Im neuen Jahrtausend

Die Top 7 der erfolgreichsten deutschen Kinderfilme

Flora Li Thiemann als Frederike | Sputnik
© Ascot Elite
Flora Li Thiemann als Frederike | Sputnik

Deutschland hat eine lange Tradition im Bereich der Kinder- und Jugendfilme. Die seltsame Umsetzung von Der Struwwelpeter war eher eine Ausnahme. Aber wer vergisst schon Emil und die Detektive oder auch Momo und die Nostalgie? Kinder sind in vielerlei Hinsicht eine wichtige Zielgruppe. Auch im neuen Jahrtausend sind die Verleiher und Produzenten nicht untätig und versuchen den Geschmack der Sprösslinge zu treffen. Wir haben für euch die Zahlen gecheckt und präsentieren die Top 7 der erfolgreichsten Kinderfilme nach der Jahrtausendwende.

In das Ranking kamen Filme, die ab 2000 teilweise oder ganz in Deutschland produziert wurden und ohne Altersbeschränkung sind (FSK 0). War ein Franchise mehr als einmal vertreten, wurde lediglich der umsatzstärkste Film der Reihe aufgenommen. Als Grundlage für das Ranking dienten uns dazu die Besucherzahlen der Filmförderungsanstalt. Diese sowie die Einnahmen der jeweiligen Filme in Euro (€), haben wir in den Datenbanken auf Blickpunkt: Film entnommen.

Platz 7: Emil und die Detektive (2001) | 1.769.173 Besucher (7.148.127 € Einspiel)
Emil und die Detektive ist nunmehr die achte Auflage nach dem Kinder- und Jugendbuch von Erich Kästner. Und mitnichten sind alle Adaptionen deutsche Produktionen. Es gibt eine britische, amerikanische, brasilianische, argentische und auch eine japanische Umsetzung des Kinderkrimis. Diese Version ist etwas modernisiert, was unter Zuschauern und Kritikern zwiespältige Reaktion verursachte. Während einige die Anpassung an die Jetztzeit legitimiert sahen, um der relevanten Zielgruppe Identifikationspotential zu bieten, sahen andere die jugendliche Unbeschwertheit abhanden gekommen. Regie führte Franziska Buch, die sich überwiegend im Genre des Jugendfilms aufhält. In der Rolle des klassischen Antagonisten Herr Grundeis bestaunen wir den Liebling aller Zahnärzte: Jürgen Vogel. Zu dem Originalbuch gibt es auch eine Fortsetzung: Emil und die drei Zwillinge. Diese Geschichte blieb bisher unverfilmt.

Platz 6: Das Sams (2001) | 1.784.756 Besucher (7.705.686 € Einspiel)
Schon bevor Tokio Hotel durch die TV-Landschaft geisterte, gab es Wesen, deren Geschlecht nicht näher bestimmbar war. Eines davon war Das Sams. Die beliebte Kinderbuchfigur hat eine Rüsselnase, Wunschpunkte, trägt einen kullerbauchfreundlichen Taucheranzug und unterscheidet sich auch in seinen Ernährungsgewohnheiten kaum vom Klischee des Durchschnittsdeutschen. Es isst am liebsten Würstchen mit Senf. Das kleine Wesen taucht bei Herrn Taschenbier (Ulrich Noethen) auf, um diesem bei seinem festgefahrenen Leben unter die Arme zu greifen. Das Fazit der Fachzeitschrift film-dienst bringt es auf den Punkt: “Einfallsreich inszenierte, witzig geschriebene, hervorragend fotografierte und bis in die Nebenrollen hinein ausgezeichnet gespielte Verfilmung eines Kinderbuch-Klassikers, die […] Erwachsenen wie Kindern einen nachdenklich-unterhaltsamen Verhaltensspiegel vorhält.” Der Film zog mit Sams in Gefahr und Sams im Glück zwei Fortsetzungen nach sich, welche jedoch nicht mehr an den Erfolg anknüpfen konnten. Wer Lust auf Retro-Feeling hat, schaut sich die Umsetzung des Stoffes durch die Augsburger Puppenkiste an – gerne auch mit Kind und Kegel: Am Samstag kam das Sams zurück

Platz 5: Das fliegende Klassenzimmer (2003) | 1.941.463 Besucher (8.477.505 € Einspiel)
Und erneut haben wir Erich Kästner im Ranking. Immerhin gilt Kästner als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen (Jugend-)Literatur. 2003 kam mit Das fliegende Klassenzimmer die dritte Verfilmung des gleichnamigen Buches in die Kinos. Wie schon bei Emil und die Detektive wurde das Szenario an die Moderne angepasst. Hier begleiten wir den jugendlichen Wannabe-Rebellen Jonathan (Hauke Diekamp) bei seinem Einzug in das Internat des Leipziger Thomanerchors. Eine jugendliche Love-Story und das Thema Mobbing runden den Familienspaß ab. Ulrich Noethen scheint ein besonderes Faible für Kinderfilme entwickelt zu haben. Nach Das Sams, Das fliegende Klassenzimmer und TKKG – das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine ist er seit März auch in der Kinderbuchadaption Pettersson und Findus – Kleiner Quälgeist, große Freundschaft als Pettersson zu sehen.

Platz 4: Hui Buh, das Schlossgespenst (2006) | 2.026.374 Besucher (10.384.491 € Einspiel)
Michael Herbig ist schon lange ein Begriff in Deutschland. Und auch wenn Hui Buh, das Schloßgespenst nicht unter seiner Regie entstand, sprechen Fans oft von diesem Bullyfilm. Vielleicht liegt das daran, dass er der kultigen Hörspielfigur mit seiner eigenwilligen Art zu spielen seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt hat. In der Besetzungsliste tauchen aber auch noch andere prominente Namen auf. Neben Christoph Maria Herbst (Stromberg) und Heike Makatsch (Hilde) gibt sich auch die unvergessene Hörspiel- und Schauspiellegende Hans Clarin die Ehre und trieb damit so einigen Kindgebliebenen eine Retro-Träne in die Augen. Er war die erste Stimme des Kobold Pumuckl, lieh Asterix sein Organ und begleitete viele, viele Stammlauscher als eben jener Hui-Buh durch die Kindheit. Im Film selbst wurde Bully Herbig per Motion Capture in den Schlossgeist verwandelt.

Was sind wohl die erfolgreichsten deutschen Kinderfilme im neuen Jahrtausend?
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