In den letzten 20 Jahren wurde häufig gefragt, wann Leonardo DiCaprio endlich einen Oscar gewinnen würde. Bei der sechsten Nominierung erhielt er die Auszeichnung endlich. Wer denkt, dass das höchste Zeit war, hat womöglich nichts von Peter O'Tooles Oscar-Oddysee gehört. Diese Schauspiellegende wurde nämlich achtmal nominiert, ohne ein einziges Mal zu gewinnen.
Niemand ging bei den Oscars als Hauptdarsteller öfter leer aus als Peter O’Toole
Peter O’Toole wurde 81 Jahre alt und spielte in seiner 44-jährigen Karriere in über 100 Filmen mit. In dieser Zeit wurde er achtmal als Bester Hauptdarsteller nominiert. Das erste Mal hatte er die Chance 1963 für den legendären Film Lawrence von Arabien. Gewonnen hat in diesem Jahr Gregory Peck für Wer die Nachtigall stört. Seine letzte Nominierung kam dann 2007 für Venus, mit einem Abstand von 25 Jahren zur 7. Nominierung.
Für diese Rollen wurde Peter O'Toole für den Oscar nominiert (übrigens immer als Hauptdarsteller):
- 1963: Lawrence von Arabien
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1965: Becket
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1969: Der Löwe im Winter
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1970: Goodbye Mr. Chips
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1973: The Ruling Class
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1981: Der lange Tod des Stuntman Cameron
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1983: Ein Draufgänger in New York
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2007: Venus
In der Zwischenzeit hatte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences natürlich längst erkannt, was für ein herausragender Schauspieler O’Toole war. So kam es, dass er 2003 einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk erhielt.
Für diese Ehrung zeigte er sich in seiner Rede äußerst dankbar:
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Nach so vielen Jahren und so vielen Nominierungen als Hauptdarsteller wäre es mehr als verständlich, diesen Ehrenoscar als eine Art Trostpreis zu verstehen. Immerhin hält O’Toole damit bis heute einen einzigartigen Rekord – kein anderer Schauspieler wurde öfter als Hauptdarsteller nominiert, ohne einen Oscar zu gewinnen.
Peter O'Toole nahm seinen Ehrenoscar mit Würde entgegen
Doch O’Toole nahm diese Würdigung nicht nur hoch erhobenen Hauptes und gleichzeitig mit Demut an, sondern auch mit großer Dankbarkeit. Diese spürt man in jedem Wort, sogar in der sehr humorvollen Eröffnung.
Immer die Brautjungfer, aber niemals die Braut. Ich habe meinen eigenen Oscar bei mir, bis der Tod uns scheidet.
Er führte fort mit einem Lob an all die Künstler:innen, die vor ihm kamen, und die jungen Talente, mit denen er zusammenarbeiten durfte. Peter O’Toole war ein Vollblutschauspieler. Mit Sicherheit hat es an ihm genagt, so lange keinen eigenen Oscar zu haben. Aber allein in seiner Rede und durch sein Lebenswerk ist deutlich, dass er nicht wegen irgendwelcher Auszeichnungen Schauspieler geworden ist.
Man sieht ihm an, dass er Leidenschaft für das Handwerk und die Kunst hatte. Bis zum Ende seines Lebens im Jahr 2013 hat er noch gespielt. Einige seiner letzten Filme und Serien wie Die Tudors waren sehr erfolgreich.
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Bekannt wird O’Toole vor allem für seine Darstellung von Figuren sein, die tatsächlich einmal gelebt haben. Er hat oft in historischen Dramen gespielt. Und auch wenn der Oscar lange hat auf sich warten lassen, durfte O'Toole immerhin vier Golden Globes sowie einen Emmy sein Eigen nennen.
