The Double - Kritik

The Double

GB · 2013 · Laufzeit 93 Minuten · FSK 12 · Drama, Thriller, Komödie
Du
  • 3

    Vorhersage 6,6...einer der schlechtesten Filme seit langem. Es war anstrengend diesen monotonen Film mit seinen puppenartigen Figuren bis zum Ende zu sehen.

    • 7 .5
      Rocket Man 24.01.2017, 21:13 Geändert 24.01.2017, 21:31

      Manchmal tun sich mir ähnliche Bilder auf, wie Simon. Zum Beispiel wenn ich ein hübsches Mädchen in der Bahn oder sonst wo sehe und ich mir ein Szenario vorstelle, in dem ein Gespräch ganz sanft und doch cool ablaufen könnte. Ich gehe einfach hin, sag ihr, dass sie wunderschön ist, dass ihre Lippen perfekt auf meine passen (ich weiß Klischee) und dann vielleicht noch etwas ins Ohr flüstere, so richtig coll und lässig, wie wir es aus Filmen kennen und schon hab ich sie. Und dann plötzlich steigt sie aus, ohne mich auch nur mit dem Arsch angesehen zu haben. War wohl nur ein Traum.
      Oder wenn ich auf der Arbeit sitze und ich mich plötzlich sehe, wie ich dieser alten Schreckschraube plötzlich den Hals umdrehe. Vielleicht schmeiß ich ihr ausnahmswiese in meiner Phantasie auch nur einen Tisch vor den Kopf. Wie auch immer. Unter vielen gilt dieses Phänomen wohl als Tagträumen. Und wir alle tun es. Wir alle stellen uns vor, wie wir Menschen den Hals umdrehen, sie beschimpfen, einfach mal mit Karacho eine knallen oder einfach nur mit Worten niedermachen.
      Wir stellen uns manchmal unendliche viele Varianten eines Gespräches vor, in dem wir richtig auf die Kacke hauen, sagen, was Sache ist, obwohl dieses Gespräch so niemals zu Stande kommen wird. Diese Vorstellungen machen uns nicht zu schlechten Menschen, nur zu Menschen, die ein Ventil brauchen, bevor sie allen Menschen den Kopf vom Körper reißen. Oder nett gesagt, manchmal fühlt sich das eben verdammt gut an. Dass zeigt auch, dass wir eine lebhafte Phantasie haben.

      Wie Simon, stellen wir uns des Öfteren vor, wie es wohl sein mag, unabhängig, betrügerisch und vorteilhaft zu sein, weniger Probleme zu haben und trotzdem alles erreichen zu können. Dabei werden wir doch bloß unseren schlimmsten Ängsten ausgesetzt, die wir nicht fähig sind zu verarbeiten. Simon hat auch Angst mit Mädchen zu sprechen. Gerade wenn sie bildhübsch ist. Dann stellt er sich James vor, der Hannah mit Leichtigkeit um den Finger wickelt und alles bekommt, was er will. Aber was wäre wenn? Wenn alles so passieren würde, wie wir es uns oft vorstellen. Wir würden uns auslöschen, weil wir manche Gedanken in sekundenschnelle wieder bereuen. Wenn das alles wirklich passieren würde und träumerische Fiktion plötzlich Realität werden würde, dann könnten wir nichts davon wieder zurücknehmen, uns rechtfertigen oder auch einfach nur gute Menschen sein. Dass ich dieser alten bei mir auf der Arbeit manchmal den Hals umdrehen will heißt schließlich nicht, dass ich es auch wirklich machen würde. Auch nicht, wenn ich mir jemanden parallel dazu vorstelle der mir sagt, ''hau drauf Jungchen. Hab Spaß''. Ich halte mich nämlich für einen sensiblen und guten Menschen. So gut, dass ich diese Wut immer zu resigniere und verdränge und eines Tages eine Bombe platzt. So gut, dass ich trotzdem nie etwas sagen möchte, weil ich niemanden schlecht reden oder in ein schlechtes und grelles Licht stellen möchte. Denn egal, wie sehr ich jemanden auch hasse, bis ich wirklich ausraste muss erstmal jemand meinen Willen an das Gute zerstören. Und dafür wird sich die Welt noch einiges mehr ausdenken müssen, als Hierarchie, Zeit und Rollendenken. Darin flüchten sie sich um die Kontrolle zu haben, um es möglichst angenehm zu haben und werden irgendwann in ihrem System ersaufen. Ja, die Zeit macht die Menschen. Ich kanns der Alten also vielleicht nicht mal allzu übel nehmen. Nein, ich hab sogar Verständnis. Ich sehe schon, ihr versteht, was ich sagen möchte. Niemand wird euch daran hindern ein guter Mensch zu sein. Aber das ist eine Selbstaufgabe. Und auf die muss man hinarbeiten. Dabei müsst ihr euch aber schon selber helfen. Benutzt eure Vorstellungskraft.
      Ein Ziel. Etwas an das es sich lohnt zu glauben. Da draußen gibt's unendlich viele, die sich das gleiche Ziel gesetzt haben. Man muss nur genau hinschauen und schon ist die Welt ein bisschen besser.

      Ohh...ja...natürlich....Der Film.....sorry.
      Wenn ein Film solche Worte aus mir rauskitzelt, dann muss er wohl einiges richtig gemacht haben. Davon muss sich trotzdem jeder sein Bild machen.
      Einzigartige, schrille Atmosphäre, stechender Soundtrack und ein Jesse Eisenberg in Höchstform. Fertig.

      12
      • 6 .5

        Ziemlich seltsamer, surrealistischer genremix, der mich etwas verwirrt hat!

        1/3= Super
        2/3= Mies
        3/3= Genial

        Und dann offenbarte sich bei den credits, eine Dostojewskis verfilmung...
        Ach so! Werde mir das buch definitv zulegen um einen vergleich zu haben

        3
        • 4 .5

          Das letzte Drittel wird erst interessant, sonst eher mau...

          • 8

            Habe den gestern gesehen und bin immernoch durch den Wind.Die Eindrücke sind noch zu frisch.
            Eine Wertung gibts wohl erst nach einer erneuten Sichtung.

            Ganz nebenbei eine kleine IT Crowd Reunion ;)

            1
            • 7 .5

              ein bisschen brasil, ein bisschen enemy und ganz viel eisenberg.

              1
              • 7

                Ein wirklich unglaublich intensiver Film! Bin immer noch ganz beeindruckt von der ganzen Machart des Films. "The Double" überzeugt handwerklich sowie schauspielerisch, auch die Stimmung ist von Anfang bis Ende sehr düster gehalten, und ein regelrechtes Verwirrspiel, bei dem der Zuschauer mit rätseln darf, was es mit dem geheimnisvollen Doppelgänger der Hauptfigur auf sich hat. Jesse Eisenberg stellt wieder einmal unter Beweis was für ein guter Schauspieler er ist. Ich finde es ja schade das solche Filme wie "The Double" nicht so massentauglich sind. Solche Filme müsste es öfters geben und sollten vor allem mehr Beachtung geschenkt werden. Der Score von Andrew Hewitt erinnerte übrigens sehr stark an das Lex Luthor Theme in "BvS" :D

                • 8

                  [...] Wie die meisten Doppelgänger-Filme, bzw. streng genommen wahrscheinlich sogar jeder, spielen in diesem rational unmöglichen, in der Filmwelt aber dennoch existenten Setting, die Wünsche und Ängste unseres Protagonisten eine tragende Rolle. Der introvertierte Typ, zu schüchtern zum Leben, bekommt das, was er in einer anderen Realität sein könnte vor Augen gesetzt – am Ende steht meist ein geläuterter Charakter, der seine Probleme überwunden hat. Doch so einfach macht es sich THE DOUBLE nicht, lässt Simon einen harten Krieg ausfechten und geht thematisch sogar ein Stück weiter – lotet nicht nur individuelle charakterliche Defizite aus, sondern spannt den Bogen bis hin zur generellen Lebenswegen in der privaten sowie beruflichen Welt. [...] Wenn Simon dann meterweit vor einem Schalter warten muss, um gesagt zu bekommen, dass seine Existenz gelöscht wurde, oder der Pfleger im Altenheim seiner Mutter auf die Aussage „They carry weapons, did you know? How long has this been going on?“ gelangweilt und knochentrocken seinen Revolver zeigt und brummt „A while.“, kann vor Skurrilität tatsächlich losgeprustet werden. Primär ist THE DOUBLE neben einem eigensinnigen Selbstfindungstrip in einer verzerrten Version unserer Realität mit sozial-dystopischen Anleihen, nämlich vor allem eine weirde Groteske (die nicht selten tatsächlich direkte Gilliam-Vergleiche herauf beschwört). [...]

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                  • 7
                    Alex.de.Large 04.06.2016, 10:03 Geändert 05.06.2016, 11:28

                    Satirisch-surreales Thriller-Drama mit Gilliam´esker Atmosphäre.

                    Simon ist und war für Alle stets ein willkommener Fußabtreter.
                    Und fristet sein Dasein, sowohl privat, als auch beruflich, weit
                    abgehängt, am unteren Ende der zivilisatorischen Hierarchie-Kette.

                    Das Büro in dem Er arbeitet, wirkt wie ein Abbild von Monty
                    Phyton´s „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“, in dem
                    alte Männer, in stummer Routine veraltete Maschinen bedienen.
                    um schon seit Langer Zeit ausgestorbene Arbeiten zu verrichten.
                    Selbst hier, wo Er eigentlich größer erscheinen sollte, ist Er der
                    Looser, der immer für die unbeliebten Arbeiten eingeteilt wird.

                    Wundern tut das eigentlich kaum, wo Er doch seine Unsicherheit
                    und sein Minderwertigkeitsgefühl genau so offensichtlich an sich
                    hängen hat, wie seinen schlaffen, miserabel geschnittenen Anzug.
                    Selbst der Fahrstuhl merkt das, und treibt fiese Späße mit Ihm.

                    Im endlosen Fluss der ewigen Erniedrigung, ist Ihm nach und
                    nach wohl jegliche Selbstachtung, sein Selbstvertrauen und auch
                    seine Würde abhanden gekommen, bis Er seine Position dann
                    scheinbar irgendwann als von Gott gegeben hingenommen hat.

                    Aber dann wird ein neuer Mitarbeiter in seiner Firma eingestellt.
                    Der völlige Gegensatz zu Simon; Charismatisch, Wortgewand,
                    Intelligent und Eloquent nimmt Er sofort sein Umfeld für sich ein.
                    Das Interessanteste und gleichzeitig Bizarrste an der Sache ist
                    jedoch, das Dieser James Simon, dem unsicheren Anti-Helden
                    und Sündenbock Simon James, bis in die Haarspitzen gleicht.

                    Als James, nach anfänglicher Freundschaft, beginnt, Simon aus
                    seinem eigenen Leben zu verdrängen, um als verbesserte Version
                    seiner Person seinen Platz einzunehmen, scheint Simon´s ohnehin
                    fragile Welt und Psyche, sich mehr und mehr in Nichts aufzulösen.

                    Die Geschichte ist ein, Teils groteskes, Mindfuck-Miststück, welches
                    in seinen besten Momenten tatsächlich an die zitierten Klassiker, wie „Brazil“, „Fight-Club“, „Das Fenster zum Hof“ und „Der Mieter“ erinnert.

                    P.S. Wer Jesse Eisenberg nicht ab kann, lässt den hier wohl besser aus.
                    Der spielt hier nämlich die im Titel schon gespoilerte „Double-Rolle“.

                    7 von 10 Familienfotos mit dem Colonel.

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                    • 3

                      Kranker Film, man fragt sich für was man solche Filme überhaupt dreht, totale Zeitverschwendung!!!

                      • 8 .5

                        Einer dieser Filme die man leider nur sehr selten zu Gesicht bekommt weil sie einfach nicht Massentauglich sind. Was man hier sieht ist absurd, verstörend und teilweise wieder so unkonventionell komisch das man diesen Film einfach lieben muss. Auch die Darsteller machen ihre Sache sehr gut und die musikalische Untermalung ist eine der besten die ich jemals gehört habe und das Ende in Verbindung mit der Musik im Abspann einfach grandios.

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                        • 7 .5

                          Bevor wir uns hier verstricken, es gibt so viele Doppelgänger Filme. Die Unzertrennlichen von Cronenberg haben mir bereits das Staunen beigebracht, Enemy hat eine so großartige Atmosphäre, also wollte ich mir The Double nicht entgehen lassen, den es scheinbar tragischer Weise ebenfalls nicht auf Deutsch gibt. Sicherlich, der Aufbau ist ein Klischee. Armer Kerl, der nichts auf die Reihe kriegt und zu vorsichtig und introvertiert für diese Welt ist, trifft auf sein Ebenbild, der alles ist und alles kann, was er selbst je sein wollte. Also wird sich schnell mal zusammengetan, doch an den Mädchen scheiden sich die Geister.
                          Was macht The Double, also zu einen so großartigen Film? Es ist die Atmosphäre. Die philosophischen Bilder. Der Humor, der so einfach und schlicht daherkommt, wie der Protagonist selbst. Ohnehin könnte das ganze Ding fast, ich sage FAST (bevor hier wieder einer Frech werden will) von Kafka sein. Es ist einfach die Monotonie, die Entfremdung dieser kalten, Bürokratischen Welt. Dass sei alles oder nichts. Gut oder Schlecht. Existent, oder nicht. Keine Zwischentöne akzeptiert so ein System, dabei sind es die leisen, feinen Zwischentöne, auf die es ankommt.
                          Sicher ist die Handlung keine Neuerfindung des Doppelgängerfilms, aber allein ein Jesse Eisenberg der zeigt was in ihm steckt und die melancholische Mia Wasikowska machen The Double zu einem gleich doppelten Vergnügen. Und vielleicht, aber auch nur vielleicht, zeigt der Film uns, wie man sich befreit, wenn man sich in den vielen Haken aus Klauseln und Absetzen verheddert.

                          • Richard Ayoade adaptiert Dostojewski. Ein totaler Verlierer findet heraus, dass er einen Doppelgänger hat, der ihm bis ins letzte Detail gleicht. Aber: Sein Doppel ist aggressiv erfolgreich und sehr charmant. Ayode entwirft daraus eine Welt, die einem Albtraum gleicht. Sein Loser ist ein Prorammierer, der in einem schäbigen Büro arbeitet, dass wie ein Relikt der 80er wirkt. Genauso sieht seine Wohnung aus. In Ayodes fähigen Händen aber wird aus diesem trostlosen Universum ein geistreicher und witziger Film. Beim Drehbuch half Avi Korine (jawohl, der Bruder!), der auch als Produzent fungierte. Jesse Eisenberg spielt Simon, den traurigen Typen, dessen Talent von der Chefetage verkannt wird und der auch noch hoffnungslos in seine Kollegin Hannah (Mia Wasikowska) verliebt ist. An dieser Stelle kommt James (ebenfalls Eisenberg) ins Spiel, der Hannah und die Vorgesetzten für sich gewinnt... Ayode hat sich ziemlich viele Bilder aus diversen Klassikern "geliehen", was den cinephilen Spass an seinem Film noch erhöht. Kurz und gut: Eine smarte Arbeit das Ganze!

                            • 7

                              Ich war über The Double tatsächlich überrascht. Und irgendwie angetan. Da hätte man aber mehr draus machen können.
                              Die Optik und Erzählweise in diesem Film sind total meins. Tolle Bilder, viele offene Fragen und noch mehr Absurdität. Dsa Drehbuch schwächelt insgesamt ganz schön. Die tolle Grundstory hat immer mal Löcher und vorallem Längen. Die Art und Weise des Films hat mich aber so angesprochen, dass ich das ausnahmsweise mal ignorieren kann. Eine solide Mischung aus Brazil und Enemy. Und irgendwie doch eigen.

                              • 8

                                Hat der Film schon einen deutschen Vertrieb?
                                Habe bei Amazon leider nichts gefunden.

                                • 6

                                  Allein auf der atmosphärischen Ebene macht der Film eigentlich eine ganze Menge richtig - düster und skurril gestaltet sich das Setting und baut folglich eine unbehagliche Grundstimmung auf. Zu schade, dass ein gelungener Film sich nicht bloß auf dieses Element beschränken lässt.
                                  Bereits inszenatorisch kann der Film nämlich dieses Niveau schon kaum noch halten, was in einem diffusen Durcheinander der Geschichte mündet. Hektisch und ohne eine klare Linie zu verfolgen, arbeitet der Film scheinbar alle Punkte auf der vorher erstellen Checkliste des Regisseurs nacheinander ab. Viel zu wollen ist zwar schön und ambitioniert - in diesem Fall aber einfach überambitioniert. Auch der ständige Strukturbruch ist auf Dauer eher nervig als zielführend. Erst ernst, dann wieder plötzlich 'lustig' - kann klappen und lässt dabei auch tatsächlich immer wieder Erinnerungen an die großen Vorbilder aufkommen, an denen sich der Film orientiert zu haben scheint ('Brazil' könnte man hier beispielsweise meiner Meinung nach anführen) - hier will das aber leider irgendwie nicht so recht funktionieren.
                                  Schauspielerisch widerum konnte mich Eisenberg tatsächlich überzeugen und trägt den Film mit seiner Doppelrolle quasi alleine - sogar soweit, dass 'The Double' mit dieser Schauspielleistung und den letztendlich doch erkennbaren, brauchbaren Ansätzen etwas über den Durchschnitt gehoben wird.

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                                  • 6

                                    "The Double" ist keine gewöhnliche Kost und seltsam bis zum Schluss. Unbehaglich, düster und sehr konfus. Stilistisch erinnert der eigenwillige Streifen dabei am ehesten noch an die Werke von Lynch.

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                                    • 7
                                      MoreThanMeetsTheEye 09.02.2015, 08:43 Geändert 10.02.2015, 08:50

                                      "There was a man who had a face, that looked a lot like me.
                                      I saw him in the mirror and, I fought him in the street;
                                      And one day he turned away, I shot him in the head.
                                      Then I came to realize, I had killed myself."
                                      Chris Cornell/Exploder
                                      '
                                      Der ewige Oberbleichnerd Jesse Eisenberg spielt in "The Double" /surprise surprise/ einen ewigen Oberbleichnerd.
                                      Müssig zu erwähnen, dass er das ganz formidabel macht, immerhin hat er Erfahrung in dieser Haut, bleibt damit aber das schauspielerische Korrelat zu Jemandem, der sein Leben lang nur bis Zehn zählen kann.
                                      Für die eine Hälfte von "The Double" funktioniert das dann auch wunderbar, problematisch wird es, wenn Eisenberg gleichzeitig sein draufgängerisches Ebenbild verkörpern muss, und ihm dabei zur Abgrenzung auch nicht viel mehr einfällt, als breiter zu Lachen und ganz rebellisch einen Fuss auf den Sitz zu legen.
                                      Überraschenderweise fügt dieses Defizit dem Film nur wenig Schaden zu, da wir Jesses Doppelgänger so besser als die zweite Haut der Filmfigur annehmen können, auch wenn "The Double" wohl drastischere Unterscheidungen im Sinn hatte.
                                      Der Film selbst benutzt die durchaus ausgenudelte Doppelgängerfantasie dabei zum Glück nicht um zum hundertsten Mal unser Hirn zu ficken, siehe jüngst Villeneuves "Enemy", der unter aller Kontrolle und schauspielerischer Brillianz auch nur eine ziemlich flache Lynch-Nachbaute war, sondern besucht damit eher die abseitigen Wege eines Kafkas.
                                      Ein unaufälliger Jedermann wird durch die Räder einer allmächtigen, undurchschaubaren Instanz aufgefressen, verurteilt und als Niemand wieder ausgespuckt.
                                      Alles schön lakonisch inszeniert, mit durchaus eigenem Stil und zynischem Witz.
                                      Das ist natürlich alles nicht furchtbar neu und aufregend, aber merkwürdigerweise erstaunlich unterhaltsam ausgeführt.
                                      Die grösste Stärke von "The Double" spielt der Film immer dann aus, wenn er es schafft seine Personenbeschreibungen, die ansonsten im abstrakten Kino eher den Stellenwert einer Metapher und Behauptung, denn wahrer Charakterisierung haben, über diese Funktionen hinauszuprojezieren und "menscheln" zu lassen.
                                      "I can see the type of man I want to be versus the type of man I actually am and I know that I'm doing it but I'm incapable of what needs to be done. I'm like Pinocchio, a wooden boy."
                                      Besser hätte auch ein beliebiger Coming of Age-Streifen die Gefühle seiner Protagonisten nicht an die Wand werfen können.
                                      Was "The Double" zu wahrer Grösse fehlt, die Eigenständigkeit, macht er durch einen verschrobenen Anstrich von Menschlichkeit, durchaus schon fast ein Novum in diesem Segment, wieder wett.
                                      Am Ende sind wir alle ein bisschen Jesse Eisenberg.
                                      Furchtbar durchschnittlich, und in diesem Leben auch kein Kevin Spacey mehr, aber sollten es auch nur unsere Mängel sein, die uns zu dem machen, was wir sind, es wäre immernoch ein Leben wert.

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                                        [...] Das perplexe Alter Ego trifft da zunächst der Schock, dieses lässt sich jedoch im Folgenden dazu überreden, als Komplize mitzuwirken, auf dass man sich einige unliebsame Aufgaben des echten Arbeitens abnehmen und im Gegenzug bei Selbstwerterhöhungen und vor allem Frauengeschichten nachgeholfen werden kann. Aber wie so oft in solchen zweifelhaften Abmachungen folgt auf die Versprechung meist die Ausnutzung, sprich der langsame Verrat. Und so erlebt der Unschuldigere von den Beiden die allmähliche Zerstörung seiner Existenz – in einer Welt, die sich vollends gegen ihn verschworen hat und, am allerschlimmsten, die Liebe entsagt, dem Anderen aber im Übermaß schenkt. [...]

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                                          Was der Film auf eine nur schwer zu beschreibende Art und Weise schafft, ist es den Zuschauer mit einer eigentümlichen Sogwirkung ins Geschehen zu ziehen und man sich an einem Ort wieder findet, der einfach nur seltsam, voll mit unterdrückten Gefühlen und reich an irritierenden Ereignissen ist. Dabei entsteht die Spannung und der sich steigernde Wahn nur ganz langsam und man hat genügend Zeit, die Beweggründe der Hauptpersonen zu verstehen. Ständig schwingt hier diese Ebene mit, dass dies doch nicht die Wirklichkeit sein kann, ist es nur ein Traum von Simon oder ist es die Realität und was heißt das überhaupt?

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                                          • 5 .5

                                            The Double bietet eine absonderliche Mischung aus Humor und Traurigkeit/Einsamkeit. Es ist nich ganz klar wo und wann der Film spielt. Obwohl die Sepia-Farbgebung und die klotzigen Geräte die 70er/80er implizieren, schwingt ein Gefühl von Terry Gillians Brazil-Zukunft mit. Leider bleibt der Film des wunderbaren Richard Ayoade bei mir dennoch nur Mittelmaß: Er ist nicht so lustig wie die IT Crowd und auch nicht so zu Herzen gehend wie Submarine.

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                                            • 9

                                              Weiß jemand, wann der Film in Deutschland zu sehen ist (ob DVD oder Kino) und ob es eine deutsche Version geben wird! Es gfab ja noch keinen deutschen Trailer und im Internet habe ich keine genaueren Informationen über den Release gefunden!
                                              Ich will den Film unbedingt sehen! Die Trailer waren fantastisch und Jesse Eisenberg ist einfach genial!
                                              Danke im vorraus!

                                              • 6 .5

                                                The Double gelingt es nicht, das volle Potenzial der Thematik zu erschöpfen. Mehr ein Brainteaser als ein Mindblower.

                                                • 8

                                                  Richard Ayoades meist fabelhafter Film The Double, [...] ruft eine eigentümliche Stimmung hervor, eine die es im gegenwärtigen Kino schon lange nicht mehr gegeben hat.

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                                                  • 6

                                                    Mit "The Double" von Richard Ayoade bekommt man neben "Enemy" wieder mal einen Film der letzten Zeit, der sich um Doppelgänger dreht.
                                                    Schon der Einstieg gestaltet sich alles andere als zugänglich. Ayoade nimmt hier inszenatorisch deutliche Anleihen an Terry Gilliam, vom Look her sieht der Film sehr düster aus und spielt eigentlich immer nur nachts. Der Streifen ist ziemlich hektisch und leicht anstrengend in Szene gesetzt, Ayoade will viel, überlädt seinen Streifen aber dadurch irgendwie zu stark.
                                                    Auch die Geschichte will keine klare Linie finden. Mal ernst, mal humorvoll findet Ayoade hier nicht den richtigen Ton. Man glaubt stellenweise, irgendwo tief drin verbirgt sich ein wirklich gelungener Film, er mag aber nie so richtig zum Vorschein kommen.
                                                    Jesse Eisenberg spielt seine Doppelrolle sehr gut und er ist es auch, der so ein wenig den treibenden Motor des Films darstellt. Mia Wasikowska schaut man auch gerne zu, sie bleibt hier insgesamt aber etwas unter ihren Möglichkeiten.
                                                    "The Double" hat sicherlich gelungene Ansätze und einen tollen Hauptdarsteller. Mit der überladenen, teils anstrengenden Inszenierung und der inhaltlich uneinheitlichen Erzählung verhebt sich Regisseur Ayoade allerdings ein wenig und liefert so einen passablen, aber weit unter seinen Möglichkeiten bleibenden Film ab.

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