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blog me if you can #7: Watching You

Big Brother Is Watching You

Big Brother Is Watching You
© Artisan Entertainment, Praxis Films, Gina D. Armstark, PoA Design, Grimalkin (Text)
Big Brother Is Watching You

Ich weiß, was du tust, ich sehe dich, beobachte dich. Nirgends bist du vor mir sicher, ich folge dir auf Schritt und Tritt, sammele alles was ich von dir kriegen kann. Sorgfältig sortiere ich alles in einer Akte, alles was du tust, sagst, wohin du gehst und mit wem du dich triffst.

Finn sitzt gelangweilt im Universitätssaal. Der Professor redet über irgendeine Belanglosigkeit und Finn fragt sich, was er in seinem Leben damit anstellen soll und ob er es jemals benötigen würde. Er will etwas aus seinem Leben machen, kreativ sein, etwas bewegen. Genervt holt er sein Smartphone aus der Hosentasche und begibt sich auf Facebook. Breit grinsend kommentiert er fleißig sämtliche Beiträge seiner Freunde. Das ist schon wesentlich spannender. Er beginnt mit seinem besten Freund Lucas zu schreiben. „Lass uns ein Projekt auf die Beine stellen ...“ Was Finn nicht weis, er hat bereits zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Fußspuren in Welten hinterlassen, zu denen wir keinen Zugang haben, eine höhere „Macht“ jedoch schon.

Finn und Lucas planen eine Dokumentation über stationierte Soldaten im Irak, wollen deren Geschichten und Erlebnisse erzählen. Finn möchte ein paar Fotos machen, Lucas soll die tapferen Männer interviewen. „Das ist ein tolles Projekt“, denken beide und so beginnen sie alles nötige dafür vorzubereiten. Lucas macht sich im Internet über Einreisen, Unterkünfte und was die beiden sonst noch benötigen schlau, während Finn das Equipment zusammen organisiert. Schon bald kann die Reise starten. Lucas freut sich besonders und postet in Facebook über ihre baldige Reise und welche Erfahrungen sie sammeln würden. Er selber hält das Ganze mehr für ein Abenteuer, während Finn es eher als eine Herausforderung sieht und den Soldaten vor allem ein Sprachrohr sein will.

Bereits in der Vorbereitungszeit fallen immer wieder Schlagwörter wie #Irak, #Afghanistan, #Terror, #Krieg, #Soldaten und mehr. All das picke ich mir heraus und sammle es, lege es sorgfältig in einer Kartei ab und schicke kleine Impulse an DIE MACHT und versuche stetig, sie darauf aufmerksam zu machen. Begierig suche ich nach mehr, zapfe euch an, will lauschen und sehen, denn von nun an habe ich euch im Visier.

Am Flughafen fällt Finn besonders durch seinen dichten, dunklen Bart auf, die langen Haare hat er sich zu einem Dutt im Nacken zusammen gebunden. Als die beiden Studenten ihre Pässe abgeben um einzuchecken, werden Sie in einen Nebenraum geführt. Ein Mann vom Sicherheitsdienst beginnt beiden seltsame Fragen zu stellen, was sie wohl im Irak wollen, welche Absichten sie hegen und für welche Organisation sie arbeiten würden. Lucas und Finn wissen nicht, wie ihnen geschieht. Schließlich werden sie verhört, stundenlang, doch ihre Antworten sind immer die gleichen. „Wir arbeiten für keine Organisation, hegen keine bösen Absichten, wir wollen nur eine Dokumentation machen ...“ Später würde es heißen, die beiden wären bei einem Anschlag auf das Lager ums Leben gekommen, doch was geschah wirklich mit ihnen? Ist das die ganze Wahrheit?

Im Januar 2013 kontaktiert eine Person, die sich Citizenfour nennt die US-amerikanische Dokumentarfilmregisseurin Laura Poitras und was diese Person anschließend zu berichten hat, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Die NSA hat schon vor Jahren begonnen, die persönlichen Daten aller Mitmenschen zu sammeln und zu speichern. Menschen, die besonders auffällige Beiträge liefern, werden schließlich überwacht, verdächtigt, verhört. Niemand weis, wie weit es gehen wird, wie weit jeder einzelne gefärdet ist. Big Brother is watching you! Der Film „Enemy of the State“ behandelte das Thema bereits im Jahre 1998. 2002 wurde das Thema erneut in „Minority Report“ angesprochen, in dem man noch etwas weiter geht und sogenannte Drohnen nach Auffälligkeiten Ausschau halten lässt und man sich per Netzhautscanner ausweisen muss. Drei Menschen, die die Zukunft vorhersehen können, können mithilfe einer Konstruktion erblicken, wer in nächster Zeit ein Verbrechen begehen würde und somit kann die Polizei schon vorher einschreiten um dieses zu verhindern. „Ist doch gut“ wird vielleicht der eine denken, im wahren Leben beträgt es sich jedoch so, dass diese Ausführung bereits besteht, allerdings mithilfe von Drohnen, die verdächtige Personen verfolgen und im schlimmsten Falle auch töten. Auch in Deutschland ist diese Technik bereist im Aufbau. Auch Marcus Viscidi und Nigel Marchant bringen das Thema im Jahr 2007 mit „Rendition“ noch einmal zur Sprache und Gavin Hood verfilmte dies zu einem Thriller, der durch Mark und Bein geht. Hierbei wird ebenso wie in „Enemy of the State“ nicht einmal im Ansatz an die Unschuld des Protagonisten gedacht, es wird weder vermutet, noch ein Beweis erforscht, es ist einfach so und wird zur Tatsache, dass er schuldig ist.

Edward Snowden offenbarte uns Anfang des Jahres 2013 eine Wahrheit, die wir bereits kannten, jedoch nicht wahrhaben wollten und traurigerweise tun wir es noch immer nicht. Wir stehen unter Beobachtung, ob wir wollen oder nicht.

Ich weis, die Story mit den Jungs ist vielleicht ein bisschen zu weit hergeholt, ich hoffe ihr könnt trotzdem etwas damit anfangen. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie sammeln und jemanden schicken, den er nicht leiden kann.

Danke, dass ich mitmachen durfte! So jungfräulich wie ich in der Sache bin, hoffe ich, dass ich alle Erwartungen erfüllt und das Thema verstanden und getroffen habe. Sollte ich jetzt eine schlechte Note wegen Themaverfehlung bekommen, ist es mir überraschenderweise auch egal.

*_________*

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