Tarantino hat's schwer

Boykott gegen Merchandise von Django Unchained

Samuel L. Jackson als Action-Figur
© Miramax Films/NECA
Samuel L. Jackson als Action-Figur

Quentin Tarantino musste sich im Laufe seiner Karriere bereits einige Vorwürfe gefallen lassen. Aktuell steht seine Spaghettiwestern-Hommage Django Unchained im Fokus der Kritik. Obwohl die dort thematisierte Sklaverei eine offensichtlich sensible Angelegenheit ist, richten sich die Vorwürfe nicht gegen den Film, sondern vielmehr gegen die erhältlichen Merchandise-Artikel aus dem Hause NECA. Unter diesen befinden sich knapp 15 cm große Action-Figuren nach den Vorbildern der Protagonisten. Insbesondere die Plastikfiguren der afroamerikanischen Schauspieler Jamie Foxx, Samuel L. Jackson und Kerry Washington sorgen für reichlich Unmut unter US-Bürgerrechtsaktivisten.

Wie der Spiegel berichtet, rief die Interessengruppe National Action Network öffentlich zum Boykott der Figuren auf. Der Verkauf jener Figuren sei “ein Affront gegen unsere Vorfahren und die gesamte afroamerikanische Gemeinde”, kommentierte Pastor Tulloss gegenüber der New York Daily News. Der Film richte sich zwar an Erwachsene, doch die Zielgruppe der Figuren seien Kinder. Pastor Tulloss wolle dringend verhindern, dass ein derart ernstes Thema zu Unterhaltungszwecken diene. Schützenhilfe bei seinem Anliegen erhielt Tulloss von Najee Ali, dem Vorsitzenden der Bürgerrechtsorganisation Islamic Hope in Los Angeles. “Wir sind schockiert. Diese Spielzeuge kommen einem Schlag ins Gesicht unserer Vorfahren gleich”, so Alis Statement. Auch er wirbt öffentlich dafür, die Figuren umgehend aus dem Verkehr zu ziehen.

Mehr: Tarantino vergleicht Sklaverei mit Holocaust

Selbst unter den Django-Kritikern spalten sich die Lager. Im Gegensatz zu Najee Ali, der keine Einwände gegen den Film erhebt, sorgte Spike Lee mit direkter Kritik am Film für Aufsehen. So twitterte die afroamerikanische Regiegröße: “Die amerikanische Sklaverei war kein Sergio Leone Spaghettiwestern, sondern ein Holocaust. Meine Vorfahren waren Sklaven, die aus Afrika entführt wurden. Ich werde sie in Ehren halten”. Quentin Tarantino und The Weinstein Company waren gegenwärtig für keine Stellungnahme zu erreichen.

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