Stung - Kritik

Stung / AT: Stung - Sie werden dich stechen!

DE/US · 2015 · Laufzeit 87 Minuten · FSK 16 · Horrorfilm, Komödie · Kinostart
Du
  • 6

    Da ist es wieder, das hierzulande immer noch leidige Thema Genrefilm. Regisseur Bennie Diez hat nämlich mit seinem Debütfilm Stung genau einen solchen erschaffen. Tierhorror aus Deutschland, ein Creature-Feature aus einer stark von ihrem ureigenem Anspruchsdenken geprägten Filmlandschaft. Gerade auf der technischen Ebene kann sich Stung tatsächlich sehen lassen und muss sich kaum hinter ähnlichen internationalen Produktionen verstecken, aber es ist auch ein wenig erschreckend, wie deutlich der Mangel an Originalität auf der erzählerischen Ebene den Film dominiert. Das bedeutet nun aber nicht, dass Stung ein schlechtes und einfallsloses Werk wäre, denn stellenweise macht er durchaus Spaß und weiß zu überzeugen.

    Bennie Diez kennt ganz offensichtlich das Genre Tierhorror und bedient sich gekonnt dessen Mechanismen: Stung ist zwar simpel konstruiert und hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, doch sobald das Drehbuch flott das Setting und die Konstellation der Figuren grob umrissen hat, dann kann der Spaß beginnen, wenn die mutierten Wespen in Scharen über ihre Opfer herfallen. Große Überraschungen sucht man vergeblich und auch sonst haftet Stung keine weiter erzählerische Dimension an, wenn sonst viele Vertreter des Genres zumindest noch einen Hauch von Gesellschaftskritik zu zeigen wagen, doch handwerklich und visuell ist der Film mehr als nur solide und kann hier einige seiner Mankos wieder ausgleichen. Die Effekte sind überwiegend handgemacht und hübsch eklig anzuschauen, wenn die Monster auf alle möglichen Arten aus menschlichen Körpern platzen, und nur die rein digitalen Effekte können aus budgetären Gründen kaum überzeugen.

    Bennie Diez versteht also die Konzepte, Strukturen und Mechanismen des Genres Tierhorror und in all den Aspekten liefert Stung zweifellos ab, aber für einen deutschen Genrefilm ist er seltsam „undeutsch“ geraten, denn streng genommen passiert nichts anderes als die vollständige Überführung sämtlicher Amerikanismen ganz ähnlicher Filme. Gäbe es nicht eine winzige Szene im Film, dann würde nichts weiter darauf hinweisen, dass Stung ein deutscher Film ist: in Brandenburg wurde zwar gedreht, die Handlung aber in die USA verlegt, bis auf wenige Statisten sind alle Schauspieler Amerikaner und in englischer Sprache gedreht wurde er auch. Im Grunde macht Diez damit nicht viel falsch, denn das Konzept funktioniert ja durchaus, aber man nimmt Stung so auch die Möglichkeit, eigenständiges deutsches Horrorkino zu sein. Das Potential dazu ist auf jeden Fall gegeben, aber vielleicht mangelte es den Machern letztlich doch am Mut zur konkreteren Eigenständigkeit, die Strukturen des Genres in die hiesige Filmkultur zu übertragen. Nichtsdestotrotz macht Stung Spaß und er ist auch kein schlechter Film, er hat nur einen nicht unbeträchtlichen Teil des ihm inne wohnenden Potentials nicht genutzt. Aus welchen Gründen letztlich auch immer.

    8
    • 5
      RoboMaus 17.12.2017, 17:29 Geändert 17.12.2017, 21:40

      Was ist es nur, das die meisten deutschsprachigen Filmemacher davon abhält, ein Produkt abzuliefern, das international mithalten kann? Man sieht sehr genau hin, wie es die anderen machen, aber letzten Endes kommt nur Genre-Einheitsbrei heraus, der sich bereitwillig in der Dutzendware der Krabbeltische einreiht, wenn solch ein Film für einen Euro verramscht wird. Beinahe hätte ich geschrieben "Direct-to-DVD-Film", aber 'Stung' (2015) lief tatsächlich bei uns im Kino.

      Dabei hat dieser Beitrag zum Insektenhorror durchaus positive Seiten: das Creature-Design ist ansprechend, hat in einigen Szenen sogar etwas vom handgemachten 80er-Charme; die Einführung der Story und Charaktere ist gelungen, wie auch die Phase des einsetzenden Tierhorrors, worin man dem Überfall der Riesenwespen schnell eine unerwartete Erweiterung folgen lässt.

      Doch danach implodiert sämtlicher Einfallsreichtum - ist die Katze erst einmal aus dem Sack, geschieht hier nichts, das man nicht schon dutzendmal gesehen hätte. Die ideenlose Handlung generiert keine Spannung und, beinahe schlimmer, auch keinen Humor, den man gewollt oder ungewollt oft in solchen Beiträgen findet. Ein so schwacher Plot, der sich auch noch ernst nimmt, schaufelt schon damit sein eigenes Grab.

      Dabei gibt es einige Szenen, die sich für eine witzige Einlage anbieten (z.B., als die Riesenwespe aus Versehen den Plattenspieler startet, hätte man zur Schlagermusik ihr angewidertes Gesicht zeigen können, wonach sie Rockmusik auflegt und mit ihren sechs Beinen Luftgitarre dazu spielt). Eines der ältesten Klischees der Ausländer - die Deutschen hätten keinen Humor - könnte man hier wirklich für bare Münze nehmen.

      Mit viel Wohlwollen, vor allem wegen der Anfangsphase, noch ein "geht so", aber im Grunde ist das nur eine weitere Demonstration der Einfallslosigkeit im Genre aus heimischen Gefilden.

      22
      • 3

        Schick verpackt, das muß ich schon sagen. Filmtitel und Darsteller (immerhin Leute wie Clifton Gonzales und Lance Henricksen) lassen den Film international wirken, der Film wurde auch in Englisch gedreht, ist aber letzten Endes eine deutsche Produktion. Und eben jenes ist das Problem: wenn deutsche Filme versuchen auf dem internationalen Markt mitzuhalten kommen sie gegen die Konkurrenz nicht an. Dieser ebensowenig. Der Film belebt das Genre des Tierhorrors, läßt mutierte Horrorwesen auf eine Partygesellschaft los. Dabei sind diese zwar brauchbar, dennoch deutlioch schlicht animiert und stürzen sich auf eine Darstellerriege die absolut unterste Kanone ist und bei der es kaum wehtut wenn der nächste rausfliegt. Dazu ein völlig mißratenes Pseudo Ende … ne, danke.

        Fazit: Gut gemeint, aber letztlich in allen Belangen unterdurchschnittlich.

        • 6 .5

          Lustiger Tierhorrortrash der echt spass macht.
          Mehr kann ich dazu nicht sagen.

          • 5 .5

            Also "mich" Sticht der Nicht. Hab ja schon erwartet das er irgendwann auf Tele5 kommt, gestern war es dann schließlich so...Ist jetzt kein Brüller wie ich fande, und hab da wohl mehr erhofft. Aber wer auf Wespen Horror Trash steht dem wird er vielleicht besser gefallen wie mir. Das Wespen aus der Erde kommen wie Maulwürfe hab ich bisher so auch noch nicht gesehen :D jedenfalls man kann den mal anschauen ohne es gnadenlos zu bereuen, da die Effekte ganz nett und nicht billig gemacht sind. Dafür lohnt er. Von mir bekommt er aber leider nur Geht so 5.5.

            6
            • 5
              mikkean 01.04.2017, 23:24 Geändert 01.04.2017, 23:26

              Was mir alles Gutes zu "Stung" in den Sinn kommt:

              – wie sich die Wespen aus den Körper schälen, da kommt bei mir gleich die Erinnerung an "C2 Killerinsekt" hoch

              – bei den ordentlichen Creature-Effects denke ich gleich an die fliegenden Bugs oder die Kakerlaken aus "Mimic"

              – da gibt es ein Mami-Monster wie die Riesen-Ratte in "Braindead"

              – die Gags mit den Kühen und dem Schlager sind ganz nett

              – "Stung" ist solide gemachtes Genre-Kino, das zur Abwechslung aus Brandenburg stammt

              – Gast-Star Lance Henriksen schiebt eine ruhige Kugel

              Was "Stung" jetzt noch fehlt:

              – halt irgendwas Cooles, das dieser okayen Unterhaltung einen Hauch Selbst-Ständigkeit und echten Erinnerungs-Wert hinzufügen würde. "Stung" besitzt ein solides Fundament, aber nicht jedes bilden den Kern für einen Welt-Klasse-Bau. Eine dieser architektonischen Leistungen, vor denen alle stehen bleiben und noch in Jahrzehnten davon schwärmen werden.

              Das klingt etwas zu harsch. Ist aber nicht böse gemeint. Ein ordentlicher Monster-Film made in Germany ist eine gute Errungenschaft. Und ich weiß sehr gut, dass "Stung" vor allem der Unterhaltung dient. Ich meine nur, dieser Film hätte weniger Alien-Hive gebraucht, als mehr fliegende Kuh-Monster. Ehrlich, wenn der ganze Streifen so schrill wie sein End-Gag ausgefallen wäre, hätte das ein echter Brüller werden können.

              7
              • 6 .5

                Wenig erwartet und ganz gut unterhalten worden, mit diesem schleimigen Creature Feature:):):)
                Schwache Darsteller und ein schlechtes Drehbuch fügen dem Film keinen größeren Schaden zu, denn dafür gibt es ein paar echt miese Wespen die richtig gut gemacht sind und beim Zusehen Spaß machen:)
                Wirklich lustig ist der Film zwar leider nicht, aber zumindest eine heitere Stimmung kann er verbreiten......

                14
                • 5
                  virtual.legend 27.11.2016, 13:38 Geändert 28.11.2016, 12:58

                  Paul und Julia arbeiten bei einem Catering-Service, und ahnen nicht das diese Party wohl ein wenig anders verlaufen wird als sonst. Noch scheint alles völlig harmlos auszusehen, und jeder der Anwesenden dort hat seinen Spaß, bis auf einmal aus einem Loch ein Haufen Wespen austreten, und es auf die Gäste abgesehen haben. Schnell suchen sie Schutz und Sicherheit in dem Anwesen, und kämpfen mit allen Mitteln um der Plage entgegen zu wirken.

                  Wodurch sind diese mutiert?
                  Wie kann man sie aufhalten?
                  Werden die Anwesenden überleben?

                  Das Problem dieses Films ist, das er versucht krampfhaft lustig zu sein, es aber Größtenteils einfach nicht schaft, denn die Pointen zünden meist nicht richtig und verpuffen einfach. Auch die vermeintliche Liebesgeschichte die man zwischen den Hauptprotagonisten aufbauen will, wirkt einfach nur erzwungen, und dient lediglich als Mittel zum Zweck. Schauspielerisch und atmosphärisch gibt es hier zwar nicht viel zu bemängeln, und auch was die Effekte angeht hat man gute Arbeit geleistet, doch es fehlt ihm schlussendlich einfach an Innovation. Denn das gezeigte kennt man bereits aus zig anderen Tierhorrorstreifen, und kommt so leider nicht über das Mittelmaß hinaus.

                  6
                  • 4
                    RockyRambo 25.11.2016, 17:38 Geändert 25.11.2016, 17:40

                    Das einzig gute an Stung sind die Darsteller der Catering Mitarbeiter Paul (Matt O’Leary) und Julia (Jessica Cook). Ohne dieses sympatische Duo hätte ich den Film wohl nicht bis zum Ende durchgeschaut. Der Rest vom Cast war nervig, die Story viel zu dünn, einfallslos mit zuviel Leerlauf und das Setting absolut ohne Kreative impulse nichtssagend. Die Effekte sind Qualitativ sehr unterschiedlich. Ein paar sind sehr schön gemacht viele andere wiederum wirklich sehr Billig.

                    Der Eigentliche Überfall auf die Party durch die Killer-Wespen wird leider viel
                    zu kurz behandelt.

                    6
                    • 4
                      kaiserofhorror 11.11.2016, 01:12 Geändert 11.11.2016, 01:28

                      Stung fehlt einfach der Witz, egal ob freiwillig oder unfreiwillig.
                      Und das bleibt leider nicht das einzige was mich hier stört.
                      Erst mal das bisschen Positive.
                      Der Storyaufbau ist schnell abgehakt und der Party steht nichts mehr im Wege.
                      Die CGI ist viel besser als erwartet.
                      Schauspieler ganz OK, für Tier-Horror(bei Lance Henriksen musste ich zwei mal hinschauen um ihn auf Grund des alters wiederzuerkennen)
                      Fertig.
                      In der Freundschaftsliste stelle ich fest das viele die Tierhorror Filme sonst eher positiv bewerten hier mal eine Ausnahme machen, so wie ich, andere feiern den Streifen, woran liegt's.
                      Ich fand den Film erschreckend eintönig, es wird zwar viel rambazamba geboten aber interessant war das jetzt nicht wirklich.
                      Weiter geht's mit dem Spaß den ein solcher Film meistens zu bieten hat, Fehlanzeige, hier war außer dem schlussgag überhaupt kein Spaß geboten.
                      Die Figuren waren mir so was von egal, die hätten wegen mir alle gleich gestochen werden können.
                      Gut spannend sind jetzt wirklich nicht alle Tierhorror Filme, aber hier war die Spannung am Nullpunkt.
                      Stung erfüllt für mich kaum ein Kriterium das ich von solch einem Film erwarte.
                      Doch das allerschlimmste war für mich, dafür das er sonst nicht viel kann, ist er nicht mal richtig trashig.
                      Für Tierhorror schon erstaunlich ideenlos und ziemlich langweilig das ganze.
                      Aber vielleicht war er einfach nur zu gut für mich ;)
                      Er hat zwar ein paar nette Szenen zu bieten, aber die wollen hier einfach nicht richtig ziehen.

                      Sehr Großzügige 4 Punkte, aber auch nur weil Tierhorror mein besonderes steckenpferd ist, und das dürfte fast die schlechteste Bewertung sein die ich jemals einem Tierhorror gab, Asylum oder ähnliche Produktionen mal ausgeschlossen.

                      15
                      • 4 .5

                        Stung konnte bei mir leider keinen Stich machen. Ich mag Monsterfilme und ich will bei einem Horrorfilm nicht über Realismus diskutieren aber wenn aus gestochenen Opfern schon nach Sekunden überdimensional große Wespen ausbrechen, dann fragt man sich schon: Wie konnten die aufgrund eines Stichs so schnell im Körper des Opfers heranwachsen?

                        Das ganze wird zwar ganz angenehmt eklig dargeboten aber Filme wie "Alien" oder "Die Fliege" wirken in der Hinsicht einfach "glaubwürdiger" und dadurch deutlich besser und nachvollziehbarer.

                        Ansonsten sicher ein spaßiger Film, der mit Kumpels und Bier wahrscheinlich richtig Laune macht. Spät abends alleine auf dem Sofa, hatte ich nach 40 Minuten dann aber keine Lust mehr und bin lieber ins Bett gegangen. Alles irgendwo schonmal und vor allem besser gesehen.

                        1
                        • 6

                          Tierhorror mit gigantischen Mutantenwespen, die eine gemütliche Garten-Party crashen und das dort anwesende Publikum kräftig aufmischen.
                          Wespenallergiker oder Zeitgenossen mit einer Insektenphobie sollten vor dem gigantischen Stachel der Monsterwespen Abstand nehmen.
                          "Stung" ist überraschend gut gelungen, vor allem aber vom Splattergrad her doch deutlich über den Erwartungen gelegen.
                          Dafür kommen die vermeintlichen Gags oft nur sehr schwerfällig aus den Stiefeln gestiegen. Das wirkt meist mehr versucht als gekonnt.
                          Das schleimige Theater wurde im übrigen auf deutschen Boden gedreht, kommt allerdings im Cast komplett ohne deutsche Beteiligung aus.

                          11
                          • 7 .5

                            Absolut cooler Wespen-Horror der mit starken Effekten punktet. Zudem gibt es ab und an sehr netten Splatter und reichlich Wespen-Schmodder. Für mich als Wespenhasser eine Genugtuung, diese widerlichen Viecher zerbersten zu sehen. Leider geht mir die Erklärung, warum die nun sie groß sind, etwas flöten. Trotzdem ein sehr lohnenswerter Film.

                            2
                            • 6 .5

                              ganz gutes Filmchen, dass ohne die Pennäler-Witze sicher besser wäre, aber dennoch Spaß macht. Für das Filmplakat gibt es einen Extrapunkt :-)

                              1
                              • 6

                                Nettes Creature-Feature mit tollen Animatronics und handgemachten Effekten, der aber phasenweise viel zu Ernst ist und auch mit einigen Längen daher kommt.

                                • 5 .5

                                  "Stung" wurde sofort auf den Videomarkt geschmissen und wär ihn gesehen hat weiß weshalb. Die Effekte der Insekten sind sehr gut gemacht und können sich für so ein geringes Budget echt sehn lassen. Leider ist die Geschichte zu vorhersehbar und jeder Mensch weiß im voraus wie er ausgeht. Wer etwas teueren Trash mag wird gut bedient, alle anderen sollten sich was anderes ausleihen.

                                  1
                                  • 6 .5
                                    Maniac 01.05.2016, 18:18 Geändert 01.05.2016, 18:33

                                    Zunächst einmal Entwarnung, was den Herkunftsort dieses Films angeht, sicherlich wurde der Film in Brandenburg gedreht, von den Darstellern ist allersdings kein einziger Deutsch.
                                    Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, ich fand den Cast durchgehend ok...
                                    Einen reinen Tier-Horror sollte man nicht erwarten, ist es doch viel mehr ein Creature-Feature, eines das, wenn man nicht alles auf die Goldwaage legt, auch zu unterhalten vermag.
                                    Schwerster Negativ-Kritikpunkt ist , das der Film krampfhaft versucht, die Humor-Schiene zu fahren, doch eigentlich genau dort das ein oder andere Mal entgleist...
                                    Ansonsten nen Blick wert !

                                    22
                                    • 7 .5
                                      Gabe666 28.04.2016, 14:58 Geändert 28.04.2016, 15:07

                                      Das ist mal richtig unterhaltsames Genrekino made in Germany!
                                      "Stung" ist das Regiedebüt des noch relativ unbekannten deutschen Filmemachers Benni Diez - sieht man von seinem Kurzfilm "Kingz" von 2007 ab - und stellt eine spaßige Hommage an das Monsterkino der 80er Jahre dar, hauptsächlich "Aliens" (massenhaft auftauchende, von einer Königin angeführte, Monster, die aus Menschen ausschlüpfen), "Die Fliege" (Insektenherkunft der Viecher, in diesem Fall sind es aber noch viel schlimmere Biester, nämlich Wespen) und "The Thing" (teilweise können die ihren Wirt auch kontrollieren). Da der Regisseur auch Effektspezialist ist, stellen diese das Herzstück des Films dar und sind löblicherweise größtenteils in Oldschool-Manier handgemacht. Es ist eben eine Tatsache, dass Gesplattere und Monster wesentlich überzeugender rüberkommen, wenn sie plastisch erstellt und nicht digital eingefügt wurden. CGI kommt hier zwar auch zum Einsatz, allerdings nur in ergänzender Funktion und um die Effekte zu bewerkstelligen, die mit Animatronik und Make-Up allein nicht zu verwirklichen wären (beispielsweise bei den fliegenden Viechern).
                                      Die Handlung um ein Gartenfest einer reichen Familie, das von mutierten Riesenwespen überrannt wird, ist für ein Creature-Feature natürlich nicht gerade originell und ohnehin nur Mittel zum Zweck, allerdings nimmt der Film seine Charaktere ernst und verleiht ihnen durchaus Ecken und Kanten. Diese werden zudem von überzeugenden Schauspielern verkörpert. Die, im Gegensatz zum Produktionsteam, vor allem aus Amerika stammende Besetzung, ist der zweite große Pluspunkt des Films.
                                      Den Hauptcharakter, einen genervten, tollpatschigen Catering-Mitarbeiter, der im Kampf gegen die Monster über sich hinauswächst, gibt Matt O'Leary, welcher in den letzten Jahren zumeist eher hassenswerte Charaktere verkörperte, hier als Sympathieträger aber auch eine gute Figur macht. Seine Chefin, in die er verschossen ist, die ihn zu Beginn aber noch abblitzen lässt, spielt die noch völlig unbekannte Jessica Cook, die bisher nur durch Nebenrollen in TV-Serien in Erscheinung trat und hier eine richtig gute, auch emotionale Performance liefert. Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen den beiden ist tatsächlich ziemlich gut inszeniert und wirkt glaubhaft.
                                      In einer tollen Nebenrolle hat man dann noch Hollywood-Legende Lance Henriksen (der ja auch im erwähnten "Aliens" dabei war) als versoffenen, zynischen Bürgermeister. Er war echt herrlich und auch, wenn er seit Jahren fast nur noch in billig produzierten Filmen zu sehen ist, kann er für diesen Part doch nur dankbar sein. Außerdem sieht man noch den versierten Nebendarsteller Clifton Collins Jr. in einer ziemlich schrägen Rolle als verschrobenes Muttersöhnchen, der Erinnerungen an Anthony Perkins in "Psycho" und Timothy Balme in "Braindead" wachruft.
                                      Was negativ ins Gewicht fällt, ist, dass "Stung" leider auch altbekannten Klischees des Genres etwas zu sehr verhaftet bleibt. Es gibt hier natürlich wieder die Situation, dass der Held von einem Monster angefallen wird und ein rettender Gegenstand nur knapp außer seiner Reichweite ist, sodass er verzweifelt versucht, da ranzukommen. Oder dass einer der Charaktere infiziert wird, den anderen davon aber nichts sagt. Hat man leider schon viel zu oft gesehen.
                                      Dadurch entsteht auch Unlogik: wieso dauert es bei dem Charakter so lange, bis das Vieh aus ihm rausschlüpft, warum ist es nicht so groß wie die anderen und warum kann es ihn eigentlich kontrollieren? Zudem tauchen die kleinen Wespen, welche die Party zuerst angreifen und dank deren Stichen die menschengroßen Biester erst entstehen, später überhaupt nicht mehr auf. Aber das hätte vermutlich auch zuviel Geld gekostet.
                                      Der Streifen ist somit leider etwas zu vorhersehbar, aber dennoch sehr unterhaltsam. Es gibt witzige Sprüche, skurrile Charaktere, überzeugende Schauspieler, einen guten, sehr düsteren Score und, wie erwähnt, toll gestaltete Monster mit coolem Design und deftige Splattereffekte, bei der die Freigabe ab 16 doch recht großzügig wirkt.
                                      Und was ihn eben wirklich besonders macht, ist sein Produktionsland. Die Darsteller sind zwar, wie erwähnt, Amerikaner und der Film spielt auch dort, gedreht wurde er aber in Deutschland, genauer, in der Gegend um Berlin, und die Filmcrew stammt auch aus Deutschland. Das hier ist ein richtig positives Beispiel für Genrekino, wie wir es in diesem Land sehen wollen! Eine mit viel Herzblut gemachte Horrorkomödie, die von Anfang bis Ende unterhält. Bitte mehr davon!

                                      14
                                      • 3

                                        Wertiges Creature-Design aber kaum Unterhaltungswert.

                                        Was erwartet man von einem nicht zu ernst gemeinten Monsterhorrorfilm? Eigentlich nicht viel, ein cooles Monsterdesign, eine Handvoll Charaktere, die mehr oder weniger kreativ hops gehen und für spaßige Momente sorgen und eine solide Grundspannung. "Stung" gelingt davon jedoch leider kaum etwas und fällt somit, selbst für einen einfachen Monsterspaß erschreckend schwach aus.
                                        Die Einführung ist dankenswert kurz und die "wichtigsten" Charaktere sind eingeführt, sofern es da viel zu erzählen gäbe. Anschließend geht es auch schon los und das überaus vielversprechend, denn das Monsterdesign ist soweit es handgemacht ist, sehr ordentlich und fies eklig.
                                        Mit dem Kanonenfutter gehen aber ebenso der Spaß, sowie die Spannung über den Jordan. Grund dafür ist, dass die Macher schlicht zu viel Figuren zu schnell abserviert haben und folglich kaum Überraschungen übrig bleiben. Natürlich erwartet man von so einem Film keine Überraschungen ebenso wie interessante Charaktere, da ist Stung auch Genretreu. Schwierig wird's umso mehr, wenn auch sonst nicht viel geboten wird und so gar kein alleinstellungsmerkmal vorhanden ist, da können auch die passablen Darsteller nichts rausreißen. So schleppt sich der Rest der Laufzeit meist langatmig, vorhersehbar und humorlos voran. Immerhin das Design der Villa im Verlauf des Films und das Ende kann sich wie die Wespen selbst sehen lassen.
                                        Stung hat einen ansprechenden Beginn, indem das gelungene Creature-Design dargeboten wird, danach ist die Luft aber schon draußen und es bleibt wenig Unterhaltungswert übrig. Selbst für einen entspannten Hirn/aus Abend ist hier zu wenig dran.

                                        2
                                        • 4
                                          DrunkenCherry 26.03.2016, 12:02 Geändert 26.03.2016, 12:03

                                          "Stung" hätte alles haben können, was ein guter Tierhorror braucht: Eine gute Story, die zwar nicht innovativ ist, aber zumindest ohne den altbewährten Biologen auskommt, halbwegs brauchbare Charaktere und auch anständige Animationen.
                                          Was "Stung" aber nicht hat, ist Charme. Und dadurch ist er einfach brutal langweilig.
                                          Nein, fette Riesenwespen allein machen eben noch keinen guten Film aus. Da kann es noch so geile Effekte geben. Der Film hat einfach keine Seele. Ich habe mich wirklich durchgequält - und dabei bin ich ja absoluter Tierhorrorfan, der sich wirklich jeden Trashfilm reinzieht.
                                          Aber hier passiert einfach nichts. Oder zumindest zu wenig. Es wird dutzende Male das Selbe gezeigt (nämlich die Verwandlung) und dann wird sich ein bisschen evrteidigt. Das wird aber so lahm gemacht, ohne Innovationen, dass man sich nach der Hälfte des Films vor der weiteren Hälfte gruselt.
                                          Bei mir konnte "Stung" also keinen Stich landen...und nach den ganzen positiven Kommentaren frage ich mich mal wieder, ob ich einen anderen Film gesehen habe, als die anderen :D

                                          7
                                          • Toller Trailer! Da bleiben keine Überraschungen mehr im Film übrig....

                                            • 6

                                              Hinter einem der schönsten Filmplakate 2015 verbirgt sich auch eine schöne Horror-Komödie. Das Drehbuch geht auf Nummer Sicher und hält sich eisern an die Genre-Regeln, beweist aber auch ein gutes Feingefühl für Dialoge und Humor. Im Rahmen der Variation von Altbekanntem macht die deutsch-amerikanische Produktion „Stung“ eigentlich alles richtig. [...]

                                              2
                                              • 3
                                                mlion1 28.02.2016, 17:48 Geändert 28.10.2017, 11:42

                                                Ein Creature Horror mit mutierten riesen Wespen.

                                                Viel mehr gibt es zur Story nicht zu sagen.
                                                Das ist auch gar nicht nötig.
                                                Stung ist ein spaßiger Horror Film.

                                                • 6
                                                  MovieToGo 25.02.2016, 02:48 Geändert 25.02.2016, 02:48

                                                  Besser als alle Shark-Creature-Feature-Irgendwas-mit-Trash-Horror-Tieren-Film- der letzten Zeit,gut Jokes zünden nicht alle aber für eine Deutsche Produktion sehr sympathisch dieser "Stung".

                                                  • 7
                                                    999CINEASTOR666 20.02.2016, 16:19 Geändert 03.01.2017, 03:17

                                                    Stung - Sie werden dich stechen! / DE/US / 2015

                                                    >>> mit Vorsicht zu genießen /// enthält möglicherweise Spuren von leichten Spoilern <<<

                                                    Dieses Creature Feature spannt den Zuschauer nicht lange auf die Folter und geht nach einer kurzen Einleitung im Eiltempo ordentlich zur Sache. Das Massaker der gigantischen Killerwespen, die optisch was hermachen, während der Senioren-Gartenparty, bringt Spaß und Freude mit Gore-, Splatter- und Ekelschleim-Garantie. Die Story gewinnt zwar keinen Innovationspreis, aber unterhält kurzweilig. Im mittleren Teil wird das Tempo etwas gedrosselt und das Geschehen zum Kammerspiel im Weinkeller. Als die Protagonisten sich entschließen der Falle zu entkommen, wird es wieder tempo- und actionreicher. Der Humor ist hier und da subtil und hier und da infantil, dennoch regt er zum Schmunzeln an. Mir hat der Film gut gefallen und ich werde ihn mir gerne nochmal anschauen.

                                                    3