Versailles - Kritik

Versailles

FR · 2008 · Laufzeit 114 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 7 .5

    "Versailles" ist anders, irgendwie unnahbar und unerbittlich, originell, traurig, schön und eindringlich. Guillaume Depardieu, der ich weiß nicht wie viele Wochen nach diesem Film verstarb, bietet dem Zuschauer eine Darstellung sondergleichen, und selbst wenn dieses Kind riesengroße Augen hat und ein bisschen zu niedlich von unten her mit seinen Welpenaugen in die Kamera lunst, es spielt. Auf erschreckende Art und Weise. Gut. Besonders gelungen ist die Szene im Schloss, wer den Film gesehen hat weiß wovon ich spreche. Alles in allem sehr sehr sehenswert, aber NUR im französischen Original mit Untertiteln.

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    • 8

      In seinem Regiedebüt "Versailles" nimmt Pierre Schoeller, der auch das Drehbuch zum Film schrieb, Randgestalten in den Fokus und lässt das titelgebende Prunkschloss, das von der Willkürherrschaft und den Klassenunterschieden vergangener Zeiten zeugt, unscharf im Hintergrund erscheinen. Oder er zeigt es fragmentiert, als Teil einer riesigen Freitreppe. Oder er lässt es von einem kostümierten Wächter vertreten, der einem kleinen Buben die Hand reicht. Das Schloss, der Ort, wirkt wie die entfernte Ahnung eines Bezugsrahmens und erhält durch diese Art der Darstellung ideologische Funktion. (...) Damien ist eine der letzten Rollen Guillaume Depardieus, der im Oktober 2008 im Alter von 37 Jahren starb. Und wie in einem Akt der ultimativen Selbstpreisgabe konfrontiert Depardieu, das riesige verzweifelte Vieh, das Zeit seines Lebens um sich schlug, die Zuschauer/innen einmal noch mit seiner zerstörten Physis und rechnet ein für alle Mal ab mit der Welt. Um dann endgültig zu verschwinden; um in den Wäldern zu heulen und der Verirrten zu harren.

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      • 7

        Pierre Schoellers Kinodebüt, zu dem er auch das Drehbuch verfasste, lebt vor allem von der erstaunlichen und sehr für sich einnehmenden Darstellung des jungen Max Baisette de Malglaive in der Rolle des Enzo. [...] "Versailles" ist ein kleiner, feiner, in sich geschlossener Film. Ein Lebensdrama, das einerseits vor einem allgemeingültigen Hintergrund ein sozialkritisches Bild zeichnet, andererseits eine kleine private Geschichte erzählt, die ob ihrer leisen, stillen Töne und der behutsamen und einfühlsamen Art sehr berührt. Anfangs dauert es, bis die Geschichte zu greifen beginnt, einige Wald-Sequenzen wirken etwas langatmig. Doch mit der zunehmenden Entwicklung zwischen Damien und Enzo gewinnt "Versailles" auch an innerer Spannung.

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