In der parasozialen Beziehung zwischen Serienstar und Publikum bestehen mehrere ungeschriebene Gesetze. Eines davon besagt, dass man sich als Hauptdarsteller nicht unbedingt in Fan- beziehungsweise Hater-Diskussionen in den sozialen Medien einmischen sollte. Sagt das aber mal dem britischen Schauspieler Hugh Laurie, der seinem amerikanischen TV-Arzt Dr. House jüngst alle Ehre machte.
Eine harsche Kritikerin des vor 14 Jahren beendeten Formats fertigte er nach allen Regeln der Kunst sarkastisch ab. Natürlich ging die schnippische Reaktion direkt viral und hatte ungeahnte Folgen.
So heftig reagierte Serienstar Hugh Laurie auf die Dr. House-Hasserin
Die X-Nutzerin und Journalistin Janet Murray meldete sich in den sozialen Medien zu Wort, um ihren Frust bezüglich der 1. Staffel von Dr. House auszudrücken. Sie hätte gerade erst mit dem Ansehen angefangen, aber bereits ein repetitives Erzählmuster entdeckt, das sie sich nicht unbedingt acht Staffeln lang antun würde. Serienstar Hugh Laurie konnte diese für ihn oberflächliche Kritik nicht so einfach auf sich und seinem Medizin-Procedural sitzenlassen. So schrieb er:
Danke für deine Kritik, Janet. Wir haben tatsächlich ein paar Folgen ausprobiert, in denen House (Hugh Laurie) – bitte die Klammern an die richtige Stelle setzen – gleich beim ersten Mal richtig liegt; allerdings waren diese Folgen nur sechs Minuten lang. NBC war nicht glücklich damit. Dann haben wir es mit Folgen versucht, in denen House nie die richtige Lösung findet und der Patient stirbt. Das Publikum war nicht glücklich damit.
Kein Wunder, dass der Hollywood Reporter in seiner Berichterstattung direkt mit folgendem Satz anfängt: "Vielleicht hat Hugh Laurie gar nicht so viel geschauspielert, als er Dr. Gregory House spielte?" Der Darsteller, der gerade erst für einen weitern Gig in einer Agentenserie gebucht wurde, war aber noch lange nicht fertig und lieferte gleich eine (ebenso sarkastische) Begründung für seine Argumentation mit:
Deine scharfsinnige Analyse ließe sich auch auf andere Kunstformen übertragen: J.S. Bach schrieb 30 Goldberg-Variationen über dieselbe Akkordfolge; Frida Kahlo malte 50 Selbstporträts; und Henry Moore – was soll man dazu sagen? Der Punkt ist (oder war): Es ging um Variationen über ein Thema. Wenn du nur Krankenhaus und medizinisches Bla-bla siehst, war die Serie nichts für dich.
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Hugh Laurie entschuldigte sich später für die Folgen seiner Reaktion
Es gibt ein paar sehr gute Gründe für die eingangs erwähnten ungeschriebenen Regeln in der Star-Publikums-Beziehung. Einen davon bekam Janet M. zu spüren, nachdem sie von einem großen Star mit 1,2 Millionen Followern auf X belehrt wurde, was viele (inklusive sie selbst) zum Teil ganz amüsant fanden – aber natürlich konnte es online nicht beim Spaß allein bleiben. So wurde sie im Nachhinein getrollt, was am Ende auch Hugh Laurie seine Reaktion bedauern ließ. So schrieb er später noch:
Es tut mir leid, wenn Leute dich wegen meines Tweets angegangen sind. Das war absolut nicht meine Absicht. Ich war leicht angeheitert und ohnehin schon wegen einer Sache aufgebracht, die rein gar nichts mit dir zu tun hatte. Falls es dich tröstet: Ich habe auch mein Fett weggekriegt. Ich bin anscheinend ein dünnhäutiger Idiot – auch wenn es gar nicht um meine Haut ging. Ich habe mich nur für die Autoren eingesetzt, die ich verehre.
Scheint wirklich so, als hätte sich etwas von Dr. House auf Hugh Laurie abgefärbt: Er will eigentlich nur das Beste, aber an der Feinfühligkeit in der Ausführung könnte man noch etwas arbeiten. Wer sich jetzt selbst an die Brillanz bzw. Repetition von Dr. House-Folgen erinnern möchte, findet alle acht Staffeln mit allen 177 bei Netflix oder sogar gratis auf Joyn.