The Tree of Life - Kritik

The Tree of Life

US · 2011 · Laufzeit 139 Minuten · FSK 12 · Drama, Fantasyfilm · Kinostart
Du
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    RobertTerwilliger 14.09.2017, 19:33 Geändert 14.09.2017, 19:34

    ♥Man hat doch kein Herz, wenn man diesen Film nicht mag.♥

    2
    • 10

      Dieser Film ist schwer zu beschreiben, aber er schafft einfach eine Atmosphäre, die ich genießen kann, wenn ich melancholisch bin.

      • 5
        WolfgangMueller 21.07.2017, 23:18 Geändert 21.07.2017, 23:19

        Kennt man einen Terrence Malick, kennt man alle. Ein bedeutungsschwangeres Bilderrätsel jagt das Nächste und schlussendlich subsumiert sich der Wechsel aus Liebe, Erwachsen, Niedertracht und Verlust (durch den Tod) zu harmonischen, darwinistischen Zyklen geführt durch Gottes Hand.
        Und welch Überraschung, während in Der Schmale Grat diese Gleichung für Malicksche Verhältnisse noch auf Mikro-Ebene angewandt wurde, vollführt er sie in The Tree of Life auf größenwahnsinnigem, kosmischem Level.
        Für Malick-Neulinge ist dieses Werk auf jeden Fall sehenswert. Die Kameraführung, Ästhetik, die Perspektivwechsel, der Score, der stets ruhig und bedächtig inszenierte Konflikt des oft in medialer Transparenz mit seiner Umwelt erscheinenden Antihelden sind in der Branche einmalig und mag bei dem ein oder anderen das empathische Gefühlsspektrum beflügeln, was auch ein absolut positiver Effekt seiner Werke ist.
        Aber für mich persönlich ist das nun die vierte Neuauflage des Schmalen Grats, wobei sie meines Erachtens nach in The New World auch eine interessante, komplexe Nebenhandlung aufbot, die auch ohne die Bedeutungsschwere das Publikum in Verzückung gebracht hätte. Daher würde ich dieses Werk (The New World) für Malick-Neulinge empfehlen und von The Tree of Life eher abraten.

        • 10
          DerDude_ 26.05.2017, 10:51 Geändert 26.05.2017, 12:47

          "I´m sorry.....
          ....you´re my brother"

          Ein formvollendetes Requiem für den verstorbenen Bruder, für eine Familie, zerrüttet, wie jede andere, aber doch nahe beieinander. Ein Requiem für den Ort, an dem man aufwachsen durfte, für die Zeit, für die gesamte Kindheit, die nur fragmentarisch ineinander greifen konnte, bis sie später selbst zu einem Erinnerungsfragment wurde. Ein Requiem für unsere Welt, ihre Geburt und ihr mögliches Schicksal. Und dazwischen bleibt nichts als das Umherwandern in ewigen Fragen. Kosmos und Religion reiben aneinander.
          Das alles ist Terrence Malicks THE TREE OF LIFE. Selten holt ein Film so aus, wie dieser es tut, fast nie spannt ein Regisseur einen so überwältigenden Bogen aus Fragen, Fragmenten, Erinnerungen, Träumen und schließlich betörender Schönheit. Jedes Bild in THE TREE OF LIFE wirkt sowohl perfekt gesetzt, aber in seiner Schönheit kein einziges mal erzwungen. Nie hat man das Gefühl, hier ginge es um eine konkrete Antwort.

          THE TREE OF LIFE ist das Gegenteil davon. Es ist ein Film darüber, keine Antwort zu haben. Das Hiobs-Zitat am Anfang fragt nach der Anwesenheit von Gott, ein Prozess, dem alle Mitglieder der O`Brien Familie durchlaufen und bei denen keiner auf einen fruchtbaren Nährboden trifft.
          Zu Beginn werden die zwei Lebenswege, der der Natur und der der Gnade, eingeführt und das sich der Mensch entscheide muss, welchen er geht. Die Mutter der Familie, von Nonnen aufgezogen, steht für die Gnade. Ihre Aura ist durchflutet mit Reinheit, ihre Liebe ist immer spürbar. Sie hat früh gelernt, zu verzeihen, aber möglicherweise auch, den Kürzeren zu ziehen. Der Vater hingegen ist ein Geschäftsmann, dem nichts in den Schoß fiel, der sich alles erkämpfen musste, der weiß, wie ungerecht das Leben sein kann. Seine Kinder erzieht er mit Härte und Strenge, er will sicher gehen, das sie in der Welt überleben können. Er repräsentiert den Weg der Natur.
          Dazwischen steht Jack, dessen Reise dieser Film ist. Geprägt von der Liebe seiner Eltern, der Strenge seines Vaters und dem tief verwurzelten Glauben der amerikanischen Familie. Aus ihm wurde der Mensch, der er nun ist. Er wandert durch die riesigen Glasbauten, die er als Architekt wahrscheinlich sogar selbst entwirft. Ob er irgendwo angekommen ist oder noch genauso umhertreibt, wie als Kind, bleibt im Dunkeln. Die Erinnerung an den Tod seines Bruders löst in ihm das Bedürfnis nach einer Antwort aus. Einer Antwort, auf die er wohl als Kind schon gewartet hat.

          Natürlich mögen die Kinder vorerst ihre Mutter und deren Gnade lieber als den strickten Vater. Doch letztendlich verzweifelt Jack an beiden Wegen. Den seines Vaters kann er nicht ertragen, aber den seiner Mutter nicht mehr erdulden. Irgendwann hat Jack selbst gelernt, das der Blick seiner Mutter zu naiv ist. Auf die Frage nach der Anwesenheit Gottes, dessen Existenz Jack seine gesamte Kindheit über durch seine Mutter und durch die Sonntagskirche versichert wurde, erhält er keine zufriedenstellende Antwort. Jack lernt in seinem Reifeprozess, das diese Welt größer, universeller ist und nicht nur ihm gehört. Ereignisse, wie der Tod eines Mitschülers oder die Anziehung zu seiner erwachsenen Nachbarin, all das ergibt in Jacks Sicht irgendwann keinen Sinn mehr. Er muss sich davon befreien, er schreit, er rebelliert und schlägt doch gegen eine unüberwindbare Wand.
          Ein ähnliches Rätsel ist sein Vater. Zwar weiß Jack, das er ihn liebt, aber dennoch sind die Schmerzen seinetwegen zu groß, als das er sie ignorieren könnte. Gleichzeitig verachtet er ihn, gleichzeitig fasziniert ihn sein Vater. Jacks Weltsicht scheint irgendwann der seines Vaters zu ähneln, er sieht ein, das diese Welt groß ist und sich im Endeffekt einen Dreck um einen einzelnen Menschen schert.
          Der, in meinen Augen, größte Moment des Filmes ist der, wenn Jack seinem Vater gegenüber gesteht, ihm ähnlicher zu sein, als seiner Mutter.
          Was Malick hier kreiert hat ist nichts weniger als gigantisch. Selten erlebt man Bilder einer Kindheit auf so verlorene und doch annähernde Weise. Der Reifeprozess von Jack, der ewig zwischen Vater und Mutter hin und her pendelt, fühlte sich selten im Kino so nahbar und ehrlich an.

          Das Alles ist eingebetet in ein kosmisches Konstrukt. Zu Beginn ereilt die Familie die Nachricht vom Tod eines ihrer Kinder, wodurch die Kindheitserinnerung ausgelöst wird. Ewig ruft die Mutter nach Antworten, nun scheint der Moment gekommen zu sein, der selbst sie in ihrem bedingungslosen Glauben bricht. Malick leitet eine Sequenz ein, in der das gesamte Universum geboren wird, die Erde sich formen darf und schließlich wächst und gedeiht. Es sind Bilder, die in ihrer majestätischen Kraft jede Zeit überdauern werden, jeden Vergleich gewinnen werden (wenn man sie denn unbedingt vergleichen muss). Hier trifft der Mikrokosmos Familie auf den Makrokosmos Universum. Zum einen zelebriert Malick in nahezu jeder seiner Einstellungen die Kraft der Natur, aber dennoch verdeutlicht diese Sequenz die gnadenlose Bedeutungslosigkeit des Menschen im Vergleich zu dem Universum um sich. Ein Dinosaurier entscheidet sich schließlich, einen anderen zu verschonen, obwohl er ihm überlegen ist. Möglicherweise nichts anderes, als die Geburt der Gnade.

          Was ist größer : Das Universum um uns herum, oder das Universum, welches wir in uns tragen ?

          Am Ende bleibt die Erlösung.
          In einer Szene missbraucht Jack das Vertrauen seines Bruders und fügt ihm Schmerzen zu. Wenig später aber bittet er um Verzeihung. In diesem Moment wird in ihm ehrliche Gnade geboren. Sein Bruder verzeiht ihm und schließlich spielen beide weiter miteinander. In seiner Erinnerung erhält sein Bruder keine so große Rolle, wie Vater und Mutter und doch gleitet Malick immer wieder in Sequenzen ab, die den Jungen beim Gitarre spielen zeigen. Sein Leben wird ein junges Ende finden.
          Nachdem der erwachsene Jack sein jüngeres Ich getroffen hat, begegnet er in einer himmlischen Pforte allen Menschen aus seinem Leben, darunter sein Bruder. Es ist eine Welt, nachdem die unsere ausgelöscht wurde, genau wie die Dinosaurier. In dieser Fantasiesequenz akzeptiert die Familie den Tod ihres Kindes. Jack akzeptiert, das er keine Antwort erhalten wird, für gar nichts, das er aber vielleicht nie eine gebraucht hat.

          THE TREE OF LIFE ist eine schwebende Reflexion und eine größenwahnsinnige Suche, dessen Schönheit und Kraft sehr leicht zu fühlen und zu greifen ist. Es ist ein Film über das Nichtbeantworten und über Kindheit, inszeniert in einem Rahmen, der alle Hindernisse wegtreiben lässt.
          Superlative sind etwas billiges, aber THE TREE OF LIFE ist so schon schwer in Worte zu fassen, deswegen hier ein kleines Statement : Nicht mehr und nicht weniger als der schönste, erhabenste und größte Film des jetzigen Jahrzehnts.

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          • 5 .5

            ja mei......zuerst muss man mal die 30 Minuten am Anfang überstehen, bevor es eig. losgeht. Ab da an wars ganz okay, erzählt halt die Geschichte einer Mittelschicht-Familie in der die Eltern verschieden Auffassungen von Erziehung haben. Ob das jetzt Kunst ist, oder weg kann.....tjoar.....kann ja jeder für sich entscheiden.

            • 10
              craax 09.05.2017, 13:52 Geändert 09.05.2017, 14:10

              Retro: > The Tree Of Life< , II

              >Lubetzki filmt mit seiner Kamera keine Bilder ab, er deutet sie. <

              Tree of Life' versucht die Quintessenz des Lebens aus Einem Leben zu wringen.

              Wer Gott beschreibt, oder die Gnade, muss früh anfangen. Bloß : was IST der Anfang? Terrence Malick behilft sich mit einer simultanen Erzählung auf vielen Ebenen; er beginnt ganz vorne, und wenn ich sage, ganz vorne, dann meine ich auch : ungefähr da, wo die Genesis ebenfalls beginnt, mit Dem : zu Anfangs war das Wort. Gott ist da noch ein symbolisches Farbwabern in DunkelLeere; ein Bild ('handelt sich um Film). Dann erschuf er erst einmal : nicht zugleich die Materie, die Kräfte, und irgendwann majestätisch vorüberziehende Planeten vor aberwitzigen Urgluten aus dem Naturkunde-Unterricht...- sondern zugleich ebenfalls : das >Wort<, die Sprache. Malick schafft zu seinem Zwecke sogar seine eigene Lub.-Trumbull ("2001")-Bildersprache, und seinen eigenkomponierten Erzähl-Gestus-Modus. Dies sind: aneinandergereihte endlose Kurz-Impressionen einiger Sekunden, bis maximal einer Minute Dauer. Diese Stakkato erzählen, einmal geschaffen, (und dann steht der Score der Tonspur noch dazu aus, doch bald ebenso), von Anbeginn der Welt und des Lebens. Diese parallelisieren sich: der Anfang des Individuums und des Kosmos ist ähnlich urtümlich – elementar. Beide Seinsweisen aus einem erst schmalen' dann mächtigen Stamm blühen und kronen und verzweigen sich auf /ähnlich. Die Welt ist uralt und ewig schon : zielte die Absicht auf den Zweck. Dinosaurier hätten keine Gefühle? - Sie kennen rückblickend sterbend im Sinkender-Sonnelicht an Ozeangestaden seitenklaffender Wunden (blutig schwappende Woge) den existenziellen Schmerz ebenso, wie sie gewiss uranfänglich fähig waren : das Vorschriftsgleis der Natur in Ur-Bewusstsein graduell zu verlassen, und Zwänge zu durchbrechen lernen : in ersten Freien Willens-Aufregungen, die zu GNADE – beruhigend an's Haupt getippt – führen. Dieses Privileg führte wohl dzum Mensch? - es wohnt hier der NATUR 'der Absicht des unergründlichen Schöpfers von Anbeginn inne und bricht sich erbauend mit immer höherem Bewusst'innewerden Bahn. Es geht um Erziehung von Etwas her zu Etwas hin, einer aufstrebenden Bewegung des Lebens zwischen zwei Weges-Polen, Gnade und Natur, Liebe und Strenge, einem lebens-quellenden aufsprießenden Baum, von Erfahrung. Lebens-Erfahrungs-Entfaltung. Tree of Life, Tree of Evolution, Tree of Cortex, Tree of Mind, Tree of Sense.

              Den Samen zu säen, braucht Terrence Malick immerhin schon (abgesehen von einem Vierteljahrhundert „Drehbuch“-Intention, acht Umsetzungsjahren /davon 3 im Schneideraum=>destilliert auf:) atemberaubende zwanzig tosende, oder auch still resp. majestätisch ziehende Minuten, von Erhabenheit (und da ist kein Zynismus),- bis zum unbekannten menschlichen Lebenszuerst- Augenaufschlag. Säuglings-Ersterfahrungen; Lichtreflexe, winzige rosa Gliederzarte, pochendes Pulsgeäder, Tanz-Form-Schatten-Gewebe, schlummer'lidernde Augenblicks-Sinne, Geräusche Tropfen Regenrinnen, windwehendes Laub, Frische Feuchte Wärme Duft Geborgenheit Körper Ausdehnung Bewegung, Innen und Außen, Geschmack von Luft und Boden und Gefühl, Schwere Schmerz, Glück und Anmut, Sicherheit und Gefährdung. Durch alles scheint näher intensiviert das ätherische Wunder der Daseinsexistenz : von Materiestaub, Form, Staunen, Begegnung. Die Mutter : J. Chastain, die Spendende, und Vater B.Pitt O'Brian, der Fordernde (=>danke B.Pitt Hollywood-Veteran, für den unterstützenden äußeren Filmanschub). „Die Mutter“, charakteristisch Chastain, zuerst dominant mit ihrer behüteten bergenden lehrenden lebensführenden Rolle erster Schritte neuer Menschen-Kinder ins Daseinserwachen hinein: verkörpert wieder den e i n e n der zwei unausweichlichen Pole der Erziehung des Menschen : ANZIEHUNG und ABSTOSSUNGs-Begrenzung : Zuchtstrenge des Vaters.

              Das Kind – wie „alles“ - ist geworfen in genau diese wabernde, undefinierte Losheit im von diesem beiden umgrenzten („Vater. Mutter. Wie kämpft ihr in mir“) und in beiderseitiger Grauzone verbunden erschaffenen abgesteckten Raum : von Vorbild Erfüllung, und hinweisendem Lenkungsziel. Wie erzöge ein Gott? Durch Straffung. Er zwingt uns auf eine Umlaufbahn. Scheinbare Willkür ist immer sein Thema. Unrecht Ungenügen. Hiob. Es gibt, es nimmt; nach scheinbarem Belieben; unergründlich, unnachvollziehbar : unrechtmäßig (an)klagend. Es duldet keinen Widerspruch. Es hat nicht nötig, Widerspruch nicht zu dulden. Es vollzieht einfach. Die Apodikte sind unanfechtbar. Sie geschehen. Sie passieren. Unergründlich. Kinder ertrinken. Unglück Verbrechen geschieht. Zurückbleibende doktern+basteln sich grotesken Sinn : war diese Unschuld „schlecht“? Mußte es „büssen“? Was? Ist grundloses Übel, Böses=>Strafe? Von der Polizei abgeführte tobende Verbrechergewalt, selbst da noch ein Trunk mitleidig zu bieten zum Gotterbarmen? Welches sich in ein hilflos mißbrauchtes völlig ratlos entgleistes menschliches Gesicht wandelt? Sieht Ecce Homo so Böses aus? Verlassen? Menschlich? Verloren? (allein in dieser einen sekundenlangen Angesichtsmetamorphose, eines renaissanc'nen Malers würdig, steckt ein Oscar (übrigens nächster für den Filmschnitt bitte).

              Die Liebe der Mutter : steht, bildhaft in unzähligen Licht-und Reaktionsschattenspielen eingefangen, zu anfangs- wird dann von den Eingriffen (oft Übergriffen) des Vaters abgelöst. Dessen vielprismig schillerndes Changieren und Chämelonisieren zwischen >anziehend< und >abstossend< ist eine der ambivalentesten Charaktererschaffungen & Talentausweise von Brad Pitt-: seine reifste Rolle. Wär er doch auf dieser Schiene geblieben! (statt 'WW Z' und beschämender 'Fury'). - Sicher „liebt“ der seine Söhne : was immer das heißt (den einen >liebt< er durchaus vorzüglicher denn den anderen). Gerade der, Ältere, Übel-Rangenommene (der Jüngere scheint stets glücklichen Naturells durchzuschlüpfen) : sehnt sich nach Respektsanerkennung Ende der Pression, simpel : Zuwendung (wie von Muttern). Er umarmt bei Raseninspektion den Vater : und dieser : spürt zurück.

              Nein, Brad O'Brian ist kein unliebender Vater. Er ist ein irregeleiteter (wie wir alle), abgewiesener abweisender bigotter Menschen-Vater : ein Folgezwang und 'Autorität, ein Erziehungsgewaltmonopol-Ausübender : kein Haustyrann, sondern ein Echo : unerbittlichen Existenzbehauptungs-Müssens. - Nicht Der zwangsläufig seines ebenso eigenen Vater Opfers : sondern elementarer gewaltsamer, ungerechter, unliebsamer : Weltfolge der Not der MATERIE : Armut, Leid, Unrecht. Ex-Sklavenpauvertie; madenschwärender Hunderückenwunden; brand-hauthaar'vernarbter aussondernder Paria-Kinderschädel.
              Vater o'Brian ist Patente- &amerikanischer Möchtegerntraum-Heger, Kapital'-Gläubiger, White-Collar-Angestellter, Bachspieler, Küster- und Organistendienstleistender in der Stadtkirche. Der Haushalt christlich, sehr christlich: hierarchisert (Hierarch= Priester). Der wäre gern ein „großer Musiker“ geworden : ist aber keiner. In Augenblicken der Versenkung an den Tasten, ist der Sohn ihm nahe; wie sonst unabgewehrt. Dort spürt er Echtheits-Ergriffenheit, Hingabe : wo er sonst versagte Willkür und Anprangerungs-Bigotterie spürt, und protestiert, und heimlich ver-zweifelt. Auch der biologische Erzeuger ist manchmal näher bei seinem spirituellen', und sein Sohn, jedes Kind: ein Seismograph, das Lug von Trug unterscheiden kann. Der Abkömmlings-Protest überschreitet sein Gehege und bricht SICH Bahn : und rottet sich anderweitig verstärkt in aufbegEHRenden Gruppen zusammen.
              In Nachbarschaft : geht es übrigens eigentlich, vermutlich von Haus zu Haus, -von Familie zu Familien,...in allen diesen (auch frühe sexuelle Anlockung und Erregtheit bergenden) Heimen : ähnlich zu. Alle teilen dasselbe Schicksal : der Hingezogenheit, des Kletterns auf diesen himmelstreckenden Baum : alle unendlich verzweigten und verwobenen Schicksale einzeln. Die schöne ferne Nachbarin, adoriert erhaschte : oder junge SchulElevin'ne. Wie noch filmisch ungesehen, premieren-erspürt ist das! Ein veritabler weiterganzer Film : so in einer abgerissenen angedeuteten vorüberhuschenden Sekunden-Botschaft! … Und immer: dabei und darin: nahe der jüngere, der geneidete, der gute Bruder. Das ältere, körperbevorsprungte, um selbe Neigung verzweifelt ringende Geschwister-Vorbild. Kain und Abel. Ein an Rakete gebundener abzischender unvorgestellter Frosch. Unkontrolliert. Gewissensbegabt. Zucht hält uns nicht . Einsicht.

              Der ältere, Vietnam überlebende Bruder (Kindheit 50', das passt / wie bei M.s autobiografischem Bruder): der Ältere erinnert sich, als solches Leben schon überhalb verbraucht,- sein Baum (wie seine zivilisations-formalisierte Architektur) schon in den Himmel gewachsen ist, und den bis auf verbliebene Rest'aspekte verdrängt+ausfüllt: in vollkommen künstlichbestimmter menschgenerierter Umgebung. Kaum noch ein willkürlich gezirkeltes Urgewächs, ein bißchen dürftig Halmgrün von üppig wuchernder Natur-Wiesen-Kindheit ist übrig, zu aufgetürmter Orgie aus Glas Beton und Stahl und verfestigtem aufpolierten Marmor und Gesellschaftsenergie verbraucht,- nur dazwischen indem einmal erinnernder herüberformwogender vielgestaltiger Himmels-Schwarm, dessen Reflex sich an Oberflächen bricht.
              Er erinnert sich : und reflektiert. Wie sie das ausgehalten hat,- konnte,- die Mutter? Wie ertragen? Und wie sein Vater? - Solche Momente des unmittelbaren Erfahrens, ein Streichen über das Haar: wann wo : bleiben : eingegraben. Im prägenden, aufs Wesentliche filtrierenden Gedächtnis: wie in einem Film. Sehen wir denn dort nicht auch einen? Vorgeführten? Ebenso? Der Jüngere. Was war er? Wie? Wo? Aus Erfahrungsrudi-funda'menten werden : resultierte schlüsselenthaltene Geheimnis-erinnerungen, die deswegen ihres spürbar geborgen'bergenden Geheimnisses: bewahrt erinnert verfestigt sind, ein Gedenken-Begegnen-Entziffern. Begegnen: sich selbst. Im Wesentlich unverschwundenen Reduzierten. Überlebt überliefert: -Wordenen. Apelliert. Überlegungs-: Gefühlen. Geheimnisvoll reizendem Schlüssel-Enthaltenen. Gesuchtem. Ungefundenen. Wahrheiten. Zukünftige Er-Kenntnis-Ermöglichendes, die diesen Namen verdient. Ausgangsmaterail. Eingangsmaterial.
              Dechiffrierungen. Scham, Rivalisieren, Aufbegehren. Versuchung Gefährdung. Verzeihungbitten und Vergeben. Helfen, Brüderlichkeit zuletzt Solidarität. Ein unendliches langsames Wachstum und Aufwachsen : gen Himmel. Wachsen. Zuwächse. Von der Wiege bis zur Bahre & dazwischen. Dazwischen: deutet alles : auf Herkunft zurück oder „Ziele“ (?); und fordert Bekanntschafts-Resultat. Wie sollen wir lernen, wenn wir nicht ausprobieren dürfen?

              Ein Ziel : gibt es zumeist nicht. Das Ziel, seine bloße Bestimmung, ist ein Geheimnis, ein Wunsch, ein Vorenthaltenes, ein Mysterium, ein Geleugnetes, eine willkürlich persönlich zweckdienliche, sinnstiftende Vermutung; ein Unbeweisliches. Trotz aller Indizien : ist Nachweis unmöglich und zwar prinzipiell. Dienen wir uns selbst, indem wir dienen? Ist dies nicht die Abdankung, des Menschenrechtes, der Selbstbestimmung- und Selbstdefinition? Ist jede andere Definition nicht Mißbrauch- autoritativ imperiale Hinlenkung? - geleitet-Sein : nicht-mehr-selbst-Sein? Die Sündenfall-Mißachtung des*wenn denkvorstellbar einzig legitimierten „göttlichen Willens“ : der individuellen Zuständigkeit, sich selbst eigenverantwortungs-verdienstvoll bewusst „des eigenen Verstandes ohne Anleitung anderer zu bedienen“ d.h. eben NIE zu „dienen“? Hier (nicht erst) wird Tree Of Life eindeutig theologisch (wenn auch nicht christlich),- aber IST ES DAS? Ist es nicht zuvor eine unendliche „Beweis“-Indizienkette, hin zu einem Tor des Glaubens, in Existenzwüste, zu der es uns hinführt- & an seine Schwelle bringt-, ja fast geleitet? Dies Tor steht mitten im Nichts und es führt in kein Haus 'in keinen Raum dahinter : es ist derselbe. Und doch wäre alles anders, wenn zu passieren'. Es ist exakt dieselbe Welt : doch innerlich verwandelt.

              Hier bricht sich übrigens die Welle der Zuschauer : die meisten mögen nicht nur nicht-,- sie hassen solches Tor. Und dieses instinktive Zurückscheuen : ist das Beste, was die Menschheit hat, & ausmacht. Acht Milliarden (noch) Menschen, acht Milliarden Gehirne : acht Milliarden Universen. Und eine Handvoll Machthaber; die, geschickt + mächtig, manipulieren. Wie ihr Ur-Vorbild das wenn es erst eingeprägt eingeführt legitmiert ist,- =>Herrschaft leicht machen. Gelenkt. Gesteuert. Geführt. Genasweist. Weisungsgebunden. An-Geführt : vom größten aller größenwahnsinnigen Gröfaz' Ver-Führer überhaupt.

              Hirne weigern sich, manipuliert zu sein. Wenn sie es merken : werden sie sauer. Dies ist ihr Salz in der Ozean-Wasser-Suppe: ihr göttliches Ur-Menschenrecht. Die ameriko-demokratische Unabhängigkeitserklärung, von kaufmännischen Patrioten einer Sklavenhaltergesellschaft noch verfasst, ist ein Schi** dagegen : von manipulativer Freiheits-Beschränkung. Wir sind uransprüchlich frei : „ich tue nicht, was du willst“ „ich tue, was i c h will“. Gott winkt nicht mit Gehorsam : sondern Liebe. Es ist kein Gott der (möglichst blinden) Gehorsam fordert, sondern Freiwilligkeit. Er will wenn, nicht, dass wir Er würden: er WÜRDE wollen, dass wir wir werden. Er will wir werden. Er will Ich werden. Er will Du werden. Er will Uns werden.

              Diese Eins-werdung :Herausforderung ist die zurückab-scheu'liche Aufgabe der wir mißtrauen, und manchmal (gewöhnlich) dauert es länger als ein Leben, bis zu Ende dieses Mißtrauens nicht zu gelangen. Das ist ein edler Widerstand und ein vernünftiger, ein vernunftbegabter, ein verantwortungsbewusster Widerstand. Ein ehrevoller Widerstand. Ein Allem-Was-Wir-Sind&wichtiger*:Sein-Sollten* verpflichteter Widerstand. Ein Kampf um die Freiheit, um das Leben, Selbstwahrnehmung. Freiheit oder Tod. Freiheit (die echte) oder angelegte priviligierte Sklaverei : Fremdhoheit-,-bestimmung. Eines fremden Herrn. Untertänig. Untertan. Die Schlimmste Verneinung, alles Guten, die es gibt. Ultimatives Versagen. Das Ende der Welt. Kein Wunder. Das wir kämpfen – müssen. Bis zuletzt; zum letzten Atemzug. Zur letzten Regung : der Un-Selbstaufgabe. Alles regt sich dagegen : in uns. Und alles dafür : es sind die zwei Pole, zwischen denen wir zerrissen werden : Einsicht, Stolz, Behauptung – und Ankommen, Auflösung, Ergebung. Sinn. Wir müssen sicherstellen : jede andere Stimme auszuschalten : bis wir nur noch unsere eigene hören. Und sicher ist, dass es so ist :wir keiner Einflüsterung folgen. Wenn es so wäre : die Stimme die uns riefe, als die unsere eigene, meine zu identifizieren; zweifelsfrei und wann zweifle ich je nicht an mir?! als rechtschaffener Geist. - 'Zweifelte: dass ich MIR folgte, wenn ich es tue /täte. Im Grunde ist es die Erkenntnis : dass i c h Gott bin&werde, der ihn ruft, und nicht er : mich. Ein größerer Größenwahn ist nicht denkbar : an Selbstverwechslung, und soll nicht Gott Demut bedeuten?

              In der Tat, dies ist ein Paradoxon : an dem die Pole ineinander übergehen und Eins werden /würden. Eine größere Revolution ist nicht denkbar. Eine Umkehr der Werte. Warum ist Gott heute so schwierig? - weil der Mißbrauch, die Manipulation, die Ausbeutung: so unendlich geworden + zugenommen ist. Ist Gott Ausbeuter? Des edelsten Teils des menschlichen Geschlechts? Seiner Freiheit (nicht Freizeit?) ?

              Wenn Tree Of Life auf so viel Negation stösst : so rührt sie hierher : in dem ehrenvollsten Selbstbehauptungsversuch des MenschengeSCHLECHTes. Es ist eine Teleologie, gegen welche sich der Instinkt (dessen Überlebensgeschäft Witterung ist) wendet. Wer noch nicht so reif ist, sich selbst in diesem Punkt auf Augenhöhe (:mit Gott!) zu begegnen : wittert den Gestank von gegenwärtiger Manipulation und Mißbrauch – und kehrt sich, zum Ko**en, vehement. Dies ist ok.

              Das Tor steht in der Wüste und vorher ist wie nachher. Scheinbar. Doch wer durch dieses Tor, dass an jedem Ort und zu jeder Zeit unseres Lebens auftauchen kann (denn nicht wir gehen zu dem seinen* sondern wir gehen zu dem Unseren*)-, dass „dort“ in uns also auf uns wartet,- wenn wir diesem Tor also begegnen : dann zu unserem bei uns 'so uns wie nie', Zeitpunkt - … oder keinem. WIR sind dieses Tor : WIR ein Jeder/ hätten zu ihm selbst zu werden; so die Mär.

              Wer also durch dieses Tor ginge, Was erwartete ihn da? - Erzählungen davon kursieren : von himmlischen Gefilden des Verwischens des Unterschiedes zwischen lebendig und tot („Auferstehung von den Toten“, hier aus Grabesgrube heraus, vom Wiederbegegnen mit dem Liebsten, das NICHT vergangen/genommen/ aufgelöst ins Nichts überstellt vernichtet verwest ist- sondern : lebt : in >Ihm< im >Es<,- in diesem >Mysterium< . 'Welchen den hilf-wesenlosen Namen des >Göttlichen< prägt-trägt. Ein ur-gesellschaftlicher Mythos. DER Ur-Mythos schlechthin. Das älteste Gemeinschaftskult-Verehrungswesen des Dämmersozialvermitteleinigungs-Wesens Mensch : der seine Sozialdirektive „gehorsam“ aportiert & akzeptiert & absolviert, und indem absentiert zugleich : zu einer leeren Hülle - außer seiner Biologie? Die Biologie Gottes? Sein Leib – das Menschengeschlecht? ausgerechnet? Gott materialisiert als (auch) Atom-Gottessohn? Als fließende „Energetik“-elektromagnetischen Amplitudenstroms? Als Kern-innerspezifische Grundkräfte, der Starken und der Schwachen Anziehungs-Bindungs-Kraftschwelle? Als implodierter Neutronen-Stern - … und dann, auch die dazu gravitativ überwunden, als – zuletzt das Letzte- ... endendes Schwarzes Loch“...? „Singularitäten“ (nur ein „Wort“)? Die Aufhebung physikalischer, mathematischer, Sinnsprachvereinbarungsdefinitivsymbol-Gesetze? Das Unverständliche jenseits des begrifflichen Verständnisses? Die kosmische sich selbst verfütternde schwanzbissige Schlange? Das – Unglaubliche? das Ragend-Verzwergende? Das die Ehre-des-Menschengeschlechts-Drangebende, Entwürdigende? -jenes Einzige, das die magere Würde des Menschen ausmacht-total Verschlingende? Das Ende solchen Beginns? Die freiwillig unterworfene Selbstzernichtung?

              Was erwartet=>? jenseits solchen Tors – der Selbstaufgabe (die doch wohl nicht? Zweck des Menschen sein kann, >Gravity<)?
              Die >Gefilde der Seligen<, die Ungültigkeit des Todes, das Aufhören der Un-Liebe, die Einheit mit Allem (und vor allem Allen?) (die wir je liebten, die je Gegenstand unseres Eins-Werden-Seins-Wunsches waren?) ? So ein Flanieren : im wunderbarsten vollkommensten Augenblick, im Innern der universellen Vereinigung? Ist das nicht starker Tobak?

              Ist es nicht; es ist nur eine Metapher, welche Sinn erhält – oder nicht- aus dem Vorhergehenden : was Begriffe definiert : Erfahrung. Sinnes-Erfahrung. Zuerst Sinne: dann Erfahrung. Aus Sinnlichem zuerst abgeleitete spätere Konklusion: fermentierte Gedanken-Begriffe. Denkens-Begriffe. Kontext. Leben (s-Erinnertes: Gefühltes : „Gegenwärtiges“). Das Gegenwärtige ist eine Komposition aus Vergangenem. Ein Redux-Kompost-Mix aus Abgelegtem/Abgestrichenen/Abstrahierten. Dieser wird „Kontext“: Begriffe aus Gehirn, die Erfahrenes & Konklusiertes beinhalten. Solcher Kontext entsteht. Er wird analysiert rekapituliert. Es ist ein unendlicher prozess und am Ende steht : Bedeutung. Von Begriffs-Verwandtschaft. Subjektiv verstanden und doch an Realem orientiert. Und dort liegt sein Schlüssel : im Realen. Und in der Erfahrung die sinnlich sich verschlüsselt. Solche Verschlüsselungen sind aufzurufen und zu rekapitulieren konstituieren : und genau das tut Malick. Das gebiert diesen Tree of Life. Er versucht sich rückzukonsultieren- & zu vergewissern: es ruft Ursprung herauf. Und denkt sich was dazu. Doch er versucht an die Quelle zurückzugelangen : und eine Neu-Interpretation; durch Neu- Zusammenstellung. Neu-Zusammenhang. Genau das ist denken : Herstellen von Verbindungen zwischen Beglaubigtem Verifizierten. Was könnte veritabler sein, als 'was wir alle als Eigenes wieder-erkennen? Da : hat sich Malick einiges an Mühe gegeben (und verdient), diese Definitionen – da wo sie noch Erfahrungen und zwar: allen gemeinsame, sind, zu belegen. Er geleitet uns sachte herüber bis zur Einladung dieses Tors. Bis dahin sagt er : sieh ich bin kein Idiot. Ich verstehe dich denn ich zeige dich Dir. Siehst du? Ich verstehe. Du kannst mir glauben, du kannst mir trauen. Habe ich bis jetzt gelogen? Hast du je von einem anderen so – über dich gehört? Kann wer das kann lügen? Warum? Sollte er ? Sollte ich? Was habe ich davon (nachweislich nichts außer 10 EUR Eintrittsgeld, das wäre ein wahrlich billig prostituierender Gott). Malick : bemüht- und das macht er gut (zweifle nicht), Vorstellungen des Universellen von Anbeginn der Zeit – zum Unterstützens-Beleg, wie das jede Teleologie seit Anbeginn der Zeit (d.i. des Menschengeschlechtes=> das sind einige schnöde zig-zehntausend Jahre),- her tut. Oder länger?
              Wie alt ist die Sinnsuche? Und darf man das, im Kino, heute, anfangs 21. Jhdt. , noch so tun? SO?
              Aber wie denn? Dann? Wenn?

              Es ist l e i c h t nachzuvollziehen, wer über solche Hürde derart scheute & nicht will.

              Aber es ist s c h w e r , ein Argument oder gar eine Argumentationskette hinzuzimmern, die, wenn solches zu verspüren, auf ein solches Tor : der Erlösung, die es wohl wäre, wenn nicht für Menschengeschlechte (undenkbar) jedoch Menschen,-
              ein HINWEISen geben sollten : eine Unterweisung, ein Wahr-Scheinlichen.
              Gelingt das Malick? -oder: Lubetzki? - in dessen letzterer Hand : lag es zumeist verantwortlich, Bilder mit Poesie zu füllen : denn nicht „Überlegungen“ (die wird höchstens in „Auswahl“ präsent) überzeugen, sondern „Inhalte“. Sind Lubetzkis Bilder mit existenziellem Inhalt gefüllt? Und der Zusammenstellungs-Schnitt? Wird hinter der Impression ein Zusammenhang konstruiert & verplausibilisiert?

              Demjenigen, der dieses Zusammenhanges selber schon innig ist : vermutlich ein genugtuendes entseufzendes JA. Denen, die dort nicht/sicher („>Idiocracy<“) sind, vermutlich ein vehementes protest'es Nein. Muss man entscheiden? („Alles zu seiner Zeit“)? Muss nicht: man muss (und das ist das einzige Muss) derweil HINSEHEN und DENKEN und PRÜFEN. Man muss die Dinge beglaubigen: das ist erkennen wollen (unmöglich das zu trennen), was man „sieht“. Bereits Sehen ist eine gehirn-dressierte „gelernte“ Komposition. „Denken“ genauso : und „Wollen“ erst!

              Sind es, was man sieht, nur Dinge, oder sind es Bedeutungen? Kann Denken=>Abstraktionen neu verbinden = ausreichen? Oder muss >Fühlen< hinzukommen? Fühlen sich die Dinge wahrer an, die Lubetzki >filmt< bebildert „sieht“, und aus seiner=> in unsere Erinnerung zurückversetzende Erst-Erfahrung, re-kapituliert? Sind sie nur sicht- oder wären sie auch genießbar? Scheinen sie mehr als so etwas Vorgehaltenes? Leuchten sie? Kommt folgend nach <Sehen< Fühlen< ...noch <bedeuten< (an)“erkennen“? - Wie freiwillig ist das! Sogar : der Gipfel der Freiwilligkeit!

              Diejenigen, die solchen Film aufgrund der Implikationen NICHT Mögen mögen, sollten jedoch – aus Gründen der Gerechtigkeit- sich fragen : ist der Film >lächerlich<? Mittelhandwerklich ungekonnt? „Auch Goebbels war ein geschickter ver-Führer“? Hat man Kindheit sonst schon so gesehen? In >Boyhood< etwa? Ist der Todeswunsch des Jugendlichen am Wagenheber für seinen drangsalierenden Vater unverständlich? Sein Neid und seine Eifersucht, seine lernende Rivalität (als auf „Ersten“-Recht pochend) auf den Alles-unverdient-zufallenden sanften Bruder? Kann man die Ur-Mütterlich- Geborgenheit der so jungen Jessica Castain nicht einfühlen?

              Fühlt man nicht die unsicheren unlauteren verbrecherischen Versuchungen erster Sexualität? Den Himmel auf Erden? Ist der gnadeerweisende Dino nur eine lächerliche,- mißglückt interpre'tierte Metapher? >haben Tiere Seelen< (warum nicht?)? - sind manipulativ solche Naturaufnahmen (oder manche Farbfluid-)“Spielerei“? (Jedoch : gibt es diese Aufnahmen nicht „wirklich“? Woher? Was ist ihre Bedeutung? Haben sie eine? Kann/darf man sie zulässig ignorieren? Oder ist man dann ignorant?) - Ist der Bogen in >christlicher< Metaphorik endgültig überspannt,- wie sein Regisseur, der sich nie (auch in den Specials nicht) selbst größenwahnsinnig im Vorenthalt nie selbst zur Schau stellt/-verbirgt/-unsichtbar macht / wie sein größenwahnsinniger >Gott< ? Ist das alles nur – Mache?

              Das allein entscheidet : eigenes Bedürfnis. Und ist es so, wie Malick behauptet : wäre'ist das eine allerintimst-innigste Persönlich-Herausforderungsfrage, der sowieso kein Schweinedino nirgends – und auch kein unbezweifelbarer Mensch, kein Floh, kein im Daseinsstrom wogendes Gewächs – entkommt. Es ist die innerste Frage : von Allem – und Jedem - jederzeit. Was denkt das fühlt. Man möchte dort allein sein. T.M. verschafft sich Zudrang und Einlass. Hat er zu rücksichtslos unbescheidentlich grob gehandelt? Ist sein Ansatz, sein Versuch (man muss schon suchen, um ähnlich Imposantes die Posaunen vor Jericho zu finden, immer wieder fallen Namen wie auch >2001 Odyssee< …woher?) zu vermessen? zu romantisch? zu unsentimental-kitschig? Anspruch-verstrahlt? Unangemessen proportional, Können & Wollen? - Das : bleibt Jedem selbst überlassen, der ihn sieht & der sich seine eigene Meinung bilden will. Dieser Film ist konfrontiert mit der Geschichte : die vergangen ist, die es uns alles&alle um'gibt, und an die er anklopft. Meine Prognose /nein Feststellung ist : er ist durch solches Tor längst eingetreten. Er ist innerhalb der Meta-Psychologie des Menschen gelandet. Er ist bereits Teil ihrer verborgenen (wahren) Mem-Geschichte. Die, die ihn kritisieren : sollten sich bewusst sein, das Spätere Zeiten : bereits längst mitlesen. Mitgelesen haben : auch ihrs- was sie zu sagen hätten- gehabt haben. Es gibt ein Buch : Goethe und seine Zeitgenossen. Das ist Das, wo zitiert wird : 'Bei großen Erscheinungen (er sprach von sich) muss alles, was die Mitlebenden gegen Solchen vorzubringen hätten, eingebracht sein'. Dann kommt diverses Törichtes : was vorgebracht also war. Heute lesen wir dieses Vorgebrachte. Und unser Respekt /zumeist/ ist demjenigen zugeteilt, gegen den es vorgebracht war und wurde denen genommen+sie vermindernd abgespeckt, welche vorbrachten (Ludwig Börne, beispielsweise). Hätten s i e recht=> käme es nicht zu : Geschichts-Büchern. Glaubt jemand ernsthaft, Malick, nach, auch diesem Film /könnte solchem Pantheon entgehen? Ob er wollte oder nicht? Also, Krittelnde: seid euch bewusst : viel mehr Augen lesen euch entgegen, als ihr bereits ahnt. Achtet euren Ruf. Oder entehrt euch wenigstens nicht. Caude. Carpe Diem. Nur ein Rat, ein Abmessen. Aber jeder … entscheidet sich selbst. Die Summe macht 's. Aber... womöglich seid ihr in diesem Adams-Universum nicht unbeobachtet. Und wenn's nur die Geschichte wär.

              Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünschst:oder auch NICHT zu wünschen einzuwilligen wagst,- …
              es könnte sein, was du nicht:kriegst – sondern:bist.
              Du hast alle deine Zeit der Welt. Niemand zwingt dich; - außer Gewissen. „Alle Zeit“ : die DU noch hast /bist. Die Zeit ist eine angehaftete Bombe. Die Uhr tickt. Ihre Explosion: ist dein spätestens errechenbarer Tod. Bis dahin : bist du, was du bist; aber es hängt an dir. Ist doch schön.

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              • 8 .5

                Es ist mittlerweile mehr als zwei Jahre her, dass ich Malicks Arbeit von Baulands - Zerschossene Träume bis The New World durchgeschaut habe. Ich vermag mich nicht zu erinnern, ob Müdigkeit oder eine technische Behinderung dazu führte, dass ich aufhörte seine Filme zu sehen. Doch hatte ich alle Werke mindestens überdurchschnittlich bis sehr gut in Erinnerung. The Tree of Life schließlich setzt seiner mir bekannten Filmographie eine wohl verdiente Krone auf. Das Werk, das Malick nach Days of Heaven begann und erst Dekaden später realisieren konnte, macht sich die Zeit als Element der Erzählung ebenso selbstverständlich und visionär zu eigen wie einst Stanley Kubrick in 2001. Letzterer springt von der Zeit des Affen ins Jahr 2001, Malick springt aus den 50ern zum Urknall. Er erzählt von den Beginnen, er erzählt von Liebe und Macht, Glauben und Hass. Besonders beeindruckend - sicherlich neben der großartigen Arbeit von Emmanuel Lubezki und Douglas Trumbull der größte Faktor für die Wirkung des Films - ist die Schnittarbeit von Malick. Ganze fünf Cutter hat der Herr engagiert; The Tree of Life ist ein Dokument von Malicks Arbeitsprozess und -philosophie in der Postproduktion. Wie wild werden die ruhigen, sanften, poetischen Einstellungen aneinandergereiht. Aus dem Prinzip des unsichtbaren Schnitts des klassischen Erzählkinos wird ein Prinzip des omnipräsenten Schnitts. Jeder Schnitt reizt den Verstand des Zuschauers, Verbindungen herzustellen. Malick fordert den Zuschauer heraus und bringt ihn dazu, derart viele Verbindungen zu erstellen, dass die Seele sich vom Körper zu trennen scheint. Der Verstand arbeitet auf Hochtouren, der Körper entspannt ob der tranceartigen Kraft der Bilder, die zwischen den Schnitten zu sehen sind. Ein Film, der sich als belohnenden Kraftakt der visuellen Ruhe beweist.

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                  Dieser Film ist ein Garant für beispiellose Langeweile, und ohne vorzuspulen wird man ihn nicht ertragen können. Dialogarm und und mit vielen, langatmigen Doku Elementen, die wirklich schon jeder kennt.. Nein ,,, dieses Thema hätte man wesentlich unterhaltsamer umsetzen können.. Als Geräuschkulisse für den Mittagsschlaf mag er geeignet sein.. Wer sich mehr davon verspricht, wird sicher enttäuscht werden.

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                    Sternenkind68 13.02.2017, 08:23 Geändert 13.02.2017, 08:35

                    Was war denn das, bitte ?
                    Ich wusste ja, der Malick hat einen eigenwilligen Inszenierungsstil, von daher hatte ich ein gesundes Misstrauen.
                    In der ersten Hälfte erfahren wir, dass ein Ehepaar ( Brad Pitt, Jessica Chastain )einen Sohn verloren hat. Da es keine Dialoge gibt, muss der Zuschauer kräftig mitarbeiten und sich vieles denken.
                    Zwei Söhne haben sie noch, der Verstorbene war der Älteste.
                    Es gibt viele Rückblenden, viele schöne Bilder, die mich aber nicht glücklich machten, weil nichts passiert.
                    Ich sehe Vulkanausbrüche ( weshalb eigentlich ? ), einen blutroten Himmel, als stünde die Apokalypse unmittelbar bevor.
                    Der Zuschauer muss denken, er sei in eine Doku über die Evolution hineingeraten.
                    Sogar Dinos tauchen auf !
                    Jessica Chastain latscht durch einen Wald und guckt sich doofe Bäume an, und ich verstehe:
                    Sie ist auf der Suche nach Gott, hält Zwiegespräche mit ihm.
                    Wir sehen also Trauerarbeit, hören aber immer noch keine Dialoge, es gibt keine lineare Erzählstruktur, alles sehr verquast.
                    Terrence Malick eben, ich hatte es geahnt.
                    Sean Penn zu Beginn hat nicht viel mehr zu tun, als sich an seine Eltern und die Kindheit zu erinnern. Er ist einer der zwei übrig gebliebenen Kids.
                    Die zweite Hälfte wird besser, Brad Pitt darf reden, endlich. Wir erfahren etwas über seine Art der Erziehung. Die Jungs müssen ihren Vater mit Sir anreden, wie beim Militär. Daneben tollt er aber auch mit ihnen durch den Garten.
                    Die Musik ist Klassik. Brahms und Smetana, über Letzteren mit der Moldau habe ich mich am meisten gefreut.
                    Ansonsten sehr viel Langeweile, dann war der Film zu Ende, und ich dachte:
                    War´s das ?

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                    • 7 .5

                      TERRENCE MALICK...
                      Das steht für anders und nicht von der Stange!
                      Ja hier ist sicherlich vieles oder sagen wir so ziemlich alles anders.
                      Die Schöpfungsgeschichte...
                      Der Mensch erkämpft sich als Samen einen Platz im Mykrokosmos Erde.
                      Doch sind wir alle nur ein kleiner Teil vom großen Ganzen.
                      Was zwischen geboren werden und Sterben alles passiert, ist bei jeder Spezies eine andere Geschichte.
                      Die Frage nach dem warum bin ich, ist so alt wie die Menschheit selbst, nur gibt es dafür bis heute keine pauschale Antwort für uns.
                      Ich denke die Antwort auf diese Frage liegt in jedem selbst verborgen. Man muss sie nur finden.
                      Dies alles und noch viel viel mehr hat Terrence Malick versucht hier Bildlich zu veranschaulichen.
                      Dafür verziechtet er größtenteils auf Synchrone Handlungsstränge, stattdessen zieht er uns in einen Bilderrausch, der einen packt...Er untermalt das ganze mit verschiedenstartigen Klangbildern.

                      Wenn man mich fragt, ob dies gelungen ist? Dann würde ich sagen JAIN!
                      Malick's Bilderrausch ist sicherlich berauschend faszinierend, nur ist das auf die Dauer und phasenweise auf die längen gesehen, ein zu spiritueller Ansatz für mich persönlich.

                      Kubrick bleibt da einfach ein unerreichbares Universum!
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                      • 4 .5

                        Man kann sich darauf einlassen oder gleich sein lassen, aber wenn man sich darauf einlässt muss man es bis zum Ende durchziehen...ein sehr spezieller Film

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                        • Petr 11.01.2017, 20:11 Geändert 11.01.2017, 21:12

                          Ich habe mich über "The Tree of Life" nicht vorher informiert und wusste nur, dass es ein toll gespieltes und eingefangenes Familiendrama sein sollte.

                          Was ich dann aber sah, löste bei mir viele Emotionen von Verwunderung Enttäuschung, Ablehnung bis hin zu großer Begeisterung aus.

                          Muss das alles erstmal die nächsten Monate bündeln und eruieren, dann den Film ein zweites Mal sehen, um eine Bewertung abgeben zu können.

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                          • 6
                            leon.rth 19.12.2016, 17:28 Geändert 20.12.2016, 18:01

                            "Glücklich kann nur sein wer liebt. Wer nicht liebt, dessen Leben fliegt an ihm vorbei."

                            Ein topbesetztes Drama mit wunderschönen Bildern. Die Kameraarbeit ist grandios. Insgesamt konnte mich das Werk, jedoch nicht komplett fesseln.

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                            • 4 .5

                              Terrence Malick hatte schon immer einen Hang zum pretentiösen Kino. Mal kamen dabei wirklich herausragende Filme heraus (zB Der schmale Grat), manchal eben eher peinlich pretentiöse Zelluloidschändungen (zB The new World).
                              Tree of life ist da wohl irgendwo in der Mitte anzutreffen, denn im Kern steckt eine bewegende Geschichte, doch leider wird sie durch ein neues Level an selbstverliebtem Inszenierungswahn erdrückt, der dem geneigten Zuschauer eine Bedeutungsschwangerschaft vorgaukeln soll, welche nach einer gewissen Zeit fast schon parodistische Formen annimmt.
                              Weniger wäre manchmal eben doch mehr

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                              • 4 .5
                                RoboMaus 20.10.2016, 12:15 Geändert 24.10.2016, 16:44

                                "Es gibt zwei Wege durch's Leben zu gehen: die Natur oder die Gnade", wobei mit "Natur" die niederen Triebe des Menschen gemeint sind, schön von kirchenartigem Orgelgedudel unterlegt......

                                Mitnichten. Diese Option stellt sich niemandem, denn jeder Mensch geht natürlicherweise seinen Neigungen nach und folgt damit unweigerlich seiner genetisch-charakterlichen Grundausstattung. Malick erstellt nichts als eine pseudo-intellektuelle Prämisse, in deren Rahmen er seine zusammenhanglos wirkenden, aneinander geschnittenen Bilder und Handlungsfetzen stellt. Dazu murmelt Sean Penn: "Die Welt ist habgierig, und es wird immer schlimmer...". So ein Spruch kommt immer gut - schliesslich sind wir da alle einer Meinung. Habgier ist ja auch etwas ganz Neues in der menschlichen Geschichte....

                                Das Weltall, unendliche Weiten, sprudelnde Lava, tosende Wasserfälle, Quallen im Urmeer - nett anzusehen, aber was sollte dieses kitschige, erfundene Mitleid unter Dinosauriern? Eine versteckte Botschaft, dass schon Dinosaurier die besseren Menschen gewesen sein sollen? Dass wir uns bei denen noch eine Scheibe abschneiden können? Auch Schimpansen führen organisierten Krieg.

                                Floskeln & flusige Bilder durch die Hälfte des Films, dazu Smetanas 'Moldau' - hübsch, aber dürftig. Jede BBC-Naturdoku ist besser.

                                In der zweiten Hälfte, die sich inhaltlich höchst konsequent aus der ersten ergibt, widmet sich Malick der Entwicklung des gottesfürchtigen Brad Pitt und seiner Söhne, deren Selbstzweifel in erquickendem Geflüster vorgetragen sind: "Warum soll ich gut sein, wenn du es nicht bist?" Ja, es ist schon ein Kreuz mit diesem religiösen Eifer, eignet er sich doch ideal für langatmige, aber trotzdem bedeutungsschwanger wirkende, gekonnt zeitlupenartige Handlungsabläufe, gekrönt von einer gefühlt zehnmütigen Strandparty ohne Worte: ein Meisterstück nichtssagender Inszenierkunst.

                                ...und was lehrt uns das alles? Brad Pitt ist Brahms-Fan!
                                Wie schön ist es doch, vom Baum der Erkenntnis zu naschen ;-)

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                                  Selten fällt es mir so schwer, etwas zu einem Film zu schreiben, wie jetzt bei "The Tree of Life". Erst einmal muss ich die Eindrücke verdauen, meine Gedanken sortieren. Letztendlich begeistern mich Aronofsky (The Fountain, Noah) und Kubrick (2001) zwar mehr als Malick, aber nichtsdestotrotz ist auch "The Tree of Life" ein großer und einzigartiger Film, den man so schnell nicht vergessen wird.

                                  Das liegt natürlich zum Einen an den beeindruckenden Bildern über die Entstehung des Universums, der Erde, des Lebens sowie über den unweigerlichen Tod der Sonne und der Erde in ferner Zukunft, zum Anderen aber auch an dem intensiven Familiendrama, welches Malick hier präsentiert. Brad Pitt als autoritärer Familienvater und Jessica Chastain als liebende Mutter spielen wahrlich hervorragend. Auch die Kinderdarsteller können mehr als nur überzeugen, in Nebenrollen sieht man Sean Penn als erwachsenen Sohn Jack in einer Selbstfindungsphase und Fiona Shaw (Tante Petunia) als Großmutter.

                                  Meine größte Befürchtung war jene, dass sich Malick zu sehr in christlich-spirituellen Themen verheddert, aber dieser Fall trat zum Glück nicht ein. Selbstverständlich nimmt der Gottesglaube einen nicht geringen Teil der Handlung ein, allerdings ist er stets Ausdruck der Charaktere. Malick selbst stellt Gott als ein Konstrukt bzw. eine Metapher dar und lässt seine menschlichen Charaktere wie im echten Leben darauf reagieren, daran verzweifeln und scheitern. Die Antwort auf die Frage, wo, wer oder was Gott ist, überlässt er dem Zuschauer. Teilweise hatte ich das Gefühl, ihn in der alleswissenden Kamera bzw. dem Zuschauer selbst (also mir) zu finden. Als Zuschauer sieht und hört man alles, selbst zu den innersten Gedanken und Gefühlen hat man Zugang. Dies verbleibt jedoch auf dem Stand eines stummen Beobachters, denn so wie im realen Leben sind die Menschen auf sich allein gestellt und ihrem Schicksal ausgeliefert. Von Gott (falls es ihn wirklich geben sollte) ist keine Hilfe zu erwarten, genauso wenig wie vom Zuschauer.

                                  Darüberhinaus ist "The Tree of Life" eine Liebeserklärung an das Leben selbst, was Malick dadurch bewerktstelligt, dass er das Heranwachsen der Kinder von der Geburt an bis zu ihrer Pubertät auf Schritt und Tritt verfolgt. Mit Sicherheit wird jeder die ein oder andere Parallele zu seinem eigenen Leben in dem jeweiligen Alter ziehen können. So stark wie Malick hier die Wichtigkeit des menschlichen Lebens hervorhebt, verdeutlicht er gleichzeitig dessen Unbedeutsamkeit im Vergleich zur Existenz des Universums. Das Universum existierte schon lange vor den Menschen und wird es auch nach deren Ableben weiterhin tun. Am Baum des Lebens stellt die Menschheit nicht mehr und nicht weniger als ein im Wind wogendes Blatt dar. In gewisser Weise lebensspendend, aber ebenso entbehrlich und vergänglich.

                                  Nichtsdestotrotz muss sich "The Tree of Life" die Aufzählung einiger Schwächen gefallen lassen. Vor allem im ersten Abschnitt leidet der Filmgenuss an einem unausgegorenen Schnitt. Zu abrupt wirken die Szenenwechsel, der Zugang zu den Charakteren und der Geschichte wird dem Zuschauer somit etwas erschwert. Besonders schade ist dies für Emmanuel Lubezkis Kamerafahrten, da es so scheint, als hätte ihn Malick hier mehrmals ausgebremst. Im weiteren Verlauf kann er zum Glück sein volles Talent ausschöpfen. Obwohl mir Malicks Gedankengänge gut gefallen haben, gehen ihm manchmal trotzdem die Pferde durch. Keine Ahnung, was er sich z.B. bei der Gnadentat des Dinosauriers gedacht hat, aber das war mal ganz grober Unfug.

                                  "The Tree of Life" ist ohne Zweifel ein polarisierender und sperriger Film. Zuallererst sollte man sich auf dieses Werk und seine Thematik einlassen können, ansonsten braucht man es mit einer Sichtung gar nicht erst zu versuchen. Ich bin froh, dass mir der Film gefallen hat, werde ihn aber definitiv noch mehrmals anschauen müssen, um ihn vollständig verstehen zu können.

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                                    Open minded ist eine Grundvoraussetzung für THE TREE OF LIFE. Und der Pott Kaffee war auch Pflicht, denn die ersten 40 Minuten waren wirklich unglaublich hart. Was sich dann allerdings entwickelte, ließ mich etliche Stunden nach dem Abspann immer noch nicht los, ließ mich immer wieder innehalten und das Gesehene reflektieren.
                                    Am TREE OF LIFE hängen eine Menge Fragen, Eindrücke aber auch Gefühle über die eigenen Eltern, übers Eltern sein, über Zeit und Vergänglichkeit. Terence Malick konnte mich hier nicht so killen wie mit dem Meisterwerk THE THIN RED LINE, aber einen Film immer wieder zwischen 5,0 und 9,0 hin und her pendeln zu lassen ohne das der Faden reißt, ist auch schon eine Kunst für sich...

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                                      Flowrider 09.08.2016, 14:55 Geändert 21.08.2017, 14:33

                                      Es ist schwer zu bestreiten, dass die Naturaufnahmen von unnennbarer Schönheit sind, aber soetwas sucht man doch in einer Dokumentation und nicht in einem Spielfilm, egal ober nun künstlerisch anspruchsvoll sein will oder nicht. Filme können nunmal nicht zu neunzig Prozent aus Naturpanoramen, animierten Supernoven und eingeflüsterten Bibelzitaten bestehen.
                                      Insofern ist es mir ein gänzliches Rätsel, warum die Kritiker von Cannes THE TREE OF LIFE mit der Goldenen Palme preiskrönen, aber Filme wie (erst kürzlich) Ryan Goslings LOST RIVER oder Refns ONLY GOD FORGIVES als prätentiös verschimpfen.

                                      Fazit: Naives Kunstkino, das gerne mehr wäre, als es letztendlich ist.

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                                        Eine Aneinanderreihung von sekundenlangen Sequenzen, ganz schrecklich anzuschauen. Nach 20 Minuten hatte ich keine Lust mehr.

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                                        • 8 .5

                                          Unterwerfung, Hierarchie, Nahrungskette.
                                          Mikrokosmos, Kosmos, Universum.
                                          Die adrigen, durchleuchteten Blätter eines Baums, der strömende Fluss des Blutes durch unsere Venen.
                                          Liebe, Zweifel, Geburt und der Tod.
                                          Ein Spaziergang durch den Garten des Lebens, ein Herumtollen der Kinder im flachen Bach der verantwortungslosen Glückseligkeit.
                                          Wir alle waren Kinder, das Erzeugnis der Liebe zweier Menschen oder das extatische Eindringen und Vereinnahmen von Geschlechtsorganen.
                                          Metamorphose, Zellteilung.
                                          Der Samen, der Spross über Jahre herangewachsen zum aufzweigenden Baum, dessen Narben tiefer, auf ewig unvergessen bleiben, aber verheilt sind.
                                          Ein ausgebildetes Nervensystem, das uns die Möglichkeit zum Denken gibt.
                                          Ein unaufhörlicher, nie stehenden bleibender Fluss der Gedanken.
                                          Wasser, Wellen, vom Licht getriebene Quallen.
                                          Gehirnströme.
                                          Im Federbett in sinnlosen Träumen dahingleiten und wieder zurückkehren ins Diesseits der erfüllten und unerfüllten Sehnsüchte.
                                          Bruder und Schwester, Familie.
                                          Die Verzweigung der Natur.
                                          Unserer Natur.
                                          Fressen und gefressen werden.
                                          Das sich drehende Rad am hochgebockten Auto. Unsere Erfindung.
                                          Das sich bewegende Sonnensystem. Galaxien.
                                          Den Kuchen essen.
                                          Einen Baum pflanzen.
                                          "Wenn der Baum groß ist, bist du längst erwachsen."
                                          Regeln sind da um gebrochen zu werden.
                                          Im Himmel wohnt der liebe Gott?
                                          Vielleicht auch nicht.
                                          Sich das erste mal den Regeln widersetzen und abends in der Decke eingekuschelt phantastischen Geschichten der Mythologie lauschen, bis man eingeschlafen ist.
                                          Prägende Momente, Erziehung, das Entdecken der eigenen Verantwortung.
                                          Strenge, Talent, Lebensweisheiten.
                                          "Mach nicht den gleichen Fehler wie ich", schallte es aus dem Mund meines, wie sicher auch aus dem deines Vaters.
                                          Irgendwann, irgendwo.
                                          Was ist Zeit?
                                          Das erste mal verliebt sein, es wird bestimmt nicht das letzte mal gewesen sein.
                                          Den erblichen Fußabdruck hinterlassen in der verwehenden Wüste der Vergänglichkeit.
                                          Unser Dasein als einzige Beeinflussung durch unsere Umgebung.
                                          Leben, reich werden, jeder ist seines Glückes Schmied.
                                          Man darf nie sagen "kann ich nicht".
                                          Menschlicher Fortschritt sichtbar in den monumentalen Gebäuden unserer Zeit.
                                          Der Drang alles perfekt machen zu müssen und wenn nicht, dann mit den Konsequenzen rechnen zu müssen.
                                          "Wie sollen wir Sachen wissen, ohne sie auszuprobieren?"
                                          Die alles umgebende Pracht im Detailreichtum, die Schönheit der einfachen und komplexen Natur.
                                          Selbstzweifel, Vergebung, Gnade.
                                          Respekt, Angst, Tod.
                                          Die Probleme jedes Einzelnen, das Schicksal unserer Welt, die Bedeutungslosigkeit im Bezug zum gesamten Universum.
                                          "Glücklich kann nur sein, wer liebt."
                                          Konvergierende Erdplatten erschaffen Boden für neues Leben.
                                          Dein Körper verwest, deine Seele verpufft in der Unendlichkeit.
                                          Neue Triebe entwachsen aus den Überresten, die du hinterlassen hast.
                                          Ebbe und Flut.
                                          Ein dauernder Wechsel der Generationen.
                                          Wozu leben wir?
                                          Emotionen.
                                          Leben und Sterben, unüberwindbar.
                                          Unendlichkeit.
                                          Der Baum des Lebens.
                                          Unser Baum des Lebens.

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                                          • Terrence Malicks The Tree Of Life ist ein Film von gewaltigen Ambitionen und tiefer Menschlichkeit. Nicht weniger als das Abbild aller Existenz durch das Prima einer überschaubaren Zahl menschlichen Lebens: Der O'Brien Familie. Mir fällt nur ein einziger Film ein, der einen ähnlichen Anspruch hat und das ist 2001 - doch dem geht das Humanistische von Malicks Film ab. Malick ist der letzte Überlebende der New Hollywood Generation, dem immer noch und immer wieder solch ein Meisterwerk zuzutrauen ist! Ich kann mich kaum erinnern, wann mich ein Film zuletzt so berührt hat und so viel mit meinem eigenen Leben zu tun hatte. Fast kommt es mir so vor, als ob die Männer in The Tree Of Life ich selbst sind. Hätte ich die Begabung Malicks und müsste einen autobiographischen Film drehen, er würde wohl so aussehen. Wir erleben die Kindheit in einer kleinen Stadt, wo das Leben einfach so fliesst. Ein Vater tritt auf, der Disziplin predigt und eine Mutter, die für Vergebung eintritt. Wir befinden uns auf einer Insel des Müssigangs und nur in dieser Umgebung stellen sich die Fragen nach dem Sinn des Lebens (denn dafür braucht es Zeit). Die drei Jungs der O'Brien Familie sind von der Sonne gebräunt und leicht zerkratzt vom Spielen. Die flüchtigen Eindrücke, die sie von den Geheimnissen der Erwachsenen bekommen, stören sie und erhöhen den Wunsch, selbst möglichst schnell ewachsen zu werden. Ich selbst wuchs auf im Vorort von West-Berlin, dort wo die Mütter aus dem Küchenfenster nach den Kindern sahen und gegen sechs alle rein mussten zum Abendessen. Die Türen der Häuser standen offen und wir fühlten uns beschützt - ich denke von der Unschuld, die so eine Umgebung ausstrahlt. Malick erhielt hier die kongeniale Unterstützung von seinem Produktions Designer Jack Fisk, der die Bilder dieser Kleinstadt Idylle (es muss im mittleren Westen sein) schuf. Wie in seinen letzten Filmen kommt Malick ohne einen offensichtlichen Plot aus. Er zeigt, wie die Sommertage aufeinanderfolgen und lässt seine Figuren dazu monologisieren. Tatsächlich sind es weniger die Gespräche zwischen den Charakteren, als vielmehr die Selbstgespräche, die The Tree Of Life ausmachen. Wir sehen dem täglichen Leben zu. Inspiriert wohl durch Malicks eigene Erinnerungen aus seiner Heimatstadt in Texas wird das Geschehen begrenzt durch 1.) Raum und Zeit und 2.) Spiritualität. Malick führt dazu atemberaubende Bilder vor von der Entstehung und Ausbreitung des Universums, dem ersten Leben und der Evolution. Er landet im Hier und Jetzt - bei uns allen. Durch den Urknall wurden wir erschaffen und heute sind wir - du und ich eben. Aber was folgt danach? Zu beginn werden die Wörter "Nature" und "Grace" geflüstert. Wir erleben, wie die Natur das Leben schenkt und wieder nimmt. Einer der O'Brien Brüder stirbt. Wir können auch der Zeit zusehen: Aus dem jungen Jack O'Brien (Hunter McCracken) wird schliesslich ein Mann mittleren Alters (Sean Penn). Und dann? Ich denke, der Film verspricht ein Nachleben, ein Afterlife. In einer einsamen Landschaft grüssen sich die Menschen feierlich. Ich glaube, dass hier Einklang und absolutes Verständnis herrschen. Manchmal konnte man lesen, dass Mr. O'Brien (Brad Pitt mit Kurzhaarschnitt) eine Figur ist, die zu einseitig als eine Art Dompteuer gesehen wird. Es scheint ihn einzig die Disziplin zu interessieren. Für mich tut er einfach nur das, was er für richtig hält. Mrs. O'Brien (Jessica Chastain, die so ätherisch wirkt) ist verständnisvoller und liebenswürdiger. Sicher, wir sehen eine Familie der 50er Jahre und es ist nichts Ungewöhnliches, dass ein Kind am Essenstisch mal eine reinbekommt. Immerhin entschuldigt sich Mr. O'Brien bei seinem Sohn Jack: "I was a little hard on you sometimes". Der antwortet nur: "It's your house". Jack verteidigt seinen Vater sich selbst gegenüber. So wird man erwachsen. Das alles wirkt in Malicks Film wie ein kurzes Blitzlich des Lebens innerhalb der ewigen Bereiche des Raumes und der Zeit vorgeführt. (Dazu gibts unsere Film List "Mystik" auf cinegeek.de

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                                              Ich sah mich dann - da ich schon begann unter Krämpfen zu leiden - dazu gezwungen abzuschalten.

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                                                Nach 40 Minuten habe ich auf Pause gedrückt. Meine Freundin und ich haben kurz überlegt und diskutiert was das ganz soll? Sie wollte eher was anderes sehen... ich meinte,.. "Neeeeiin... jetzt wird es dann bestimmt losgehen. Die ganze Zeit nur irgendwelche Naturaufnahmen... jetzt fängt der Film bestimmt gleich an."
                                                Naja und als der Film dann zu Ende war, haben wir beide mal ordentlich gelacht. Also, gelacht haben wir während dem Film auch. Eben wegen den ganzen sinnlosen Aufnahmen. Aber nach dem Film... so richtig gelacht. Da wurde der Filmfan mal so richtig verarscht :D
                                                Also, ich mag ja eigentlich Naturdokus. Ich mag auch anspruchsvolle Filme.. aber echt jetzt... der hier?!?
                                                Falls ich mal Sean Penn oder Brad Pitt über den Weg laufen sollte, verlange ich von beiden eine Entschuldigung :D

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                                                  Nach einer erneuten Sichtung von Malick's "The Tree Of Life", dachte ich mir, ich lese mein Kommentar durch, welches ich vor zirka einem Jahr geschrieben habe und habe gesehen das ich einige MP-User beleidigt und dadurch negatives Feedback zurückbekommen habe! In diesem Sinne entschuldige Ich mich für mein damaliges Kommentar! Dadurch habe ich mich entschlossen, mein Kommentar von Grund auf neu zu schreiben!

                                                  Wie oben schon geschrieben, habe ich mir "The Tree Of Life" wiedereinmal angesehen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass er nicht nur 10 Punkte Wert ist, nein, er zählt von nun an zu meinen Lieblingsfilmen! Warum das so ist, erkläre ich kurz:

                                                  Was uns Terrence Malick hier bietet ist kein Film, sondern ein meisterliches Kunstwerk! Es ist ein Genuss, eine Offenbarung, diesen Film zu sehen! Weil einfach alles stimmt! Die traumhafte Musik, die schauspielerische Leistung, die unglaublichen Zitate und die meisterhafte Kamera!

                                                  Es ist ein Kunstwerk, dass Menschen den Sinn des Lebens zeigt! Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne!

                                                  Fazit: Nicht nur mein längstes Kommentar, dass ich hier je geschrieben habe, sondern auch mein intensivstes, weil es einfach ein unglaubliches Kunstwerk von Film ist, dass sich mindestens eine Sichtung verdient hat!

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