The Rip fesselt das Publikum über drei Viertel seiner Laufzeit so richtig an den Sessel – insbesondere durch das schweißtreibende Psycho-Duell seiner beiden Hauptdarsteller. Lediglich der Abschluss hätte eleganter und schlagkräftiger ausfallen können.
Matt Damon und Ben Affleck als knallharte Elite-Polizisten: Darum geht's in The Rip
Lieutenant Dane Dumars (Damon) und Sergeant J.D. Byrne (Affleck) sind Veteranen einer Spezialeinheit, die dem Geldfluss großer Drogendealer nachjagt: Dank anonymer Tipps heben sie oft Geldverstecke von mehreren hunderttausend Dollar aus. Doch ihre Arbeit ist alles andere als ungefährlich. Das zeigt sich auch am Tod ihrer Kollegin Jackie Velez (Lina Esco), die auf offener Straße brutal exekutiert wurde.
Schaut hier den Trailer zu The Rip:
Frustriert von Velez' Tod trifft Dumars eine folgenschwere Entscheidung, in die er sein ganzes Team inklusive Freund Byrne hineinzieht. In einem unscheinbaren Haus entdecken sie Geld in Höhe von 20 Millionen US-Dollar. Plötzlich droht ihnen ein unbekannter Anrufer mit dem Tod, falls sie den Ort nicht in 30 Minuten verlassen. Die hohe Summe weckt Begehrlichkeiten – gerade in den eigenen Reihen. Wem können die Hauptfiguren trauen? Und wie unschuldig sind Byrne und Dumars wirklich?
Die Psycho-Duelle des Netflix-Casts und eine dichte Stimmung bereichern den Film
The Rip wird für viele Thriller-Fans genau das abliefern, was sie sich wünschen: fesselnde Spannung, großartiges Schauspiel und eine genüsslich finstere Atmosphäre. Die größte Stärke des Films sind dabei Ben Affleck und Matt Damon in perfekt sitzenden Rollen: Damon als charmanter, aber verschlagener Anführer, Affleck als seine hitzköpfige rechte Hand. Insbesondere, wenn sich beide gegenseitig ankeifen, sich verdächtigen und den jeweils anderen mit misstrauischen Blicken taxieren, trifft das Talent der beiden Stars gleich doppelt ins Schwarze.
Auch der Rest des Casts, insbesondere One Battle After Another-Liebling Teyana Taylor und Steven Yeun (Minari) sorgt dafür, dass jede Wendung der Story sitzt: Für 75 Minuten kann man sich nicht sicher sein, welcher Figur man trauen kann. Jede von ihnen könnte ein Verräter sein oder ihre Kollegen dem Geld opfern. Dass dem Film über so lange Zeit dieser Drahtseilakt gelingt, ist der Besetzung zu verdanken – aber auch Regisseur Joe Carnahan.
Carnahan, ansonsten eher für blutige Action-Späße wie Smokin' Aces, Boss Level oder Copshop bekannt, schraubt den Bombast hier zurück und kreiert stattdessen eine über weite Strecken dichte, fast klaustrophobische Stimmung.
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Die Situation der Truppe, die umgeben von pechschwarzer Nacht auf dem Präsentierteller sitzt, erinnert an Klassiker wie Assault - Anschlag bei Nacht oder grandiose Thriller wie End of Watch und Sicario. Carnahan und Kameramann Juanmi Azpiroz (Copshop) kreieren effizient und schnörkellos eine explosive Stimmung im Inneren des Hauses, während draußen eine gespenstische, drückende Stille wie aus einem Horrorfilm herrscht.
Das Finale des Netflix-Films enttäuscht
Aber jede Spannung muss sich schließlich in einer Auflösung entladen – und hier tritt Carnahan leider zu weit wie auch zu kurz. Zu weit, weil er den Twist der eigenen Story mit Rückblenden und expositorischen Dialogen zelebriert, obwohl es sich um reine Durchschnittsware handelt. Und zu kurz, weil er zum Schluss einen Showdown abliefert, von dem man sich nach dem ganzen aufregenden Affleck-Damon-Duell deutlich mehr Emotion erhofft hatte. Auch wenn das Finale jede Menge gut gemachte Action auffährt.
The Rip, so hat man in den letzten Momenten das Gefühl, wäre gerne noch cleverer und mitreißender, als er ist. Er wäre gerne in den moralischen Dreck von Training Day herabgestiegen oder hätte dem Publikum wie das Sieben-Finale den Magen umgedreht. Dafür ist er am Ende zu brav und zu stumpf. Aber als solider Thriller mit dem schönsten Pärchen Hollywoods wird er vielen Fans einen packenden Abend verschaffen.
The Rip läuft seit dem 16. Januar 2026 bei Netflix.
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