Nehmt lieber das Shuttle: Warum ihr euch in Star Trek besser nicht beamen lassen solltet

20.01.2026 - 10:04 UhrVor 18 Tagen aktualisiert
Die Transporterplattform in Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert
Paramount
Die Transporterplattform in Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert
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Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, wie der Transporter in Star Trek funktioniert? Einer Fantheorie zufolge gibt es womöglich einen fatalen Haken.

"Beam me up, Scotty" ist ein ikonisches Zitat, das Trekkies seit sechs Dekaden ein Lächeln aufs Gesicht transportiert. Vielleicht sollte die Referenz auf den praktischen, täglich eingesetzten Materietransporter, mit dem jedes Raumschiff der Sternenflotte ausgerüstet ist, jedoch viel mehr für Angst und Schrecken sorgen. Denn unter Umständen haben wir es hier mit der tödlichsten Technologie der gesamten Föderation zu tun, die heimlich und ohne Einspruch millionenfach mordet.

Was es damit auf sich hat – und warum sich Fans diesbezüglich uneinig sind – erklären wir euch im Folgenden.

Der Star Trek-Transporter als tödliche Technologie: Was gegen das Beamen spricht

Das Beamen in Star Trek wurde für die Originalserie Raumschiff Enterprise erfunden, um sich beim knappen TV-Budget kostspielige Landeszenen mit Shuttles und Schiffen zu sparen. Im Prinzip wird dabei der gesamte Körper einer Person oder eines Gegenstandes bis auf jedes einzelne Atom gescannt, gespeichert und dann an der Sendestelle aufgelöst. Diese Information wird an die Empfangsstelle gesendet, wo man die gleichen Partikel mit ähnlicher Technologie wie dem Nahrungsmittel-Replikator erneut herstellt. Das könnte jedoch bedeuten, dass es sich bei im Zielort materialisierten Person lediglich um eine Kopie der entmaterialisierten Person handelt, deren Leben und fortlaufendes, subjektives Bewusstsein im Moment des Beamens beendet wurde.

Für die Mission macht das praktisch keinen Unterschied, da die "neue" Person über sämtliche Erinnerungen und Eigenschaften des Originals verfügt. Für das zu beamende Individuum auf der Transporterplattform macht es allerdings einen riesigen Unterschied, denn bereits das erste Beamen könnte das eigene Leben, wie man es persönlich erlebt, einfach so beenden. Das würde den täglich und millionenfach eingesetzten Apparat zur größten Massenmordmaschine der Föderation machen und Star Trek von einer Utopie in eine gruselige Dystopie verwandeln.

Für diese schaurige Interpretation der Star Trek-Transportertechnologie argumentierte unter anderem der YouTuber CGP Grey in seinem (mittlerweile fast zehn Jahre alten) Video Teleportation: Why It Would Kill You. Darin führt er Beaming-Unfälle wie den duplizierten Thomas Riker (Jonathan Frakes) aus Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert und den aus zwei Crew-Mitgliedern kombinierten Tuvix (Tom Wright) aus Star Trek: Raumschiff Voyager als Beispiele an, die den Horror entlarven.

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Zusätzlich illustriert er seinen Punkt mit einem weiteren Gedankenexperiment: "Steige in einen Transporter mit kaputter Zerlege-Einheit und der Tod kommt zum Vorschein. Du vor und du nach dem Beamen können verschiedener Meinung sein, wer 'du' bist. Und wenn Scotty dem Vor-Beamen-Du erzählt: 'Sorry, die Zerlege-Einheit ist kaputt, gib uns 'ne Minute, das zu beheben', wirst du sicher nicht dort warten."

Es gibt aber auch einige Trekkies, die da ganz anderer Meinung sind – und sie haben ebenfalls ein paar faszinierende Argumente.

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Was gegen den Star Trek-Transporter als mörderische Maschine spricht

Transporter-Ingenieure der Föderation und auch viele im Star Trek-Fandom (wie hier auf Reddit ) argumentieren, dass der Transporter keine bloße Kopie einer Person erstellt, sondern das tatsächliche "Ich" inklusive des subjektiven Bewusstseins ohne Bruch in der eigenen Erfahrung an den Zielort transportiert. Wie genau der Beam-Buffer und der Transportstrahl das anstellen, bleibt wie der mehr oder weniger magische Heisenbergkompensator unerklärt – es ist aber definitiv die beruhigendere Theorie.

Kanonisch gibt es immerhin ein paar Belege für diese Argumentation. In der Star Trek: Enterprise-Episode Daedalus lernen wir Emory Erickson (Bill Cobbs), den Erfinder der Transportertechnologie, kennen. Der argumentiert leidenschaftlich gegen die Klon-Theorie, was aber ehrlich gesagt wenig tröstend wirkt, denn natürlich möchte er seine Erfindung in einem guten Licht dastehen lassen.

Darüber hinaus befasst sich die Episode Todesangst beim Beamen aus Das nächste Jahrhundert mit Lieutenant Barclay (Dwight Schultz) und seiner Transporterphobie. Die überwindet er am Ende der Folge, indem er sogar jemanden, der im Transporterstrahl festhängt, mit an die andere Seite zieht. Spricht das für das kontinuierliche Bewusstsein während des technisch komplexen Vorgangs? Oder könnte der "neue" Barclay im Laufe des Prozesses irgendwann abgeklatscht haben?

Genau werden wir es vermutlich nie erfahren. Und glücklicherweise sind wir in der realen Welt noch weit davon entfernt, vor der Frage zu stehen, ob wir nicht doch lieber das Shuttle nehmen sollen.

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