Spuren - Kritik

Tracks

AU · 2013 · Laufzeit 110 Minuten · FSK 6 · Abenteuerfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 7

    [...] Wie es die Natur der Sache mit sich bringt, lässt Curran die Bilder seiner Kamerafrau Mandy Walker in gemütlichem Fluss die Finger nach den Zuschauern ausstrecken, um sie langsam in ihre von Aufbruchsgeist beflügelte Welt aus Staub, Sand und Hitze hinein zu ziehen, an Mia Wasikowskas Seite die Glut unter den Fußsohlen spüren zu lassen, sich in der endlosen Wüste zu verlieren. Funktioniert. Die Bilder wirken, der träumerische Soundtrack untermalt stimmungsvoll die emotionale Richtung und besonders der herausragende Schnitt von Alexandre De Franceschi gibt dem sandigen “Road”trip in stillen wie auch belebten Momenten einen besonderen Rhythmus, schafft Struktur und assistiert den für sich mächtigen Bildern, bei der Erfüllung ihrer Mission. [...]

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    • 8 .5

      [...] Bei 'Tracks', zu Deutsch 'Spuren', handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen, auf ihren eigenen Erfahrungen basierenden Romans von Robyn Davidson, die mit kaum Mitte 20 den wagemutigen Entschluss fasst, die Wüste Australiens durchqueren zu wollen, auf der 1.700 Meilen langen Reise lediglich begleitet von vier Kamelen und ihrem Hund. Inspiriert von den Fotografien von Rick Smolan, der die echte Robyn Davidson für National Geographic und ausgehend von den im Buch geschilderten Erlebnissen hat sich nun Regisseur John Curran daran begeben, diese Reise filmisch zu adaptieren und trifft dabei genau den richtigen Ton. Nicht nur, dass sich die nicht mehr unbekannte, aber doch sicherlich noch nicht zu Weltruhm gelangte Mia Wasikowska hier als introvertierte, teils misanthropisch scheinende Robyn für weitere Charakterrollen empfiehlt, trägt sie den knapp zweistündigen Film mit Charme und Stärke spielend im Alleingang, dass selbst die Faszination des australischen Outbacks dahinter zurückstehen muss, nein, es gelingt Curran ebenso, die Landschaft und die sie begleitenden Tiere ebenfalls als Darsteller zu etablieren, die nicht von ungefähr zur Faszination des Films beitragen und den spleenigen Fotografen, dargestellt von Adam Driver, zunächst wie einen überflüssigen Fremdkörper wirken lassen. [...]

      • 4

        [...] Gerade zu Beginn macht Regisseur John Curran klar, dass Robyn eine Misanthropin ist: Alle Menschen, denen sie begegnet, sind schier grotesk inszeniert. In Robyns Augen sind die "Freunde", die spontan zur Abschiedsfeier eintrudeln, lästige Störer. Als die künftige "camel lady" sie in ihr Haus hineinbittet und sich dann umdreht, entgleist ihr das Gesicht von einem höflichen Lächeln zu einer Grimasse der Verachtung (vielleicht Mia Wasikowskas großartigster Moment in diesem Film).

        Rick, der Fotograf des Magazins, der ihren Trip finanziert, ist das Sahnehäubchen: eine Karikatur des tollpatschigen und aufdringlichen Dorks. Immer wieder wird er Robyns Reiseroute stören, und immer wieder wird Curran dies als Klamauk der Peinlichkeit inszenieren. Es ist schon faszinierend, wie sehr SPUREN in der ersten Hälfte fast komplett aus der Sicht Robyns erzählt wird. Das geht so weit, dass sie mittels Tiefenunschärfe stets in den Mittelpunkt gerückt wird und die Wüste so zum diffusen Dekor verblasst. Tolle Panoramen gibt es zunächst aus diesem Grund keine.

        Um dieses sperrige Portrait einer Misanthropin bis zum bitteren Ende durchzuexerzieren, hätte es aber wahrlich viel Mut gebraucht. Doch irgendwann läuft SPUREN eben doch auf das hinaus, was zu befürchten war: nämlich auf einen esoterischen Trip im Kitschmodus, bei dem am Ende alle etwas "Wertvolles" gelernt haben. [...]

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        • 6

          [...] „Spuren“ krankt daran, dass er sich den Ausmaßen der Reise in ihrer innerseelischen Überwältigung nicht vollends bewusst gewesen scheint – oder nicht imstande dazu war, diese konsequent umzusetzen. Die Freilegung der Geistes im Kontext der Rückbesinnung des Verhältnisses 'Mensch und Natur' jedenfalls wird gar stiefmütterlich behandelt. Dass soll nun aber nicht bedeuten, „Spuren“ wäre ein respektloser und durchsichtiger Film, er tritt nur nicht in der Größe auf, als dass er die Selbsterfahrung der Robyn Davidson adäquat vermittelt. [...] „Spuren“ wähnt sich in einer malerischen Elegie, die immerhin Andeutung dahingehend einleitet, die Wüste auch als transzendente Erfahrung zu definieren. [...]

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          • 7 .5

            Man mag von der Person Robyn Davidson halten, was man will. Ob verrückt, verschroben oder weltfremd – ihre Taten sind in jedem Fall mutig und verdienen eine gewisse Huldigung. Mit gerade mal 27 Jahren in glühender Hitze durch das australische Outback zu marschieren ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Dabei ist klar: Diese Reise findet nicht nur auf der Karte statt, sondern auch in Robyn selbst. Je weiter sie kommt, desto besser versteht sie sich selbst. Zwischen Selbstzweifeln, Stolz und dem Gefühl, vor Menschen fliehen zu müssen, entfaltet sich unter dem sternenklaren Nachthimmel Australiens eine Tour de Force, die Regisseur John Curran in einfühlsamen Bildern darlegt. Zusammen mit Kamerafrau Mandy Walker fängt er die spröde Schönheit Australiens perfekt ein. Wie Robyn mit ihren Kamelen durch sengende Hitze marschiert, die Wasservorräte knapp werden und sie sich völlig alleine doch nach Unterhaltung sehnt, entwickeln sich faszinierende Szenen. An Originalschauplätzen gedreht, schlägt sich der Aufwand sofort in der Qualität von „Spuren“ nieder. Auf der großen Leinwand wirken Schauplätze der Marke Uluru natürlich noch imposanter und erschaffen eine gewisse Ehrfurcht vor dem beeindruckenden Naturschauspiel, das sich dem Zuschauer bietet. Für die einen dürfte „Spuren“ in seiner Bildgewalt absolut faszinierend wirken, für die Anderen eher erschreckend. Schließlich ist Robyns Reise – obwohl finanziert – hochgefährlich. Da hilft auch nicht die Schönheit des wenig besiedelten Kontinent.
            „Spuren“ kann sich zudem auf seine talentierte Hauptdarstellerin verlassen. Mit Mia Wasikowska hat Regisseur John Curran einen heranwachsenden Star an der Hand, der ihm dankbar jede Facette des Charakters Robyn Davidson entschlüsselt. Wasikowska ist einfach unheimlich stark in ihrer Rolle und sorgt dafür, dass der Zuschauer auch in etwas langwierigeren Passagen des Films am Ball bleibt. Ihre Performance hier dürfte zum Besten in ihrer noch jungen Karriere zählen, was aber nicht verwundert. Schließlich dürfte sich so ziemlich jede Darstellerin Hollywoods solch eine Rolle in ihren Träumen wünschen. Da verwundert es nicht, dass in den 90ern beispielsweise Julia Roberts und Nicole Kidman für eine mögliche Verfilmung in Frage kamen. Gut, dass nun Wasikowska zusammen mit Adam Driver als Fotograf Smolan die Kamele führen darf. Wie das Publikum im Abspann auch sehen wird, sind sie allein optisch schon die perfekte Wahl.

            „Spuren“ ist ein etwas sperriges Stück Film geworden. Allerdings passt das völlig zu seinem Hauptcharakter, der große Strapazen auf sich nimmt um zum einen der Welt zu entfliehen und sich selbst ein wenig näher zu kommen. Für Fans Australiens ein unbedingtes Muss und für solche, die es werden wollen unbedingt. Denn am Ende versteht auch der Zuschauer Robyn Davidson ein wenig besser und kann ihren Willen, sich von der Gesellschaft für einen kurzen Moment loszureißen, verstehen. Es gibt nur dich, den Boden auf dem du stehst und den Sternenhimmel. Allein im Universum. Wie beängstigend und gleichsam gewaltig muss sich das nur anfühlen?

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            • 6

              [...] Wie aber kann man so eine Erfahrung adäquat umsetzen? John Curran hadert offensichtlich mit dieser Problematik, obwohl er doch versucht, mit elegischen Kameraeinstellungen und eindeckender Musikuntermalung eine Atmosphäre herzustellen, welche der Landschaft und deren Eindrücken auf den Seelenzustand Robyns gerecht wird. Die volle, angestrebte Wirkung kann sich aber nicht entfalten, da er sich zu sehr an das Konzept einer Dramaturgie hängt und daher ihre Reise in mehreren streng-zusammengefassten Stichpunkten voranbringen muss. [...]

              Da schneidet er alles teilweise so kurz zusammen, dass sich erst keinerlei Atmosphäre aufbauen kann, nur der Versuch einer Abfilmung eben dieser. Erst im letzten Drittel, sobald sie wirklich fast nur noch einsam umherwandert, eröffnet er ihr die Pforte zur nackt-seelischen Einnahme der Sorgen-auspressenden Unendlichkeit. Dies macht narrativ durchaus Sinn, unterminiert aber die tatsächliche Größe ihres Trecks und auch die der australischen, hypnotischen Natur. [...]

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              • 6

                Tracks ist ein sonnendurchfluteter Bilderbuchfilm für Australien-Fans. Eine starke Tour-de Force-Leistung von Mia Wasikowska - mit erstaunlich wenig Kängurus.

                • 6 .5

                  Im Grunde schultert Wasikowska den Film jedoch ganz allein als mutige, zielstrebige, dickköpfige Abenteuererin, deren Persönlichkeit leider nicht wirklich tief ausgeleuchtet wird. Als Porträt Davidsons greift Spuren daher zu kurz und ist dabei längst nicht so außergewöhnlich wie der Wüstentrip, von dem er erzählt.

                  • 9

                    Die von Mia Wasikowska als ebenso anziehend willensstark wie irritierend eigenbrötlerisch dargestellte Heldin ist eine so ungewöhnliche Frauenfigur, dass sie den Film mühelos trägt. Äußerlich bewundernswert geradlinig und zielstrebig, offenbaren sich in Wasikowskas zurückgenommenem Spiel immer mehr die inneren Brüche der Figur [...].

                    • 8 .5

                      Ein Abenteuertrip als Überlebensgeschichte und Selbstfindungsodyssee: Seine ungeheure Kraft bezieht Spuren aus der Spannung zwischen dem atemberaubenden Schauplatz und einem einzelnen Menschen, der sich zugleich harmonisch einfügt und erbarmungslos ausgeliefert ist.

                      • 9

                        Spuren bringt alles zusammen, was einen guten Film aus macht. Er berührt die Seele, aber vermeidet jeden Kitsch. Das liegt auch an der herausragenden Mia Wasikowska, die als Robyn eine unglaubliche Reise antritt.

                        • 9

                          Ein faszinierendes Thema und ein faszinierender Film! [...] Für die einen Sehnsuchts-, für die anderen Schreckensbilder! Das Abenteuer einer jungen Frau, die mit Mut und Entschlossenheit etwas vollbringt, das sich die meisten nie trauen würden.

                          • 6 .5

                            Man darf die junge Frau [Robyn Davidson] für sonderbar halten, für verschlossen und mürrisch. Doch Regisseur John Curran reiht leise und laute Momente so geschickt aneinander, dass das Publikum bald sehr gut versteht, was sie meint.

                            • 7

                              Spuren funktioniert vor allem als Porträt einer jungen Frau, die gleichzeitig zurückhaltend schüchtern und sehr willensstark ist. Mia Wasikowska ist für diese Rolle wie geschaffen.

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