Selbst Menschen, die für gewöhnlich eher wenig Filme konsumieren, haben mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ein Werk mit Robert Duvall gesehen. Der erst vor kurzem 95 Jahre gewordene Kalifornier blickt nämlich auf eine unfassbar umfangreiche Schauspielkarriere zurück, die ihren Anfang in den 1950er-Jahren nahm.
Seitdem war Duvall in über 100 Filmen zu bewundern, wodurch er völlig zu Recht den Status einer waschechten Hollywood-Legende genießen darf. Offiziell ist er zwar nicht im Ruhestand, seine bis dato letzte Rolle spielte er allerdings 2022 in Der denkwürdige Fall des Mr Poe (siehe Artikelbild). Doch selbst wenn der überragende Mime nicht mehr aktiv werden sollte, müsste er sich angesichts seines erreichten Erfolgs nicht grämen.
Oscar-Gewinn und zahlreiche Meisterwerke: Robert Duvalls Karriere voller Höhepunkte
Der Sohn eines US-Admirals erkannte schon früh, dass er sein Leben nicht dem Militär, sondern viel lieber der Schauspielerei widmen wollte. Nach seiner Ausbildung in New York, bei der er mit den ebenfalls später zu Stars werdenden Gene Hackman und Dustin Hoffman zusammen studierte und wohnte, trat er zunächst am Broadway auf.
Seinen ersten großen Filmauftritt absolvierte er schließlich in der Literaturverfilmung Wer die Nachtigall stört im Jahr 1962. Dies war der Startpunkt für eine bemerkenswerte Laufbahn, während Duvall zu einem der gefragtesten Schauspieler seiner Generation aufstieg. Vor allem in den 1970er-Jahren war er in einer ganzen Reihe von Meisterwerken zu sehen, unter anderem in Der Pate und dessen Fortsetzung, Der Dialog, Network und Apocalypse Now.
In letzterem Film sprach er als Lt. Colonel Bill Kilgore den weltberühmten Satz: "Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen.", der vom American Film Institute auf Platz 12 der besten Filmzitate aller Zeiten gesetzt wurde.
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Natürlich war es aber nicht allein dieser legendäre Spruch, sondern seine unglaubliche Vielseitigkeit als Darsteller, die ihn zu einem der ganz Großen seiner Zunft machte. Das bemerkte natürlich auch die Academy, die ihn im Laufe der Jahre für insgesamt sieben Oscars nominierte und zwar für folgende Filme und Kategorien:
- Der Pate (Bester Nebendarsteller 1973)
- Apocalypse Now (Bester Nebendarsteller 1980)
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Der Große Santini (Bester Hauptdarsteller 1981)
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Tender Mercies - Comeback der Liebe (Bester Hauptdarsteller 1984)
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Apostel! (Bester Hauptdarsteller 1998)
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Zivilprozess (Bester Nebendarsteller 1999)
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Der Richter: Recht oder Ehre (Bester Nebendarsteller 2015)
Den Preis gewann er immerhin einmal für seine ergreifende Performance als Ex-Countrysänger und Alkoholiker in Tender Mercies - Comeback der Liebe. Auf dem Triumph ruhte sich der damals 53-Jährige jedoch keinesfalls aus, sondern stand weiterhin regelmäßig vor der Kamera. Dieser Arbeitseifer ermöglichte ihm unter anderem nennenswerte Auftritte in Filmen wie Falling Down, Deep Impact, Open Range - Weites Land und The Road.
Insgesamt fünf Mal führte der Hollywood-Veteran sogar Regie, zuletzt 2015 bei dem Kriminaldrama Wild Horses.
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Trotz Kamera-Abstinenz: Robert Duvall ist nicht offiziell im Ruhestand
In den vergangenen zehn Jahren wurden Duvalls Engagements aber stetig weniger, was angesichts seines hohen Alters auch durchaus verständlich ist. Seit seinem Auftritt in Netflix' Mystery-Thriller Der denkwürdige Fall des Mr Poe war er nicht mehr aktiv.
Ob sich Duvall längst im Ruhestand befindet, ist schwer zu sagen. Offiziell erklärt, hat er diesen zumindest nie. Vor knapp vier Jahren gab er jedoch in einem Gespräch mit der Hollins University vielsagend an:
Es kommt immer ein Tag, an dem man sagt: 'Das war's, jetzt reicht's.' Ich bin noch nicht ganz so weit, aber fast.
Gut möglich, dass dieser Tag mittlerweile für ihn gekommen ist. Sollte er sich also tatsächlich endgültig vom Schauspielgeschäft zurückgezogen haben – es wäre wohlverdient.
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