Das Wochenende liegt in seinen letzten Atemzügen, doch eine Frage ist nach wie vor ungeklärt: Was gibt es am Sonntagabend bei Netflix im Streaming-Abo? Wir haben eine Empfehlung für euch: Wenn ihr etwas tiefer in den Katalog grabt, findet ihr dort die herausragende Sci-Fi-Fortsetzung Blade Runner 2049 von Denis Villeneuve.
Wer das aktuelle Blockbuster-Kino verfolgt, weiß, dass Villeneuve einer der gefragtesten Regisseure unserer Zeit ist. Mit Filmen wie Sicario und Arrival hat er sich in den Hollywood-Olymp hochgearbeitet, ehe er seine Dune-Verfilmung entfesselte. Dazwischen wagte er einen Abstecher ins dystopische Los Angeles des Jahres 2049.
Blade Runner 2049 bei Netflix: Grandiose Sci-Fi-Fortsetzung mit Ryan Gosling und Harrison Ford
Im Mittelpunkt der Geschichte befindet sich der Polizist K (Ryan Gosling), seines Zeichens ein Replikant – ein künstlich geschaffenes Wesen, das äußerlich kaum von echten Menschen zu unterscheiden ist. Wenn man hinter die Fassade blickt, offenbaren sich jedoch Schaltkreise und Motoren. Gefühle empfindet er trotzdem.
K arbeitet als sogenannter Blade Runner und jagt ältere Replikanten, die sich vor dem Gesetz verstecken. Bei seinem neuesten Fall stolpert er über Hinweise, die das politische und gesellschaftliche Gefüge für immer erschüttern könnten: Angeblich hat eine Replikantin ein Kind zur Welt gebracht. Das sollte eigentlich gar nicht möglich sein.
K schaut sich die Sache näher an und bringt sich selbst in Gefahr. Plötzlich befindet er sich im Fadenkreuz der Menschen, für die er gerade noch gearbeitet hat. Auf seiner Suche nach der Wahrheit trifft er im heruntergekommenen Las Vegas auf Rick Deckard (Harrison Ford), den Protagonisten aus dem ersten Blade Runner-Film von 1982.
Sonntagabend-Blockbuster bei Netflix: Ein Sci-Fi-Film, in dem man sich komplett verlieren kann
Wir haben es hier also mit einem klassischen Legacyquel zu tun, das Jahrzehnte nach dem Original die Geschichte mit überwiegend neuen Figuren fortsetzt und trotzdem den Bogen zur Vergangenheit schlägt. Blade Runner 2049 ist jedoch vielmehr als eine nostalgische Erinnerung an Ridley Scotts stilprägendes Sci-Fi-Meisterwerk.
Villeneuve hat einen atmosphärisch unheimlich dichten Film geschaffen, der in ein riesiges Cyberpunk-Labyrinth entführt, in dem man sich stundenlang verlieren kann. Trotz einzelner Actionszenen erweist sich Blade Runner 2049 vor allem als nachdenkliche Meditation über die Frage nach dem, was einen menschlich macht.
Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass in dieser Welt alle Hoffnung verloren ist. Der Himmel hat sich verdunkelt, ewiger Regen flutet die Straßen. Teilnahmslose Silhouetten scheiben sich vor grellen Neonlichtern vorbei. Alles ist künstlich, nichts ist echt. Willkommen in einer zutiefst melancholischen Detektivgeschichte.
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Villeneuve bewegt sich allerdings nicht nur am Abgrund. Durch seine hypnotisierende, bildstarke Inszenierung flackert ein Hoffnungsschimmer, der ein packendes Finale voller verblüffender Zwischentöne vorbereitet. Spätestens an diesem Punkt verwandelt sich der audiovisuelle Rausch in eine kathartische Filmerfahrung.