Was hat uns bloß so ruiniert - Kritik

Was hat uns bloß so ruiniert

AT · 2016 · Laufzeit 100 Minuten · FSK 0 · Komödie · Kinostart
Du
  • 6 .5

    [...] Was hat uns bloß so ruiniert macht keinen Hehl daraus, dass Kinder nicht nur ein Segen sein können, sondern auch Gift für die Liebe und die Freundschaft. Beziehungen werden alsbald auf eine herbe Belastungsprobe gestellt, Veränderungen bahnen sich an und schälen bittere Wahrheiten über das eigene Naturell sowie das seiner (ehemals) Liebsten an die Oberfläche. Marie Kreutzer aber erzählt Was hat uns bloß so ruiniert nicht als Feel-Bad-Sozialrealismus, sondern behält sich immer wieder den typisch-österreichischen Humor vor, der nicht selten mit Wonne noch einmal gallige Spitzen in die Wunde seiner Protagonisten pikst und bohrt. Obgleich sich das Drehbuch ein ums andere Mal etwas zu geschwätzig gibt, so funktioniert Was hat uns bloß so ruiniert als zutreffendes Generationen- und Geschlechterportrait, in dem die Hauptakteure lernen müssen, dass ein Kind die Welt um einen herum zwangsläufig neu sortiert. Und das nicht immer positiv. [...]

    10
    • 5 .5

      Eine Bande unsympathischer Hipster-Arschlöcher. Wie in 3 Zimmer/Küche/Bad, nur noch 100 mal unsympathischer und dass hier versucht wird durch das Kinderkriegen ihrem Leben eine Richtung zu geben. Sind ja nur Kinder. Sollen sie von mir aus Welpen adoptieren bis sie irgendwann in 30 Jahren versuchen eigene Gedanken entwickeln.

      1
      • 4 .5

        (..) Szenisch gewährt uns Marie Kreutzer private Einblicke ins Elternsein, wie etwa der Sex während der Schwangerschaft, Geburten Zuhause oder bei ersten Elternabenden in der KiTa, in denen es auch um die richtige Zubereitung des Müslis geht. Die Klammer bildet dabei das neue Dokumentarfilmprojekt von (Marie Kreutzer Alter-Ego?) Stella, von einer dauergrinsenden Vicky Krieps halbwegs glaubhaft verkörpert, die sämtliche Freunde vor ihrer Kamera zu Wort kommen lässt. Das ist alles weder komisch noch unterhaltsam, eher bitter und tragisch. Vielleicht ein wenig tragik-komisch. Auf jeden Fall mehr "Feel bad" als "Feel good".

        • 6

          Mit der Realität, mit den Nöten und Sorgen der Welt da draußen, hat Was hat uns bloß so ruiniert nichts zu tun, und für eine Satire fehlt Kreutzer schlichtweg die Bissigkeit. [Andreas Fischer]

          • 6

            Ein österreichischer Film über die sogenannte Bobo-Szene, die sich als bohémien versteht, aber bourgeois benimmt. In dieser wunderbaren Widersprüchlichkeit erzählt Marie Kreutzer von drei Paaren, die zur selben Zeit Eltern werden und daran ihre Ideale zerschellen sehen. [Ulrich Sonnenschein]

            • 7 .5

              Seit 1992 gibt es die deutsche Gesangsgruppe „Die Sterne“. Eines ihrer Lieder hatte den beziehungsreichen Titel „Was hat uns bloß so ruiniert“. Die österreichische Regisseurin Marie Kreutzer hat diesen Titel für ihren dritten Spielfilm benutzt. Und daraus eine hintergründige, mit feinem Humor versehende Komödie gemacht.
              „Wo fing das an? Was ist passiert / Hast Du denn niemals richtig rebelliert? / Kannst Du nicht richtig laufen? / Oder was lief schief? / Und sitzt die Wunde tief in deinem Innern / Kannst du dich nicht erinnern? / Bist du nicht immer noch Gott weiß wie privilegiert? / Was hat uns bloß so ruiniert!
              Um diese Textzeile herum hat Marie Kreutzer ihre Geschichte von drei Ehepaaren in Wien inszeniert. Mitte Dreißig, erfolgreich, cool – drei befreundete Ehepaare leben gemütlich und arbeiten in einem Szeneviertel in Wien. Sie träumen den Traum der bourgeoisen Boheme, kurz „Bobo“. Sie züchten Tomaten auf dem Balkon, trinken lokal gerösteten Kaffee und würden sich nie ein elektronisches Gerät zulegen, auf dem nicht ein angebissener Apfel abgebildet ist.
              Sie sind auch übereinstimmend der Meinung, dass ihr Kinderwunsch sie nicht zu Spießern macht. Stella (Vicky Krieps) und Markus (Marcel Mohab) verkünden stolz ihre baldige Elternschaft. Das löst fast eine Epidemie aus. So bald folgen die beiden anderen Paare. Und schon ist es mit der Leichtigkeit des Seins vorbei.
              Jetzt geht es nicht mehr um Cocktails am Abend, sondern um die wichtige Frage ob das Kind mit oder ohne Windeln besser aufwächst. Und in der Kinderkrippe mit dem schönen Namen „Kindergrupp Kartoffelsupp“ wird darüber diskutiert ob in das Müsli Rosinen gehören oder nicht. Es geht um die Veränderung von Alltag, Beziehung und Freundschaften, um Krisen und um neue Wertigkeiten.
              Eine amüsante Gesellschaftskomödie über die Herausforderung werdender Eltern. Marie Kreutzer stürzt die drei Paare in die neue Welt der Kinderziehung.
              96 Minuten -ein witziges Porträt einer Generation. Typisch für die Großstädte unserer Zeit.

              • 7

                Eine fröhliche, lebensnahe Großstadtkomödie mit schlagfertigen Dialogen und einem großartigen Ensemble. [Hendrike Bake]

                • 5

                  Was hat uns bloß so ruiniert über kinderkriegende Bobos tappt nicht in die Klischeefalle. Aber fast. [Bettina Steiner ]

                  • 5

                    Drei befreundete Paare planen mehr oder weniger freiwillig gleichzeitig schwanger zu werden. „Was hat uns bloss so ruiniert?“ wirft einen Blick auf die Auswirkungen von Kindern auf Beziehung, Freundschaft und Selbstbestimmung. Der Film von Regisseurin Marie Kreutzer („Gruber geht“, „Die Vaterlosen“) wird zwar als Komödie vermarktet, die satirischen oder lustigen Momente halten sich aber arg in Grenzen. Das Schauspiel-Ensemble rund um Vicky Krieps („Colonia“, „Hanna“, „A Most Wanted Man“) serviert primär ein Menü bestehend aus aufgewärmten Klischees: auf der einen Seite das Bio-Paar mit Stoffwindeln, Naturgeburt und ausgewogenen Ernährungsplänen, auf der anderen Seite die Eltern wider Willens, welche sich bereits vor der Geburt komplett zerstreiten und dermassen narzisstisch veranlagt sind, dass sie nach der Enttäuschung über das Geschlecht ihres Kindes, aus Trotz der Tochter den Namen Elvis aufbrummen und in der Mitte, das vermeintlich normale Paar, denen die Dauerverantwortung des Elternseins aber komplett über den Kopf wächst. Der Streifen bietet zwar für Eltern ein paar amüsante Deja-Vus (Geburtsvorbereitungskurs, iPad-Invasion beim Kinder-Theater etc.), doch eigentlich sind die Kinder und ihr Umfeld Nebensache. Bei „Was hat uns bloss so ruiniert?“ dreht sich alles um die emotionalen Achterbahnfahrten der Eltern, hauptsächlich um jene der drei Mütter. Die Männer sind nette Nebenausstattung und dienen als Affäre, Koch oder Prellbock. Naja, irgendwie hätte ich mehr erwartet. (Vielleicht einen zweiten „Nackt“?) Der Streifen ist durchaus kurzweilig anzuschauen und liefert ein paar gelungene Gedankenanstösse um mit dem eigenen Partner wiedermal locker flockig zu streiten, doch summa summarum ist der Film belanglos.* Schade. (See this if you like: „Nackt (2002)“ und „Eltern (2013)“)