Shape of Water - Das Flüstern des Wassers - Kritik

The Shape of Water

US · 2017 · Laufzeit 123 Minuten · FSK 16 · Fantasyfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 7 .5

    ***Droggelbecher's Oscar-Wallfahrt*** Part 5: Shape Of Water
    Im Jahr 2018 mit 4 Oscars ausgezeichnet als Bester Film, beste Regie, beste Filmmusik und bestes Szenenbild.

    Shape Of Water nimmt uns mit in ein Paralleluniversum der 50er Jahre Amerikas. Beim Sichten des Films wurde ich gleich zu Anfang an die Computerspiele der Bioshock-Reihe erinnert.

    Tatsächlich wurden auch Stimmen zum Thema Plagiatsvorwurf laut: Der niederländische Kurzfilm "The Space Between Us", in dem eine Putzfrau ein Fischwesen kennen lernt und sich verliebt, ging dem Film voraus. Wer sich den Kurzfilm anschauen will, guckt hier:

    https://www.youtube.com/watch?v=xEIpzBPUjEo

    Doch gut geklaut, ist halb gewonnen. Und der Film macht einfach unglaublich viel richtig. Gerade in den anfänglichen Szenen wird man in die eigensinnige Welt hineingesogen und ich musste nicht nur an die oben genannten Videospiele denken, sondern auch an "Die fabelhafte Welt der Amelie". Zumindest was die Hauptprotagonistin und die Filmmusik angeht. Und genau letztere wurde auch ausgezeichnet.

    Die Handlung selbst ist eine klassische Liebesgeschichte in einem Fantasie-Setting. Die Schauspieler selbst liefern eine solide Arbeit ab, aber so richtig abnehmen kann ich die schauspielerische Leistung in den wenigsten Fällen. Gerade die russichen Kollegen scheinen doch sehr einem Abziehbild Amerikas zu entsprechen.

    Ohne zu viel Tiefgang zu erwarten kann der Film dennoch gut unterhalten. Aus diesem Grund gebe ich 7,5 von 10.

    • 6 .5

      Eigentlich hat der Film vieles, was mir sehr gefällt. Das Setting ist wunderschön, ich sehe gerne diese märchenhaften, aber dennoch normalen Welten. Und wenn Hommagen an alte Monsterfilme oder überhaupt an das Thema Film und Kino gemacht werden bin ich sowieso dabei. Die Geschichte ist auch toll erzählt und richtig viele Kritikpunkte kann ich gar nicht nennen.
      So ist zum einen der Bösewicht sehr auf böse getrimmt und bekommt keine Chance seine Motive zu rechtfertigen und zum Anderen hat mir die Form in die sich die Beziehung von Elisa und dem Fischwesen hineinsteigert nicht wirklich zugesagt.
      Aber neben diesen beiden Dingen ist es vor allem das Ende, das ordentlich Punkte bei mir eingebüßt hat. Mit diesem konnte ich leider überhaupt nichts anfangen und wie so oft steht das Ende stellvertretend dafür, ob der Film gelungen ist oder nicht.
      Ein großer Pluspunkt ist allerdings Michael Stuhlbarg, der mich bisher in jedem seiner Projekte begeistern konnte. Interessanterweise wurde bei meinem Kinobesuch keine Untertitel in den russischen Szenen eingeblendet. Ich weiß nicht, ob dies Absicht oder Fehler des Kinos war. Allerdings hiermit ein noch größeres lob an Stuhlbarg. Denn obwohl ich nichts verstehen konnte, habe ich trotzdem mehr oder weniger gewusst worum es ging.

      • 7 .5

        Märchenhaft erzählte Geschichte über eine ungewöhnliche Liebe. Handwerklich ist der Film einfach exzellent. Musik und Szene sind schön aufeinander angepasst. Vor allem das Bild besticht durch eine wohlüberlegte Farbkomposition, weiche Kamerafahrten und eine Liebe zum Detail. Das ganze hat noch - wie bei Guillermo del Toro üblich - eine dunkle Einfärbung, mit stellenweiser harter Brutalität.
        Insgesamt ein sehr gelungener Film, dessen Schwächen in einer Spur von Langatmigkeit und einer zwar guten, aber nicht exzellenten, Handlung liegen.

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        • 6 .5

          Shape of Water ist ein gutes Märchen das eigentlich alle Klischees bedient. Die Optik von Guillermo del Toro ist immer sehr schön aber das will nichts heissen. Ein Märchen darf kitschig und Klischeehaft sein aber der Film war mir im gesamten zu oberflächlich und die Charakteren sind auch sehr dünn gezeichnet worden.Das Märchen hat ein typischer Stereotype Bösewicht der von Michael Shannon gespielt wurde. Die Hauptdarstellerin Sally Hawkins macht ihre Sache sehr gut. Leider erfährt man von ihrem Charakter zu wenig und die Liebesgeschichte wurde auch nur oberflächlich gezeigt was ich sehr schade fand. Guillermo del Toro war es wichtiger das der Film von der Optik gut aussieht und vergass dabei die Handlung. Kameraeinstellungen waren wichtiger. Ich erwarte ja bei einer solcher Produktion kein Tiefgang aber ein bisschen mehr hätte es sein können und vor allem eine bessere Charakter Vorstellung.
          Schlussendlich sah ich ein unterhaltsamer Film der wahrscheinlich schon der beste Oscar Anwärter war.

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          • 4

            eine präfinale anorektikerin möchte endlich ein „fishstick“

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            • 5
              sachsenkrieger 24.05.2018, 22:55 Geändert 24.05.2018, 22:55


              Außer HELLBOY gibt es für mich immer noch keinen del Toro, der mich wirklich angesprochen hätte und der Nachfolger des mich mehr als nur enttäuschenden CRIMSON PEAK ändert daran auch nichts. SHAPE OF WATER ist für Fans bestimmt alles Mögliche und für mich ist er das auch. Cineastisches Multitasking, visuell atemberaubend, bei dem aber nix wirklich fertig wird, nichts wirklich greift, ergreift oder angreift. Auch der vielfach getätigte Vergleich mit den Werken Jeunets ist für mich ein Gräuel. Denn die Werke des Franzosen sprühen vor Ideenreichtum und jeder Menge nicht so aufgesetztem Herzblut. Bei del Toro wird für mich nichts wirklich greifbar. Aber vielleicht ist das auch der Sinn eines Films, in dem Wasser die tragende Rolle spielt. Das war er also, der Goldjungen-Gewinner des momentan für mich schlechtesten Filmjahrs aller Zeiten und Welten...

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              • 7 .5

                Der Oscar-Gewinner 2018 überzeugt mit einem wundervoll verträumten 60er Jahre-Setting und tollen Schauspielleistungen. Durchs Band sind hier alle Charaktere ideal besetzt und es macht so richtig Spass den Protagonisten zuzuschauen, vor allem Fiesling Michal Shannon ❤. Insgesamt hat mich der Film dann aber doch etwas enttäuscht. Die Story und die Dramaturgie zum Beispiel sind 0815 und im Vergleich mit Del Toros "Pan's Labyrinth" zieht "Shape of Water" deutlich den Kürzeren. Kinomagie ja, aber Oscar für den besten Film? Für mich war "Three Billboards" eindeutig besser. Selbstverständlich ist das Geschmackssache und von einem schlechten Film zu sprechen wäre hier der Filmkunst nicht würdig.

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                • 6 .5

                  Seicht für einen del Toro

                  • 8

                    "Der Schrecken vom Amazonas" trifft auf "Die fabelhafte Welt der Amélie". Das ist anrührend und mutig zugleich. Insbesondere die Freizügigkeit von "Shape of Water" und die Tatsache, dass das prüde Amerika dem Film tatsächlich 4 Oscars gewährt hat, überrascht.
                    Kein Meisterwerk, aber sehr gute Unterhaltung.

                    • 7

                      Da verschieden Kritiker meines Vertrauens dem Film hier mitunter überragende Wertungen gegeben haben, bin ich mit hohen Erwartungen herangegangen, die nicht ganz erfüllt wurden.
                      Fangen wir mit dem positiven an: Die schauspielerischen Leistungen, allen voran Sally Hawkins, aber auch die der anderen Darsteller waren super. Dazu lebt der Film von seiner tollen Atmosphäre der 50er(?), die er unter anderem mit vielen Details und toller Musik einfangen kann.
                      Allerdings war mein großes Problem, dass die Liebesgeschichte zwischen Eliza und diesem Seeungeheuer ein bisschen sehr aufgesetzt wirkte. Unter anderem deswegen, weil der Film es verpasst, diesem Wesen etwas mehr Tiefgang zu verleihen. Anstatt zu versuchen, dem russischen Wissenschaftler aus dem Labor und Elizas Freund Giles mehr Screentime zu verschaffen und diese Figuren zu entwickeln, hätte man diese Zeit wie gesagt besser dem Wesen geben sollen. Dazu war der Film trotz der moderaten Laufzeit im Mittelteil mit einigen Längen versehen und war auch zu vorhersehbar, es passiert alles so, wie man es erwartet.
                      Da es aber ein etwas anderer, fast schon aus der Zeit gefallener Film ist, den ich wirklich gerne geguckt habe und den man so heute wohl nicht mehr oft zu sehen bekommt, kann man ihm durchaus eine Chance geben.

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                      • 7

                        Ein sehenswerter Film, der gerade in der Mitte einige Längen und vorhersehbare Wendungen hat, aber ein spannendes, unerwartetes Finale, schöne Bilder, Kulissen und Kostüme und tolle Darsteller. Gestört hat mich, dass einige Charaktere sehr klischeehaft gezeichnet waren, gerade der Bösewicht und die beste Freundin, und dass die Story doch meistens vorhersehbar war. Die Stärken lagen eindeutig in der fantasievollen Gestaltung und dem märchenhaften Charakter und den tollen Darstellern, allen voran Sally Hawkins und Octavia Spencer.

                        • 2 .5

                          Da hab ich mal wieder ein anderes Genre versucht und wurde je länger der Film andauerte desto schläfriger und gelangweilter. Fischmonster und Oscar: Da dachte ich das wäre doch mal wieder ein Film, den ich mit meiner Frau anschauen kann. Leider falsch, all meine Erwartungen wurden enttäuscht. Schon die ersten 5 Minuten hätten mich skeptisch machen sollen, künstlerisch und filmtechnisch zwar top, aber: so what??? Irgendwann gegen das Ende hin bin ich dann (zum Glück) eingeschlafen... Eigentlich müsste der Film trotz allem 5 Punkte von mir bekommen, aber da ich absolut kein Bedürfnis verspüre den Rest des Filmes noch zu schauen oder das Ende der Geschichte zu erfahren, kann ich doch nur ein vernichtendes Urteil abgeben.

                          PS: Ja, ja, bewerten ohne den ganzen Film geschaut zu haben, geht gar nicht. In dem Fall doch: ärgerlich ist ärgerlich...

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                          • 7

                            So mitgenommen wie "Pans Labyrinth" hat mich del Toros neustes Werk nicht, waren trotzdem 2 schöne Stunden Kinomagie , von einem Meisterwerk doch noch etwas entfernt.

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                            • 8 .5

                              Hätten Universal mal Del Toro den Job als Showrunner für deren Dark Universe gegeben... Naja, egal, macht ja Fox jetzt selber.

                              • 9 .5

                                Der mexikanische Filmemacher Guillermo del Toro (*1964) hat bisher sehr vielseitige Projekte verwirklicht. Darunter waren Filme wie der Monster-Clash “Pacific Rim” (2013), die etwas andere Superheldensaga “Hellboy” (2004) und der von Kritikern und Zuschauern hochgelobte “Pans Labyrinth” (2006), der auch drei Oscars erhielt. Nur der Regie-Oscar war damals nicht dabei, doch den konnte er nun, neben drei weiteren goldenen Männern, für seinen neuesten Film “The Shape of Water – Das Flüstern des Wassers” (OT: “The Shape of Water”, USA; 2017) gewinnen.

                                • 4 .5
                                  der cineast 10.04.2018, 22:44 Geändert 10.04.2018, 22:44

                                  THE SHAPE OF WATER ist das abgestandene, faulige Mundwasser von Amélie. Die wässrige Liebesgeschichte patscht mit glibbriger Flossenhand nach Genrelementen, aber bekommt doch nur trübes Wasser zu fassen. Keimfrei trotz Kiemen. Keime ohne Schmelz.

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                                    RoylesPika 10.04.2018, 12:21 Geändert 10.04.2018, 12:22

                                    Letztendlich war der Film für mich dann doch nicht so gut, wie ich es mir erhofft hatte.
                                    Dies lag einfach daran, dass mir die Liebesgeschichte von Fisch und Frau viel zu kurz geraten ist. Der Sprung von misstrauischer Annäherung zu bedingungsloser Liebe war mir viel zu schnell. In der einen Szene legt die liebe dem nur ein paar Eier zum Snacken hin und in der nächsten kann sie sich ein Leben ohne ihn schon gar nicht mehr vorstellen. Hier hätte ich mir viel mehr Szenen gewünscht, in der noch mehr darauf eingegangen wird, wie Kommunikationsprobleme überwunden werden und sich die Zuneigung der beiden immer weiter aufbaut.
                                    So kam's des öfteren vor, dass ich mich während des Films ungeduldig im Kinositz erlebt habe, weil ich mehr von Lady und Fishlemen sehen wollte und keine Szenen über den Russland-Spionage-Plot, der meiner Meinung nach viel zu sehr in die Länge gezogen wurde, ohne das es für den Film wirklich sinnhaft war.
                                    Ansonsten kann man beim Film nicht all zu viel meckern, da Bild, Musik, Schauspielerei wirklich gelungen sind. Dennoch finde ich nicht, dass der Film im allgemeinen gut genug war, um bei den Oscars derart abzuräumen. Die Bilder waren schön, ja, aber auch nicht umwerfend originell, hatte mich vom Stil z. B. an Bioshock erinnert. Und ansonsten präsentierte der Film an sich nicht viel mehr als eine simple anti-Xenophobie Geschichte, in der man sich wirklich jeder diskriminierten Minderheit bedient hatte. Nicht, dass das was schlimmes wäre, aber die Strukturen waren in dem Film schon ziemlich schwarz-weiß-malerisch. Die Bösewichte waren wirklich die absoluten nach außen schreienden Bösewichte und die Guten halt die Guten. Die Rollenaufteilung war hier ziemlich offensichtlich und eindimensional. Da fand ich die Rassismus-Darstellung von "Get Out" weitaus origineller, der zwar auch seine Schwächen hat, aber andererseits tadellos den harmlosen verdeckten Alltagsrassimus präsentiert hat. Shape of Water macht's sich da etwas zu einfach, obwohl's auch recht gut zum Thema Märchen für Erwachsenen passt.
                                    Alles in allem ein schöner Film , der aber noch besser hätte sein können.

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                                    • 8

                                      Mein Bekenntnis zu "The Shape Of Water" ist vor allem auch ein Bekenntnis zur Kraft der Phantasie. Bisweilen erscheint es mir, als hätte Guillermo del Toro dieser Tage an Größerem zu knabbern als denn an Plagiatsvorwürfen oder Unkenrufe über die zur Schau gestellte Sexualität seiner Figuren.

                                      Er wird auch dafür runtergeputzt, seinen Ruf als Kino-Magier, Träumer des Unträumbaren und Meister schauerlicher und tiefgründiger Bilder verraten zu haben. Dabei gelang ihm doch gerade jetzt der undenkbare, wie reichlich überfällige Siegeszug bei den Oscars. Aber nö, an "The Shape Of Water" wird genörgelt. Del Toro wird vorgeworfen, kleinste gemeinsame Nenner zu bedienen, eine Art Best-of-Liste der Academy-Wunschvorstellungen abgedreht zu haben. Ist ja schließlich alles Alibi-mäßige vorhanden: eine stumme Heldin, die Rassen-Trennung, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit, hier im Kalte-Krieg-Deckmäntelchen.

                                      Und damit wir uns richtig verstehen: ich möchte hier nicht zu einer Tirade gegen alle Kollegeninnen und Vertreter der schreibenden Zunft antreten. Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung. Selbst wenn sie dann anderen nicht gefällt.

                                      Deshalb sage ich an dieser Stelle auch mal, was mich zu diesem Text inspirierte:

                                      Nein, del Toro ist nicht Spielberg, nicht Kubrick und nicht Jackson. Er ist anders und im Grunde ein Regie-Unikat, wie es nicht wenige immer herbeisehnen in dieser Flut austauschbar anmutender Crowd-Pleaser, die für den nächsten Blockbuster Integrität und Vorstellungskraft dem Studiowillen unterordnen zu scheinen.

                                      Natürlich hätte ich auch gern gesehen, wie Guillermo del Toro den Hobbit angegangen wäre. Aber vielleicht wusste er auch, dass große Bilder nicht über mangelndes Quellenmaterial für eine Trilogie hinwegtäuschen können.

                                      Außerdem hat sich del Toro über längere Zeit erst zu dem gemausert, der er ist. Wer ihn schon mochte, wusste es natürlich besser. Doch es schien mir, als gelte er zu lange immer als der Typ für Vampire und große Käfer. Selbst bei "Pacific Rim" erstaunt es mich, wie einige seriöse Kritiker nur rein dumpfes Monster-Gebashe sehen. Ja, es ist Mainstream und Nerd-Getue. Doch del Toro sucht dort, wie auch in seinen "Hellboy"-Verfilmungen nach menschlichen Beweggründen, nach Sehnsüchten und der faszinierenden Interaktion verschiedenster Figuren.

                                      Natürlich bietet auch "The Shape Of Water" hier wieder eine Angriffsfläche. Jene gezeigten Figuren, ihre Gechichten, Wünsche und Konflikte könnten vom Reißbrett stammen. Und es stimmt, der Film ist selbstredend kein Meilenstein neuerschlossener dramaturgischer Spielräume. "The Shape Of Water" ist stringent und vorhersehbar. Wie in einer klassischen Fabel-Erzählungen fungiert das Schicksal hier als eine große, unsichtbare Hand, die alle Lenkungen in mal wohlwollender, und zu oft in bekannter Manier vornimmt.

                                      Jedoch ist es auch von einer betörend schlichten Schönheit, die sich entfaltende Liebe zwischen Elisa und dem Amphibienmenschen zu beobachten. Simpel, nicht naiv, und eben ganz emotional zeigt sich hier eine sehr universelle Wunschvorstellung: dass die Emotion alle Gegensätze und Widersprüche überwindet. Seien die körperlicher, ethnologischer oder gar genetischer Art.

                                      Und weil das alles natürlich so kitschig und fantastisch-stussig wie "Pocahontas" erscheint, verlegt "The Shape Of Water" diese Romanze gleich in eine Welt aus Geheimlaboren und vertäumten Sixties-Kitsch. Nicht nur der Amphibienmensch und Dschungel-Gott scheint hier der Welt von Hellboy entlehnt. Es wäre natürlich auch naiv gewesen, anzunehmen, dass ein del-Toro-Film hier Raum gefunden hätte, andere Themen und herrschende Vorurteile ausgiebig zu behandeln. Sie sind und bleiben gesellschaftliche Determinanten, die es für jemanden wie unsere Elisa unmöglich machen, das wahre Glück zu finden. Nicht für eine, die gar nicht so in ihre Zeit passt.

                                      Ich kann natürlich noch so viel schwadronieren, analysieren und hier eintippen. Am Ende sehe ich in "The Shape Of Water" eine gefühlvolle Liebes-Geschichte, die gerade deswegen fasziniert, weil sie halt Guillermo del Toro erzählt. Und das will immerhin noch etwas heißen. Oder kennt jemand einen anderen Namen, der hier stehen müsste, weil er oder sie genau den selben Film gedreht hätte?

                                      Fiese Frage, ich weiß. Darum will ich am Ende etwas versöhnlichere Töne anschlagen. Und jene Dinge benennen, die für mich den Reiz dieses Films ausmachen: die Art und Weise, wie Sally Hawkins ohne Worte berührend spielen kann. Die Leichtigkeit, mit der Richard Jenkins und Octavia Spencer eine trübe und auch erheiternde Note in diesen Stoff einbringen. Wie Michael Shannon das wahre Monster spielt. Und die nicht ganz unwichtige Tatsache, dass es nicht einmal der Sex in der Badewanne ist, der meine Gedanken weithin beschäftigt. "The Shape Of Water" bietet auch noch ein, zwei andere Ansätze, die durchaus überdacht werden dürfen.

                                      Klar, dass del Toro in einer perfekten Welt den Oscar für "Pan's Labyrinth" mehr als verdient gehabt hätte. Doch auch so bleibt einer, der immer wieder mit Monster-Camp, Motiven klassischer Ausführung und im Grunde sehr menschlichen Motiven jongliert. Da bildet auch "The Shape Of Water" keine Ausnahme. Es ist eine Fantasy-Mär über eine sehr spezielle Romanze. Es ist aber auch so etwas wie ein filmgewordenes Alleinstellungsmerkmal, oder zumindest ein Anreiz dafür, dass für derlei Werke immer einen Platz geben wird.

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                                      • 6 .5

                                        Ein Film, der mich einigermaßen erstaunt zurückgelassen hat.
                                        Ich wollte the Shape of Water eigentlich in einem großen Kino, mit großer Leinwand sehen.
                                        Es kam etwas anders. Wir landeten im Kino 4 in den Hackeschen Höfen in Berlin Mitte. Wer in Berlin lebt weiß vielleicht welches Kino ich meine und weiß auch, daß dieses Kino sehr überschaubar ist, was die Platzanzahl betrifft.
                                        Ich zumindest saß noch nie in einem so kleinen Lichtspielhaus.
                                        Es sollte eine gute Entscheidung sein, sich diesen Film eher im "privaten" Rahmen in einem Indie Kino in OT anzusehen, denn der Film war das Genaue Gegenteil von dem Bombast, den ich eigentlich erwartet hatte.
                                        Welch eine Wohltat nicht von Schnitten in Millisekunden vergewaltigt zu werden. Keine Soundorgien und keine Explosionen. Gutes altes Kino.
                                        Del Toro hat das Kino nicht neu erfunden, er hat es aber versucht für 123 Minuten wieder aufleben lassen.
                                        Der Film erzählt eine einfache Geschichte, in tollen Bildern, mit tollen Schauspielern, untermalt mit schöner, eingängiger Musik.
                                        Das ist del Toro gelungen.

                                        Jetzt kommt das aber.
                                        Es ist ja schön, mit welchen einfachen Mitteln man Menschen begeistern kann. Daß die Mehrzahl der Einfälle del Toro´s schon mal irgendwo aufgetaucht sind ist ja nicht sonderlich schlimm, zeigt aber auch die Einfallslosigkeit Hollywoods.
                                        Creature from the Black Lagoon meets Amelie meets Tarantino.
                                        Die Holzhammer Methodik des Filmes ging mir auch etwas auf die Nerven. Es hätte durchaus gereicht mir nicht jedes Detail einzuprügeln, als wäre ich ein kleines Kind. Da ging dann leider nämlich etwas wichtiges verloren. Ich konnte den Film nicht für mich entdecken.
                                        Kopfkino ist das Zauberwort.

                                        So bleibt eine schöne Erinnerung an einen netten Filmabend in intimer Atmosphäre.

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                                        • 6 .5

                                          Die fabelhafte Amelie trifft den Schrecken vom Amazonas. Unter Regisseur del Toro eigentlich eine recht vielversprechende Prämisse, aber so wirklich fesseln konnte mich der Film dann leider doch nicht. Er ist schön fotografiert, die Schauspieler sind gut, die Zutaten sind interessant. Aber er ist - vom Schluss vielleicht abgesehen - so furchtbar vorhersehbar. Alles geschieht so, wie man es erwartet, keine Überraschungen, keine unerwarteten Hindernisse. Man könnte nun sagen, darum geht es ja nicht, schließlich ist es im Kern eine märchenhafte Lovestory. Die aber berührt mich erstaunlicherweise weit weniger als erhofft. Ob die Nackt- und Gewaltszenen dem Film wirklich dienlich sind, sei ebenfalls dahingestellt. Sie wirken eher wie kleine Provokationen im Namen des Arthouse-Kinos. Nicht schlecht, aber irgendwie unbefriedigend.

                                          • 4 .5

                                            dass die Story sinnloser Quatsch ist, das wusste man schon davor... auch konnte der Film in punkto Kamera, Setting und Schauspiel gefallen... aber warum die Gewalt??? berührende Liebesgeschichte? kaum zu sehen.. dafür das sadistische Treiben des Antihelden um so mehr.... da hatte jemand Lust am Gewaltakt, und das passte so gar nicht zur Idee, ein sensibles Drama zum Thema Liebe zwischen zwei Außenseitern zu kreieren... leider ... Thema verfehlt.....

                                            • 6

                                              Einer dieser Filme, bei denen man denkt, dass doch alles richtig war - und die einen dann doch unbefriedigt zurücklassen. Wahnsinnige Bilder, tolle Schauspieler, schöne Szenen, berührende Geschichte... Und trotzdem war's das einfach nicht.

                                              Das Problem ist, dass die Prämisse leider nicht stimmt. Elisa soll das arme Dornröschen, die verlorene Außenseiterin sein, aber das ist sie einfach nicht, denn alles was sie vom Rest der Menschheit unterscheidet ist, dass sie stumm ist. Das ist nicht genug.
                                              Elisa hat Freunde, Kollegen, ist beliebt, anerkannt, wird gebraucht; niemand schließt sie aus. Ihr Vermieter schenkt ihr Kinokarten. Sie darf jeden Tag ungestraft zu spät zur Arbeit kommen. In der Umkleide sitzt sie nicht allein. Wenn sie in Not ist kommt man ihr zu Hilfe. Sie darf im Aufzug mitfahren, ohne dass jemand die Nase rümpft. Eigentlich sind alle Männer sofort scharf auf sie. Der böse Chef, der russische Spion, der Fisch sowieso.
                                              Und so kann man die Beziehung zu dem fremden Außenseiter eigentlich nicht verstehen, denn er gibt ihr nichts, was Elisa nicht schon hätte - außer glibberigen Fischsex. Die so wundervoll bebilderte Liebe bleibt so letztlich einfach behauptet.
                                              Schade.

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                                                Der Siegemund 02.04.2018, 16:56 Geändert 02.04.2018, 21:30

                                                "The Shape of Water" ist kein großes Monumental- oder Fantasykino. Die Thematik, dass Freund und Feind sich begegnen, weil sie Außenseiter sind, über Zeichensprache miteinander kommunizieren und sich dann verlieben, klingt schon mal dagewesen, wäre es nicht ein abstoßendes Wesen. Doch das Ganze hat Charme, ist ein nett inszenierter gefühlsduseliger Film, aber eine tiefere und ernsthaftere Ebene hinter dem Böse und Gut-Dualismus wird nicht angesprochen. Das macht ihn für mich zu einem Kinderfilm für Erwachsene, E.T. mit Lovestory. Ich kann nicht verstehen, warum der Film so viele Oscars bekam.

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                                                  Sorry, aber einen größeren Quark hab ich noch nicht gesehen (Achtung Spoiler:Frau verliebt sich in Fisch und haben dann auch noch Sex), und dann auch noch den Oscar gewonnen!?!?Ich mochte Guillermo del Toro's Filme bisher, auch das Genre, aber SoW ist nicht "Fisch" nicht Fleisch.Ganz abgesehen von der Geschichte ihrer Vorhersagbarkeit und der lahmen Inszenierung, ist SoW mMn der bisher größte Witz in der Oscargeschichte.Ich habe nur bis zum Schluß durchgehalten aufgrund ungläubigen Staunens ob des Oscars.Einzig die schauspielerische Leistung von Sally Hawkins und Michael Shannon sind erwehnenswert..

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                                                  • jp@movies: Film & TV Kamera 31.03.2018, 14:53 Geändert 03.04.2018, 11:38

                                                    Jenseits von Oscars, Plagiatsvorwürfen (hat hier schon jemand die Katze und den Flur mit den zwei Türen im 90 Grad Winkel aus "Inside Llewyn Davis" erwähnt?) und nicht erfüllter hoher Erwartungen, würde ich mal gerne auf ein paar andere vernachlässigte Aspekte des Films zu sprechen kommen wollen. Die Zutaten sind nämlich eigentlich perfekt, vom Drehbuch über die Besetzung bis hin zum Personal hinter der Kamera, nur ließen Budget und Drehzeit zu wünschen übrig - was man meiner Meinung nach leider auch sehen kann. Ich glaube nicht, dass del Toro manche Dinge entgangen wären, hätte er mehr Zeit gehabt. Liebevolle Details gibt es immer noch, etwa die tanzenden Wassertropfen auf der Scheibe, oder das Zigarettenrauch einbehalten im toten Winkel - aber mir fehlte etwas Raum zum Atmen in den Szenen des ersten Kennenlernens von Elisa und dem Fischmensch, wie er vergleichsweise in den späteren Szenen mit dem blauen Leuchten vorhanden ist. Jetzt weiß ich nicht, ob die der Schere zum Opfer gefallen ist (wie so einiges - was man dem Schnitt-Tempo leider immer wieder anmerken kann, wo kein Bild auch nur einen "Beat" länger stehen bleiben durfte, um ja unter zwei Stunden - ohne Abspann - zu bleiben), oder aufgrund fehlender Drehtage gar nicht erst inszeniert werden konnten. Vielleicht erfährt man das in den geschnittenen Szenen auf der DVD, oder nie, aber was bleibt ist die kreative Einflussnahme seitens des Studios, die dem Team ja etwa schon untersagt hat den Film in s/w zu machen - sie hätten ihn dann gar nicht erst finanziert bekommen. Die Kameraarbeit ist noch immer überragend und wunderschön geleuchtet ( https://filmmakermagazine.com/104228-dp-dan-laustsen-on-the-shape-of-water-judging-exposure-without-a-meter-and-capturing-rich-blacks/ ), doch wie viel besser der Film hätte sein können, als man ihm zu sein eingeräumt hat, ist was mich wirklich ärgert. Denn der Oscargewinn legitimiert jetzt rückwirkend dieses "Gut-genug"-Vorgehen. Hollywood ruiniert sich (bzw. seine Kreativen) gerade (einmal mehr) zu Tode, und vielleicht ist es gar keine so schlechte Ideen sich Kiemen wachsen zu lassen, um sich von der Liebe zum Film wieder rundherum einnehmen lassen zu können, wie ein Fisch im Wasser. Das gibt es ja nicht nur im Ozean.

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