The Big Sick - Kritik

The Big Sick

US · 2017 · Laufzeit 119 Minuten · FSK 6 · Komödie, Drama · Kinostart
Du
  • 7

    Boy meets Girl, kurzes Beziehungsglück, schnelle Trennung, das Girl wird krank und ins Koma versetzt: Wo andere Liebesgeschichten auf ihr Ende zusteuern, geht dieser Film erst richtig los – alles, was noch zu sagen ist, kann der Boy nicht mehr sagen. Über "The Big Sick" geriet die Presse nachvollziehbar ins Schwärmen, an den Kinokassen war er ein Überraschungserfolg. Manche warfen ihm vor, dass der tragische Wendepunkt jene eigensinnige sprachliche Komik suspendiere, die für den Protagonisten (einen emigrierten Pakistaner, der sich als Stand-Up-Comedian versucht) überlebenswichtig sei. Ausgebremst wird der Humor dadurch allerdings nicht, höchstens etwas verlagert (in Richtung einer kulturellen und familiären Emanzipation: autobiographisch-selbsttherapeutisch rollen Kumail Nanjiani und Co-Autorin Emily V. Gordon die Geschichte ihrer Liebe auf). Und überhaupt stellt der melodramatische Plotpoint den Film vor die spannende Herausforderung, wie sich eine romantische Komödie erzählen lässt, wenn ihr der für genreüblich-gewitzte Annäherungen und wechselseitige Reaktionen entscheidende Gegenpart abhanden kommt. Mit tollen Figuren, die alle einen an der Waffel haben und trotzdem nicht vom Drehbuch an leichtfertige Gags verkauft werden, erschließt sich "The Big Sick" eine Nische im sonst unerträglichen Feel-Good-Kino aus Sundance. Ohne falsche Gefühle.

    15
    • 8

      Der Sohn pakistanischer Einwanderer soll Arzt werden und eine pakistanische Frau heiraten. Stattdessen will er lieber Stand-up Comedian sein und ist in eine Einheimische verliebt. Das semiautobiografische „The Big Sick“ kombiniert Romantic Comedy mit Culture Clash zu einem Film, der zwar viele bekannte Elemente enthält, in der Mischung aber doch jede Menge Spaß macht – auch der scharfzüngigen bis verschrobenen Protagonisten wegen.

      • [...] The Big Sick ist ein ungewöhnlicher Film. Er spielt mit Vorurteilen zwischen verschiedenen Kulturen, den kleinen Problemen zwischen Mann und Frau und auch den Sorgen und Ängsten der jungen Menschen, die noch nicht genau wissen, wo das Leben sie hinführen wird.

        Der Cast kommt sehr authentisch rüber. Zum einen natürlich Kumail, der sich selbst spielt und damit die Story so nahe an der Realität hält, wie es für einen Film machbar ist. Aber auch die restlichen Darsteller können allesamt überzeugen, vor allem durch die einzigartige Chemie, die bei ihnen vorherrscht. Hervorheben würde ich wohl noch Holly Hunter, als Beth.

        Die Schauplätze sind recht simpel. Ein Krankenhaus, zwei Wohnungen und eine Comedy Bar. Doch sie sind relativ unwichtig, denn es kommt darauf an, was sich in ihnen abspielt und das ist hier sehr gehaltvoll.

        Durch die Machart wird der Streifen sehr entschleunigt, wenn man eine Romanze denn überhaupt entschleunigen kann. Das Geschehen wirkt sehr vertraut, nahe und ehrlich.

        Ich war sehr gespannt auf The Big Sick, denn der Trailer sagte mir durchaus zu. Er versprühte einigen Witz und davon wollte ich mehr sehen. Im Endeffekt hat mir hier jedoch ein wenig gefehlt. Klar, der Streifen ist nicht nur ernst, er hat auch humorige Seiten, doch ich hatte mir einen Tick mehr erhofft.

        Ein paar Lacher, schwarzen Humors konnte ich für mich dann doch herausziehen, wenn etwa Emilys Vater Kumail fragt, was er vom 11. September halte.
        “Ein schlimmer Tag, wir haben 19 unserer besten Männer verloren.”

        Alle anderen Facetten dagegen konnten punkten. Man kann genau nachvollziehen warum jemand etwas sagt oder tut und man kann sich mit den Leuten identifizieren. So ist The Big Sick mehr Romanze, als Komödie für mich.

        Mit 2 Stunden Lauflänge kann er es sich leisten sehr ins Detail zu gehen. Ich muss sagen, ich habe die Zeit nicht wirklich gemerkt, vom Gefühl her waren es für mich etwas mehr als 90 Minuten.

        Daher spreche ich eine Empfehlung für alle aus, die einen ruhigen, romantischen Film, mit vereinzelten Schmunzlern suchen. In dem Genre ganz klar einer der stärkeren Vertreter des letzten Jahres.

        • 9

          THE BIG SICK geht einfach ans Herz. Das liegt nicht nur daran, dass die Besetzung der Rollen einfach auf den Punkt ist. Wirklich jeder, auch die kleinste Nebenrolle, in diesem Film ist sympathisch. Die Liebesgeschichte ist nicht so dominant. Die vielen Nebenschauplätze (Kumails Verhältnis zu Emilys Eltern, Kumails Verhältnis zu seiner eigenen Familie, Kumails Berufsleben...) sorgen für eine vielschichtige, spannende Geschichte.

          • 8

            Viel von seinem Leben hat Drehbuchautor Kumail Nanjiani in The Big Sick gepackt. Oft weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. [Barbara Schweizerhof]

            • 7 .5

              So tragisch das klingt: Selbst in den Momenten, die sich um Krankheit und Verzweiflung drehen, behält der Film seinen humorvollen, optimistischen Ton und seine leichtfüßige Gangart – vor allem dank Kumail Nanjiani, der hier herrlich blödelnd eine fiktionalisierte Version seiner selbst spielt. [Katrin Nussmayr]

              • 8

                Die von Michael Showalter (Hello, My Name Is Doris) auf die Leinwand gezauberte Komödie The Big Sick, die mit Culture-Clash-Elementen, einer seltenen Krankheit, dramatischen und zuckersüssen Ereignissen und vielen clever geschriebenen Lachern durchgehend starke Unterhaltung bietet, ist eine herzerwärmende und komische Geschichte, die nur das Leben schreiben kann. [Yannick Suter]

                • 8

                  [...] Kumail soll verheiratet werden. Die arrangierte Ehe mit einer pakistanischen Frau genießt neben dem Islam die oberste Priorität in seinem Elternhaus. Was folgt, ist eine unangenehm inszenierte Begegnung nach der anderen – ganz im Gegensatz zum Ablauf der Ereignisse von The Big Sick. Nach einem Drehbuch von Emily V. Gordon und Hauptdarsteller Kumail Nanjiani, das auf der eigenen, gemeinsamen Geschichte der beiden Autoren basiert, schafft Regisseur Michael Showalter einen Film, der federleicht auf dem schmalen Grat zwischen sorglosem Feel-Good-Movie und ernstem Drama balanciert und dabei im Gegensatz zu sämtlichen Bemühungen von Kumails Mutter alles andere als gewollt und erzwungen wirkt. Selten waren die Figuren und ihre Beziehungen in einer romantischen Tragikomödien so greifbar wie in The Big Sick. Alles wirkt echt, obwohl sich niemand darum bemüht. [...]

                  6
                  • 7

                    Wenn in Deutschland Bühnenkomiker Filme machen, muss man so schnell wie möglich weglaufen. Beim Komiker Kumail muss man lachen, weinen, mitleiden und -bangen, wenn er sich selbst als erfolgloser Stand up comedian spielt. [Günter H. Jekubzik]

                    • 7 .5

                      Es bleibt aber immer noch genug Konfliktstoff in dieser romantischen Tragikomödie, um den Zuschauer über zwei Stunden in der emotionalen Achterbahn herzlich durchzuschaukeln. [Stefan Benz]

                      • 8

                        Es ist diese Mixtur aus eigener Lebenserfahrung und stilsicherer Karikatur menschlicher Schwächen und gesellschaftlicher Voreingenommenheiten, die dem Film einen Platz in der Spitzengruppe zeitgenössischer US-amerikanischer Komödien sichert. [Franz Everschor]

                        • 7

                          Mit viel Feingefühl für zwischenmenschliche Nuancen inszeniert Regisseur Michael Showalter das punktgenau verfasste Skript als tragikomische Culture-Clash-Romanze, die beim Filmfestival in Sundance sehr positiv aufgenommen wurde. [Christian Horn]

                          • 6 .5

                            Love is in the air: Liebe ist nicht so einfach, wenn man a) Pakistani, b) nicht ehrlich und c) die Freundin ins Koma gefallen ist. The Big Sick behandelt einige Probleme auf einmal. [Claudia Nitsche]

                            • 8

                              Die originelle Culture-Clash-RomCom erzählt angenehm unaufgeregt vom Kennen- und Liebenlernen eines pakistanisch-stämmigen Comedians und einer amerikanischen Studentin. [Jens Balkenborg]

                              • 7

                                [...] Wüsste man es nicht besser, könnte man behaupten, die Geschichte von Michael Showalters (Hello, My Name Is Doris) The Big Sick ist eine, wie sie nur im Kino geschrieben werden kann. In ihrem Kern befinden sich zwei Menschen, die sich zufällig begegnen und scheinbar wie füreinander bestimmt sind, bis sich wenig später ein unvorhersehbares, tragisches Ereignis zum denkbar unpassendsten Zeitpunkt zwischen die beiden drängt und ein ungewisses Schicksal für ihre gemeinsame Zukunft bereithält. Diese Geschichte ist dabei allerdings keineswegs fiktionalen Ursprungs, sondern beruht auf wahren Hintergründen aus dem Leben von Kumail Nanijani (Fist Fight) und Emily V. Gordon (The Carmichael Show), die sich gemeinsam für das Drehbuch verantwortlich zeichnen. [...] Showalters Film, der vor allem durch die Persönlichkeiten von Nanijani und Gordon geprägt wird und eigentlich viel mehr deren Film ist, zieht sich plötzlich ganz langsam vom Fokus auf eine einzelne Beziehung zurück und gewährt einen breiteren Raum für ebenso behutsam wie liebevoll errichtete Verästelungen in dieser Geschichte, die spätestens ab hier die meisten Zuschauer für sich gewonnen haben dürfte. Nicht einmal der Stempel, den Judd Apatow (Beim ersten Mal) dem Werk mit seiner Produktionsschmiede aufdrückt, macht sich abseits einiger ausschweifend eingefangener Stand-up-Auftritte bemerkbar, wodurch der Humor stets in sanften Bahnen verläuft. Womöglich könnte man es als Schwäche auslegen, dass The Big Sick somit ein Film ist, der es sich fast schon zu einfach macht, indem die Verantwortlichen genau wissen, wann sie welche Knöpfe drücken müssen, was für ein Maß an bewegender Tragik sie wann unter den leichtfüßigen Tonfall ihres Drehbuchs mischen und wann sie diese Tragik durch amüsante Pointen oder witzige Dialoge wieder abfedern, um jederzeit in die Herzen des Publikums vordringen zu können. Bewundernswert ist es aber trotzdem, wie unprätentiös, ambivalent und ohne übermäßige Selbstbezogenheit Gordon und Nanijani nicht nur eine Geschichte über ihre eigene Beziehung erzählen, sondern gleichzeitig eine Liebeserklärung an diejenigen formulieren, die ihnen in dieser Zeit auf die eine oder andere Art am nächsten standen. So sind es beispielsweise Holly Hunter (Dreizehn) und Ray Romano (Wie das Leben so spielt) in den Rollen von Emilys Eltern, denen das Autoren-Duo die mitunter stärksten, wenngleich womöglich dezent fiktional überhöhten Szenen dieses Films widmet, während Nanijani im späteren Verlauf in einem Streitgespräch mit seinen Eltern gewissermaßen ein Stück weit mit seiner eigenen Persönlichkeit abrechnet und seinen Eltern dadurch den Respekt zollt, zu dem er zum damaligen Zeitpunkt vielleicht nie fähig gewesen ist. [...]

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                                  Indem The Big Sick etwas Rom-Koma in die RomCom mixt, wird daraus eine clevere, süße und sehr persönliche Liebesgeschichte. [Kate Stables]

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                                    Die Drehbuchautoren Gordon und Nanjiani haben es mit viel mehr Können als Selbstbezogenheit geschafft, ihre wahre Liebesgeschichte in eine warme und schöne Fiktion zu verwandeln, die auch zum Nachdenken anregt. [Justin Chang]

                                    • 8

                                      In The Big Sick überspringen Mr. Nanjiani und Ms. Gordon diese Hürde mit Offenheit und Freude, um das oft starre Subgenre mit einer wahren Liebesgeschichte, Tod und Alltagskomik [...] wiederzubeleben. [Manohla Dargis]

                                      • 9

                                        The Big Sick findet den Lachen-beim-Weinen-Sweet-Spot an den ungewöhnlichsten Orten. [...] Der Film ist eine glücklich machende Komödie und so viel mehr. [Christy Lemire]

                                        • 8
                                          HollywoodReporter 27.01.2017, 12:19 Geändert 27.01.2017, 12:19

                                          The Big Sick ist ein lustige und zärtliche Liebesgeschichte aus dem Leben. [John DeFore]

                                          • 8 .5

                                            The Big Sick ist ein Film voll von persönlicher Geschichte, Lachern, Herzschmerz und auf die harte Weise gewonnenen Einsichten. Mal romantisch, mal reumütig und urkomisch ist die Komödie so schlau und witzig, dass sie auch eine Chance in größeren Kinos verdient. [Geoff Berkshire]