The Wailing - Die Besessenen - Kritik

Goksung / AT: The Wailing; The Strangers; Gokseong

KR · 2016 · Laufzeit 156 Minuten · FSK 16 · Thriller · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Eine unheimliche Spurensuche über fast drei Stunden, die atemlos und mit widerspenstigem Humor inszeniert ist, letztlich über die gesamte Dauer unberechenbar bleibt. [Dennis Vetter]

    1
    • 8 .5
      Edward Nigma: CinemaForever 13.10.2017, 13:27 Geändert 13.10.2017, 19:07

      [...] Dem Wahnsinn der Handlung angemessen ist dabei stets die Soundkulisse des Films: Düster brummt und dröhnt es aus den Boxen, steigert sich zunehmend und entlädt sich mit ganzer Wucht in einer ekstatischen Exorzismus-Sequenz - ein vorgeschobenes Finale. Albtraumhaft vereinen sich hier Trommelgeräusche, markerschütternde Schreie und gesprochene Beschwörungsrituale zu einer beklemmenden Klangcollage, die im Zusammenspiel mit der rauschhaften Inszenierung der Dämonenaustreibung einen hypnotischen Sog entfaltet, an dessen Ende der Zuschauer ebenso ausgelaugt und erschöpft ist, wie die Protagonisten, die der Zeremonie beigewohnt haben. The Wailing wird hier zu einem körperlichen Belastungstest, der am besten im Kino genossen werden sollte. [...]

      4
      • 6 .5

        Dass Überraschungen noch immer möglich sind, beweist auch der Südkoreaner Na Hong-jin (The Yellow Sea, The Chaser), der mit The Wailing - Die Besessenen eine bizarre, eigenwillige, streckenweise packende und lustvoll ausufernde Schauermär vorlegt. [Christopher Diekhaus]

        • 7

          In dieser Geschichte, so deutet es die Verortung an, steckt ein Funke Wahrheit. Das ist ein wichtiges Element der filmischen Vergegenwärtigung und eine kluge Entscheidung des Regisseurs, die in der Synchronisation aber kaum adäquat wiedergegeben wird. [Jennifer Borrmann]

          • 8 .5

            Auf einzigartig organische Weise verschmelzen Horror, Mystery und Thriller und erzeugen einen massiven Suspense-Effekt. Bei 156 Minuten Laufzeit ist das eine Meisterleistung [...]. [Johannes Bluth]

            1
            • 8

              Na Hong-jin vereint mit seinem dritten Film Genre-Motive mit Paranoia, Fanatismus und Subtexten der koreanischen Geschichte zu einem epischen Horror-Thriller und beweist, dass er auch weiterhin zu den faszinierendsten Genre-Regisseuren Südkoreas zählt. [Karsten Munt]

              • 8

                Gerüchte und Spekulationen sind in Na Hong-jins Genregrenzen sprengendem Polizeifilm ebenso tödlich wie Messer und Pistolen. Die dritte Regiearbeit des südkoreanischen Filmemachers gleicht einer emotionalen Achterbahnfahrt. Lachen und Entsetzen liegen in diesem berauschenden und doch verstörenden Kinoalptraum ganz nah beieinander. [Sascha Westphal]

                1
                • 8

                  [...] Für manche Zuschauer dürfte The Wailing durchaus zu einer Geduldsprobe verkommen, erzählt er seine Geschichte doch keinesfalls pointiert und direkt, sondern schweift immer wieder ab um sich in atmosphärischer Tristesse dem Leid und der Verwirrung seiner Figuren zu widmen. Dabei reichert der Film seine Erzählung früh mit religiöser Symbolik an, die sich größtenteils jedoch erst nach dem Ende erschließt und zuvor reichlich nebulös zur allgemeinen Verunsicherung beiträgt. Über weite Strecken ist man der Hauptfigur gleich im schieren Wahnsinn der Situation gefangen ohne dabei einen wirklichen Ausweg zu erkennen und so gilt es fröhlich im Dunkeln zu tappen, bis man irgendwann das Licht am Horizont erblickt. [...] Selbst wenn man die ohnehin grundverschiedenen Sehgewohnheiten außenvorlässt, ist The Wailing immer noch ein sehr eigensinniger und andersartiger Film. Als düsteres Potpourri bedient er zahlreiche Elemente des Dramas, sowie des Horror-, Mystery- und Thrillergenres, gibt sich jedoch nicht mit den typischen Mustern zufrieden, sondern denkt viele Aspekte auf interessante Weiße um. Lange tappt man als Zuschauer ebenso wie der tollpatschige Protagonist im Dunkeln, ehe sich gegen Ende alle Fäden vereinen und die bisherigen Geschehnissen in einem anderen Licht beleuchtet werden. Erst dann offenbart The Wailing seine inhaltliche Raffinesse, ebenso wie einen Bezug zu weltlichen Geschehnissen, was ihm final noch eine deutlich stärkere Tragkraft verleiht. [...]

                  10
                  • 9

                    "The Wailing zieht seine Spannung vor allem aus dem, was Figuren und Zuschauer nicht wissen. Durch die ständige Unsicherheit, welchem Gerücht und vermeintlich gut gemeintem Ratschlag man nun Glauben schenken darf, braut sich im Dorf ein giftiges Klima zusammen, in dem ein Vorurteil schnell bestätigt und ein Verdacht schnell ausgesprochen ist." [Michael Kienzl]

                    2