Tatort: Der Polizistinnenmörder - Kritik

Tatort: Der Polizistinnenmörder

CH · 2010 · Laufzeit 90 Minuten · Kriminalfilm, Drama
Du
  • 6 .5

    Bei Verfolgungsjagden fällt mir ja gerne mal der Mittermeier ein ('Wie realistisch!') - so auch hier. Also auf besondere Logik und Realitätsnähe kann man im gesamten Film nicht wirklich hoffen. Davon abgesehen, plätschert das ganze aber nett unterhaltsam dahin.

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    • 8

      Bei den Tatortfolgen Baujahr '10 wird anscheinend ein tiefgehend philosophischer oder sozialkritisch anspruchsvoller Teil schon fast selbstverständlich eingebaut. Was beispielsweise im Kölner Tatort "Schmale Schultern" wirklich gut rüberkam, entwickelt sich aber oft zu gähnender Langweile, da die Spannungskurve die Form von rohen Spaghetti annimmt.

      Bei "Der Polizistinnenmörder" vereint sich nun wieder alles was Tatort einmal ausmachte. Einen ganz normalen, sich selbst nicht zu ernst nehmenden Krimi, der überzeugt. Beim genaueren Hinsehen wirkt alles ein wenig konstruiert, doch das ist bei Tatortstandartlänge von 90 Minuten, und dem trivialen Inhalt nicht weiter tragisch.
      Das erste Mal seit langem, dass man sich von einem Tatort einfach berieseln lassen konnte. Ich mags.

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      • 5

        Für mich als Konstanzer ist der Tatort vor allem spannend, weil man ständig rätseln kann, wo die Drehorte sind. Sonst war hier leider gar nichts spannend. Man schaue nach unter

        www.hanebüchen.de
        www.konstruiert.de
        www.unplausibeldasseswehtut.ch

        Perlmann wird nie ein harter Cop, auch wenn er noch so schreit. Und die Strecke Schaffhausen-Konstanz führt weder durch eine Schneewüste noch durch den Urwald. Vor allem braucht man dafür keine 90 Minuten (vgl. Googlemaps).

        Immerhin war das Stuntteam mal gut ausgelastet, aber von einem Tatort darf man eine komplexere Story erwarten, die durch Klamauk und Action ergänzt, aber nicht beherrscht wird.

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        • 5 .5

          Nach dem miesen Maulwurf-Thriller "Sechs Tage Angst" zeigt das Erste wieder einen Krimi, bei dem der als abgrundtief böse eingeführte Verräter ebenfalls von Anfang an bekannt ist. Doch wie ein Großkopferter und seine einfältigen Helfer zur Strecke gebracht werden, ist zwar vorhersehbar, doch bei aller Unlogik vergnüglich präsentiert wie ein Kinder-Comic. Dieser Tatort nimmt sich nie ernst und pünktlich zum Berlinale-Jubiläum sehen wir Eva Mattes (das Mädchen aus Verhoevens "o.k.") erneut in glatten und in deutschen Wäldern. Dass ihrem schon arg übergewichtigen Part, der zunehmend Sebastian Bezzels Perlmann [jetzt ohne Chic] verdrängt, nach langer Auszeit Stefan Gubser als Reto Flückinger zur Seite gestellt wird, macht ihre Klara Blum endlich etwas zugänglicher. Eine "Tatort"-Reihe mit dem Schweizer Flückinger und einem Sidekick Klara Blum wäre allerdings noch besser!

          Dass der schmierige Massenmörder respektive Waffenhändler am Ende freiwillig seine Zusammenarbeit anbietet (soetwas geschieht nie im Leben, siehe Karlheinz Schreiber) ist der seichten Story geschuldet, die sich nicht für das Verbrechen sondern allein den Spaß interessiert. Na gut, kein Hirn, kein Herz, kein künftiger Tatort-Klassiker, doch viel Kawumm: warum mal nicht? Aber nur ausnahmsweise bitte.

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