The Broken Circle - Kritik

The Broken Circle Breakdown

NL/BE · 2012 · Laufzeit 111 Minuten · FSK 12 · Drama, Musikfilm · Kinostart
Du
  • 8

    Beziehungsdrama mit sympathischen und unkonventionellen Charakteren, guter Musik (Bluegrass gefällt mir sehr), schönen atmosphärischen Bildern und durchgestylter Ästhetik. Davon habe ich mich ablenken lassen, sodass mich die Grausamkeit der Geschichte nicht ganz so sehr getroffen hat.

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    • 9

      The Broken Circle ist ein Familiendrama und Musikfilm zugleich. Es wird vollständig auf überflüssigen Kitsch verzichtet und zeigt unzensiert das Schicksal von Didier und Elise. Sie sind ein glückliches Paar und spielen gemeinsam in einer Country-Band. Von Grund auf sind beide stark unterschiedliche Charaktere, die trotz Differenzen glücklich zusammen sind. Erst ihre Tochter stellt sie vor die wahrscheinlich größte und schwierigste Herausforderung. Ein Film, der es schafft den Zuschauer emotional mitzureißen. Die ständigen Zeitsprünge sind anfangs verwirrend, klären sich mit der Zeit von selbst. Nichts für schwache Nerven. Eine beeindruckende belgisch/niederländische Produktion.

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      • 8 .5

        Ja ich bin auch begeistert von dieser Filmperle aus Belgien, bei der Szene wo das Kind nach der Klinik nach Haus kann, und dann die Gruppe Lions the...anspielt sehr sehr berrührrend(schniiff), die einzelne Rückblenden machen mir diesmal nichts aus, sind sehr sinnvoll, und banjomusik ist sehr schön, also einfach angucken wenn er mal läuft..so ist das leben.

        • 7 .5

          Ist in den unten stehenden GUTEN Kritiken schon alles geschrieben worden. Jeder hat da sicherlich seine subjektiven special Moments, die auf einen mehr wirken. Hängt vom Alter und Lebenserfahrungsstatus ab.

          • 9

            Ausnahmefilm aus Belgien, der in seiner Wuchtigkeit nur schwer zu greifen ist: Nicht chronologisch, sondern assoziativ erzählt THE BROKEN CIRCLE eine Geschichte über die Höhen und Tiefen zweier Leben und die Kluft zwischen Pragmatismus und Glaube.

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            • 7 .5
              Forrester030 02.05.2017, 18:53 Geändert 02.05.2017, 19:19

              durch zufall auf amazon-video entdeckt. sehr schöne, teilweise intensive atmospähre, interessante, frische, gute schauspieler, nachvollziehbare charaktere, ein sehr schöner soundtrack. solange man keine banjo-musik verachtet. ich persönlich mag sie sehr.

              ich finde es immer sehr beeindruckend, wenn filme, die sich eigentlich um ein bedrückendes, ernstes thema drehen (in diesem fall krebserkrankung eines kleinen mädchens), es trotzdem schaffen, durchaus auch positive stimmungen und atmosphäre im film zu vermitteln. das habe ich schon bei "ich und earl und das mädchen" sehr gemocht.

              dringende empfehlung mit der großen hoffnung auf mehr solcher filme.

              • 3 .5

                Die traurige Geschichte kam bei mir emotional nicht an. Dieses ganze Vor- und Zurück-blenden haben da auch nicht geholfen. Eigentlich ein schönes Drama, interessante Musik, gute Charaktere. Woran lag es?

                • 9

                  Lässt man sich erstmal drauf ein, gibt es kein Zurück mehr.
                  Es ist ein Schlag in die Magengrube und fordert die Empathie und Aufmerksamkeit des Zuschauers.
                  Die Geschichte tut weh, trotzdem gibt es viel Schönes.
                  Die Lieder gehen ins Ohr und direkt ans Herz, in diesen Momenten war der Film für mich nicht nur traurig.
                  Die Darsteller, die das Elternpaar spielen, sind mir absolut sympathisch gewesen.
                  Ich hatte kein Problem damit, dass der Film nicht chronologisch erzählt wird, sondern hin und her springt.

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                  • 7

                    Das nennt man wohl eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Schaut man sich mal die einzelnen Bestandteile von „Broken Circle“ an, handelt es sich hier um einen ganz klaren Kandidaten, der mich tief berühren und mir unglaublich gut gefallen müsste. Doch der Funke wollte während der Laufzeit einfach nicht so richtig rüber springen bzw. ist es erst ziemlich gegen Ende. Die erste Filmhälfte ließ mich trotz der bewegenden Ereignisse sogar beinahe komplett kalt. Dabei macht Regisseur Felix Van Groeningen in seinem emotional wuchtigen Drama vieles richtig. Er erzählt eine starke Geschichte, liefert tolle Dialoge, hat zwei großartige Hauptdarsteller, die in jedem Moment überzeugen, einen äußerst stimmungsvollen Soundtrack und trifft häufig den richtigen Ton.

                    Zu meinem Bedauern hat er sich mit seiner verschachtelten Erzählstruktur jedoch verhoben und schöpft dadurch nicht das gesamte Potenzial des Filmes aus. So werden höchstes Glück und tiefstes Elend einander gegenüberstellt, wenn die Zeit der Krankheit, der Tag des Kennenlernens und die glücklichen Jahre des Familienlebens parallel montiert werden. Nimmt man die Szenen alle einzeln für sich, haben mich beinahe alle vollkommen überzeugt. Problematisch für mich war hier aber, dass durch diese Erzählstruktur das emotionale Fundament fehlte, auf dem die schlimmen Ereignisse letztlich fußen sollten. Ich konnte schlecht mit den Eltern mittrauern, wenn ich nichts von ihnen weiß und sofort in den Todeskampf der Tochter hinein geworfen werde. Eine rein chronologische Erzählweise hätte dem Ganzen hier Abhilfe geschaffen und wahrscheinlich Wunder bewirkt. So bleibt es immer noch ein guter Film, der aber noch wesentlich besser hätte sein können. Schade drum.

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                    • 8

                      Wieder mal ein großartiger Film aus Belgien. Diesmal in der Sparte tragisch – herb. Ein locker fröhliches Familienleben zerbricht durch den Tod eines Kindes. Gerade weil es so umwerfend schön war, ist der Absturz besonders tief. Der Vater Didier (Johan Heldenbergh) findet als Musiker Trost in der Musik und kann mit viel Frust weiterleben. Er hat seine Band. Mutter Elise (Veerle Baetens), eine Tätowiererin schafft das nicht. Bleibt die Frage, kann man, wenn man einen über alles geliebten Menschen verliert – bei aller tiefen Trauer – weiterleben? Gibt man die eigene Existenz vollkommen auf und geht in der Trauer unter? Der Film fährt einzig und allein die emotionale Schiene. Ganz apodiktisch. Das hilft aber weder dem toten Kind noch der großen Liebe. Da wird der Schalter einfach umgelegt, meint Regisseur Felix von Groeningen. Der Tod wird zum Mörder. Nachdenkenswert und großartig gespielt. Bemerkenswert auch, der sprunghafte Schnitt, der nichts zerstört, obwohl der Titel final klingt, sondern der wie mit immer neuen Anläufen den Ballast vor sich herschiebt bzw. wegschiebt und umso mehr betroffen macht. Manch tragische Szene wird durch den schnellen Schnitt verkürzt. Das Drama und die Tragik bleiben und berühren. Beide Eltern bieten nur eine Option an, wenn der Kreis zerbrochen ist, kann der Zusammenbruch kommen. Kann, muss aber nicht.

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                      • 3

                        Überlanger Country-Musik-Clip, in den die Bilder eines todkranken Kindes geschnitten wurden. Ständige Wechsel der Erzählzeit sollen offensichtlich über die Banalität der Story hinwegtäuschen, die schon vielfach und viel besser erzählt wurde.

                        • 8 .5
                          audioservant 06.02.2017, 22:03 Geändert 08.02.2017, 00:12

                          Tief bewegendes und superb gespieltes Drama mit toller Bluegrass-Musik, das durch die fragmentarische und unchronologische Erzählweise eine originelle Perspektive auf Leben, Tod, Hoffnung, Liebe und Religion eröffnet.

                          An manchen Tagen sicher auch ein absoluter Runterzieher...

                          PS: Der Film wirkt nach..tut ein bisschen weh...

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                          • 9

                            Eine Wucht.

                            • 4 .5
                              RoboMaus 11.01.2017, 19:13 Geändert 12.01.2017, 18:23

                              'The Broken Circle' kommt mir vor wie die Light-Version von Lars von Triers 'Antichrist' (2009): ein Paar verliert durch unglückliche Umstände sein kleines Kind, gerät in eine Abwärtsspirale aus Depressionen und beginnt sich zu zerlegen.....

                              Die sehr unterschiedlichen Bewertungen legen einen Meinungsspalter nahe, der sich einfach erklären lässt: entweder dieser Plot packt dich emotional oder er packt dich nicht. Wie unschwer am gelb meiner Bewertung zu erkennen, konnte er mich nicht packen. Warum?

                              Da steht zuvorderst die verhäckselte Erzählstruktur: Schnipsel aus verschiedenen Phasen diese Beziehungs-Schicksals-Dramas werden so durcheinandergebracht, dass ein einfaches Folgen unmöglich wird. Am Ende ergeben natürlich alle Schnipsel ein Ganzes, aber für das Verständnis des Filmes und das Mitkommen ist so eine Darstellung eher ein ärgerliches Hindernis.

                              Dazu kommt, dass ein Zeitraum von etwa 9 Jahren beleuchtet wird, die Schauspieler aber durchweg gleich aussehen, was ein Auseinanderhalten der Handlungs-Schnipsel zusätzlich erschwert.

                              Die Story, auch wenn sie ansprechend erzählt wäre, ist für meinen Geschmack zu konstruiert depri, u.a. mit hektischen Streitgesprächen so getrimmt, dass jede Etappe möglichst übel ausgeht. Da überwiegt ab einem gewissen Punkt der Eindruck, dass nur jemand will, dass ich mich schlecht fühle, was eine Anteilnahme verhindert. Leuten beim Streiten zuzusehen, besitzt für mich keinen Unterhaltungswert.

                              Der einzige Lichtblick sind die gemeinsamen Auftritte mit der Bluegrass-Band, die künstlerisch stark wirken und ein paar magische Momente erzeugen. Das Glück des Paares wird damit für den Zuschauer greifbar, doch sobald man es ergriffen hat, kommt wieder ein unpassender Schnipsel, der den Fluss der Handlung zunichte macht.

                              Gewiss kein schlechter Film, aber keiner für mich.

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                              • 10

                                absoluter Ausnahmefilm ...
                                ... der das Spektrum menschlicher Emotionen zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle macht, sich in ihrer scheinbaren Widersprüchlichkeit aber letztendlich zu einem harmonischen Ganzen verbindet - und dabei getragen wird von der Musik, die in diesem Zusammenhang nicht besser sein könnte ! wow!

                                • 4

                                  Meine Erwartungshaltung war angesichts der diversen positiv gestimmten Kommis entsprechend hoch, konnte allerdings leider nicht erfüllt werden. Dabei fallen Dramen eigentlich in mein filmisches Beuteschema. Die während der ersten Filmhälfte nicht chronologisch verlaufende Erzählstruktur, bei der sich Gegenwart und Vergangenheit vermengen, ist gewiss nicht uninteressant, aber zunächst schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Einerseits wird geschildert, wie zwei liebende Menschen gemeinsam ihr Familienglück finden, während dem Zuschauer auf der anderen Seite der Leidensweg der an Leukämie erkrankten Tochter schonungslos vermittelt wird. Also einfach zu konsumierende Filmkost sieht jedenfalls anders aus.

                                  Auch wenn natürlich nicht alles im Leben kunterbunt ist, sollte jeder für sich abwägen, was man sich antun möchte oder eben doch besser bleiben lässt. Mal ganz abgesehen davon, entwickelt sich die Geschichte nicht so recht; zumindest nicht so, wie ich es mir anfangs noch erhofft hatte. Die zweite Filmhälfte fand ich jedenfalls unnötig aufgebläht. Stattdessen schlingert das Geschehen zu ziellos umher. Der erdige Soundtrack macht hingegen richtig Spaß und auch ansonsten habe ich mich echt gewundert, wie viel U.S.A. in dieser kleinen belgisch-niederländischen Produktion steckt. Wie dem auch sei, insgesamt zu wenig, um mich für diesen allseits gehypten Streifen begeistern zu können.

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                                  • 8 .5
                                    TiiN 09.08.2016, 20:54 Geändert 11.08.2016, 14:02

                                    Das Kino präsentiert gerne haufenweise gute Laune Filme wo am Ende alles gut ist, alle miteinander tanzen und alle gesund und munter sind.... Auf dauer könne einem diese Filme ein falsches Weltbild verpassen.

                                    The Broken Circle zeigt, dass das Leben ist kein Ponyhof ist. Das gelingt ihm ziemlich deutlich.

                                    Wer müde von diversen Feel Good Movies ist und wer mal ein authentisches Drama sehen möchte, der ist hier bestens aufgehoben.

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                                    • 7 .5

                                      Notiz an mich: 26.6.16/VoD/starke Emotionen; dramatisch; erchütternd und niederschmetternd; aber auch anrührend schön und ergreifend; kann man mit Blue Valentin vergleichen; van Groeningen kann Drama

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                                      • 7 .5

                                        Ein Film, der schmerzt. Ein Film, der bedrückt. Ein Film, der vielleicht die Hoffnung nimmt. Die Hoffnung, dass alles gut werden kann im Leben. Ein Film, der aber auch voller Energie ist (Musik).Ein Film, der Gegensätze zeigt. Und ein Film, der den Zuschauer nachdenklich zurück lässt .....

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                                        • The Broken Circle Breakdown eröffnet mit einer Gruppe aus Bluegrass Musikern und sie tragen vor: "Will the Circle Be Unbroken." Nun muss man dazu wissen, dass diese Musiker nicht "down-home" in den Südstaaten der USA leben, sondern in Belgien. Es sind flämische Musiker, die eine 100 Jahre alte religiöse Hymne interpretieren. Es geht um den Zwiespalt, etwas begründen zu müssen oder einfach zu vertrauen. Den ewigen Kreislauf der Welt. Das sind die Fragen des Films: Gibt es ein Leben nach dem Tod? "Will the circle be unbroken?" The Broken Circle Breakdown meditiert darüber auf wundervolle Weise. Ein Film über Liebe, Sex, Leid, Glauben und Musik. Der Drehbuchautor Johan Heldenbergh selbst spielt Didier, den Bluesgrass Musiker, der Amerika liebt und seine wunderschöne Frau, die Tätowiererin Elise-Veerle Baetens. Ihr ganzer Körper ist bedeckt mit Symbolen des Lebens und ihren zerbrochenen Romanzen. Zusammen erleben sie ein erfülltes und sinnliches Leben, dass sich auf uns Zuschauer überträgt. Zurückgezogen auf einer Farm mit allem, was die beiden lieben. Bald sind sie zu dritt, Maybelle wird geboren und der Film zeigt die Einheit von Familie und guten Freunden. Auf einmal wird die kleine Maybelle krank. Ich denke, ich habe noch nie so eine gute Kinderdarstellerin gesehen wie Nell Cattrysse! Sie ist das Licht im Leben ihrer Eltern und nun beginnt ihr Märtyrium in dieser für uns so greifbaren Welt, die Regisseur Felix Van Groeningen vor uns aufgebaut hat. Der Bluegrass Soundtrack ist so toll, dass ich mir sogar die CD kaufte! Im Grunde ist der ganze Film aufgebaut wie ein Bluegrass Song. Irgendwann bemerken wir, wie Elises Vertrauen in ihre Welt der Symbolik mit Didiers Einstellung des amerikanischen "Can Do" kollidiert: Ist das Leben, dass wir sehen und anfassen bereits alles? Ist Religion nur etwas für Feiglinge? Auf was sollen wir Vertrauen? Alles gipfelt in einer wilden und qualvollen Szene, die uns wieder zum Anfang des Films weist. Didiers Cowboy Band trägt die Songs des Lebens vor in der Hoffnung, dass wir es überstehen: Unbroken. (Dazu gibts unsere Film List mit Titeln aus Belgien auf unserer Empfehlungsseite cinegeek.de

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                                          • 6 .5

                                            Normalerweise habe ich nichts gegen verschiedene Zeitebenen in einem Film - bei The Broken Circle hats mich wirklich gestört. Vielleicht hat mans einfach schon zu häufig gesehen und ist irgendwie abgestumpft oder sieht es nicht mehr als etwas "besonderes" an. Schauspielerisch top und das Ende ist auch stark, aber so richtig mitgerissen hat er mich nicht (und da haben in diesem Fall für mich sicherlich auch die Zeitebenen dazu beigetragen).

                                            • 8 .5

                                              Es gibt Filme, die tun so weh, weil Sie so gut sind. Sie schmerzen, weil Sie so hart und nah wie das richtige Leben sind. Weil Sie einen erinnern, wie vergänglich Momente des Glücks sind. Und weil Sie einen doch erfahrbar machen, dass eben doch nur der Moment zählt. Das eine glückliche Vergangenheit, die Gegenwart nur noch schmerzvoller macht. Ein Film als Erlebnis, welches einen eher kaputtmacht als bereichert...

                                              So ein Film ist „Broken Circle“. Ein Film der uns eine tränendrüsige Geschichte unverkitscht und unverblümt erzählt. Uns ein Liebespaar näherbringt, wo man das Gefühl bekommt sie existierten wirklich. Als wären Sie unsere Nachbarn oder Freunde, was die dramatische Wirkung umso mehr verstärkt. Als wäre man mit Ihnen in einem Kreis, indem man sich erst erfreut aber dann nur noch selbst so schnell wie möglich ausbrechen will.

                                              „Broken Circle“ erinnert uns daran was wir haben, was wir verlieren können und vielleicht auch werden. Er lässt uns bewusst werden, Momente des Glücks wirklich zu erleben und festzuhalten, wohlweislich weil sie vergehen. „Broken Circle“ ist ein sehr gutes Drama, welches schlechte Gefühle auslösen und bei mir leider auch bittere Erinnerungen aufwecken kann. Ein Film, der nicht nur Begeisterung sondern auch Wunden zurücklässt.

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                                              • 6 .5
                                                TommyDeVito 13.03.2016, 17:22 Geändert 13.03.2016, 17:35

                                                Bevor ich den hochgelobten "The Broken Circle" geschaut habe, habe ich mich erst einmal mental auf ein richtig hartes, intensives Drama eingestellt. Und gewissermassen ist es das natürlich - zumindest in der Konzeption.

                                                Denn für mich persönlich war die verschachtelte Erzählweise wie eine dramaturgische Bremse, die teilweise die emotionale Wirkung stark verringert und einen Zugang zu den Charakteren mitunter verhindert oder zumindest schwierig gemacht hat. Das hat mich stark an Inarritus "21 Grams" erinnert, welcher auch an einer unnötig komplexen Handlungskonstruktion leidet.
                                                Dazu kommt, dass manch ein Thema, das hier behandelt wird, auch mal (aus meiner Sicht) etwas zu offensichtlich und irgendwie plakativ verarbeitet wird. So lässt der Amerikaliebhaber und gleichzeitig religionskritisch eingestellte Didier (Johan Heldenbergh) öfters den Fernseher laufen und der Zuschauer kriegt schon zu Beginn die gottesfürchtigen Reden des George W. Bush zu hören, während das Paar in ihrem Glück ihren Fokus eher auf ihre Tochter legt.

                                                Dabei bleibt es aber nicht, denn wenn später die krebskranke Tochter nur durch Stammzellenforschung gerettet werden kann und derselbe Präsident in der Glotze sich über ebendiesen wissenschaftlichen Fortschschritt echauffiert, dann regt das den Vater selbstverständlich auf. Doch statt der Szene einfach mit einem Ausraster zu Hause zu begegnen, muss später auch noch eine der vielen musikalischen Einlagen unterbrochen werden, damit der erzürnte Musiker vor ein paar hundert Leuten eine Predigt über Darwin, den Kondom-hassenden Papst und schlicht Gott und die Welt halten kann...Drama, Baby, Drama! Ich empfand das einfach als ein bisschen zu viel des Guten, auch wenn man das jetzt einfach als verständliche Reaktion einer emotional zu dem Zeitpunkt sicherlich tiefst erschütterten Person sehen kann.

                                                Glücklicherweise ist der Rest des Films etwas "zurückhaltender" und differenzierter. Die philosophischen Fragen (was kommt nach dem Tod?; was soll man einem Kind dazu sagen, vor allem wenn es selbst bald sterben könnte und erst recht, wenn man selbst es anders sieht?; wieso gibt es soviel Leid auf der Welt, wenn es angeblich einen Gott gibt? usw.) sind - von der oben erwähnten Szene abgesehen - demensprechend auch besser umgesetzt und in die Handlung eingebunden und die Metapher mit dem ins Fenster krachenden Vogel wird mir wohl auch im Gedächtnis bleiben.
                                                Ebenso sind die darstellerischen Leistungen durch die Bank sehr überzeugend, allen voran die Hautdarsteller, die beide hervorragend spielen. Und die Musik muss zusätzlich positiv hervorgehoben werden, schliesslich war das für mich der Hauptgrund, den Film erst überhaupt anzusehen.

                                                Schade, dass mich die dramaturgische Struktur und manch ein etwas übertriebener und nicht so geschickt gelöster dramatischer Moment, daran hindern, hier mehr Punkte zu vergeben, aber was soll's... Ein interessanter Film ist es trotzdem.

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                                                  LivingDead 19.02.2016, 16:39 Geändert 19.02.2016, 16:40

                                                  Wenn hier die glücklichsten Momente der Beziehung der beiden Protagonisten auf die traurigsten Tiefpunkte des Lebens treffen, dann mag das arg instrumentalisierend sein, doch konnte man filmisch selten ein solches Wechselbad der Gefühle erfahren. Felix van Groeningen nimmt dabei kein Blatt vor dem Mund und zeigt die wichtigsten Lebensabschnitte des Paares und trifft mit der Inszenierung stets ins Schwarze. Zwar mag die verschachtelte Erzählweise teils etwas verworren erscheinen, doch bleibt man grundsätzlich immer im Klaren darüber, wo in der Chronologie man sich gerade befindet (unähnlich einem "21 Gramm" z.B.). Die beiden Hauptdarsteller passen sich der Regie an und schaffen es in den richtigen Momenten die Überwältigung ihrer Charaktere darzustellen. Zwar mag das Wort "subtil" nie wirklich angebracht sein, doch oftmals ist das wahre Leben in seiner Härte auch alles andere als subtil. "The Broken Circle" ist waschechtes Drama in Reinkultur und dürfte wohl kaum eine Seele kalt lassen.

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                                                    Über alle Maßen gelobt und gehyped.
                                                    Leider war mir dann die Musik zu viel Country, auch wenn ich Cash oder Mumford & Sons sehr gerne höre, hier hat mir das musikalisch nicht gefallen.
                                                    Die zeitlichen Sprünge im Film sind zwar nett gedacht, jedoch hat es mich emotional immer gebremst, so konnte ich es irgendwie gefühlsmäßig schwer nachvollziehen.
                                                    Die Geschichte ist sehr tragisch und super geschauspielert....
                                                    Ich habe denen ALLES abgekauft, auch die etwas zu häufigen sexuellen Darbietungen;-)
                                                    Das Ende hat mich dann doch überzeugt, dass es ein toller und teilweise herzzerbrechender Film ist, über ein ungleiches Paar, das an einem schweren Schicksalsschlag, zu zerbrechen droht.

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