Starlet - Kritik

Starlet

US · 2012 · Laufzeit 103 Minuten · FSK 16 · Drama · Kinostart
Du
  • 5 .5

    er lässt sich gut schauen aber man verpasst hier auch nicht wirklich was...

    • 7
      lieber_tee 15.01.2017, 10:40 Geändert 15.01.2017, 10:43

      Bürgerlichkeit im Porn Valley.
      Wohlfühl-Indie-Quickie von den Macher von „Tangerine“. In seinem bewussten Spiel aus Dokumentation und Erzählung verbindet Regisseur Sean Baker unterschiedliche Lebensmodelle, Wertvorstellungen und Generationen miteinander. Mit herzerweichender Hartnäckigkeit erzählt er über die Freundschaft zweier vereinsamten Frauen, die sich gegenseitig brauchen. Auf das Zusammenspiel der beiden überzeugend spielenden Hauptdarstellerinnen fokussiert, treibt der privat wirkende Film durch ein sonnig-überbelichtetes Kalifornien, ohne das Pornomilieu, in dem er (auch) angesiedelt ist, voyeuristisch auszubeuten oder eine zentrale Bedeutung zuzuschreiben. Obwohl nicht frei von Klischees (das lebenslustige, sich treiben lassende Pornosternchen, die alte, schrullige Bingo-Oma) schafft es „Starlet“ immer eine ehrliche Fröhlichkeit auszustrahlen, ist entwaffnend sympathisch, nie klebrig.
      7 Lowenergie -Chihuahuas

      17
      • 7

        In Sean Bakers "Starlet" entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen zwei Frauen, bei der völlig unterschiedliche Welten aufeinanderprallen, von denen man eigentlich nicht vermuten würde, dass sie auch nur im Entferntesten zusammenpassen könnten.
        Jane ist ein zurückhaltend wirkendes Mädchen, das in einer chaotischen WG wohnt, zugedröhnt in den Tag hinein lebt und ihre Zeit und Liebe eher ihrem Hund Starlet anstatt einem Partner schenkt. Ausgerechnet zu der älteren Witwe Sadie fühlt sie sich hingezogen, denn nachdem die in ihr erst eine Art psychopathische Stalkerin sieht, erkennt sie schließlich, dass Jane einfach nur sehr oft etwas mit ihr unternehmen will.
        Baker hat mit seinem Film ein unkonventionelles Indie-Drama gedreht, in dem der Blick des Zuschauers zunächst auf schlichte Beobachtungen und Tagesabläufe gerichtet wird. Ungewohnt spät wird überhaupt erst klar, was Jane beruflich macht, wenn Szene-Größe Manuel Ferrara vor der Kamera mit ihr aktiv wird. Mit solch einer nüchternen, abgeklärten und beiläufigen Selbstverständlichkeit wurde das Leben einer Pornodarstellerin vermutlich noch nie in einem Film beleuchtet, weshalb "Starlet" alleine durch dieses Element eine besondere Ausstrahlung besitzt.
        Doch auch das Verhältnis zwischen Jane und Sadie ist besonders, denn trotz der Tatsache, dass die Freundschaft zwischen einer jungen Pornodarstellerin und einer mürrischen, eigenwilligen Witwe auf den ersten Blick nicht sonderlich glaubwürdig wirkt, inszeniert Baker sie mit einer einfühlsam-zärtlichen Natürlichkeit, bei der er Stück für Stück mehr von seinen Figuren preisgibt. Bis hin zu einer Enthüllung ganz am Schluss, bei der noch ein letztes Mosaiksteinchen in die Beziehung eingesetzt wird, das in anderen Filmen womöglich als reine Effekthascherei dienen würde, während hier letztlich ein völlig klares, stimmiges und berührendes Bild entsteht.

        12
        • 6

          Ganz guter Film mit zwei echt tollen Hauptdarstellerinnen!

          • 8

            Dieser Film hat das Prädikat "Juwel" in meinen Augen mehr als verdient. Ich liebe Filme, die sehr positiv rüberkommen. HER von Spike Jonze ist ein anderes Beispiel dafür. Ich mag es, wenn die Kamera nah am Mensch klebt und wenn man ihn von einer unverblümten Seite sehen darf. Zudem ist die filmische Ästhetik sonnendurchflutend, hell und auch herzerwärmend.
            Die ungleiche Freundschaft von der jungen attraktiven Jane (Dree Hemingway) und der älteren Wiwte Sadie (Besedka Johnson) könnte gar nicht anders sein. Jane ist immer sehr tipp, ultraheiß angezogen und wohnt in einer netten kleinen WG-Unterkunft. Sie arbeitet in einer Pornoindustrie und lässt vor der Kamera auch die Hüllen fallen, während Sadie ein gutbürgerliches Leben führt und gerne zum Bingospielen, ihr einziges Wochenhighlight, geht.
            Die aufkeimende Freundschaft dieser krassen Gegensätze wird dabei auf sehr natürliche Art und Weise vermittelt. Janes kleiner Hund Starlet folgt den beiden auf Schritt und Tritt und verwickelt seine Mitmenschen in manche Komplikationen.
            STARLET ist ein sehr hübscher vielseitiger Film über Freundschaft, unterschiedliche Lebensweisen. Sehr zu empfehlen!

            12
            • 9 .5

              Ein Juwel von einem Film, mit drei fantastischen Darstellerinnen: Besedka Johnson, Stella Maeve und Dree Hemingway. Ich bin verliebt... Angucken!

              2
              • 8

                Ein absolut sehenswerter Film über die langsam aufkeimende Freundschaft zweier völlig unterschiedlicher Menschen, voller Wärme und Menschlichkeit.
                Der Film offenbart extreme Gegensätze nicht nur aufgrund der Pornofilmindustrie zu dem "bürgerlichen Leben", sondern auch durch das Thema jung und alt und beweist am Ende, dass für eine Freundschaft ganz andere Sachen wichtig sind, als woher man eigentlich kommt.

                Die Darsteller machen ihre Sache allesamt sehr gut, vor allem Besedka Johnson hat mich beeindruckt und ich war echt traurig zu hören, dass ihr erster Film leider auch ihr letzter bleiben sollte, sie war wirklich richtig gut.

                Dree Hemingway hat auch voll und ganz überzeugt, leicht irritiert war ich über ihre sehr expliziten Sexszenen, habe aber erfahren, dass sie sich für diese Szenen doublen ließ.

                Der Film ist trotz manchmal vielleicht etwas zu heftigen Szenen ein wirklicher Herzwärmer, es geht einfach um das, was wichtig ist: Menschlichkeit!

                • 7
                  oliver.roth.5059 16.02.2015, 20:32 Geändert 17.02.2015, 18:27

                  Sehr hübsches, in überblendeten, sonnendurchfluteten California-Bildern erzähltes Indie Movie über die Freundschaft zwischen einem lebensfrohen Pornosternchen und einer introvertierten Rentnerin. Die unbekannten Darsteller sind authentisch und auch wenn der Film bekannte Klischees in der Darstellung dieser Beziehung streift, ist er ohne zuviel gewolltes Pathos angenehm leicht erzählt ( weil er genau genommen keiner sehr festen Struktur folgt ), visuell ansprechend und in seiner erzählerischen Belanglosigkeit trotzdem unterhaltsam und atmosphärisch - insbesondere durch das sehr gelungene, ehrliche Zusammenspiel der Hauptdarsteller. Die Grundelemente der Story um Empathie und unterschiedlichste Formen von Einsamkeit verschiedener Lebensalter sind zurückgenommen, der Film entwickelt zwar damit keine große dramaturgische Kraft , lullt aber in seinem warmen, verträumten Doku-Stil sehr schön ein, zwischen den sterilen Wohnungen des L.A.PornBiz, den vergrabenen Erinnerungen in Sadies´ altem Haus und ihrem Garten, zerwühlten Schlafsofas und jungen Mädchen in Unterwäsche vor den Sonnenaufgängen im San Vernando Valley. "Air" hätte als musikalische Untermalung eigentlich gut hierzu gepasst.

                  3
                  • 7 .5

                    Schon ewig keine Mubi Werbung gemacht. Also gogo!
                    Ab heute mann man sich auf mubi 30 Tage die fabelhafte indie Perle "Starlet" ansehen, in der eine junge Pornodarstellerin und eine 85 jährige Witwe Freundschaft schließen. Der Film ist dabei genau so wunderbar chillig wie ich das erhofft habe und obwohl er doch das ein oder andere Klischee erfüllt, wirkt er dabei stets charmant. Mein IndieHerz schlug ganz dolle schnell. ♥

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                    • 7 .5

                      Model Dree Hemingway ist verwandt mit dem großen Ernest Hemingway und wohl genauso eitel.
                      In diesem Film über Freundschaften der ungewöhnlichen Art ist sie sehr fashionable in ihrem HauptrollenDebut.
                      Der Soundtrack ist elektronisch Chillwave, Ambient artig. Gefällt mir sehr. Das berühmt berüchtigte San Fernando Valley vor LA in all seinen schönen Farben ist hier Ort des Geschehens.
                      Ich habe erst ziemlich spät kapiert was Sache ist und weil ich dann umso mehr aus den Wolken gefallen bin, hat der Film mich wohl umso mehr beeindruckt.

                      9
                      • 6 .5

                        Die Indie-Produktion "Starlet" lässt sich wohl am besten als Charakterstudie zweier Frauen beschrieben. Viel Handlung gibt es eigentlich nicht, es ist eher so, als würde die Kamera die Frauen, die etwa 60 Jahre trennen, für ein paar Tage begleiten. Als Zuschauer lernt man die beiden kennen, ihre gemeinsamen Szenen begründen die besonderen Momente des Films. "Starlet" plätschert vor sich hin, allerdings ohne Langeweile zu verströmen. Es ist mehr eine Leichtigkeit, die den Film trägt, die sich mit hellen, weichen Bildern paart.

                        1
                        • 8

                          Niveauvoll gesneaked. [OmU]

                          „Starlet“ ist einer jener kleinen Indieproduktionen, die es meistens nicht einmal über den großen Teich auf die großen deutschen Leinwände schaffen und wenn, dann nur mit Jahren Verspätung auf DVD erscheinen. Umso mehr Dank gilt also dem kleinen, aber feinen Label Rapid Eye Movies, der auch kleineren Filmen eine Chance gibt.
                          „Starlet“ erinnert von seiner Machart her an Filme der großen Sofia Coppola. Wir begleiten eine Person einige Tage lang, nehmen teil an ihrem Alltag, gewinnen einen Eindruck ihrer Arbeit, Freunde und somit natürlich ihres Charakters.
                          Ohne Effekthascherei, sondern ganz auf seine Figuren zugeschnitten, präsentiert sich Sean Bakers Werk als erfrischend ehrlich und unkonventionell. Einen roten Faden sucht man vergebens, viel eher nimmt uns der Film mit auf eine kleine Reise im Leben der jungen Jane, die aus schlechtem Gewissen heraus eine Freundschaft zur viel älteren Sadie aufbaut.
                          Hier liegt die größte Stärke des Films. Die Beziehung der zwei vordergründig ungleichen Frauen ist überaus witzig in Szene gesetzt. Die zwei nicht zueinander passenden Dickköpfe brauchen eine gewisse Zeit um sich aufeinander abzustimmen. Dies nimmt Baker zum Anlass um die verschiedenen Weltanschauungen der beiden Hauptdarsteller gehörig aufeinander prallen zu lassen. Auf der einen Seite die junge, attraktive Jane und auf der anderen die erfahrene Sadie, die ihr Leben eigentlich schon gelebt hat.
                          Gepfefferte Dialoge, dennoch subtile Komik und dadurch auch den nötigen Ernst den Figuren entgegenbringend – all das besitzt „Starlet“.
                          Da macht es auch nichts, dass es keine wirkliche Story gibt, sondern nur eine Aneinanderreihung von Alltagsszenen, die jedoch zusammengenommen ein großes Ganzes ergeben.
                          „Starlet“ wirkt niemals aufgesetzt oder gar unrealistisch. Man nimmt den Charakteren ihre Entwicklung und Entscheidungen ab.
                          Das liegt nicht zuletzt an den bravourösen Darstellerleistungen. Dree Hemmingway, im Übrigen Urnichte des berühmten Ernest Hemmingway, gibt buchstäblich alles um ihrer Rolle Leben einzuhauchen. Ihrer unbekümmerten und doch leicht der Welt entrückten Aura ist es zu verdanken, dass der Film in Verbindung mit Besedka Johnson als Freundin wider Willen so gut funktioniert. Überhaupt ist „Starlet“ in jenen Momenten am Besten, wenn er sich ganz auf das Gespann Hemmingway/Besedka konzentriert. Das Spiel der Beiden ist dermaßen glaubwürdig und gleichzeitig witzig- liebevoll, dass dieses Gefühl sofort auf den Zuschauer überspringt.
                          Da reicht es vollkommen diesen Beiden durch den Tag zu folgen um vom Film entführt zu werden. Zusammen mit der wunderbar langsamen und elegischen Bildsprache ergibt sich ein zu weiten Teilen ergreifendes Werk, dass sich vielleicht nicht mit den Werken Coppolas messen lassen kann, aber zumindest aufhorchen lässt.

                          Publikumswertung: 2,9

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                          • 6 .5

                            Starlet ist kein Film, der nach vorne erzählt, sondern vielmehr umherstreift – gelassen, fast traumwandlerisch, mal in diese, mal in jene Richtung. [...] Baker umgeht glücklicherweise die üblichen Darstellungsmuster – Herzenswärme, Sentimentalität und Schrulligkeit –, mit denen alte Leute im Kino nur allzu gerne portraitiert werden.

                            • 8

                              So offen und transparent, wie der Film erzählt ist, könnte man meinen, dass er eigentlich nur im wahren Leben einen Schlusspunkt finden kann.

                              • 7

                                Je mehr Zeit die Frauen miteinander verbringen, desto mehr ändert sich ihre Sicht auf das Leben.

                                • 6 .5

                                  Starlet lebt weniger von seiner nur gering ausgereiften Geschichte als vielmehr von seinen Figuren [...] und ihrer Interaktion.

                                  • 7

                                    Im Laufe der Geschichte deutet alles darauf hin, dass Jane ein Geheimnis aus Sadies Vergangenheit entdecken wird. Doch wenn es dann soweit ist, ist es leider nicht sonderlich beeindruckend.

                                    • 7 .5

                                      Wir wissen mehr oder weniger, wo "Starlet" hinführt, aber wenn wir dort ankommen, sind wir froh, die beiden kennengelernt zu haben.

                                      • 7 .5

                                        'Starlet' ist eine erfrischend unsentimentale Charakterstudie, zwischen alt und jung.

                                        • 7

                                          Die Emotionen von 'Starlet' wiederholen sich auf Dauer aber trotzdem hat der Film eine starke Aussage.

                                          • 8

                                            Die Beziehung der Charaktere zueinanders ist herzerweichend aber niemals kitschig oder aufgesetzt.

                                            • 7 .5

                                              Obwohl der Film nach dem Hund benannt ist, dreht sich der Film um zwei außerordentliche Charaktere und ein wunderschönes Porträt ihrer Freundschaft.