennt. Inszeniert ist das Ganze im Stil eines halben Fantasyfilms, mit wahnsinnig guten Effekten und brillanten Bildern. Ein bisschen erinnert das Feeling an Die Brücke nach Terabithia, bei dem man auch anfangs denken könnte, dass es sich um einen reinen Fantasyfilm handelt. Es ist vor allem angenehm zu sehen, dass der Film nicht künstlich auf die Tränendrüse drückt, was bspw bei Ein ganzes halbes Jahr oder Verborgene Schönheit unerträglich war, sondern stets bodenständig bleibt und dennoch unfassbar berührend ist.

              Wie komplettiert man einen fantastischen Film? Mit brillanter Schauspielkunst. Der noch junge Lewis MacDougall liefert eine Leistung ab, die ich so stark selten von einem Kind gesehen habe. Er schafft es mit Leichtigkeit, mit Schauspielgrößen wie Sigourney Weaver oder Felicity Jones mitzuhalten. Ich will die Leistung von Jones und Weaver aber keinesfalls schmälern, denn Beide spielen brillant auf und liefern eine starke Überzeugungsarbeit ab. Das Highlight in diesem Film ist natürlich der Baum, der von keinem geringeren als Liam Neeson gesprochen wird. Optisch sieht dieses Wesen unglaublich echt aus und bei dem Look fühlt man sich fast schon wie in einem Del Toro Film.

              Fazit : Traurig, tiefsinnig und charakterstark. Sieben Minuten nach Mitternacht hat mich emotional sehr berührt und die Erzählweise war schlichtweg brillant. Ich persönlich hätte den Film zwar an einer anderen Stelle enden lassen, aber im großen und ganzen ist dieser Film eine echte Perle und er wäre letztes Jahr ganz sicher in meine Top 10 der besten Filme gekommen. Für mich ist es sogar mehr als nur ein Film, sondern auch ein stück weit Therapie für Trauerbewältigung.

              9/10

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                Jolly1980 13.08.2018, 08:58 Geändert 13.08.2018, 10:50

                Liebe….. Tod….. Leben….. Trauer…… Wut ….. Verzweiflung…… Hilflosigkeit……Einsamkeit…….Verlustangst……

                Die Angst vor dem Loslassen……einen geliebten Menschen loslassen, ihn gehen lassen, für immer???

                Kann man dies mit seinem Gewissen vereinbaren, der unabdingbaren Wahrheit ins Gesicht sehen???

                Möchte man diese schwere Entscheidung treffen? Was ist für sich selbst das Beste? Was ist das Beste für den Kranken?

                All dies durchlebt ein kleiner Junge dessen Mutter todkrank ist und es abzusehen ist, dass ihr Leben sich dem Ende zuneigt. Kein Zurück, keine Heilung, keine Rettung, nur Verzweiflung.

                In dieser Situation flüchtet er sich in eine Fantasiewelt und trifft dort auf ein riesiges Baummonster dessen Geschichten ihm zunächst wirr und komisch erscheinen, aber letztendlich einem klaren Zweck dienen. Trauerbewältigung, Aufstehen, Abreagieren, nach vorne blicken….. loslassen, endgültig.

                Ich möchte gar nicht weiter auf die Geschichte eingehen aber jedem, der nur annähernd etwas für Filme übrig hat, möchte ich diesen Film ans Herz legen. Selten hat mich ein Werk so emotional gepackt, fest umschlungen, mitgerissen und zutiefst berührt wie dieses kleine große Meisterwerk.

                Abgerundet wird das Ganze noch durch den atemberaubend schönen Erzählstil, einer wünderschönen Fantasiewelt und die Wucht der Visualisierung sowie die grandiosen Schauspieler, die durchweg wahnsinnig tolle Arbeit leisten.
                Sigourney Weaver, Felicity Jones und auch Tobey Kebell machen wirklich einen tollen Job. Aber der große Star des Films ist eindeutig der kleine Lewis MacDougall, der sich hier förmlich die Seele aus dem Leib spielt, wie ich finde.

                Regisseur J.A. Bayona (die Rechnung für die Taschentücher schicke ich ihm noch zu) gebührt an dieser Stelle auch ein großes Lob von mir. Ich glaube es hat noch nie ein Film geschafft mich derart zu berühren und gleichzeitig zu verzaubern und zum Weinen zu bringen. Danke für diese wahnsinnig herzzerreißende Achterbahn der Gefühle.

                Für mich einer der wahrhaftigsten, ehrlichsten und besten Filme den ich jemals sehen durfte……..

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                • 10

                  Was vordergründig wie ein einfach gestrickter Horrorfilm wirkt, entpuppt sich nach kurzer Zeit als bewegendes Psychogramm eines völlig überforderten 13-jährigen Jungen.
                  Regisseur Bayona arbeitet geschickt mit Elementen aus dem Horror-Genre und kriegt es gleichzeitig hin, dass der Film jeder Zeit seine Glaubwürdigkeit bewahrt. Zudem gewinnt die Handlung mit voranschreitendem Verlauf mehr und mehr an Tiefe und Differenziertheit. Das ist wirklich grosses Kino und auch schauspielerisch allererster Güte! Sigourney Weaver spielt gewohnt souverän und auch Felicity Jones ist in der Darstellung der todkranken Mutter sehr überzeugend. In den Schatten gestellt werden die beiden nur durch den herausragenden Lewis MacDougall, der seine anspruchsvolle Rolle beeindruckend meistert!

                  Ein Film über das Loslassen, den Tod und die Trauerverarbeitung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, der von diesem kleinen Meisterwerk unberührt bleibt…

                  Fazit: Grosse Filmkunst in eindrücklicher technischer Umsetzung und grandioser schauspielerischer Leistung – viel mehr geht nicht…

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                  • 8 .5

                    Ich habe auch das Buch nicht gelesen, und hatte auch sonst keine Vorkenntnisse zum Film. Mein einziegen "Wissen" war "Junge freundet sich mit Baummonster an". War also unvoreingenommen in das ganze gegangen. ALso schaute ich mir den Film zusammen mit meinem Sohn Freitag Abend an.
                    Und dann kam es knüppeldick. Ab hier enthält es SPOILER.
                    Da mein Vater auch gerade mit Krebs im Endstadion im Sterben liegt, war das ganze für mich schon hart, und wie gesagt ich wußte von der Tematik im Film vorher nichts. Also für mich eine echte Offenbarung und Ich konnte die Geschichte des Jungen sehr nachvollziehen und mit "Meiner Geschichte" vergleichen.
                    Für mich ein echt gelungener Film der mir und meinem Sohn sehr Nahe ging...

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                    • 7
                      Dr.Hasenbein 22.06.2018, 20:26 Geändert 22.06.2018, 20:30

                      Im Gegensatz zu meiner "Mitguckerin" habe ich mal wieder das Buch zum Film nicht gelesen, und bin somit mal wieder komplett ahnunglos,
                      aber auch erwartungslos an den Film heran gegangen.
                      Insgesamt hat mir "Sieben Minuten nach Mitternacht" ganz gut gefallen, komplett packen, überzeugen, oder mich emotional mitreissen konnte er mich aber irgendwie nicht.
                      Ja, schon klar, als "Nicht-Leser" fehlen mir weitere Hintergrundinformationen, die Figuren sind im Buch anders ausgearbeitet und verhalten sich im Film jetzt wiederum etwas anders als in der Vorlage.
                      Trotzdem erwarte ich von den Filmemachern dass sich mich ebenso emotional packen und mitreissen, auch wenn ich das Buch nicht gelesen habe.
                      Etwas dass hier aber eben nur bedingt gelungen ist.
                      Woran dies nun lag kann ich nicht genau sagen.
                      Die Schausspieler machen ihre Sache gut, Regisseur Juan Antonio Bayona scheint zu wissen was er macht, die Story ist wirklich traurig,
                      die Trcks funktionieren eigendlich auch, und sehen toll aus, und Bernd Rumpf, die deutsche Synchronstimme von Liam Neeson ist auch passend besetzt,
                      und hört sich wirklich toll und wunderbar brummig an.
                      Was bei mir jetzt hängen geblieben ist, ist ein schöner, etwas trauriger Film,
                      der mich aber nicht auf die emotionale Reise mitnehmen konnte wie ich es mir im Vorfeld von dem Stoff erwartet hätte.
                      Trotzdem ist "Sieben Minuten nach Mitternacht" natürlich kein schlechter Film,
                      geht mit der Situation "Trauerbewätigung" mal etwas anders um,
                      und verknüpft diese schlimme Sache mit der Fantasie eines zwölfjährigen Jungen der sich etwas eingestehen muß....

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                      • 8

                        I’m not crying, you are! Streckenweise etwas zäh, aber worth it.

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                        • 8

                          Sehr schönes Drama

                          • 9
                            MCsebi 29.05.2018, 19:52 Geändert 29.05.2018, 19:53


                            "It's okay that you are angry, I'm angry too. And if you need to break things, by god you break them."

                            Von Trauerverarbeitung und dem Umgang mit dem Tod. Von Realitätsflucht im Angesicht einer zu großen psychischen Belastung. Von eigens entworfenen Welten und der sich darin widerspiegelnden schmerzenden Wirklichkeit. Von grenzenloser Fantasie und der daraus zu schöpfenden Stärke. Und von dem letzten großen Aufbegehren, bevor es für immer zu spät ist.

                            Dem spanischen Regisseur J. A. Bayona (DAS WAISENHAUS, THE IMPOSSIBLE) gelingt ein atemberaubend schönes wie auch tieftrauriges Fantasy-Drama, welches sich nicht davor scheut, schwerwiegende und oftmals tabuisierte Themen anzupacken und auf sensible wie auch ehrliche Weise zu behandeln, ohne dabei den Bereich des Kitschigen zu betreten. Getragen wird der Film nicht nur von seiner faszinierenden Optik, welche eingebettet ist in einen mal träumerischen, mal kraftvollen Soundtrack, sondern besonders von seinen fabelhaften Darstellern. Natürlich liefern sowohl Sigourney Weaver als auch Felicity Jones wirklich starke Performances ab, werden dabei aber dennoch von dem damals 13-jährigen Lewis MacDougall an die Wand gespielt. Wenn man behauptet, Kinderdarsteller spielen ihre Rollen gut, dann meint man dies normalerweise im Verhältnis dazu, dass es eben Kinder sind. Wenn ich jedoch sage, dass der Hauptdarsteller großartig ist, dann meine ich das auch im Verhältnis zu einem erwachsenen Schauspieler. Denn seine Darstellung zählt zu einer der emotialsten, die ich bisher von einem Kind bestaunen durfte und ist einer der Gründe, warum A MONSTER CALLS mir immer wieder Gänsehaut bescherte. Allein wie MacDougall hier mit etwas interargiert, das erst später am Computer eingefügt wurde, ist phänomenal. Doch auch das Monster selbst, welches wahnsinnig gut animiert ist, besitzt eine ziemlich eindrucksvolle Präsenz, die den gesamten Film über zu spüren ist. Liam Neeson, welcher der Kreatur sowohl seine tiefe, basslastige Stimme wie auch seine Mimik lieh, sorgt dafür, dass die wandelnde Eibe nicht als seelenloser CGI-Klumpen à la Transformers durch den Film stampft, sondern innerhalb der Geschichte als eigenständiger Charakter mit (sympathischer) Persönlichkeit funktionieren kann.

                            Letztendlich ist A MONSTER CALLS ein wahrhaft mitreißendes Werk geworden, das vor visuellem Einfallsreichtum und emotionaler Antriebskraft nur so strotzt, und welches dem Zuschauer am Ende - trotz all der Trauer - vor allem eines lässt: Hoffnung.

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                            • 7

                              Die alleinerziehende Mutter des 12-jährigen Conor O’Malley ist an Krebs erkrankt. Da die Behandlungsmethoden allesamt nicht anschlagen, wird er mehr und mehr mit dem sich drohenden schmerzhaften Verlust seiner Mutter konfrontiert. In dem gefühlvoll vorgetragenen Drama, das zu keiner Zeit kitschig daherkommt, erscheint ihm eines Nachts ein zum Leben erweckter alter Baum, der ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag unterbreitet: Die Eibe erzählt ihm drei Geschichten, dafür soll ihm der Junge im Gegenzug seine Geschichte erzählen – seinen schlimmsten Albtraum.

                              „Ich will, dass es einfach vorbei ist!“

                              Es gibt nichts Schlimmeres als den Verlust eines geliebten Menschen, vor allem, wenn sich dieser unausweichlich anbahnt, und einem bewusst wird, dass man nichts, aber auch rein gar nichts daran ändern kann. Die sich hieraus ergebende Verzweiflung, die Verlustängste, das Entladen der aufgestauten Wut aufgrund der schieren Ausweglosigkeit, Stück für Stück loslassen, um neue Hoffnung zu schöpfen und vielleicht eines Tages zu alter Stärke zu finden – all dies vereint dieses einfühlsam erzählte Fantasy-Drama in Person des kleinen Jungen.

                              Während mir zwar insbesondere die erste Geschichte des Baumes vom Zeichentrickstil her nicht sonderlich gut gefallen hat, zog mich „Sieben Minuten nach Mitternacht“ zunehmend in seinen Bann. Wenn sich dann am Ende sogar die eigenen Schleusen öffnen, hat ein solcher Genre-Beitrag im Grunde alles richtig gemacht.

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                              • 8

                                den film als vorschlag auf amazon prime bekommen und angeschaut und ich muss sagen, ich war positiv überrascht. ein sehr schöner film. ein schöner und berührender film.

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                                • 7 .5
                                  Andron 11.05.2018, 22:45 Geändert 11.05.2018, 22:46

                                  Wie schrecklich, ein denkendes, sich selbst reflektierendes Wesen zu sein, dass sich seiner und anderer ihrer Sterblichkeit bewusst ist....

                                  Gut aber traurig.

                                  Und nun zum nächsten Film... ...The Show must Go on...

                                  PS: Schade das bei Amazon Prime der LFE Kanal (Subwoofer) durch das schrottige "Dolby Digital +" nicht bedient wird, darunter leidet das Filmerlebnis!

                                  • 8 .5

                                    Der Film kann helfen. Aber, man muss es auch wollen. Berührend und eindrücklich erzählt. Kein Unterhaltungsfilm für Popcorn-Kino-Junkies. Eher ein Appell an die eigenen Gefühle und sich mit Dingen auseinander zu setzen, denen man heute kaum noch begegnet und darf. Es passt nicht in eine Welt, in der Social Medias scheinbar nur zur Selbstdarstellung dienen und alles und jeder voll Hipp ist.
                                    Regisseur Juan Antonio Bayona gelang ein kleines Meisterwerk unter all den großen Blendwerken, die heutzutage die Leinwand füllen.

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                                      smartbo 02.05.2018, 20:10 Geändert 02.05.2018, 22:47

                                      Der Film handelt von einem 13jährigen Jungen, dessen Mutter an Krebs erkrankt ist. Da er an seiner Mutter sehr hängt und keiner da ist, mit dem er seinen Kummer und Schmerz teilen kann, kommt er damit emotional nicht zurecht. So freundet er sich in seiner Fantasywelt mit einem gutmütigen Monster-Baum an, der ihm hilf, mit der Situation fertig zu werden.

                                      Ein gefühlvoller und trauriger Film, der insbesondere einen guten Plot und eine dichte und intensive Atmosphäre bietet. Eben dieser Plot sowie die bedrückende Atmosphäre führen dazu, dass der Film emotional sehr berührend ist. Dabei kommt er gänzlich ohne Klischees aus, etwas, was ich vor der Sichtung angesichts des Filmthemas befürchtet habe. Gut hat mir die exzellente Tricktechnik gefallen mit welcher der Monster-Baum im Film dargestellt wird. Die tiefe und sonore Stimme des Baumes, der dem Jungen Lebensweisheiten vermittelt, die ihm weiterhelfen sollen, verleiht dem Film eine zusätzliche düstere Stimmung. Diese Lebensweisheiten helfen dem Jungen, und hier insbesondere der letztendlich entscheidende kluge Schlüsselsatz des Baumes (sinngemäß von mir wiedergegeben): Das Leben ist ein Lernprozess, die ungeschminkte Wahrheit zu erkennen und zu akzeptieren. Schauspielerisch beeindruckend sind sicherlich Lewis MacDougall in der Rolle des Conor sowie Felicity Jones, die seine an Krebs erkranke Mutter spielt.

                                      Fazit: der Film ist schön und hat mir gut gefallen. Daumen hoch. Ich kann ihn als wirklich sehenswert empfehlen.

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                                      • 8

                                        Was für ein emotionaler Film. Leute, legt euch schon mal Taschentücher bereit

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                                        • 6 .5

                                          Das Fantasydrama von J.A. Bayona, nahm uns mit in eine englische Kleinstadt und den traurigen Alltag eines Jungen, der unter der Krankheit seiner Mutter und den damit einhergehenden Verlustängsten leidet. Sein Vater hat auf einem anderen Kontinent eine neue Familie gegründet und ist nur noch sporadisch für ihn da. Seiner verhassten Großmutter, die sich widerwillig um ihn kümmern will, versucht er aus dem Weg zu gehen. In der Schule wird der als Freak geltende Conor gemobbt, da er sich in seine (gezeichneten)Traumwelten zurückzieht. Was dann geschieht ist fantastisch, surreal und herzzerreißend zugleich.

                                          Die Darstellerriege ist durchweg toll. Das Setting ist notwendig trist und stellt einen wohldosierten Kontrast zu den einfallsreich animierten Zwischensequenzen dar, in denen man sich in die Träume von Conor begibt. Fantasievoll umgesetzt wecken diese Einschübe Erinnerungen an die Animationszwischensequenzen aus dem letzten Harry Potter Film. Das Monster wiederum erinnert an eine Mischung aus Baumbart (Herr der Ringe) und Groot (Guardians) und hat mit Liam Neeson den passenden stimmlichen Charakter.

                                          Der junge Conor wird hierbei von Lewis MacDougall (eingen vielleicht bekannt aus Pan, 2015) dargestellt, von dem man in Zukunft sicher noch mehr hören wird. Ich würd’s mir wünschen! Seine Darstellung eines innerlich zerrissenen Jungen ohne Freunde und einer sich in seine Bestandteile auflösenden Familie hat den kompletten Film getragen und sorgte zum Schuss dafür, dass kein Auge trocken blieb.

                                          Schön war es auch den Autor der Romanvorlage Patrick Ness ein paar Hintergründe zur Arbeit an seinem (Dreh)Buch erläutern zu hören, seine Erklärungen zur unterschiedlichen Wahrnehmung von Büchern und Filmen (und der damit einhergehenden Abweichung bei Drehbüchern zu den Romanvorlagen) oder auch seiner Erkenntnis, dass ein solcher Film von Kindern und Erwachsenen mitunter komplett anders wahrgenommen wird.

                                          Ein sehr schöner Film: traurig, fantasievoll, mit einer hinreissend aufspielenden Darstellerriege und gut gemachten Effekten.

                                          • 5 .5

                                            Ich habe die Trailer gehen und war gehypt. Ich habe das Buch gelesen und war begeistert. Ich habe den FIlm gesehen und war enttäuscht...

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                                              RoboMaus 20.04.2018, 07:53 Geändert 21.04.2018, 07:12

                                              Die Mutter eines 13jährigen Jungen hat Krebs und liegt im Sterben - er ist mit der Situation hoffnungslos überfordert und flüchtet in eine Phantasiewelt, worin ein beeindruckend animierter Baum zu ihm spricht. Die Erwachsenen, die sich um ihn kümmern, insbesondere seine Oma (stark: Sigourney Weaver), können ihn nicht erreichen......

                                              Obwohl das (einzige) Fantasy-Element mit dem Baum passend gesetzt ist, ist 'A Monster Calls' (2016) eher ein Gefühlsdrama, das seine volle Wirkung nur entfalten kann, wenn es gelingt in die Welt des Jungen einzutauchen. Das funktioniert bei mir erst zum Ende hin - zuvor konnte ich mit den Geschichten, die der Baum dem Jungen erzählt (um ihn zur Akzeptanz der Situtation zu bringen) und den vielen metaphorischen Inhalten nur wenig anfangen. Es ist klar, wie das gemeint ist, kommt aber z.T. sehr weit hergeholt, damit zu ausschweifend und eher zu dick aufgetragen an. Im Englischen gibt dafür den schönen Begriff "armwaving".

                                              Inhaltlich tritt die Story damit bis kurz vor dem Ende auf der Stelle: der Zustand des Jungen bleibt unverändert, die Probleme bleiben dieselben, und er ändert sein Verhalten zunächst auch nicht, nachdem er sämtliche Geschichten und metaphorischen Inhalte geschluckt hat.
                                              .....und natürlich sind auch hier wieder die Extrem-Mobber am Werk, was heutzutage wohl in keinem Film fehlen darf, der mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat. Als ob in unserer Gesellschaft hinter jeder Ecke die Mobber lauern, um den Stillen zusammenzutreten - das ist doch eher einfallslose Sozial-Stereotypie, um in Filmen Pseudodramatik zu schüren.

                                              Der Film wird erst in dem Moment einnehmend, wo die Baum-Selbsttherapie dazu führt, dass der Junge seine Fesseln sprengt, aber da sind wir schon im letzten Viertel. Bis dahin ist das einigermaßen unterhaltend, kommt aber mit seiner berührenden Schlussphase doch noch auf ein "ganz gut".

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                                                Nicht jede der erzählten Geschichten fügt sich nahtlos ins Gesamtkonzept, dennoch auch wenn nicht jede in sich gelungen ist so tragen die anderen wieder den ein oder anderen lehrreichen Kern in sich über den es sich lohnt nachzudenken (besonders in der heutigen Zeit, wo manipulative Kräfte aus allen erdenklichen Lagern, um die Gunst der Mitmenschen werben oder werben lassen bsw. die 1. Story mit der Königin)

                                                Die Moral von der Geschicht könnte zum einen kaltherziger und herzlicher nicht sein, klingt seltsam ist aber so zumindest empfand ich das so. Die Darsteller insbesondere Lewis MacDougall sind herausragend, wobei Sigourney Weaver ein wenig untergeht, so finde ich es doch interessant das Liam Nesson dem Monster seine Stimme gibt, zumal er ja in letzter Zeit dem Zuschauer als Actionstar bekannt sein dürfte (96 Hours 1-3, A Walk among the Tombstones, Non Stop etc...) Da hätte ich doch eher auf die Anfänge seiner Karriere Theater/Charakterrollen/Darsteller getippt. Aber das unterstreicht nur sein wandelbares Talent.

                                                Gelungen ist auch die Farbgebung/Vertonung und unterstreicht das ganze sehr stimmig, und mir hat auch der eigenwillige Trickfilmstil sehr zugesagt und das Monster/der Baum ist toll getrickst wirkt so schön gruselig manchmal schon ein wenig zu sehr aber allgemein ist Sieben Minuten nach Mitternacht ja nicht nur ein Drama sondern ein Drama mi doch einem erheblichen Anteil an Horrorelementen.

                                                PS: irgendwie erinnert mich der Baum aus dem Film frappierend an die Ent´s aus Der Herr der Ringe.

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                                                • [...] Juan Antonio Bayona liefert uns hier einen sehr nachdenklichen, fast schon bedrückenden Film. Es ist kein typischer “Gute Laune”-Fantasy, sondern schwere Kost. Gerade durch die Kamera, die sehr nahe am Geschehen ist, wird das unterstrichen, es gibt etliche stille Momente, die man auf sich wirken lassen sollte.

                                                  Der Cast ist erstklassig, alle spielen glaubwürdig und mit absoluter Hingabe. Vor allem der kleine Junge gefällt sehr gut in seiner Rolle. “Das Monster” ist ebenfalls detailreich gestaltet und seine Stimme ist mächtig und passt einfach. Wenn es sich bewegt, knarzt und knirscht alles. Hat mir gut gefallen.

                                                  Wenn man den Fakt mit einbezieht, dass Siobhan Dowd ihre Idee nicht mehr aufschreiben konnte, da sie an Krebs starb, erscheint der Film dann sogar noch etwas ernster. Denn die große Thematik ist der Krebs und das Sterben. Wie gehen Angehörige damit um und vor allem das eigene Kind.
                                                  “Wenn niemand dich sieht, existierst du dann überhaupt?”

                                                  “Sieben Minuten nach Mitternacht” sollte man am besten zu zweit oder mit mehreren Leuten sehen, denn er regt zum Nachdenken und vor allem zum Diskutieren an. Er ist düster und traurig. Die schön gestalteten Geschichten des “Monsters” jedoch fügen dem Machwerk auch eine bezaubernde optische Komponente hinzu.

                                                  Mir hat der Film gut gefallen, auch wenn ich vielleicht nicht ganz auf der Hype-Welle mitschwimme, die ihn bei Release erfasst hat. Aber es ist ein gelungenes Werk, passend zu den kalten Herbsttagen. Es bietet sich auch an, ihn mit seinem Kind zu sehen um Themen anzusprechen, die im normalen Alltag keinen Platz mehr haben.

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                                                    A Monster Calls erzählt eine starke Rahmengeschichte über Verlustängste, Schuldgefühle und Trauer und visualisiert diese Gefühle anhand dreier Geschichten. Die ungewöhnliche Herangehensweise, die starken Leistungen von dem kleinen Jungen sowie dem restlichen prominenten Cast, aus dem Felicity Jones etwas heraussticht, sowie der gelungenen Wechselwirkung zwischen metaphorischen Bildern und der Rahmenhandlung machen den Film zu einem heftigen Drama, bei dem auch die ein oder andere Träne fließen kann und das sehr menschlich und authentisch ist trotz des nicht unerheblichen fantastischen Touches. Sehr empfehlenswerter Film, dem mehr Aufmerksamkeit gebührt

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