Silence - Kritik

Silence

US/JP/MX/IT · 2016 · Laufzeit 162 Minuten · FSK 12 · Historienfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 6 .5

    Japan und das Christentum. Christen und Japan. Worte, Glauben und die (Ohn)Macht, die sie ausüben. Martin Scorsese verfilmt den Roman von Shûsaku Endô. Und das in ziemlich tollen Bildern und mit einer tollen Atmosphäre. Andrew Garfield und Adam Driver überzeugen. Das Ergebnis ist ein nicht immer spannendes, aber durchaus interessantes, historisches Drama mit einigen bemerkenswerten Landschaftsszenen. Das Ganze ist aber auch relativ langatmig und gab es ähnlich auch schonmal: Nämlich der gleichnamige Film aus Japan vom Regisseur Masahiro Shinoda. Da war Shûsaku Endô auch noch selbst mit dran beteiligt. Trotzdem ist Scorseses Film eine sehenswerte Neuverfilmung des Romans. Vorallem der Bilder und Atmosphäre wegen.

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    • 5

      Wunderschöne Landschaftsaufnahmen und großartiges Setting. Schauspieler agieren auch gut. Auf die Off-Stimme hätte ich allerdings verzichten können, obwohl ich so etwas normalerweise toll finde. Hier wird mir einfach viel zu viel und zu schwülstig immer das gleiche vorgekaut, so dass es mir schon fast auf den Wecker ging.

      Eine Stunde weniger Laufzeit hätten dem Film IMHO gut getan. Die Geschichte hat einfach keine richtigen Höhepunkte und wird recht lasch erzählt. So schweifen die Gedanken auch gerne mal vom Film weg, kehren irgendwann zurück und man merkt, dass die selbe endlose Szene immer noch läuft ohne die Handlung ein Stück voran gebracht zu haben.

      So plätschert der Film gemächlich vor sich hin, ist irgendwann aus und das wars.

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      • 8

        Mit "Silence" liefert Martin Scorsese ein erschütterndes und beklemmendes Historiendrama über zwei portugiesische Jesuiten (Andrew Garfield und Adam Driver) ab, die im buddhistischen, Christen verfolgenden Japan zur Zeit des Shimabara-Aufstandes nach ihrem gefangengenommenen, angeblich vom Glauben abgefallenen Mentor (Liam Neeson) suchen. Der Film nimmt sich fast drei Stunden Zeit, um über die Rolle von Religion zu sinnieren. In manch grausamer, aber nie exploitativer Folter- und Exekutionsszene wirkt der Film als Plädoyer für die Wichtigkeit von Religionsfreiheit, obgleich er dabei dem Christentum wie dem Buddhismus recht neutral, bisweilen auch kritisch gegenübersteht. Wenn Sebastião Rodrigues (Garfield) nach dem erlebten Leid im bitteren Dialog mit dem Inquisitor und letztlich seinem Mentor an die Grenzen seines Glaubens gelangt, beweist Scorsese ein weiteres Mal, warum er auch nach über 40 Jahren immer noch zu den besten Regisseuren aller Zeiten gezählt werden muss. Dass der Film im Vergleich zu seinen letzten Werken beim Publikum so unterging lässt sich lediglich durch die schwierige Thematik erklären. Inszenatorisch zeigt er sich hier jedenfalls so stark wie eh und je.

        • 8

          Ein Film wie eine undurchdringliche Nebelwand.
          Scorsese setzt ein filmisches Monument, das aus der Zeit unserer heutigen Kinolandschaft heraus gefallen zu sein scheint. Ähnlich den Filmklassikern wie 'Apokalypse Now' verleitet uns der Film zunächst mit einer klaren und stringenten Missionsstruktur, nur um uns schnell in den Schleier zahlreicher Irrwege und Verästelungen zu entlassen. Die Aufgabe, in den Schlund einer fremden Kultur zu treten und bis in ihr Herz vorzudringen, balanciert stets auf dem Drahtseil der Unmöglichkeit und Scorsese hält uns bewusst Bilder vor, in denen wir für eine klare Sicht förmlich kämpfen müssen - der Film selbst wird zur Glaubensprüfung. Nebelschwaden verschleiern die wenig ausgetretenen Pfade in den einschüchternden Landschaften und Scorseses Vogelperspektiven ahmen beinahe einen göttlichen Blick nach, in dessen Fokus seine Schöpfung als von der Natur verdeckt und in der Distanz als verloren erscheint. Glauben ist auch immer Zweifeln.

          Es ist diese äußere Isolation, welche den Menschen gar keinen anderen Ausweg gibt, als dicht bei sich selbst zu bleiben und sich seinen Rückhalt immer wieder selbst versichern zu müssen. Der Fanatismus folgt einer inneren Notwendigkeit. Mögen wir ihre Gründe auch nicht immer nachvollziehen können - nein, wir sollen sie auch nicht immer nachvollziehen! - so erkennen wir in diesen Menschen dennoch das Glühen ihrer Überzeugungen. In ihrem Innersten haben sie eine Wahrheit gefasst, die wie eine flackernde Kerze den Winden ihrer Zweifeln ausgesetzt ist, aber doch nie erlischt.
          Scorsese nutzt die Bühne seines Films, um das Paradoxon der Verträglichkeit eines solchen inneren Absolutismus mit seinem äußeren Pragmatismus auszuloten und glücklicherweise erkennt er die Notwendigkeit an, seine Debatten aus dem Gefüge der Überheblichkeit heraustreten zu lassen.

          Die hier gestellten Fragen und Zweifel haben in ihrer Offenheit das Potenzial zu zermürben, weswegen es zunächst verwunderlich erscheint, dass Scorsese hier ausgerechnet eine Schlusspointe setzt, die das Schweigegelübde des Films bricht und uns klare Antworten liefert. Aber möglicherweise ist das Ausdruck einer göttlichen Barmherzigkeit, wie sie uns nur ein Regisseur von oben herab erteilen kann und die uns sonst im Leben verwehrt bleibt.

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          • 8 .5

            [...] Das Leiden der japanischen Christen um Pater Rodrigues herum ist nie nur deren Leiden allein, sondern muss immer auf ihn zurückprojiziert werden, um einen tobenden Gewissenskampf zu rechtfertigen. Und für den Horror des portugiesischen Kolonialismus scheren Scorsese und Cocks sich erst recht nicht. Nicht aber, weil Silence seinen Protagonisten zu einem "white savior" machen möchte, sondern weil er wie viele Scorsese-Filme vor ihm dessen meisterhafter Strategie des subjektiven Erzählens unterliegt. Die Welt des Films, wie wir sie in ausladenden 162 Minuten zu sehen bekommen, ist auf den Blick einer Figur beschränkt, deren Hingabe zu ihrer Mission eine absolute und daher im höchsten Maße engstirnige ist. Alles was wir sehen, sehen wir durch die Augen von Rodrigues, und da dies ein eingeengter, unsachlicher Blick ist, aber nicht zwingend der eines Bösewichts, werden wir einmal mehr von Scorsese dazu verführt, die Abbildung dieser Welt zugleich als Befürwortung ihrer selbst zu verstehen - nur um dann am Ende genau wie Rodrigues unsere Arroganz vor Augen geführt zu bekommen. Es ist eine brillante Form des Erzählkinos, eben weil sie so zutiefst unbehaglich ist und uns zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung zwingt. Anders als noch bei The Wolf of Wall Street, der den Zuschauer mit reichlich energetischem Witz auf die Seite seiner schurkischen Figuren ziehen wollte, ist es dieses Mal unser emotionaler Einsatz in das Geschehen, den Scorsese für falsche Zwecke in­s­t­ru­men­ta­li­sie­rt - und damit klare Archetypen von Gut und Böse erschafft, die er später noch unterlaufen wird. [...]

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            • 8
              Commentator 17.01.2018, 22:11 Geändert 17.01.2018, 22:14

              Matthäus 7:3
              Wir sollten niemanden verurteilen; wir können nur uns selbst beurteilen.
              Im Grunde eine Nacherzählung der Verleugnungen des Paulus.
              Was mich trotzdem fuchst, ist der Bezug zur Christenheit mit dem das Christentum nicht wirklich etwas zu tun hat, aber das kann man historisch natürlich erklären. Nur ganz stehen kann man diesen Film nicht ohne die historische Blutschuld der hier so friedlich gezeigten katholischen Kirche zu erwähnen. Die Off-Stimme jedoch nicht, eine Aufforderung abzuschwören? Das war dann doch zu viel des Guten. Trotzdem unterm Strich ein starker und sehenswerter Film.

              • 7 .5

                Wenn Gott schweigt…
                Martin Scorseses filmischer Beichtstuhl ist eine düstere Meditation über den christlichen Glauben und Zweifel. Ist Opferbereitschaft Ausdruck tiefer Religiosität, steht Gottvertrauen über den Wert des einzelnen Menschen, kann Mitgefühl auch Fanatismus bedeuten? Ist Märtyrertum eine sinnlose und selbstgerechte Art von Glaubensbekenntnis? Warum ist die christliche Erlösung mit Leiden verbunden und kann eine Religion kulturell unabhängig eine Allgemeingültigkeit haben? „Silence“ ist ein Diskursfilm. Stellt Fragen, beantwortet sie nicht. Das Werk von Scorsese könnte auch als bittere Parabel über den Zusammenhang von Missionierung und Kolonisierung sein. Oder in seinem historischen Bezug auf die Christenverfolgung in Japan einen aktuellen politischen Subtext transportieren.
                In erster Linie ist der Film allerdings ein Film über Obsessionen. Die des Protagonisten und die des Regisseurs. Über 20 Jahre hat der Meister an der Verfilmung der Novelle des Japaners Shusaku Endo gearbeitet. Sein Herzensprojekt verbindet endgültig seine Leidenschaft zwischen Kino und Katholizismus. Entstanden ist ein überraschend privater Film, der trotz epischer Bildgewalt immer nahe, teilweise unangenehm nah an der zentralen Hauptfigur des Films ist, ohne sein Leiden auszubeuten. Das Hinterfragen von sich selbst überträgt sich auf den Zuschauer. In 160 Minuten wird die Glaubensprobe eine Bewährungsprobe und eine Geduldsprobe. Wie die Christen werden die Zuschauer gequält. So manche Male kann dieser theologische Diskurs den Betrachter überfordern. Seine Unversöhnlichkeit, sein Nicht-Anbieten von Befreiung und Erlösung hat eine zunehmende soghafte Abwärtsspirale. Solch sperriges Kino lockt nur bedingt Massen ins Kino, wer will schon Leiden und Zweifel so spürbar im Kino als Selbsterfahrung erleben. Nicht ohne Redundanzen quält sich der Zuschauer durch den Film, wird aber dadurch mit ungemein kraftvollen und bewegenden Momenten belohnt. Der formale Akt der Apostasie wird zu einem Thriller, denn wie kann es möglich sein vom Glauben offiziell abzutreten und zugleich ihn im inneren weiterhin bewahren.
                Am Ende hat uns Scorsese ein Gefühl dafür gegeben, das religiöse Sehnsucht einen persönlichen Wert haben kann, haben darf und das diese unabhängig von Symbolen und Ritualen ist.
                7,5 Spiegelbilder im Fluss.

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                • 8
                  AndrewLaeddis 30.12.2017, 13:16 Geändert 30.12.2017, 13:22

                  Ein echt toller Film! Anscheinend nicht geeignet für Freunde des Mainstreams und wohl eher etwas für Freunde des Programmkinos. Kann einfach nicht verstehen das man mit zwischendurch ruhigen Filmen ein Problem hat. Also schaut euch lieber The Expandables o.ä. an.

                  • 7

                    Toller Historienfilm mit beindruckenden Bildern und herausragenden Schauspielern, der aber um eine halbe Stunde zu lange geraten ist. Hatte einfach seine Längen, die aber manchmal echt mit geilen Szenen wieder gut gemacht wurden.
                    Sehr brutal und bedrückende Stimmung in diesem Film, die Thematik ist auch nicht für jeden was.
                    Man muss sich ein bisschen überwinden, aber wo Scorsese draufsteht, ist gutes drinnen.

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                    • 8

                      Dieses Zitat von Scorsese fasst Silence und seine Wertigkeit gut zusammen:

                      "Religion wird heute für politische Zwecke missbraucht. Deshalb finde ich, dass ein Film über den Kern des Glaubens in dieser Zeit richtig ist. Denn im Kern geht es beim Glauben um Nächstenliebe und Mitgefühl. Nur mit Nächstenliebe und Mitgefühl wird die Menschheit überleben können."

                      http://www.zeit.de/zeit-magazin/2017/12/martin-scorsese-regisseur-kindheit-arbeit

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                      • Seit laangem mal wieder ein Film den ich abbrechen musste ;)

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                        • 7 .5
                          clarkkent 07.12.2017, 15:47 Geändert 07.12.2017, 15:49

                          Scorsese's "SILENCE" presentiert sich als sperriges, meditatives Mahnmal. Ein religiöses HistorienDrama, das sich sehr viel Zeit lässt seine Geschichte zu erzählen.
                          Mir hat dieser Film sehr gut gefallen.
                          Driver und Garfild harmonieren gut miteinander, und es ist schön zu sehen das sich Neeson,- abseits des Action-Kinos-,mal wieder ernsthaften Projekten zuwendet.
                          Wer sich für SILENC endscheidet, sollte sich wirklich vor Augen halten was er sich anschaut. Der Film ist sehr langsam inszeniert und man sollte schon auch ein gewisses Interesse an der Thematik vorzuweisen haben.
                          Ich hab mir SILENCE ganz bewusst ausgesucht und angesehen & wurde somit auch nicht enttäuscht.

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                            Django94 02.12.2017, 22:30 Geändert 02.12.2017, 22:41

                            Leider nur schwer zu ertragendes fanatisch-religiöses Machwerk. Ein solcher Film in der heutigen Zeit ist einfach nur lächerlich. Viel zu undifferenziert, nur in der Mitte des Films wird mal ein bisschen kritisch vorgegangen. Der Film, der am Anfang Anteil am Leid der christlichen Japaner nimmt, vernachlässigt dies zunehmend und stellt lieber einen christlichen Missionar in den Vordergrund.
                            Dabei werden die Widersprüche des Glaubens offen gelegt, aber so einfach hingenommen dass es wehtut.
                            Auch sonst ist der Film zu lang geraten und ohne Spannung erzählt, zudem können die Schauspieler nicht überzeugen. Die Punkte gibts am Ende für die tollen Landschaftsbilder und ein annehmbares Stimmungsbild in der ersten Hälfte.

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                            • 5

                              Auch wenn Altmeister Martin Scorsese vor einigen Tagen seinen 75. Geburtstag feiern durfte ist mein Kommentar zu seinem jüngsten Werk "Silence" weniger als verspätetes Geschenk anzusehen.
                              Dieser Film über die Verfolgung der Christen im Japan des 17. Jahrhunderts wirkte auf mich äußerst zäh und schwer zugänglich. Zwar ist dieser Glaubensepos gut besetzt und toll bebildert, nur viel mehr positiv gibt es hier eigentlich nicht zu berichten. Natürlich ist das alles eine Sache des Geschmacks, nur ich wurde hier eher enttäuscht.

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                              • 8 .5

                                Teilweise wirkt (besonders am Anfang) Silence etwas wie ein 30er Jahre Ulkfilm aber das hat sich schnell und es entsteht ein packendes Drama der etwas anderen Art. Und Es wird glücklicher Weise etwas besser differenziert als "Böser Japse" und gute, arme Christen.

                                • 8 .5

                                  Was soll man über diesen Film sagen....... ausser das er wirklich einiges mit bringt.
                                  Um es kurz zu machen, ein bildgewaltiges Werk von einem Brillianten Regisseur. Die Handlung ist einfach, aber alle mal kräftig genug um nach dem Film sich selbst viele fragen stellen zu können. Die Kamera und der Schnitt waren sehr gut, musik brauchte dieser Film zu keiner Zeit, da die Bilder genug emotionen mitgebracht haben. Die Schauspielerische Leistung von Garfield ist einfach Weltklasse genau so wie in Hacksaw Ridge. Was ein manko sein könnte, ist die Länge des Films, jedoch ich persönlich kein Problem damit hatte. Alles in allem kein Perfekter Film, jedoch ein kleines Meisterwerk da er mir wirklich sehr gut gefallen hat.

                                  • 6 .5

                                    Guter Film, zieht sich aber ganz schön.

                                    • 4
                                      RoboMaus 08.11.2017, 22:38 Geändert 09.11.2017, 09:21

                                      Wer auch immer 'Silence' (2016) finanziert hat (Scorsese selbst?), hat wohl von vorneherein einen Verlust von etwa 40 Mio.$ einkalkuliert. Oder würde jemand ernsthaft erwarten, ein größeres Publikum zu einem der langatmigsten Filme überhaupt, auf markerschütternde zweieinhalb Stunden (ohne Abspann) in das Kino zu holen? Dieser Film kann wegen seiner extremen Anforderungen an die Sehgewohnheiten nur ein Nischenprodukt für eine konkrete Schicht von Leuten sein, was sich an den Kassen bestätigt hat.

                                      Das ist eigentlich schade, denn 'Silence' ist beileibe kein schlechter Film. Im Gegenteil - er baut von Anfang an eine einnehmende, authentische Atmosphäre auf, worin sich langsam eine Handlung mit greifbaren und sehr aussagekräftigen Inhalten entfaltet. Es dreht sich um die Aufrechterhaltung des bedrohten Christentums im Japan des 17. Jh., als Japan sich entschloss, die Christen im Land auszumerzen. Vor allem in der ersten Hälfte schwingt die ständige Bedrohung mit, unter der die frühen Christen Japans leben, danach ist es das offene Ins-Auge-Sehen einer Macht, von der es kein Entkommen gibt, die zelebrierte Folter zur Abschreckung einsetzt.

                                      Der Film ist inhaltlich interessant und intensiv, aber auch extrem langatmig, wobei die karge Handlung nur zäh, mit zunehmender Laufzeit immer zäher vorankommt. Das fühlt sich beinahe an wie eine Bestrafung des weniger geneigten Zuschauers - es fehlen nur noch die Stromstöße im Kinositz beim Einnicken. Damit disqualifiziert sich 'Silence' allein schon durch seine Form als Werk, das für ein breites Publikum zugänglich wäre.

                                      Vielleicht versteht Scorsese nicht, dass die meisten Leute nicht die nötige Fähigkeit zur von ihm verlangten Aufmerksamkeit besitzen, und allein deshalb diesem Film nicht beiwohnen können, ohne unruhig zu werden oder sich anderweitig zu beschäftigen. Vielleicht. Wahrscheinlich schert es ihn jedoch einen Dreck, genau wie die 40 Mio.$, die er damit in völliger Vorhersehbarkeit in den Sand gesetzt hat.

                                      Für mich als prophanen Filmkonsumenten ist der Film von seiner Form her vollkommen inakzeptabel, de facto das, was einen Anti-Film repräsentiert (0 Punkte). Andererseits respektiere ich die Intensität der Inhalte und die beeindruckende Atmosphäre (8 Punkte). Unter dem Strich bleibt ein uninteressanter Film (4 Punkte) und, vom Unterhaltungswert her, das Gefühl von Zeitverschwendung.

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                                      • 6 .5

                                        In opulenten, kraftvollen Bildern zeigt Scorsese die Christenverfolgung im Mittelalter in Japan. in diesem manchmal etwas zähen Handlungsablauf werden
                                        Christen öffentlich geköpft, verbrannt und ertränkt. Es stellt sich für den Zuschauer
                                        die Frage, ob Missionierungen um jeden Preis legitim waren.

                                        • 8 .5
                                          Daggiolone 03.11.2017, 07:33 Geändert 03.11.2017, 07:40

                                          Ich behaupte mal, dass es sich bei Silence um den besten je gedrehten Bibelfilm handelt. Oder zumindest um den einzigen der mich erreichen konnte. Das Leben des Brian klammere ich dabei bewusst aus, auch wenn er rein formal betrachtet zur gleichen Kategorie gehört.
                                          Die Geschichte von Jesus wird zwar nicht originalgetreu nacherzählt, schwingt aber ununterbrochen mit. An einer bestimmten Stelle leider sogar zu sehr. Durch die ungewöhnliche Verlagerung von Raum und Zeit gelingt Scorsese jedoch etwas wundervolles. Die Figuren werden wieder menschlich, und besonders für den bibelkritischen Zuschauer wie mich zu Projektionsflächen in welche man sich wunderbar hineinversetzen kann. Was heisst es eigentlich zu glauben? Diese Frage ist in Silence wohl die zentralste. Wie stark kann der Glaube sein, damit er einem weiterhin Hoffnung gibt? Die Werte die das Christentum lehrt, werden hier ohne Pathos auch mir vermittelt, indem der Film durchaus zwischen christlicher und kirchlicher Lehre differenziert. Der Glaube an Dogmen oder an Symbolen wird subtil in Frage gestellt, vor allem wenn diesen mehr Bedeutung geschenkt wird als den tödlichen Konsequenzen. Wenn nicht mehr klar erkannt werden kann, dass der Glauben indirekt zu furchtbarem Leid führt. Kann man somit ein stark gläubiger Christ sein auch ohne den ritualen der Kirche zu folgen? Wenn der Film diese Frage offen gelassen hätte, wäre ein Punkt mehr bei meiner Bewertung drinnen gewesen. Aber die Schlusseinstellung beraubt den Zuschauer leider jeder Interpretationsmöglichkeit. Ein Scorsese sollte es besser wissen wie Filme funktionieren, war aber wohl der Meinung am Ende doch noch ein klares Statement setzen zu müssen. Vermutlich damit Gläubige sich nicht auf den Schlips getreten fühlen. Jemandem wie mir dagegen, nimmt er die Möglichkeit mir selbst Gedanken zu machen, und mein Weltbild zu überprüfen, das durch diesen Film leichte Schwingungen erfahren hat. Letzten Endes fällt aber auch Scorsese den von ihm selbst kritisierten Dogmen zum Opfer.
                                          Alles in allem bleibt Silence aber ein äußerst sehenswerter Film. Da mal was wirklich anderes.

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                                          • 7

                                            Silence von Scorsese ist kaum oder nur schwer zu beschreiben . Das positive an diesem Film sind sein langsames der Story dienliches und für die Geschichte absolut notwendiges langsames Erzähltempo . Seine großartigen Bilder und die Tatsache das er keine klaren Rollen verteilt mit gut und böse . Kein schwarz und weiß . In den Szenen in denen sich der Priester und sein japanischer Gegenspieler gegenüber sitzen und ruhig und sachlich Fragen diskutieren wie ob das was in Europa richtig ist auch in Japan richtig sein kann und ob es eine universelle Wahrheit gibt ,zeigt der Film seine ganze klasse . Und regt zum nachdenken an .Trotz einiger schwächen und längen ein sehenswerter Film .

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                                            • 5 .5

                                              Ein langer Historienfilm vom großen Regisseur M. Scorsese.
                                              Die Schiffsreise von Portugal nach Japan dauert im Film ca. 20 Sekunden; schade. Im Jahr 1640 war das sicherlich allein schon ein langes und aufreibendes Abenteuer.......
                                              Für diesen Film muss man sich Zeit nehmen zum Abschalten, um sich auf die spezielle langsame Erzählung einzulassen.
                                              Es wird aufgezeigt welche Bedeutung zu dieser Zeit der Glauben für einige Menschen hatte. Sie gaben sogar ihr Leben dafür.
                                              Und ach wie toll die dunkle Original-Stimme des japanischen Inquisitors. (typisch wie aus Shogun)
                                              Der Film zeigt keinerlei Ablenkung vom Hauptthema "christl. Glauben" und deren Verfolgung in Japan. Nix anderes. Kaum action.
                                              Das mag natürlich oberflächlich betrachtet vielen nicht so schmecken, aber es ist wohl so gewollt.
                                              Dieser Film wird wohl daher selten 2 x angesehen......
                                              ....... da auch das Ende recht beschaulich bleibt.

                                              • 6 .5

                                                Für eine Empfehlung hat der Film sich für mich dann doch ein bisschen zu sehr gezogen. Technisch gibt es nicht viel auszusetzen, aber er war mir einfach zu langatmig.

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                                                • 8 .5

                                                  Überwältigendes Kraftakt-Kino, das mühelos zur penetranten Metapher-Bibelstunde oder – noch schlimmer – eine verleugnende Legimitation von europäischen Kolonialismus im Namen des Herren hätte werden könne. Stattdessen gelingt Martin Scorsese ein ernsthafter, aus den jeweiligen Standpunkten grausam-logischer Diskurs über Macht, Kraft, Zweckhaftigkeit und gleichzeitige Gefahr von Religion und Glauben, ohne ein unabdingbares Bild von gut oder böse, richtig oder falsch anzubieten. Ein qualvoller Konflikt zwischen spiritueller, mentaler Standhaftigkeit und ganz praktischer (Un)Menschlichkeit, der sehr interessante Fragen stellt, ohne sie ganz eindeutig zu beantworten. Sich nicht anmaßt, sie beantworten zu können. Das genau macht den Unterschied aus zu so manchen, belehrenden Zeigefinger-Filmen, die dadurch mindestens einen unangenehmen Beigeschmack mit sich bringen. Oft sogar mehr als das. „Silence“ ist ein Film von einem gläubigen, weltoffenen Christen, der trotzdem nie die Augen vor der Realität verschlossen hat und selbst mehr als einmal mit seinem Glauben gehadert hat. Ein sehr persönlicher Scorsese, vielleicht der Persönlichste bisher, obwohl man das zunächst nicht vermuten mag. Ein gewaltiges und gewalttätiges Erlebnis, kaum in passenden Worten zu beschreiben.

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                                                  • 3 .5

                                                    Ein quälend langatmiges und zähes Werk mit durchschnittlichem Cast, aus dem nur Liam Neeson hervorsticht. Andrew Garfield ist, wie in all seinen Rollen, dazu noch äußerst unsympatisch. Nicht einmal die Bilder oder die Atmosphäre des Films können überzeugen. Hinzu kommt ein überzogen religiöser Touch. Es ist unerträglich all den religiösen Fanatikern mit ihrem überzogen religiösen Gebaren zuzusehen. Lachhaft wie die japanischen Dorfbewohner am Anfang des Films nach einer Beichtmöglichkeit bei den beiden Mönchen gieren, als wenn ihr Leben davon abhinge oder sich die Mönche lieber mit kochendem Quellwasser verbrühen lassen, anstatt einfach ihrem Gott abzuschwören. Der ganze Film ist widerlich durchtränkt mit Religiosität und auch deshalb beinahe unansehbar. Der Film reiht sich zudem ein in die zahllosen unterdurchschnittlichen Filmgurken vom jeher stark überschätzen Scorcese. Shutter Island, Hugo, Gangs of New York und selbst Wolf of Wall Street, Good Fellas oder Taxi Driver. Gehypte "Meisterwerke". Nur Departet konnte bislang wirklich überzeugen.