Victoria & Abdul - Kritik

Victoria and Abdul

GB/US · 2017 · Laufzeit 112 Minuten · FSK 6 · Drama · Kinostart
Du
  • Der Film beruht auf den Tagebüchern von Abdul Karim (gestorben 1909 in Agra), die 2010 entdeckt wurden. Er zeigt ein Stück europäischer Islamisierung und den Widerstand dagegen. Der Bezug zu Gegenwartsproblemen (Wie untersucht ein Arzt eine Muslimin mit Burka? Welche spirituellen Impulse bringt der Islam in eine weltanschaulich verknöcherte Gesellschaft? Ist das Lügen und Buckeln Voraussetzung zum Hinaufsteigen auf der Karriereleiter?) ist offensichtlich.

    • 10

      Ich fand den Film sehr gut. Er versteht es gekonnt den britischen Adel und das Königshaus auf humoristische Art zu kritisieren ohne zu sehr den Zeigefinger zu zeigen. Großartig ist die Dinnerszene zu Anfang die sehr gekonnt umgesetzt ist. Und solche Seitenhiebe auf den Adel und die Monarchie gibt es im Film sehr viele.
      Die Schauspieler liefern alle eine gute Arbeit ab. Judi Dench als Victoria ist sehr überzeugend. Sie spielt Victoria welche in ihrem hohen Alter das ganze Hofzeremoniell und die Einsamkeit im Palast so satt hatt mit viel hingabe und Geschick. Man bekommt Mitleid mit der Königin und bekommt einen Eindruck davon wie dass leben am hofe sein muss. Auch Ali Fazal als Abdul karim spielt sehr gut. Er ist sehr sympatisch und neugierig, aber auch etwas naiv. Auch die anderen Darsteller sind sehr überzeugend. Eddie Izzard als Prince of Wales ist in seiner Rolle perfekt und auch Michael Gambon als lord Salisbury macht einen guten job. Beeindruckend finde ich auch wie es der Film schafft leise aber direkt den Islam aber auch die westliche Welt zu der zeit zu kritisieren. Die Kritik am islam in Form der komplett Verschleierung von Abduls Frauen und die komplette Bevormundung durch ihn. Bei der westlichen Welt in Form des herabsehens auf die Völker anderer Kulturen und die nicht Akzeptanz von menschen anderer Nationen oder anderer Bräuche. Bestes Beispiel ist die verbrennung von allem was an Abdul oder das was er victoria beigebracht hatt am Ende nach dem Tod der königin.

      Insgesamt ein sehr guter film den ich persönlich zu den besten des Jahres zählen würde. Witzig, ernst, melancholisch , tragisch und aufwendig in Szene gesetzt.

      • 8

        Schöner Film, Judi Dench mal wieder großartig, Stephen Frears Filme nie schlecht.
        Mal wieder geht es um die britische Kolonialherrschaft in Indien. Finde ich gut, dass die Briten endlich im Kino ihre brutale Kolonialherrschaft aufarbeiten.

        • 7

          Kurzweilige Tragikkomödie mit spärlicher Handlung, die unnötig konsequent auf sehr wenige Aspekte verengt wird, aber von einer blendend aufgelegten Judi Dench und einigen sehr passend besetzten Nebendarstellern lebt. Allein schon die immer wieder lang werdenden Gesichter des Hofstaates, der an der Bärbeißigkeit einer grimmigen, verbitterten und desillusionierten Queen Victoria zu verzweifeln droht, sind fast schon eine Sichtung wert... Auf höchst unterhaltsame Weise wird die Absurdität der Hofetikette zur Schau gestellt. Da stört es auch nicht weiter, dass die Dramaturgie auf eher leise Töne setzt. Hat Spaß gemacht!

          5
          • 6

            Ganz netter Film. Weder schlecht noch richtig gut. Herzlich erzählt, hier und da gute Pointen aber zum Teil gefühlt auch mit dem Holzhammer Cliches bedient. Sehr sehenswertes Set-Up und eine überzeugende Queen.

            • 3

              Obwohl ich ein eingefleischter Fan von Stephen Frears bin, muss ich leider sagen, dass das hier sein bisher schwächster Film ist. Und wenn Judi Dench nicht die Hauptrolle so überzeugend gespielt hätte, wäre es auch noch ärgerlich gewesen. Der überbordende Pomp muss wohl sein, aber dazu hätte doch ein Plot gepasst, der vielleicht witzig oder wenigstens menschelnd ist. Doch davon ist nichts zu sehen. Nur in einer Szene – wenn Victoria mit Abdul allein auf einer Insel in Schottland sind und sie über ihr Leben und ihre Liebe zu Albert reflektiert - kann Judi Dench ihr schauspielerisches Talent aufblitzen lassen. Ansonsten haben die Maskenbildner hervorragende Arbeit geleistet und je nach Situation ihre Augensäcke mal dicker mal dünner erscheinen lassen. Sonst ist die Handlung eher unerheblich. Und auch nur ein guter Gag reicht nicht: wenn z.B. Abduls Frau und Schwiegermutter unter der Burka verborgen sind und er nicht erkennen kann, wer wer ist.
              Der selten anklingende imperiale Stolz der Briten oder das Unvermögen der Hofschranzen machen die royale Suppe auch nicht geschmacklich besser. Lediglich die Ehrfurcht vor dem Amt lässt uns Stephen Frears spüren. Das hat er aber in seiner ‘Queen‘ besser gemacht. Und seine Suche nach einem adäquaten Ende mit vielen tränenreichen Gefühlswallungen macht dem Zuschauer den Abschied von Vicky leicht. Sie stirbt wie auf einer Opernbühne, wo die Stars, bevor sie von uns gehen, immer noch eine Arie dranhängen müssen.
              Selbst wenn die Vorlage von Shrabani Basu - was die Tatsachen betraf - nicht mehr hergab, ist Frears doch Könner genug, dass er daraus immer noch einen guten Film hätte machen können. Hat er aber nicht.

              1
              • 6 .5

                Ohne Judi Dench würde dieser Film entgleisen. Er würde auf seinen obligaten Scherzchen ausrutschen, mit seiner beschränkten Fokussierung darauf, "den Menschen" hinter der offiziellen Rolle aufzuspüren. Judi Dench ist weiter als das Skript. [Susanne Mayer]

                • 4

                  Judi Dench in der Hauptrolle der Queen Victoria brilliert, wie immer. Doch der neue Film von Stephen Frears bleibt viele Fragen über das Verhältnis Grossbritanniens zur Kronkolonie Indien schuldig. [Christina Tilmann]

                  • 6 .5

                    [Victoria & Abdul] ist gut gemeint, nicht schlecht gemacht, aber stets so wohlwollend, dass man sich Widerhaken wünscht, an denen die brave Gesinnung auch nur für einen Moment hängen bleiben könnte. [Stefan Benz]

                    • 7

                      In ihrer vierten Zusammenarbeit porträtiert Judi Dench gänzlich uneitel eine alte verbitterte Frau, die durch das Zusammentreffen mit etwas Neuem und Fremden einen fast jungmädchenhaften Charme wieder erlangt. Das mit anzusehen ist ein Erlebnis! [Hannelore Heider]

                      • 7
                        NDR 28.09.2017, 16:05 Geändert 28.09.2017, 16:05

                        Victoria und Abdul ist nicht nur ein leidenschaftliches Plädoyer für Toleranz über Stände und Landesgrenzen hinweg, sondern vor allem auch ein sehenswertes Porträt der Queen, das sie menschlich werden lässt. [Anna Wollner]

                        • 6 .5

                          Nichtsdestotrotz bewegt der Film, auch dank Hauptdarstellerin Judi Dench, als Porträt der alten Monarchin, die auf ihrer letzten Lebensetappe noch einmal eine menschliche Beziehung jenseits formalisierter Hofverhältnisse erlebt und dabei auch das Glück interkultureller Bereicherung erfährt. [Felicitas Kleiner]

                          • 7 .5

                            Bei meisterlicher Inszenierung, bei üppiger Ausstattung und einer historisch guten Besetzung bildet das Zusammen-Spiel von Judi Dench und Ali Fazal das Herz des Films. [Günter H. Jekubzik]

                            • 5

                              „Victoria & Abdul“ ist ein Film ohne Längen und wirkliche Forderungen an sein Publikum. Gefälliges Berieselungskino und durchaus annehmbares Schmunzelfutter, mit einer gut agierenden Judi Dench, aber ohne echte Kraft unter der Krone.

                              1
                              • 5
                                NewYorkTimes 22.09.2017, 09:51 Geändert 22.09.2017, 14:09

                                [Victoria & Abdul] ist eine hübsch verpackte Sammlung von merkwürdigen Gedanken und wird manierliche Unterhaltung für diejenigen bieten, die gewillt sind, diese zu schlucken. [Glenn Kenny]

                                • 6

                                  Nach »Philomena« arbeitet Judi Dench in »Victoria & Abdul« zum zweiten Mal mit Stephen Frears zusammen und glänzt nach John Maddens »Ihre Majestät Mrs. Brown« erneut als Queen Victoria, die durch einen Bediensteten zu rebellischer Lebenslust findet. Allein es fehlt der Biss, der diese liebenswerte Geschichte zu mehr als einer nebensächlich amüsanten Episode machten könnte. [Anke Sterneborg]

                                  • 4

                                    Selbst die unbestreitbare schauspielerische Größe von Judi Dench, [...] kommt gegen die Eintönigkeit und Einseitigkeit des Films nicht an, die Victoria & Abdul letztlich zu einer sehr zähen und langweiligen Angelegenheit machen. [Frank-Michael Helmke]

                                    • 5 .5

                                      Festhalten lässt sich jedoch, dass ein bisschen mehr Abdul und ein bisschen weniger Victoria Victoria & Abdul gutgetan hätte. Denn das Judi Dench eine hervorragende Königin abgibt, weiß man schon seit 20 Jahren. [Annekatrin Liebisch]

                                      • 7 .5

                                        Victoria & Abdul zeigt effektiv Queen Victorias unkonventionelle Freundschaft und lässt Judi Dench ein mächtiges, unvergleichliches Porträt abliefern. [Dan Jolin]

                                        • 6 .5
                                          HollywoodReporter 08.09.2017, 11:25 Geändert 12.09.2017, 11:10

                                          Ali Fazal [...] ist Judi Dench ein ebenbürtiges Gegenstück, was über das Drehbuch, das wenig tut, um Balance in ihre Beziehung zu bringen, hinwegtröstet und dafür sorgt, dass wir bis zum Ende das Interesse nicht verlieren. [David Rooney]

                                          • 5 .5

                                            Wenn Victoria sich als Herrscherin von Indien bezeichnet und Abdul dazu lächelt, kommt Victoria & Abdul der Darstellung nahe, das als natürliche Weltordnung zu zeigen. [...] In solchen Momenten geht das Drama unbequem behaglich mit dem britischen Imperium um. [Owen Gleiberman]

                                            • 6 .5

                                              Wie auch schon in Philomena, der letzten Zusammenarbeit von Frears und Dench, sitzt der Zuschauer dank ihrer Performance am Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge im Kinosaal. [Swantje Oppermann]

                                              • 7

                                                Königin Victoria freundet sich mit einem indischen Bediensteten an? Das klingt unglaublich, ist aber wahr – meistens. Sonderlich viel Tiefgang sollte man von „Victoria & Abdul“ nicht erwarten. Unterhaltsam ist die prächtig ausgestattete und von Judi Dench wunderbar gespielte, teils überraschend respektlose Tragikomödie aber dennoch.

                                                • 6 .5

                                                  Judy Dench ist großartig als kleine, alte, eigensinnige Monarchin. Ali Fazal spielt Abdul Karim als karrierebewussten Abenteurer, der die Königin mit viel Charme um den kleinen Finger wickelt, sie aber tatsächlich auch mag. [Hendrike Bake]