The Killing of a Sacred Deer - Kritik

The Killing of a Sacred Deer

GB/US/IE · 2017 · Laufzeit 121 Minuten · FSK 16 · Drama, Horrorfilm · Kinostart
Du
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    Der griechische Filmemacher Yorgos Lanthimos erregte mit seinen letzten Film, “The Lobster” (2015), internationale Aufmerksamkeit. Auch der Spielfilm “The Killing of a Sacred Deer” (OT: “The Killing of a Sacred Deer”, UK/Irland/USA, 2017) sollte von Anfang an in englischer Sprache realisiert werden und kann nicht nur mit seinem sehr guten Schauspielerensemble bestechen, sondern auch mit seiner ungewöhnlichen, verstörenden Geschichte die Zuschauer faszinieren.

    • 9

      Warum THE KILLING OF A SACRED DEER sehr sehenswert ist und ihr ihn, so lange er noch läuft, unbedingt im Kino eurer Wahl genießen solltet, habe ich in einem kleinen Solo-Podcast zusammengefasst. Viel Spaß!

      http://enoughtalk.de/sneak-talk-016-the-killing-of-a-sacred-deer-2017/

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      • 7

        [...] Erst mit dem Auftauchen des von der Genrehistorie bis heute in allen möglichen Varianten allegorisierten "Eindringlings" (Barry Keoghan) wird die Architektur, die Sprache absurd, schief, beängstigend. Plötzlich bekommen die Dialoge um das Präsentieren von Achselhaaren und um das Lobpreisen "schöner" Körper etwas Ordinäres, Furchterregendes. Ab diesem Zeitpunkt überbrückt Lanthimos das Alltägliche mit dem Dämonischen, interpretiert eine amerikanische Kernfamilie zu einem Hort fatalistisch-kosmischer Verhältnisse um. Wie in Lanthimos' vorherigen Filmen reicht die Sezierung von Beziehungs-, Körper- und Geschlechterstrukturen unter dem Eindruck paradoxer Deformationen so weit, dass an deren Ende der Mensch sich tragisch verklausuliert. Der akkurate Aufbau einer Atmosphäre, die nach totalem Regiment strebte, bricht in diesem Film sukzessive in sich zusammen, und jeder Blutstropfen (aus der Nase), jede abstoßende Beißattacke, jedes übernatürliche Pfand, das eingefordert wird, befeuert die Auflösungserscheinungen der hermetischen Welt und heiligen Familie. [...]

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        • 9 .5

          Man fühlt sich nicht gut nach diesem Film - sein Grusel bleibt lange im Kopf hängen. Für die Qualität eines Kinoerlebnisses abseits des bloßen Unterhaltungswunsches ist das immer ein gutes Zeichen. [Eric Leimann]

          • 8

            Yórgos Lánthimos bleibt seinem Ruf treu und präsentiert erneut einen sehr eigenwilligen Film, der trotz einer etwas gewöhnlicheren Geschichte als bei den Vorgängern so gar nicht für das Massenpublikum geeignet ist. Dabei wandelt „The Killing of a Sacred Deer“ auf einem schmalen Pfad zwischen Grauen und Komik, spannt auch mit seltsamen Dialogen auf die Folter, obwohl lange eigentlich gar nichts passiert.

            • 6 .5

              "(...) The Killing of a Sacred Deer wird dabei weniger von seiner Prämisse getragen oder von der Tiefe seiner Handlung als von der Stimmung, die Film und Figuren begleitet (...) Giorgos Lanthimos liefert (...) ein eindringliches und durchweg faszinierendes Psychodrama, dem dennoch etwas die Tiefe seiner Vorgänger fehlt."

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              • 6 .5

                Aus Cannes kam dieses Jahr keine leichte Kost, sondern unangenehme Dramen wie etwa Michael Hanekes Happy End und Ruben Östlunds The Square. Während der österreichische Regisseur routiniert eine Familie durch den moralischen Fleischwolf drehte, legte sein schwedischer Kollege mit einer noch bissigeren Gesellschaftssatire nach. Vermutlich hatte aber keiner er beiden damit gerechnet, im gleichen Jahr mit The Killing of a Sacred Deer zu laufen, dem neuen Film von Giorgos Lanthimos, der zuletzt mit The Lobster eine eigenwillige Meditation über das Leben, den Tod und die Liebe abgeliefert hat. Inspiriert durch die Tragödie Iphigenie in Aulis des griechischen Dramatikers Euripides inszenierte Giorgos Lanthimos nun ein kaltes Werk, das seine Figuren in sterile Ecke drängt und trotzdem verlangt, dass sie sich ihre Hände schmutzig machen. [...]

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                • 7

                  Beklemmendes, packendes und irritierendes Drama um Schuld und Sühne, das den Mythos der Iphigenie auf die Moderne überträgt. [Michael Ranze]

                  • 6
                    NewYorkTimes 20.10.2017, 13:37 Geändert 20.10.2017, 14:13

                    The Killing of a Sacred Deer fühlt sich an wie eine dunkle, dichte Volkssage aus der modernen Zeit. [A.O. Scott]

                    • 7
                      VillageVoice 20.10.2017, 12:53 Geändert 20.10.2017, 12:53

                      Für den größten Teil seiner Spielzeit funktioniert Sacred Deer als eine Reihe von Taten, Emotionen und Attitüden, die, obwohl sie symbolisch extrem sind, trotzdem vage in der erkennbaren Realität verwurzelt scheinen. [Bilge Ebiri]

                      • 6 .5

                        Während [The Killing of a Sacred Deer] langsam auf ein passend verzweifeltes Ende zumarschiert, fühlt sich der Film mehr und mehr wie eine selbstgefällige, aber nicht aufrechterhaltene Provokation an. Eine üppige Darstellung von Kunstfertigkeit im Dienste von Schocks und Ideen aus zweiter Hand. [Justin Chang]

                        • 9

                          Dies ist ein Film, der sehr seinen Griff um unsere Ängste Stück für Stück umschließt, während er zeigt, dass die tiefsitzende, höchst angespannte Angst gruseliger sein kann als schreiender Terror. [David Rooney]

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                          • 7 .5

                            The Killing of a Sacred Deer ist ein weiterer Frontalangriff auf patriarchale Annahmen, in denen sich eine entmannte Vaterfigur seiner eigenen Überheblichkeit stellen muss. Seien sie versichert [Regisseur Giorgos] Lanthimos lässt ihn nicht so einfach davon kommen. [Peter Debruge]

                            • 7 .5

                              So bleibt Yorgos Lanthimos' neuestes Werk eine zwar brillante, aber doch auch etwas kalte und leere Arthouse-Version eines Horrorfilmes. [Simon Eberhard]

                              • 8

                                [...] Lanthimos neuer Film The Killing of a Sacred Deer ist nämlich ein durch und durch verstörendes Psychohorrorrätsel über gesellschaftliche, insbesondere familiäre Abgründe geworden. Farrell, der unter Lanthimos Führung nach The Lobster erneut zu schauspielerischer Höchstform aufläuft, spielt dieses Mal einen Kardiochirurgen, dem bei einer Operation ein Fehler unter Alkoholeinfluß unterlaufen sein soll. Dieser von ihm begangene, moralische Fauxpas soll zum Ableben des operierten Patienten geführt haben. Dies behauptet zumindest der Sohn des verstorbenen Patienten, der nun wiederum prophezeit, dass alle Familienmitglieder des Chirurgen nach und nach ebenfalls der Tod ereilen wird. Angefangen mit dem Sohn, gefolgt von der Tochter, und zu guter Letzt seine Ehefrau (ebenfalls großartig: Nicole Kidman). [...]

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                                  "Schon wieder Ethik: Nach Ruben Östlund und Andrei Swjaginzew hat nun auch Yorgos Lanthimos eine Denksportaufgabe für Cannes vorbereitet." [Lukas Stern]

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