Eine der besten Sci-Fi-Serien des Jahrtausends ist endlich komplett im Stream: 180 Folgen voller großer Ideen und Gefühle

11.02.2026 - 10:17 UhrVor 29 Tagen aktualisiert
Screenshot aus Steven Universe: The MovieCartoon Network
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Dank des deutschen Launchs von HBO Max kann man eine brillante Sci-Fi- und Fantasy-Serie aus den 2010er Jahren endlich auch hierzulande komplett streamen.

Lasst euch vom Look und der anfänglichen Leichtfüßigkeit der Animationsserie Steven Universe nicht hinters Licht führen. Die Schöpfung von Rebecca Sugar (Adventure Time) ist zwar zum einen ein pastelliger Cartoon voller Herzlichkeit, Comedy und Musik. Zum anderen haben wir es aber mit ganz großen Sci-Fi-Ideen und originellen Fantasy-Konzepten zu tun, die in 180 Folgen eine größere Geschichte erzählen, als die wundervoll-belanglosen Frühfolgen vermuten lassen.

Lange Zeit hatte nur Netflix ein paar verstreute Staffeln im Angebot. Nun aber kann man, seit dem hiesigen Start von HBO Max, mit einem Abo alle fünf Staffeln der Originalserie plus Steven Universe: The Movie und Epilog-Miniserie Steven Universe Future streamen.

Darum geht's im fantasievollen Sci-Fi-Cartoon Steven Universe

Im beschaulichen Beach City lebt ein liebenswerter Junge namens Steven mit drei außerirdischen Frauengestalten, den Crystal Gems. Die penible Pearl, die ungestüme Amethyst und die coole Garnet sind Kristall-Aliens aus einer fremden Welt, die ihren pummeligen Schützling gemeinsam großziehen und ganz nebenbei magische Sci-Fi-Mission erledigen, um die Welt zu beschützen.

Auch Steven ist nur halb Mensch. Seine Mutter Rose Quartz vermachte ihm ihren Gem-Stein, den er im Bauchnabel als Quelle seiner Kräfte trägt. Die hat er auch von seiner Mutter geerbt, und sie äußern sich vor allem in einem magischen rosa Schild, das er erscheinen lassen kann, einem pinken Löwen als Sidekick und Heilungskräften via Körperflüssigkeiten wie Tränen. Eher unerwartet für einen Cartoonhelden, aber sehr passend für den emotional intelligenten und mit seinen Gefühlen in Kontakt stehenden Jungen wie Steven.

Die frühen Folgen lassen Steven vor allem seine Gem-Kräfte entdecken, während er neue Freundschaften schließt und Zeit mit den Crystal Gems oder seinem menschlichen Vater Greg verbringt, einem ehemaligen Rockstar mit Weltraum-Gimmick à la Bowie in der Ziggy-Ära. Im Laufe der Zeit werden wir aber immer mehr in die weitreichende Mythologie der Serie eingeweiht: Wie Stevens Erzieherinnen vor Tausenden von Jahren gegen ihre autoritäre Gem-Heimatwelt mit ihrem Kristall-Kastensystem rebellierten – und vor allem, welche Rolle seine Mutter Rose als Anführerin der Rebellinnen spielte.

Doch auch diese Enthüllungen müssen im Laufe der Zeit immer wieder hinterfragt werden. Denn obwohl es sich bei Steven Universe um eine Cartoonserie handelt, die man getrost mit Kindern und Heranwachsenden sehen kann (anders als zum Beispiel Hazbin Hotel), gelingt es der Serie, ein paar der überraschendsten und am sorgsamsten vorbereiteten Twists in der Geschichte des Fernsehens durchzuziehen. Keine Spoiler an dieser Stelle, aber die Folge A Single Pale Rose aus Staffel 5 ist nicht umsonst die am höchsten bewertete Episode der ganzen Serie mit einer sagenhaften 9,7 auf IMDb.

Aber auch insgesamt muss sich die Serie mit einem perfekten Rotten Tomatoes -Score von 100 Prozent und einer 7,7 von der Moviepilot-Community nicht verstecken.

Fusion, Repräsentation und Anime-Referenzen

Eines der spannenderen Konzepte in Steven Universe ist die Fusion. Gems und auch Steven besitzen die Fähigkeit, sich zu zweit oder mehreren durch einen intimen Tanz zu kombinieren, wobei eine neue Mischpersona entsteht. Die besitzt Charakter- und Designeigenschaften aller beteiligten Personen und ist dadurch oft im Kampf eine große Hilfe, kann aber auch einfach Ausdruck von Zuneigung zweier Figuren sein. Es wurde viel über Fusion als Sex-Metapher geschrieben, viel richtiger ist aber die Interpretation über emotionale Verbindungen.

Da die Gems sich allesamt als Frauen darstellen, werden aus ihnen in Kombination weitere Frauen beziehungsweise eine Giant Woman , wie es in einem der frühen Songs heißt. Fusioniert Steven mit einer von ihnen (oder seiner besten Menschenfreundin Conny) kommt ein nicht-binärer Charakter heraus, was nicht nur im Cartoonkontext nie dagewesene Repräsentation bescherte. Aus diesem und weiteren Gründen wurde Steven Universe als erste Animationsserie mit dem GLAAD Award für gelungene LGBTQ-Repräsentation im TV ausgezeichnet (via Animation Magazine ).

Diese progressive Herangehensweise bedeutete leider auch das frühzeitige Ende der Serie, deren letzte Staffel irgendwann im Sauseschritt zum großen Showdown eilen musste. Zum Glück konnten Fans sich noch über einen hervorragenden Film freuen, der sich noch mehr als die Serie als Musical präsentiert. Danach wurde auch noch die Miniserie Steven Universe Future produziert: eine Aufarbeitung vieler angesammelter Traumata und das wahre, emotional zerfetzende Finale der Saga.

Optisch hat Steven Universe viel mit US-amerikanischen Cartoons à la Willkommen in Gravity Falls oder Willkommen im Haus der Eulen gemeinsam. Gleichzeitig strotzt die Serie nur so vor offensichtlichen, liebevoll eingebauten Anime-Referenzen: von Magical Girl-Inspirationen wie Sailor Moon und Revolutionary Girl Utena bis hin zu Sci-Fi-Titeln wie Neon Genesis Evangelion und Captain Harlock. So ist es wirklich kristallklar, von welchen Animationsklassikern Rebecca Sugar und ihr Team beeinflusst wurden.

Die richtige Watch-Reihenfolge für Steven Universe

Wenn ihr euch jetzt mit Steven Universe und den Crystal Gems auf HBO Max ins Abenteuer stürzen wollt, gibt es nur noch die richtige Reihenfolge beim Ansehen zu beachten:

  • 1. Steven Universe (160 Episoden)
  • 2. Steven Universe: The Movie
  • 3. Steven Universe Future (20 Episoden)

Darüber hinaus wurde im letzten Jahr ein Spin-off angekündigt, das sich um Lars aus Beach City drehen soll, der im Laufe der Originalserie zum Weltraumpiraten wird.

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