Suspiria - Kritik

Suspiria

IT · 1977 · Laufzeit 92 Minuten · FSK 18 · Horrorfilm, Thriller, Fantasyfilm · Kinostart
Du
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    Hexentanz - Balett ist ihre Leidenschaft. Deshalb reist Suzy Banyon (Jessica Harper) von New York nach Freiburg, um dort an einer renommierten Balettschule ihre Künste zu verbessern. Ihre Ankunft in einer verregneten Nacht verläuft schon mal holprig und auch in der Schule selbst begegnen ihr immer wieder merkwürdige Dinge. Nach dem Tod einer Freundin geht sie der Sache auf den Grund.

    Mysteriös ist es, was sich in der Balletschule abspielt, besonders innovativ und überrachend hingegen nicht, aber das ist auch nicht das Entscheidende. Viel mehr ist "Suspiria" ein Film, der einen in seine Welt saugt und bis zum Schluss nicht mehr los lässt. Wenn die ersten Töne erklingen und sich mit den hypnotischen Bildern verschmelzen entfaltet sich eine mörderisch schöne Welt. Bunte Farben, perfekt ausgelotete Bilder und treibende Musik treffen auf kreative und experimentelle Ideen. Das erzeugt eine einzigartige Atmosphäre und untermalt die Spannungsmomente. Suzy's naive, aber dennoch immer forschere Suche nach der Wahrheit entwickelt sich so zu einem schaurig schönen Trip.

    Experimentell in der Inszenierung, hölzern und konventionell in der Erzählung. Wirkliche Überraschungen sucht man vergebens und die aufgebaute Spannung verpufft dann leider in einem ziemlich abrupten Ende. Das ist schade, da gerade zum Ende eine intensive Atmosphäe entsteht. Schauspielerisch bewegt sich "Suspiria" auf einem soliden Level und besitzt mit Jessica Harper eine charmante und bezaubernde Protagonisten.

    Bunt, experimentell, hypnotisch. "Suspiria" ist eine schaurig schönes audiovisuelles Erlebnis von dem man sich gerne blenden und von der konventionellen Story ablenken lässt.

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    • 5 .5

      lalalalalalala
      lalalalalalala
      witchwitchwitch

      Wenn man denkt, jetzt geht der Film endlich los, ist er auch schon wieder zuende. Wird wohl erstmal mein einziger Film von dem Typ sein.

      • 2

        Schwer zu ertragendes Werk von Horror- und Slasher bzw. Giallo-Papst Dario Argento.

        Inhalt: Amerikanerin Suzy will in Freiburg Ballett studieren, findet sich aber schnell in einer alptraumhaften Schlachtplatte wieder.

        Argento zeigt dabei seine brutalen Szenen so detailliert, dass es schwerfällt, das überhaupt zu ertragen. Warum dreht ein Mensch so etwas ? Warum finden das andere Menschen toll ?
        Sein künstlerischer Stil dagegen ist wirklich beeindruckend, was Farbgebung, Kamera und Requisiten betrifft. Wohl auch deshalb wird das Machwerk von vielen Kritikern in den Himmel gelobt.

        Die Frage, die ich mir stelle ist: Warum sollten wir Menschen überhaupt so verängstigen ? Was ist der Sinn davon ?

        Der psychedelische clusterhafte und penetrante Score der Band „Goblin“ drückt mächtig auf die Psyche.

        Fazit: Wer das Abschlachten von Menschen mag oder das Böse an sich, ist hier genau richtig. Ich mags nicht und gebe nur wenig Punkte. Doch Argento räumte mit diesem Splatter richtig fett ab. Mir machen hohe Bewertungen für diesen grausamen Quatsch Angst.

        • 5

          Dass ein Film das schöne Bild dem Inhalt vorzieht, ist erst einmal nichts Schlechtes. Doch reicht das allein aus? Dario Argento tut sich keinem Gefallen damit, seinen Teufel (zumindest zum Teil) zu Beginn schon sichtbar zu machen und so dessen Existenz nie infrage zu stellen. Dabei hatte Roman Polanski ein knappes Jahrzehnt zuvor schon mit ROSEMARIES BABY Maßstäbe gesetzt, die Spannung um das vermeintlich Böse im eigenen Haus langsam zu intensivieren. Bei SUSPIRIA hat sich jenseits Argentos betörendem Farbenspiel bei mir nicht viel geregt. Auch die netten Kamerafahrten, Close-Ups und High-Angles wirken willkürlich und als Mittel zum Zweck. Hübsch anzuschauen allemal, aber dass es bei der Story viel Raum für mehr Inhalt und weitere Perspektiven gibt, hat das 2018er Remake gezeigt.

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            Oh Mann. Wenn ich hier so die Kommentare runterscrolle, wünsche ich mir, es hätte nie eine Neuinterpretation des besten Horrorfilmes aller Zeiten gegeben. Zu viel ungewollte und undankbare Aufmerksamkeit für dieses einmalige Stück Filmgeschichte.

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            • 10
              Mein Senf 03.12.2018, 10:53 Geändert 05.12.2018, 12:24

              Suspiria ist ein Traum, bei dem man anschließend nicht genau sagen kann, ob man zu früh, oder zu spät erwacht ist. Bei dem man nicht sagen kann, ob man die schlimmsten Stellen noch nicht gesehen, oder sie ins Unterbwusstsein verdrängt hat wo sie noch mehr Schaden anrichten. Der wohl berühmteste Film von Dario Argento fühlt sich wie die Anleitung zu einem besonders bizarren Verbrechen an, das man eher befürchtet, als begreift: Planlos, maßlos, unaständig und komplett neben der Spur.

              Zu betrachten, wie die amerikansiche Unschuld vom Lande sich immer tiefer in den Freiburger Kaninchenbau verfängt und zuerst ihren Glauben, dann ihre beste Freundin und anschließend den Verstand verliert, ist gleichermaßen banal wie effektiv und angsteinflößend. Dabei entfaltet Suspiria seine volle Wirkung vor allem aus einer einzigartigen Symbiose zwischen den üppigen gotischen Dekors, dem experimentellen Goblin-Soundtrack, des exzessiven Colorgradings (das damals freilich noch nicht so genannt wurde) und Argentos assoziativer Erzählstil. Von jeglicher Ursache-Wirkung-Logik befreit, ist der Plot eine einzige Projektionsfläche. Ein schönes Beispiel für die Écriture-automatique-Schule des Surrealismus. Diese Auslassung und asynchronen Schwerpunktverlagerungen (z.B. die episch ausgewalzte erste Mordszene) des Drehbuchs schüren beim hollywoodgestählten Publikum zwangsläufig Befremden, Unsicherheit, Unbehagen und Freiräume, diese mit seinen schlimmsten persönlichen Ängsten anzureichern.

              Möglicherweise lag es daran, dass meine Erstsichtung auf großer Leinwand und mit voll aufgedrehten Sound stattfand, aber Argentos Original entfaltete auf mich ein weitaus größere Wirkung als das sehenswerte 2018er-Remake.

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                Der Siegemund 02.12.2018, 01:39 Geändert 03.12.2018, 13:58

                Diese Art Film, von der "Supiria" kommt, scheint man im weiteren Sinne Giallo zu nennen. "Amer", der wohl dieser Art Film zugerechnet wird, sehe ich auch unbedingt in einer Verwandtschaftsbeziehung zu "Suspiria".

                Ich könnte mir nicht vorstellen ständige Filme in diesem Stil zu schauen, denn dann wär das Prädikat von experimentell und einmalig, das man Argento für "Supiria" verliehen hat sehr schnell ad absurdum geführt. Trotzdem ist daraus wohl ein Stil entstanden. Ich hatte wohl mit "Amer" zuvor mein zeitgemäßes experimentelles und einmaliges Erlebnis, das hinter einer flachen Story, mit Traumbildern eine tiefere Ebene kreieren konnte, welche "Suspiria" völlig abkommt.

                Auf Basis einer dümmlichen Geschichte, um ein Hexencoven in Freiburg, habe ich bei "Superia" eine durchweg experimentelle Atmosphäre gesehen, die sich aber, aus heutiger Sicht, vieler grober Effekte bedient. Aus heutiger Sicht ist das alles längst obsolet, übertroffen, bestenfalls klassisch, denn die Zeit hat den Film überholt.

                Es gibt dennoch gelungene Szenen, wie die Flucht durch den nächtlichen Wald oder der Tod des Blinden auf dem Königsplatz. Sie sind für mich aber die Beispiele für ein gelungenes Setting, würde nicht ständig der Mantra artige aufdringliche Sound von Goblin eingespielt werden. Goblin ist an sich gut und vor allem lustig, denn da stellte ich mir immer drei grüne grinsende Kobolde vor, die irgendwo in einer Kellerbar schräg am singen sind, so wie halt Kobolde singen, welche sich nach Kriterien menschlicher Ästhetik nach Krach anhören. Das war auch Sinn und Zweck, denn wenn etwas passieren wird, fängt immer dieser charakteristische Sound an, denn ich im Prinzip gar nicht schlecht finde. Natürlich braucht man sowas, als sich wiederholende Stilelemente, doch das Tonmantra ging mir nach kurzer Zeit genauso auf den Wecker, wie das das schauspielerische Getue.

                Lobend kann ich hervorheben, dass Dario Argento hier innovativ in der Kameraführung war und dass er ein Meister der Belichtung und Farbgebung war, was in Zeiten ohne CGI-Effekte wohl viel ausgemacht hatte. "Suspiria" ist auch heute noch ein greller Farbentraum, denn besonders viel Wert scheint Argento auf das Filmträgermaterial gelegt zu haben, weshalb das Farbspekrtum der restaurierten Fassung herausragend ist.

                Panos Cosmatos hat diese farbigen Belichtungen in dem aktuelleren "Mandy" ebenfalls eingesetzt, was ich als altbacken empfand, wobei er versucht hat den Effekt durch Kombination mit anderen Bildeffekten ein bisschen unauffälliger zu gestalten als Argento.

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                  Martin Jurgeluks 02.12.2018, 01:02 Geändert 02.12.2018, 01:20

                  Neulig auf ARTE - Suspiria und der Abstieg nach Absurdistan.
                  Italienische Filmkunst, die sich sogar Horror nennen möchte, aber mit nerviger, deplatzierter Hintergrundmusik und feinstem Kunstblut alles andere als ein zufriedenstellendes Werk dargestellt wird. Nein Suspiria ist tatsächlich ziemlicher Nonsens wo man sich ein wenig fragen muss: Dieser Film landete auf dem Index? Wow. Da gab es glaube schon schlimmeres!
                  Wie auch immer: Suspiria und der Abstieg nach Absurdistan, verzeiht mir Fans für diesen Titel aber ich fand es als Einleitung irgendwie passend und unterstreicht auch das irgendwie doch sehr alberne Ende des Films, Ist leider kein sehenswerter Film.
                  Fazit: Suspiria habe ich ungeschnitten sehen dürfen, wird mir aber leider als äußerst schlecht gemachter Streifen in Erinnerung bleiben.

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                    RoboMaus 30.11.2018, 16:57 Geändert 01.12.2018, 12:02

                    Arthouse meets Slasher - da braucht ein Film wie 'Suspiria' (1977) auch keine Story, und es reicht eine rudimentäre Handlung. Hauptsache, die Ausleuchtung stimmt, bevorzugt in rot, das zuweilen mit anderen Farbtönen kontrastiert. Für Argento ist das wohl von solcher Wichtigkeit, dass er sogar den Raum der Gepäckabholung im Flughafen so ausleuchtet, dass es wie im Puff aussieht (am Anfang darauf achten). Als ob er sich selbst parodiert - wenn zwischen den Fluggästen ein paar Damen oben ohne aus dem Raum gekommen wären, könnte man so etwas noch als starken Gag auffassen (hey - das wäre doch etwas für eine Argento-Parodie), aber weil er das ernsthaft als Filmkunst verkaufen will, produziert Argento die gleiche unfreiwillige Komik wie manche billigen Genrefilme, nur auf der Arthouse-Schiene.

                    Ansonsten erlebt man einen Film, der zwar mit Optik, Waberscore und immer wieder eingestreutem *stöhn, röchel* noch eine gelungene Atmosphäre erzeugt (außer natürlich, man ist rot-grünblind), jedoch über viel zu lange Strecken mangels Handlung in langatmiger Ereignislosigkeit dümpelt. Zwischendrin wird ab und zu jemand aufgeschlitzt oder kommt durch eine dunkle Macht zu Tode, was sich jedesmal lang und breit ankündigt. Vom Überraschungsmoment scheint Argento nicht viel zu halten, aber das ist sowieso nicht gerade eine Stärke von Arthousefilmen oder Slashern. Daher ist auch schon bald vorhersehbar, was in der Ballettschule abläuft und wie das ausgeht - das Ende ist allerdings wirklich witzig und das Aushalten wert. Grusel? Also, bitte.....

                    Immerhin kommen ein paar gute Ideen, wie der Madenregen, aber im Wesentlichen ist das langatmiges Style over Substance, oder konkret: Farbspiele vor Inhalt.

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                      Wie kann so ein Machwerk als Klassiker eingestuft werden? Etwa bloß weil es aus dem Jahre 1976 stammt als die Horrorstreifen vielleicht gerade flimmern lernten? Denn der Horror besteht außer im Verteilen von viel roter Farbe und entstellten Stillleben ausschließlich aus einem Akustoterror, der den Plot unentwegt begleitet. Da hastet die Ballettschülerin Suzy (Jessica Harper) durch theaterähnliche Kulissen, die an Art Dekor erinnern. Man hört fast ständig einen Mix aus Stöhnen, Keuchen, Schreien und Bimmeln, falls nicht gerade die aufsichtführenden Mädels, angeführt von Alida Valli als Marie Tanner und Joan Bennett als Heimleiterin Madame Blank auffällig geheimnisvoll daherkommen. Dass die was aushecken ist dem ahnungslosen Zuschauer bald klar. Auch nicht Vapirismuskenner verstehen, warum Suzy immer so müde ist. Und wenn dann mal ein Dolch ins Fleisch fährt, erkennt man es als Schweinehälfte vom Hausmetzger. So treibt es die Suzy durch geheimnisvolle bunt angestrahlte Gänge. Sie wird gepeinigt von pubertären Seelenqualen und über Drahtspiralen hinweggerollt. Die sie aufklärerisch unterstützenden Psychiater Mende (Udo Kier) und Milius (Rudolf Schündler) tauchen plötzlich auf wie aus einem Zauberhut gezogen, können aber auch nicht helfen. Und so entkommt Suzy dem brennenden Internat. Der Zuschauer ist froh, dass die Geräuschfolter ein Ende hat.
                      Was 1976 noch als Horror durchging, kann heute nur noch Achselzucken bewirken. Man erkennt den Fusch, wenn man ihn sieht. Meine Variante des Titels wäre ‘Suspendieria‘ im Sinne von ‘erspart uns das‘. K.V.

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                      • 8

                        Ich wollte mir den Streifen nochmal ansehen, bevor ich mir die Version von 2018 gönne. In der Gesamtbewertung halte ich ihn nach wie vor für sehr stark. Die Soundkulisse ist klasse, die Farbgebung schlichtweg einzigartig. Die Kombination beider Faktoren macht Suspiria zu einem individuellen Ereignis, dass sich von anderen Genrevertretern klar abgrenzt, das ist einfach stark.

                        Es gibt natürlich auch Schwächen und für mich verhindern die eine Wertung von 9 oder mehr Punkten. Da wäre einerseits die schwache Darstellung einiger Charaktere, die nicht ausgereiften Dialoge. Es sind vor allem diese beiden Faktoren die doch deutlich hinter den audiovisuellen Komponenten zurückbleiben. In der Summe bleibt ein einzigartiges visuelles Erlebnis, dass auch heute noch glänzt, aber dennoch einige Ecken und Kanten aufweist.

                        Für Genrefreunde ein absolutes Muss, für Filmfans im allgemeinen auch noch eine Pflichtübung, für Leute, die hin und wieder einen Film schauen eher uninteressant.

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                          Grelle Farben, nichts dahinter?

                          Der visuelle Stil ist sicherlich herausstechend. Ebenso die Musik. Da wird schon ein ordentliches Brett aufgefahren. Aber wofür?

                          Auf der narrativen Ebene erinnert der Film an klassische Märchen, die ja tatsächlich einen tiefenpsychologischen Sinn für Kinder haben. Da entsprechen alle Figuren gewissen Aspekten der Kinderpersönlichkeit bzw. Bedrohungen ebendieser (z. B. Hexe als Archetyp des gierigen, bösen Weibes oder die Stiefmutter als Erscheinung der "bösen" Mutter, die überwunden werden muss).
                          Aber "Susperia" funktioniert dahingehend nicht gut. Mit den wissenschaftlichen Psychologen (Udo Kier) wird die infantil-psychische Ebene aufgegeben und so versucht, das Grauen zu vernünftig erklären. (Das ist so als hätte man beim Herrn der Ringe einen Diplom-Biologen hingestellt, der sagt: "Orks gibt's doch gar nicht.")
                          Hätte man darauf verzichtet, so wären alle Ereignisse im Film akzeptabel gewesen, weil irgendwie fantastisch eben.
                          Der Film hätte dann noch gut funktionieren können, wenn man als Zuschauer die Krise (wenn es denn eine gibt) der Darstellerin nachvollziehen könnte. Aber die Figur bleibt doch sehr unterentwickelt. Es lassen sich nur wilde Vermutungen anstellen, die aber alle nicht wirklich greifen. Vielleicht sieht ein weibliches Publikum den Film anders als ich.
                          So jedenfalls stellt sich nicht wirklich ein Schrecken ein. Auch die Andeutungen (Elizabeth Bathory, Vampirismus, Nazi-Vergangenheit, warum-überhaupt-ne-Ballettschule?) bleiben leider nur Andeutungen und gehen nicht auf.

                          Das ist schon schade, denn ich mag den visuellen Stil. Auch die Musik fand ich klasse, weil manchmal nicht ganz klar war, ist es jetzt Musik aus dem Off oder aus der Szene selbst. Auch die total schräge Architektur und die hingebungsvolle Ausstattung gefielen. Aber na ja, so bleibt alles irgendwie ... hohl.

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                            haujobb. 29.11.2018, 01:28 Geändert 29.11.2018, 01:29

                            Pünktlich zur Kino-Laufzeit des Remakes kam ich in den Genuss des sagenumwobenen Originals.
                            Für damalige Zeiten sicherlich State of The Art, ist es aber leider nicht zeitlos - so sieht es aus, wenn der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat.
                            Was dann übrig bleibt, ist ein z.T. unfreiwillig komisches Geisterbahn-Feeling, extreme Farben und nervtötende musikalische Untermalung.
                            Man sieht auch sicherlich keine schauspielerischen Glanzleistungen (eher typisches 70er-Overacting), und das Ende könnte man ketzerisch als Schrott bezeichnen - aber das würde ich natürlich niemals wagen.
                            Aber zu einer Wertung mit 5 Punkten lasse ich mich - allen drohenden Gefahren zum Trotz - dennoch hinreißen.
                            Bin nun gespannt auf das Remake...

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                              ARTE, ARTE, ARTE.

                              https://www.arte.tv/de/videos/080232-000-A/suspiria/

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                                RockyRambo 25.11.2018, 13:06 Geändert 25.11.2018, 16:53

                                Etwas durchwachsener Eindruck den Susperia bei mir hinterlässt.

                                Er hat klar eine Coole Atmosphäre, Stimmungsvolles Setting sowie ein Klasse Einsatz von Farblicher Gestaltung. Die effektive Musik frisst sich einem direkt rein ins Hirn und auch die erste Todesszene im Film sieht einfach Klasse aus. Die Geschichte an sich ist allerdings eher dünn und die Darsteller Leistungen durch die Bank völlig steif und wenig überzeugend sodass ich mich mit Mühe an 2 Abenden dadurch geschleppt habe. Lediglich der Kurze Gastauftritt von Udo Kier als Doktor der Rotwein empfiehlt war schon einen Lacher wert.

                                5/10 ist da für mich der diplomatische Mittelweg.

                                Für viele wohl ein Klassiker für mich wird es aber wohl kein Wiedersehen hiermit geben. Sobald die Neuauflage auf Blu Ray raus ist werde ich aber mal schauen was das Remake aus dem Stoff so macht. Vielleicht sagt mir das ja mehr zu.

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                                  littering 12.11.2018, 21:01 Geändert 12.11.2018, 21:55

                                  Grundgütiger !! was ein klotzhohler Scheiss. Zu der Wahnsinnsbeurteilung durch die Massen verweise ich auf "Asterix - Obelix Gmbh&Co KG", sowie Minipli und Schulterpolster.
                                  Zur Story: die erste Stunde muss uns eine durch in ihrer Nähe verübten Morde verunsicherte Balletschülerin (einer der besten Institute der Welt !) genügen, hernach gibt`s dann noch ein bisschen idiotisches "böse Hexen" Gequassel. Die Dialoge besitzen schlichtestes Niveau. Was die Glaubwürdigkeit der Figuren betrifft: dem Lehrpersonal würde man eine vorausgegangene Schlammcatcherkarriere zutrauen, einige der Schülerinnen empföhlen sich wohl eher als rustikalere Bierzeltbedienungen. Die Splattereinlagen kann man mit `nem Schulmalkasten und einem Stück Schweinebauch realisieren. Das künstlerische Wirken beschränkt sich auf den inflationären Wechsel der Farbfilter und der Auswahl einiger ganz netter Kulissen.
                                  Nahezu unerträglich aber ist der körperverletzende Score des Machwerks (zu der Zeit war "Progressive Rock" schon längst in seiner Blüte und man hätte sich das Ding auch von echten Musikern - Yes, King Crimson, Jethro tull o.a. -, nicht von derartigen Scharlatanen vertonen lassen können; ich empfand ernsthaft die Schuhplattlereinlage entspannend !).
                                  Leider durch seinen Ruf für den Genrefreund schon fast Pflicht, rate ich aber von der Sichtung ab.
                                  Widerspreche der Ansicht das Millionen von Fliegen nicht irren können.

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                                    Ein Schauermärchen in rot und blau. Gleichsam Höhepunkt, Richtungsweiser und Mittelpunkt in Dario Argentos exzentrischem Schaffen. Farben und Figuren überzeichnet, Darsteller und Szenen von überbordender Intensität. Argentos Kamera dringt in alle Windungen des verwunschenen Hexenhäuschens ein, ergründet Wände und Ecken, ausstaffierte Hallen, unterkühlte Schwimmbäder und düstere Kämmerchen. Das grelle Kunstblut tropft, der kongeniale Gobline-Score wabert über die Tonspur. Formvollendete Stilistik drängt die belanglose Handlung in den Hintergrund. Hier reagieren Farbe und Form, verdichtet zu einer bedrohlichen Atmosphäre, welcher es einzig und allein darum geht, dem Gefühl von Angst eine Kontur zu verleihen. Es sind faszinierende Albtraumlandschaften, welche Suspiria vom Okkultismus getrieben in inszenatorische Perfektion hüllt. Ein suggestiver Rausch, der unaufhaltsam von seiner fiebrigen Stimmung vorangetrieben wird. Ein formvollendeter Genuss, dem man sich wieder und wieder hingeben kann.

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                                      naja, vor 41 jahren gemacht. vor halloween und nach texas chainsaw ( aber der war stilistisch auch scheisse ). für mich ein traum von einem film und das in allem.

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                                        Ein Film, dessen Lobhuldigungen sich im Großen und Ganzen auf das Abfeiern seiner Farbspiele reduzieren lassen.
                                        Farbspielerisch ist er ganz toll, ja.
                                        Mehr gibt's aber halt auch nicht zu sehen. Da halte ich es mit dem Lexikon des Internationalen Films:
                                        "Dümmliche Mischung aus Horror und Okkultismus, die auf grobe Effekte setzt und die Atmosphäre völlig vernachlässigt."

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                                          Wer gern auf Youtube stöbert kennt wahrscheinlich die beliebten Videos in denen Farbenblinde Personen eine Brille geschenkt bekommen mit der sie wieder ein komplettes Farbspektrum sehen können und dann mit weit auf gerissenem Mund die Welt völlig neu bestaunen können.

                                          Eine ähnliche Erfahrung des Staunens mache ich jedes Mal sobald ich Argento´s Meisterwerk Suspiria in den DVD-Player lege. Wenn meine Wohnzimmerwände in knalligem Rot angestrahlt werden kommt direkt die richtige Stimmung für dieses Horror-Märchen auf.

                                          Diese satte reichhaltige Farbgestaltung in dem letzten Film der mit dem Technicolor-Verfahren gedreht wurde ist so unbegreiflich hypnotisierend und überwältigend das klare Konturen fast gänzlich verschwimmen oder sich gar völlig auflösen in einem Hexenhaus voller Wunder in dem jedes Zimmer eine neue optische Raffinesse beherbergt.
                                          Suspiria gleicht stellenweise den Schwarz/Weiß Stummfilm Klassikern wie „Das Cabinet des Dr. Caligari“, nur eben hier in Schwarz/Rot/blau, eingehüllt in einer betörenden Soundkullise die von der Band Goblin als ausdrucksstarke Untermalung beigesteuert wurde.
                                          Der Soundtrack von Goblin wird nicht zu Unrecht als einer der bedeutendsten Filmsoundtracks aller Zeiten gehandelt.

                                          Die unglaublich spannende Szene als der blinde Mann der mit seinem Schäferhund allein über den Königsplatz in München spaziert ist für mich bis heute die bedeutendste und atmosphärisch dichteste Szene im Europäischen Horrorkino aller Zeiten und ist der Grund warum ich mich in den Film Suspiria verliebt habe.

                                          Die Schauspieler und Erzählung leiden zwar wieder an den alten Argento typischen Schwächen aber diese sind bei den ganzen optischen Reizen zum Glück schnell vergessen. =)

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                                            Wie kann ein Film wie dieser eine so gute Bewertung bekommen, versteh ich nicht.
                                            Besonders gut hat mir das Kunstblut gefallen, sehr professionell, sieht aus wie Lack für den Gartenzaun !!!

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                                              JimiAntiloop 27.09.2018, 12:58 Geändert 27.09.2018, 16:23

                                              Alter, war der schlecht. In so vielen Belangen. Trotzdem ist der Film so hoch bewertet von fast all meinen MP-Buddys. (Gerade mal drei 5 oder 5.5 Punkte Wertungen) Ich frag mich grad ehrlich.

                                              Meine 3 Punkte gibts für die manchmal auch passenden schönen Farbeffekte, die Austattung (die aber fast durchweg schlecht in Szene gesetzt ist und immer nach Studioproduktion schreit.) und die halb-interssanten Dialoge über Hexen im letzten Drittel.

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                                                Ich bin wohl auch mit viel zu hohen Ansprüchen an diesen Film gegangen. Ich fand den Film süß, drollig, putzig geradezu. Aber nicht gruselig.
                                                Als Kind hätte der mich bestimmt erreicht, aber nicht jetzt. Egal, jetzt freue ich mich umso mehr auf das Remake, denn aus der Story kann man bestimmt einiges rausholen...

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                                                  Music einfach der Hammer, wenn was Passiert, genau Perfekt eingesetzte, und dann noch dieses Hübsche Gruselfaktor sieht man nicht so oft

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                                                    Kann mir jemand sagen wie ich an eine ungeschnittene Version von dem Film komme ?