Mit Rob Reiner verließ uns am 14. Dezember 2025 eines von Hollywoods manchmal vergessenen Genies. Er und seine Ehefrau Michele wurden Sonntagabend tot aufgefunden, die genauen Umstände sind noch ungeklärt. In jedem Falle wollen wir dem Vater zahlreicher Filmklassiker heute unseren Respekt zollen.
Reiner hinterlässt ein Vermächtnis aus Filmen, die ganze Generationen prägen sollten, darunter Die Braut des Prinzen, Harry und Sally und Stand by Me. Doch letzterer ist nicht die einzige geniale Stephen King-Verfilmung, die er uns schenkte.
Wer es liebt, so auf die Folter gespannt zu werden, dass man am liebsten auf etwas herumbeißen oder sich in die Sitzpolster krallen will, darf Misery einfach nicht auslassen. Kings Geschichte, meisterhaft auf Film gebannt, Reiners Vision, um keinen Tag gealtert. Auf Amazon Prime gibt es sie im Abo zu sehen.
In Misery wird das Treffen zwischen einem Autor und seinem größten Fan zum Albtraum
Paul Sheldon (James Caan) hat gerade sein neuestes Buch fertiggestellt. Endlich kann er sich von der Groschenromanreihe verabschieden, die ihm zwar jede Menge Geld eingebracht hat, die er aber wirklich nicht für den Rest seines Lebens weiterführen wollte. Doch seine heitere Heimfahrt nach New York findet ein jähes Ende, als er in einen Blizzard gerät und mit dem Auto verunglückt.
Zu seinem großen Glück wird er mitten im Nirgendwo gefunden. Und dann auch noch von der fürsorglichen Krankenschwester Annie Wilkes (Kathy Bates), die sein selbsterklärter größter Fan ist. Sie päppelt Paul auf, der mit zwei gebrochenen Beinen sprichwörtlich ans Bett gefesselt ist.
Je länger er jedoch bei Annie verweilt, desto mehr bereitet ihm das Verhalten dieser Frau Sorgen. Sie neigt zu Wutausbrüchen und scheint ihm etwas vorzuflunkern, wenn sie sagt, sie könne ihn wetterbedingt nicht ins Krankenhaus bringen. Und es dauert nicht allzu lang, bis Paul feststellen muss, dass Annie überhaupt nicht vor hat, ihn jemals gehen zu lassen.
Misery bei Amazon Prime zeigt, wie fies ein Thriller unter die Haut gehen kann
Wenn man das Lehrbuch für Filmemacher:innen unter dem Kapitel "Der perfekte Psychothriller" aufschlägt, sollte dort das Poster von Misery abgebildet sein. Der Film ist unverschämt effektiv darin, die Spannung permanent zu erhöhen und uns eine Gänsehaut nach der nächsten über den Rücken zu jagen. Jede einzelne Szene lässt uns die Figuren besser verstehen – und Annie umso mehr fürchten.
Das ist nicht zuletzt dem unglaublich intensiv aufspielenden Duo Caans und Bates’ zu verdanken. So werden beide Figuren zu intelligenten, getriebenen Gegenspielern in ungleichen Machtpositionen. Wie Paul sind wir praktisch hilflos und klammern uns an jede noch so zerbrechliche Hoffnung auf Rettung. Doch der Wahnsinn der Annie Wilkes macht jeden Schachzug zum Russisch Roulette.
Wir lernen, auf jedes Zucken einer Augenbraue oder eines Mundwinkels zu achten. Versuchen permanent, das Psychoduell zu gewinnen. Und können gleichzeitig doch nie ahnen, ob und wie die Situation als nächstes eskalieren wird. Und wenn sie dann eskaliert, sind die Konsequenzen grausam. So rutschen wir in einen irrsinnigen Albtraum mit einem perfekt inszenierten Finale, das keine Wünsche offen lässt.
Wer Thriller liebt, Misery aber aus unerfindlichen Gründen noch immer vor sich her schiebt, kann diese Lücke jetzt bei Amazon Prime schließen.
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