Wind River - Kritik

Wind River

US · 2017 · Laufzeit 107 Minuten · FSK 16 · Thriller, Kriminalfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 8 .5

    [...] Mit "Wind River" liegt nun also der dritte und finale Teil der innoffiziell als American-Frontier-Trilogie von Taylor Sheridan vor, die mit "Sicario" ihren Anfang und mit "Hell or High Water" ihre Fortsetzung gefunden hat. Diesem Anlass entsprechend nimmt nun der gefeierte Drehbuchautor Sheridan selbst auf dem Regiestuhl Platz und liefert ein ungemein dicht inszeniertes und enorm packendes Debüt ab, das sich mitnichten zu verstecken braucht und einen mehr als würdigen Abschluss bildet. Das Skript, das Sheridan logischerweise ebenfalls beisteuert, ist dabei tatsächlich aufs Nötigste reduziert und schert sich wenig um ach so überraschende Wendungen, die in den letzten Jahren so in Mode gekommen sind, so dass man – abgesehen von einem einzigen, wirkungsvollen erzählerischen Kniff – eine im Grunde sehr geradlinige Geschichte erzählt bekommt, die aber gerade durch diesen Umstand ihre Faszination noch verstärkt, denn wo sich andere Filmemacher in doppelbödige Konstrukte flüchten, konzentriert sich Sheridan hier ganz auf die ureigene Atmosphäre der Abgeschiedenheit des Reservats, die allein schon dem Film seine ihm eigene Note verleiht. [...]

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    • 7 .5

      "Wind River", ruhiger atmosphärischer Thriller mit fantastischen Panoramen und erschreckendem Plot. 

      Selten habe ich wieder einen Thriller dieser Art gesehen, der ohne großes Actionaufgebot auskommt. Zuletzt konnte mich da "Jack Reacher" mit seiner ruhigen Erzählweise begeistern und auch "Wind River" kann diese Ruhe durchaus für sich gewinnen. Und doch braucht der Film ein wenig um in Schwung zu kommen. Die Story ist zwar interessant, doch die erste Hälfte des Filmes ist manchmal ein wenig zu ruhig und verstreicht ohne große Vorkommnisse. Eine schier erdrückende Stille herrscht nicht nur in der Handlung, sondern auch im Film selbst. Die weiten Schneeflächen und Gebirgslandschaften tun ihr übriges um dem Thriller diese Atmosphäre zu verleihen. Dies ist Regisseur Taylor Sheridan (Hell or High Water) sehr gut gelungen und Kameramann Ben Richardson fing traumhafte Panoramen ein. Sheridan musste aufgrund der hohen Schneemassen auf seine bevorzugte Methode, weite Kamerafahrten zu machen, verzichten und so griff Richardson zur Handkamera. Zum ersten Mal muss ich sagen, dass mich das gar nicht gestört hat, denn meistens empfinde ich Handkamera als sehr unangenehm, da die Bilder meistens dadurch verwackeln. In der zweiten Hälfte kommt etwas Leben in "Wind River" und ab da zieht der Streifen aber auch richtig bis zum Ende durch. 
      Jeremy Renner (Arrival) spielt die Rolle des ernsten Wildtierjägers sehr gut und füllt diese komplett aus. Solche Charaktere liegen ihm gut. Was mir persönlich nicht gefiel, waren wieder diese üblichen Klischees, die um den Charakter aufgebaut waren. Für meinen Geschmack werden solche Protagonisten viel zu häufig in Thrillern geboten. Wenigstens ist Elizabeth Olsens (Martha Marcy May Marlene) Charakter nicht so klischeebehaftet und auch sie spielt die Rolle souverän. Zusammen harmonieren die beiden Schauspieler sehr gut und auch die Nebendarsteller wie Gil Birmingham (The Lone Ranger) oder Graham Greene (Molly’s Game) verkommen nicht zu blassen Charakteren, sondern fügen sich ebenfalls gut zu dem Team ein. 
      Nick Caves (The Road) Soundtrack, den er zusammen mit dem australisch-französischen Musiker Warren Ellis komponiert hat, untermalt die Stimmung des Films perfekt. 

      "Wind River" ist ein gelungener und sehenswerter Thriller, der anfänglich die Geduld des Zuschauers ein wenig auf die Probe stellt. Aber wenn er mal an Fahrt gewinnt, ist er an Spannung nicht mehr zu bremsen und bannt den Zuseher an das Geschehen.

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      • [...] Wind River ist ein besonderer Film. Renner liefert eine weltklasse Leistung, ein Großteil des Casts besteht aus Angehörigen diverser Indianer Stämme und auch die Location ist besonders.

        Die pure Natur in ihrer gesamten Pracht und Macht. Beides wechselt ständig. Mitten in ihr leben Menschen. Gezwungen an den Rand der Gesellschaft. Das vorherrschende Elend wird schonungslos präsentiert. Selbstverständlich ist es nicht überall so, doch das Gefühl, das vermittelt wird, passt recht gut. Der Kontrast macht sprachlos. Hier die verwahrlosten Trailer und direkt nebenan die bildschöne Natur.

        Der Fall an sich ist spannend und auch lange nicht ganz klar. Zum Ende hin wird er dann doch leider etwas zu abrupt gelöst. Bis dahin entwickelt sich die Spannungskurve allerdings sehr gut.

        Auch den inneren Kampf, den Cory führt, erlebt man hautnah und realistisch mit. So wird der Streifen stark beeinflusst. Er ist ein ständiges Hin und Her zwischen Stärke, Verzweiflung, Hoffnung und Resignation.

        Insgesamt fand ich Wind River sehr unterhaltsam und mit interessanten Blickwinkeln auf die richtigen Themen. Durch die Winterlandschaft fühlte ich mich etwas an den Film Schneemann erinnert. Nur ist Wind River um Welten besser. Das Ende hätte vielleicht einen Tick spannender und verworrener sein können, doch ich bin zufrieden mit dem Gesamtwerk.

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        • 7

          Wind River ist ein sehr guter und wichtiger Film mit langem Nachhall. Er leistet ohne Zweifel einen Beitrag zu einer aktuellen Debatte und zwar – denn das ist das eigentlich Spannende und Vielversprechende – aus dem System eines US-amerikanischen Studiofilms heraus. [Johannes Bluth]

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          • 8

            Ein bisschen viel Stereotypen, ein bisschen viel Hardboiled-Einsamkeit, so könnte man meinen. Doch Wind River entwickelt bereits nach kurzer Zeit einen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. [Christoph Schröder]

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            • 8

              Die kraftvollen Bilder der unerbittlichen Landschaft und der getragene Score von Warren Ellis und Nick Cave runden Sheridans Film schließlich ab, zu einem stillen Meisterwerk, das lange nachhallt. [Lars Tuncay]

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              • 7

                Das at­mo­sphä­rische Crime-Drama Wind River hat zwar nicht gerade einen verzwickten Thriller-Plot zu bieten, doch gefällt es dank seiner Inszenierung, den Schauspielern - allen voran Jeremy Renner - und den dramatischen Elementen, die nach dem Film noch eine Weile nachhallen werden. [Christoph Schelb]

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                • 7

                  Dass ihm die Protagonisten und ihre inneren Dämonen wichtig sind, unterstreicht Sheridan auch am Beispiel des Fährtenlesers, dem Jeremy Renner in einer seiner besten Darbietungen seit langer Zeit genau die richtige Mischung aus Verletzlichkeit und Härte verleiht. [Christopher Diekhaus]

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                  • 8

                    Wind River ist wie von Taylor Sheridan nicht anders zu erwarten ein kleiner, feiner Film [...]. Die Kriminalgeschichte mag hier nur zweitklassig sein, sie ist hier im Vergleich zu Ort, Atmosphäre und Figuren auch auch nur zweitrangig. [Simon Staake]

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                    • 7 .5

                      Der Film bringt erstaunlich viel Zeit damit zu, dem Zuschauer das Gefühl von Authentizität zu vermitteln. Dabei stehen oft mehr die persönlichen Schicksale im Vordergrund als der Fortgang der Kriminalgeschichte. Wer hauptsächlich auf Action aus ist, mag das als Nachteil empfinden. [Franz Everschor]

                      • 7

                        Wind River ist ein furchterregend schöner Film. Ben Richardsons Kamera fliegt über die ungezähmte Landschaft, verliert sich in der schneebedeckten Weite Wyomings. Doch nie wirkt die Natur pittoresk. Die Figuren erscheinen in der Landschaft wie verloren, trotz Präzisionsgewehren, Funktionskleidung, elektrischer Schlitten und Autos mit Heizung und Allradantrieb. [Katja Nicodemus]

                        • 5 .5

                          "(...) Überaus gekonnt und atmosphärisch dicht inszeniert Sheridan den Verlauf des Mordfalls, nur um kurz vor Schluss in dem ausartenden Finale nahezu alles in den Sand zu setzen, was er sich aufbaute. Plötzlich gerät das ruhige Krimi-Drama zum blutigen Action-Western. Primär weil Sheridan die Auflösung unverhältnismäßig ausarten lässt, kaum Motivation für das Gezeigte liefert, sobald die Hintergründe des Mordes deutlich werden. Auf einmal denkt Wind River nur so weit, wie seine Figuren schießen können (...)"

                          • 6

                            Packend inszenierter, gut gespielter und hervorragend fotografierter Schneewestern, dessen Frauenfiguren altbacken wirken. [Manfred Riepe]

                            • 8

                              "Rauchendes Mündungsfeuer im Schnee oder die Todessehnsucht des unsichtbaren jagenden Mannes. Taylor Sheridans "Wind River" ist "The Searchers" reloaded unter verkehrten Vorzeichen."

                              • 6

                                [...] Im positiven Sinne, denn wie schon seine beiden Vorgänger, ist auch Wind River handwerklich formidables Thrillerkino. Wenn eine Handvoll Waffen aus nächster Nähe abgefeuert, ihre Besitzer chaotisch durch die Menge preschen oder blutend im Schnee zusammensacken, dann sitzt dabei jede Einstellung, jeder Schnitt. Gleichförmigkeit in Perfektion, ein Gespür für Dynamik und Anspannung, welches auch schon Denis Villeneuve und David Mackenzie mit der selben Durchschlagskraft zur Vollendung brachten. Den Atem anhalten, am Sitz festkrallen, die Fingernägel malträtieren und schlussendlich doch wieder ausatmen. Immer wieder von vorn. Immer wieder das Gleiche. Dahinter nur Leere, denn was fehlt ist Charakter, Substanz hinter den auf Hochglanz polierten Spannungsmomenten. Problempunkte, die im Kino Sheridans wohl keine Neuheiten mehr sind. Während Puls und Adrenalin ansteigen, werden Charakterzeichnung und Subtext schmerzlich vernachlässigt. Egal welches Gesicht (aufstrebender) Hollywoodstars man diesen leeren Hüllen verpasst, als greifbare Charaktere versagen sie vollends. Reduziert auf ihre Wirkung sind sie reine Funktionsträger, frei von Zwischentönen, frei von Widersprüchen…genau das, was man von ihnen erwartet und wofür sie auch gebraucht werden. Das mag so durchaus funktionieren, punktuell mitreißen und als geradliniger Genrefilm überzeugen. Die Frage, die sich dabei stellt, lautet jedoch, wie lange? Und zu welchem Zweck? Wo liegt der Reiz, wenn jeder Nachhall schon beim letzten Schuss verflogen ist? Wahrscheinlich im Moment, in der reinen Seherfahrung…eben dort, wo das Werk zu seiner Stärke findet. [...]

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                                • 8

                                  Nach seinen hoch gelobten Drehbucharbeiten „Sicario“ und „Hell or High Water“ liefert Taylor Sheridan mit seinem Regiedebüt einen würdigen Abschluss seiner Trilogie vor. „Wind River“ ist dabei nur vordergründig ein Krimi. Vielmehr ist die Suche nach dem Mörder einer jungen Frau in einem Indianer-Reservat einmalig bebilderter Thriller und eiskaltes Drama in einem.

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                                  • 7 .5

                                    Das fulminante Regiedebüt von Taylor Sheridan ist mehr als ein atmosphärisch dichter Thriller. Sein aufwühlendes Independent-Kino lenkt den Blick auf das immer wieder verdrängte Schicksal der amerikanischen Ureinwohner, insbesondere der Frauen, in den trostlosen Reservaten. [Luitgard Koch]

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                                    • 8 .5

                                      "[...]Der mit atmosphärischen Landschaftsbildern und einem undefinierbaren Gefühl der Bedrohung operierende Thriller hat seinem Schöpfer auf dem Cannes Filmfestival direkt den Preis für die „Beste Regie“ eingebracht – zu Recht. Wie die großen Meister des Spannungsfachs versteht auch Sheridan, dass ein gutes Genrewerk nicht durch den Dauereinsatz von Kunstblut und Pyrotechnik aus dem Einheitsbrei herausragt, sondern vor allem von einer packenden Story mit sorgfältig ausgearbeiteten Figuren getragen werden sollte. Sein Film erfindet das Rad ganz sicher nicht neu, doch mit seinem konzentrierten Fokus und der enorm dichten Inszenierung hinterlässt „Wind River“ einen bleibenden Eindruck.[...]"

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                                      • 8

                                        Sheridan führt so gut Regie, wie er schreibt, und liefert mit Wind River einen erstklassigen Thriller ab, der einem kalt bis ins Mark geht. Schlau, spannend und gefühlvoll. [Matt Glasby]

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                                        • 6

                                          Taylor Sheridans Flair für Epen im Landesinneren ist ungedämmt, aber man fragt sich schon, was jemand mit mehr Regieerfahrung und dem Willen, aufs Gaspedal zu treten, aus Wind River gemacht hatte. [Andrew Lowry]

                                          • 6

                                            In Wind River, vom Drehbuchautor von Hell or High Water, wird solider Genre-Nervenkitzel geboten. Aber man mag dabei das Gefühl haben, mehr zu wollen, als geboten wird. [Bilge Ebiri]

                                            • 8

                                              Manchmal poetisch, dann wieder finster und brutal [...] ist dieser spannende, überzeugende Indie-Film der vollendetste gewalttätige Thriller seit einiger Zeit. [Kenneth Turan]

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                                              • 7

                                                Mr. Sheridan hat offensichtlich viel Zeit damit verbracht, an Sets zu lernen wie man Filme macht: Seine Regie ist sicher. [Eine Szene] gegen Ende des Films könnte sich mit den Besseren eines Michael Manns messen. [Glenn Kenny]

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                                                • 6 .5

                                                  Wind River ist ein wahrer Neo-1970er-Film, der als Thriller gewillt ist, mal zügig zu gehen und mal zu bummeln, um seine Welt zu zeigen. Es ist ein kunstfertiger Film, der letztendlich aber nicht sehr aufregend ist. [Owen Gleiberman]

                                                  • 5 .5

                                                    Wind River ist eine von Jeremy Renners derzeit besten Leistungen, leider läuft der Film in einige Fallen, wenn er sich in die Gebiete von Tarantino oder Peckinpah wagt. [Todd McCarthy]