Kräftige Farben, geometrische Set-Designs und Hollywood-Stars, die ausdruckslos in die Kamera starren: All das sind Merkmale des Stils, der heute unverwechselbar für Wes Anderson steht. Bevor er jedoch mit Filmen wie Grand Budapest Hotel oder seiner Netflix-Fantasy-Reihe Erfolge feierte, kreierte er ebenso sehenswürdige Geschichten: Darunter auch Die Royal Tenenbaums, den ihr jetzt auf Netflix streamen könnt.
Jetzt auf Netflix: Eine der skurrilsten Familien der Filmgeschichte
Der Film bringt uns in die Mitte einer absonderlichen Familie: Der gealterte Royal Tenenbaum (Gene Hackman) blickte einst stolz auf seine drei(einhalb) hochbegabten Kinder. Da wären sein genialer Erfindersohn Chas (Ben Stiller), Richie (Luke Wilson) als Tennis-Talent von morgen und Margot (Gwyneth Paltrow), die exzentrische Adoptivtochter und angehende Drehbuchautorin. Außerdem ständig mit dabei: Owen Wilson als skurriler Nachbarsjunge Eli Cash.
Viele Jahre später sieht das Familienleben der Tenenbaums aber ganz anders aus. Nach seiner Trennung von Mutter Etheline (Anjelica Huston) kehrt Royal zurück und muss feststellen, dass die Familie in Scherben liegt: Richie und Margot kämpfen mit ihren nicht ganz so geschwisterlichen Gefühlen füreinander und Chas kompensiert den Tod seiner Ehefrau, indem er seine Kinder einem zwanghaften Sicherheitsdrill aussetzt.
Kurzerhand erfindet Royal eine Krebserkrankung, um die zerworfene Familie wieder zusammenzubringen. Was folgt, sind Eifersucht, romantische Verstrickungen und Intrigen. Mit der ganzen Familie unter einem Dach durchleben die Tenenbaums das, was einige erwachsene Kinder durchmachen, wenn sie für eine Weile zurück zu den Eltern ziehen: die liebevollste Hölle auf Erden.
Ernster als je zuvor: Netflix streamt den düstersten Anderson-Film
Da liegt etwas Magisches in den frühen Wes Anderson-Filmen. Der visuelle Stil ist noch nicht so stark überzeichnet und begleitet die Handlung eher, als dass er sie trägt. Die Charaktere sind vielschichtig und nicht so absurd – vor allem mit Luke Wilson als Richie Tenenbaum durchleben wir aufgrund seiner unerwiderten Liebe einige mentale Abgründe.
Seine Geschichte mündet in einem Tiefpunkt, der bis heute unter die Haut geht. Bei den intensiven und düsteren Szenen kann man kaum glauben, dass es sich hier um das Werk desselben Regisseurs handelt, den die meisten mit einem ulkigen Grußkarten-Look verbinden – trotz der bunten Optik ist dieser Film nichts für schwache Nerven.
Die Royal Tenenbaums: Die Crème de la Crème des Anderson-Stils
An diesem Film stimmt wirklich alles: die Charaktere, die Handlung, der Soundtrack und die Machart. Die Royal Tenenbaums sind eine abstruse Familie, die erstaunlich greifbare Höhen und Tiefen durchmacht. Und am Ende von all diesem Chaos ist es ein einziger Satz von Ben Stiller, der Fans auf Reddit bis heute zu Tränen rührt. Ein Filmfan schreibt: "Oh man, genau diese Stelle bringt mich jedes Mal zum Weinen, wenn ich den Film sehe."
- Streaming-Tipp: Ungewöhnliches, aber unheimlich starkes Kriegsdrama
Die frühen Anderson-Filme sind definitiv einen Rewatch wert. Wenn ihr Die Royal Tenenbaums bisher verpasst habt oder euch noch einmal ein Tränchen aus dem Augenwinkel wischen wollt, könnt ihr ihn gemeinsam mit den anderen Erstlingswerken ab jetzt auf Netflix streamen.
