Vier Minuten - Kritik

Vier Minuten

DE · 2006 · Laufzeit 111 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • Ich halte den Film für einen wichtigen deutschen Film. Gerade der Einfachheit wegen und als kleiner Film. Die Darstellungen wirken nach, von beiden Darstellerinnen v.a. die Schlussgeste von Hannah Herzsprung alias Jenny....grandios! Ich habe eine neue Lieblingsschauspielerin gefunden. .........

    • 6

      'Vier Minuten' wird von überzeugenden Schauspielern getragen, v.a. Hannah Herzsprung als verkorkstes Klavier-Wunderkind Jenny. Die Story ist interessant, kommt aber in dem zu lang und zu langatmig geratenen Plot nicht richtig zur Geltung. Zum Ende hin wird es dann unglaubwürdig und nicht mehr nachvollziehbar: (SPOILER) der Aufseher, der aus Rache alles macht, um ihren Aufstieg zu verhindern, sorgt plötzlich für ihren illegalen Ausgang aus dem Jugendknast, was seinem Rausschmiss gleichkommt?? (SPOILER ENDE). Die letzten vier Minuten sind dagegen richtig gut gelungen und beschaffen diesem Film ein ebenso würdiges wie überraschendes Finale. Davor stand die Bewertung noch bei 5 Punkten, aber das Ende tröstet über manche Längen hinweg.

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      • 7

        "Vier Minuten" macht es dem Zuschauer nicht leicht ihn zu mögen. Weder Jenny, eine junge Insassin eines Frauengefängnisses, die ein wahnsinniges Talent für Musik hat noch Monica Bleibtreu als ältere Frau, die keinen Hehl daraus macht Musik den Menschen vorzuziehen und eine Vergangenheit hat, die sich erst nach und nach erschliesst, sind dem Zuschauer sympathisch. Die Inszenierung ist eigenwillig und der Höhepunkt des Films mutig. Das klare Highlight sind jedoch die Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen, die sich ein Duell der Extraklasse liefern und in ihren Rollen förmlich aufblühen.

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        • 10

          Großartiges Werk, großartige Schauspieler in einer Parallelwelt aus Musik und überwältigenden Bildern!

          • 7 .5

            Der Film wird ab und an, als Meisterwerk und einer der besten deutschen Filme, der letzten Jahre bezeichnet. Für mich ist er das nicht, nicht das Gesamtergebnis, wohl aber die schauspielerische Glanzleistung von Hannah Herzsprung, davon war ich absolut begeistert, ansonsten aber ziemlich enttäuscht. Der Film hat meiner Meinung nach einfach viel an Potenzial verschenkt. Es wurde einfach viel zu wenig auf die Protago-
            nistin, ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Vorgeschichte eingegangen. O.K, sie wurde vom Vater mißbraucht und deswegen wird sie wohl auch ausflippen, wenn man sie anfasst, aber auch das hätte man weiter ausbauen können. Ebenso hätte man ihre Beziehung zu der Klavierlehrerin besser erzählen können. Der ihre Geschichte widerum fand ich schon interessanter, obwohl das nur ein Nebenstrang war. Ihre einzige Liebe zu einem anderen Menschen, eine gleichgeschlechtliche Liebe, wurde hingerichtet. Von da an war die Musik ihre einzige Liebe und ihr einziger Lebensinhalt. Es geht ihr zumindest zunächst auch beim Lehren nicht um die Schülerin, sondern um die Musik. Sie meint, man darf dieses Potenzial, um der Musik wegen, nicht verschenken. Das fand ich schon sehr interessant. Ebenso das Thema, kann man es der Protagonistin, bei ihrer Vorgeschichte vorwerfen, dass sie den Wärter zusammenschlug, nachdem er sie angefasst hat. Und kann man es diesem widerum vorwerfen, dass er sich rächen wollte?
            Was mir widerum nicht gefiel, dass sich herausstellte, dass die Protagonistin unschuldig war. Mit dieser Wendung wurde ebenfalls meiner Meinung nach Potenzial verschenkt.
            Ansonsten hat mich die Inszenierung teilweise echt genervt, aber das würde ich als subjektiv bezeichnen.
            Ja einiges an dem Film fand ich schon interessant, aber im Großen und Ganzen, hat er mich nicht so richtig begeistert.

            • 5

              Klar, dass Chris Kraus' schlechtester Film in Deutschland sein erfolgreichster ist.
              UPDATE: ich korrigiere mich und verweise auf POLL.

              Die Herzsprung nervt ohne Ende mit Overacting. Und Frau Bleibtreu, sonst über jeden Zweifel erhaben, ist eine überzeichnete verbitterte Lesbe. Ne, das ist definitiv nicht einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre, wie propagiert. Kraus' Debut ist wegen einer spektakulären Margit Carstensen dagegen auszeichnungswürdig.

              • 5

                What tripe. People jump (or try) from windows for cheap drama. You grab free drinks when no-one is looking for cheap laughs. With little training, you can improvise on the piano like a star. Cheap drama.

                • 6

                  Sicher, eine gewisse Intensität kann man „4 Minuten“ gewiss nicht absprechen, doch kratzt man ein wenig an der Oberfläche, offenbart 4 Minuten etliche inhaltliche Schwächen – man wird den Eindruck nicht los, dass das Duell zwischen Jenny und Frau Krüger nicht genügend Zündstoff und Tiefgang bietet und man die Story mit unnötigen, unausgereiften Sideparts (Jennys Vater, Gefängniswärter usw.) und halbgaren Rechtfertigungsversuchen auf Kurs halten muss.

                  Was bei Jenny Sprunghaftigkeit ist, erweist sich bei sämtlichen anderen Charakteren einfach nur als unverständliche Inkonsequenz – angefangen bei Frau Krüger - mal überaus streng und verbittert, mal beinahe verständnisvoll und Zuneigung entwickelnd - wobei die Rückblendung in ihre Vergangenheit mehr stört als dass sie erklären vermag.

                  Der Versuch, auf diese Weise das Gefängnisdrama emotional mit Schuld, Rache, Vergebung und dergleichen anzureichern, scheitert letztendlich kläglich. Um den Film dennoch genießen zu können, sei empfohlen, sich möglichst vom furiosen Spiel von Hannah Herzsprung und den stellenweise packenden Bildern vereinnahmen zu lassen, um ja nicht in Versuchung zu kommen, nach etwas Tiefgang zu graben.

                  • 5

                    Fällt in die Kategorie "Geht so". Wahrlich kein schlechter Film, aber zum ganz großen Wurf hat es dann doch nicht gereicht. Das lag vor allem an der Backgroundstory von Klavierlehrerin Traude. Warum musste das unbedingt sein? Ich verstehe es, dass die Autoren der Dame mehr Tiefe verleihen, ihr eine schmerzliche Seite geben wollen. Doch hat diese Geschichte einfach nur befremdlich angemutet. Die Nazi-Thematik war mit dem Musik-Plot um Rebell Jenny nicht wirklich vereinbar.
                    Dennoch gab es auch positive Aspekte. Die beiden Hauptdarstellerinnen haben klasse harmoniert. Gerade Hannah Herzsprung als widerspenstiges Zerstörungsmonster hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
                    Die Klavierszenen waren klasse in Szene gesetzt, das große Bühnenfinale hat mir außerordentlich gut gefallen. Wäre man noch etwas mehr auf die Musik(-geschichte) eingegangen bzw. hätte sie noch mehr ins Zentrum gedrückt, wäre sicherlich die ein oder andere qualitative Steigerung noch möglich gewesen.

                    • 8

                      Nicht Schlecht!
                      Beeindruckende Leistung von den beiden Damen! Wirklich gut.
                      Allerdings fand ixh die Gechichte zum Teil ein bisschen ueberladen. Warum musste sie denn dann noch Lesbe sein, warum muessen die Mithäftlinge denn dann noch ihre Hand anfackeln... Naja aber trotzallem sehr sehenswert, allein wegen der beiden Hauptdarstellerinnen!

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                      • 5

                        Viele Produktionsländer haben ein Überhangangebot an Genrefilmen. Deutschsprachige Filmemacher scheinen dabei eine besondere Vorliebe für Dramen entwickelt zu haben. Dem steht natürlich nichts entgegen.

                        "Vier Minuten" allerdings entpuppt sich, trotz einer tollen Hannah Herzsprung, schnell als lahmendes Konstrukt. Die Geschichte ist sehr eingleisig und konventionell aufgezogen, Anleihen aus anderen Filmen mit ähnlichen Grundpathos lassen sind nicht von der Hand weisen. Eine Unsumme an Tabuthemen werden plakativ aneinander geschraubt, wohlwollende Verstrickungen sind nicht auszumachen. Atmosphärisch wirkt sich das genickbrechend aus. Lediglich die Liebe zur Klassik und die titelgebenden vier Minuten halten den Film noch auf Mittelmaß.

                        • 6

                          (achtung spoiler)

                          könnte ein richtig guter film sein, wenn jenny nicht am ende als unschuldig dargestellt würde. dann wäre das eigentliche thema nämlich viel krasser: darf ein mörder / eine mörderin eine solche chance (z.b. auf ein erfolgreiches leben als künstler/in) haben? darf/kann man am ende positive gefühle zu ihm/ihr haben? obwohl er/sie nach wie vor (absichtsvoll) einen mord begangen hat? usw...

                          • 3

                            Was für ein Kitsch!

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                            • 7

                              Inhaltsgefülltes deutsches Drama mit vielen Stars, aber wenig Überraschungsmomenten.

                              Wenn dieser Film schon den Weg ins Sendeprogramm von ARTE finden konnte, wollte ich mir diesen deutschen Beitrag nicht entgehen lassen und war auch durchaus zufrieden mit dem, was ich da sehen konnte, übrigens ganz ohne nervige Werbeunterbrechungen und dafür bezahle ich gern meine Gebühren.

                              Die Story war eigentlich ganz grobmaschig gestrickt und wurde eigentlich nur von ihren beiden Protagonistinnen getragen. Mir missfiel nur die Hintergrundstory von Monica Bleibtreu, welche wieder einmal in die Zeit des Nationalsozialismus spielte. Der deutsche Film ertrinkt und nerv meines Erachtens in der Tatsache, dass man diese Thema wirklich zu Tode geritten hat. So wohnt einer (Zu)vielzahl von dramatischen deutschen Filmen dieses Thema inne. Man sollte vielleicht langsam mal darüber nachdenken, sich auch filmisch von dieser Schuldlast ein Stück weit zu lösen.

                              Hannah Herzsprung und Monica Bleibtreu hamonierten sehr schlecht miteinander, was aber so gewollt war, man könnte also sagen sie spielten gut schlecht zusammen.

                              Gerade Hannah Herzsprung überzeugte durch ihr intensives und authentisches Schauspiel. Ich hatte sie in keinem Film vorher so richtig war genommen und hier setzte sie ein kleines Ausrufezeichen an ihr ....sprung. Gerade zu Anfang und Ende des Films spürte man ihr Talent, welches sie eindeutig ins Stammaufgebot der "jungen Wilden" deutschen Schauspielergeneration katapultiert.

                              Unter Schauspielbundestrainerin Monica Bleibtreu, wurde Herzsprung zu einer echten Bereicherung. Und Bleibtreu, die Altmeisterin des deutschen Kinos, sorgte mit ihrer strengen aber liebenswerten Rolle, der groben überkorrekten Klavierlehrerin, für viel Unterhaltung.

                              Ein gutes Stück Film, was man sich als anspruchsvoller ARD/ZDF-Zuschauer durchaus zu gemüte führen kann.

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                              • 10

                                Es ist einer der besten deutschen Spielfilme der letzten Jahre. Mit zwei überragenden Hauptdarstellerinnen (Monica Bleibtreu, Hannah Herzsprung), die sich als Antipoden ergänzen und an einander reiben. Beide agieren auf Augenhöhe und beide leiden unter ihrer Vergangenheit. Mit ungeheuerer Vitalität und Lebenskraft tritt die eine auf, die mit ihrer brachialen Gewalt auch vor Selbstverstümmelung nicht Halt macht. Die andere kommt mit dem preußischen Ideal von Zucht und Ordnung daher. Ihre raue Schale offenbart schon bald den weichen Kern. Dabei geht es aber doch eigentlich um Musik! Das Geniale ist aber nicht nur der schlichte Titel, der nur dem etwas sagt, der den Film gesehen hat, sondern die zweite Ebene, die bis in die NS Vergangenheit zurückreicht. Und drittens gibt es so ganz nebenbei eine kritische Schilderung der Zustände in Strafvollzug. Und - das ist bei diesem ernsten Thema wirklich erstaunlich - es gibt komische Szenen zum Lachen. Und dann das furiose Finale! So eine Musik hat man so bisher noch nie gehört.
                                Chris Kraus hat seiner Klavierlehrerin mehr als nur ein Denkmal gesetzt. Geschliffene Dialoge treffen oft ins Schwarze, wie z. B. bei der Begegnung vor dem entscheidenden Konzertauftritt:
                                Vater: „Ich wünsche dir viel Glück Jenny.“
                                Jenny: „Ich wünsche, dass du bald stirbst.“
                                Die Ausdruckskraft überwältigt und die emotionale Tiefe schafft Ergriffenheit bis an den Rand der Taschentuchbox.

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                                • 0

                                  Was ist es nur, was anscheinend so viele Menschen an diesem Film lieben? Ich habe mich gelangweilt, über die ach so vorhersehbaren Wendungen und Traumata der Hauptdarstellerinnen gelacht und gen Ende, beim unglaublich dämlichen - man nennt es wohl - Showdown, nur noch entgeistert den Kopf geschüttelt. Nichts wirkt leichthändig, geschweige denn leidenschaftlich, alles ist überzogen, affektiert, manieriert. Dazu der typisch gefühlige Klaviersoundtrack, der auch dem letzten Zuschauer die Bedeutungsschwere der Bilder einbläut. Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung leiden sichtlich unter der völlig überladenen Story. Vier Minuten mit dem Deutschen Filmpreis auszuzeichnen, ist eine Beleidigung für all diejenigen, die mit deutschem Autorenkino noch ein Stück Transzendenz verbinden.

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                                  • 7

                                    "Vier Minuten" hat mir gut gefallen. Der Film ist aus rein filmischer Sicht sogar sehr gut. Die Bilder sind wunderschön. Die Schauspieler sind teilweise sogar grandios (nicht nur die zwei Hauptdarstellerinnen, auch die Nebenrollen sind toll besetzt). Und die allgemeine Stimmung des Filmes hat mich fasziniert.

                                    Leider ist die Handlung der Schwachpunkt. Die Figuren wirken zwar interessant und realistisch; ihre Charakterisierung ist allerdings sehr oberflächlich und plakativ geraten.

                                    Ich denke, wenn "Vier Minuten" ein amerikanischer Film gewesen wäre, hätte er (ebenfalls wie hierzulande beim Deutschen Filmpreis) bei der Oscar-Vergabe zumindest gute Aussichten gehabt. Und das meine ich natürlich nicht nur positiv...

                                    Fazit: "Vier Minuten" ist ein wirklich packender und sehr gut gespielter Film, der für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich ist.

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                                    • 6 .5

                                      Ziemlich verdrehtes Buch, das in seiner Unfähigkeit, den Grundkonflikt auszuloten, einen Hammer neben den anderen hängt: Nationalsozialismus, Homosexualität, Alkoholismus, Totgeburt, Vatermord - als würden Gefängnisterror, Klavierwettbewerb und ein gegensätzliches Paar nicht ausreichen. So kriegt man seinen Spannungsbogen natürlich auch voll, als Konsequenz ächzt das Gebälk. Kraus hat definitiv ein Händchen für Dialoge, aber in Wahrheit retten nur die Darsteller und eine angeraute Optik seine Klischeemühle.

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                                      • 8 .5

                                        Ein sehr ueberzeugender und starker Film aus Deutschland. Monica Bleibtreu spielt sehr gut. Regisseur Chris Kraus hat ein zeitloses meisterhaftes Schicksalsdrama geschaffen, welches seine gleichen sucht. Er baut immer wieder geschichtliche Geschehnisse und Erlebnisse einer der Protagonistinnen ein. Die Hauptperson ist sehr gut ausgewaehlt, ist ueberzeugend gespielt und eine sehr sehr starke Person. Die Musik ist langsam, und nicht uebertrieben in die Storz eingewebt, ebenso gut wie die geschichtliche Hintergrundstory. Akkustisch ein genuss- Visuell verstoerend und rauschhaft, was auf ein gutes Drehbuch schliessen laesst.
                                        Genial.

                                        • 10

                                          Sehr heftig und wütend und wund, dann wieder nah und verletztlich und sanft ...

                                          Totale Verweigerung, und doch der Wille, sich zu zeigen, sich auszudrücken, zu verausgaben ...

                                          Dauerstrenge, dahinter Verletzlichkeit ...

                                          Ein laufendes Hin-und-her zwischen hoffen und bangen ...

                                          Und ein Film, der sich gar nicht erst die Mühe macht, sich oder sein Thema ständig ernstzunehmen :D :D :D ...

                                          Und ich, gefesselt, gespannt, begeistert, verstört, hoffend, bangend, kopfschüttelnd, kopfnickend, lachend, weinend.

                                          Ein guter Film :).

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                                          • 5

                                            Es ist faszinierend Hannah Herzsprung bei ihrer kraftvollen Perfomance zuzusehen, auch Monika Bleibtreu überzeugt in ihrer verbissenen und doch resignierten Rolle. Es hätte ein tolles Kammerspiel mit mehr nonverbalem als verbalen Dialog werden können, aber Kris Kraus wollte offensichtlich zu viele Ideen in sein Drehbuch packen. Schade, so entstehen deutliche Längen und unpassende Zeitsprünge.
                                            Dennoch lohnt sich das Anschauen wegen der o.g. Darbietungen.

                                            • 8

                                              ... aber einer der besseren Deutschfilmchen!

                                              • 7 .5

                                                [Der Regisseur hat] den richtigen Ton getroffen. Seine bedachte Regie und die kühlen Bilder retten ihn zwar nicht vor jedem Frauenknastklischee. Aber dieses große Gefühlskino, eine eigentlich ja ungehörige Mischung von Dogmafilm und Musik, hat seine feste Grundlage.

                                                • 3

                                                  Dass die klassisch-romantische Musik vor allem bei jungen Leuten immer weniger Anklang findet, ist nicht neu. Aber diese Entwicklung nimmt bedenkliche Ausmaße an. Denn während engagierte Autoritäten wie Simon Rattle mit seinen Education-Projekten („Rhythm is it!“) oder Daniel Barenboim mit seinem Berliner Musik-Kindergarten angestrengt gegen die Krise angehen, regen sich neuerdings kontraproduktive Kräfte im Kino: So rangiert unter den Nominierungen für den Deutschen Filmpreis ausgerechnet ein Film ganz oben, der mit seinem schlechten Geschmack geradezu eindrischt auf die deutsche Klassik: „Vier Minuten“, ein Kammerspiel zwischen einer altmodischen Pianistin, die in einem Frauengefängnis (!) – obendrein noch ausgerechnet im provinziellen brandenburgischen Luckau (!) – unterrichtet und einem jungen Talent, das sie dort entdeckt.

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                                                  • 6 .5

                                                    Schon wieder so ein Deutschfilmchen. Hervorragende Hauptdarsteller dafür extrem schlecht besetzte Nebendarsteller die jede normale Handlung in theatralische Exstase verwandeln möchten. Schon echt erstaunlich wie teils normale Alltagshandlungen so unnatürlich dargestellt werden. Dazu ein vor Clichés triefendes Drehbuch. Einzig Frau Herzsprung und das Thema stemmen dieses Machwerk auf ein erträgliches Niveau und machen es in Teilen sogar sehenswert.