Game of Thrones Staffel 8: Warum Tyrion das Finale entscheiden wird

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Volontär beim Moviepilot. Betrachtet das Leben in 2.35:1 und hat in Programmkinos aufgrund der freien Platzwahl Angst vor einem Kontrollverlust.

Achtung, Spoiler zu Game of Thrones: Die 5. Folge der 8. Staffel von Game of Thrones war schwer zu verdauen. Inmitten all der grausamen Kriegsverbrechen, die sich in Die Glocken ereignen, werden mitunter aber auch leise Töne angeschlagen. Und eine Szene ließ uns aufmerksam werden, die Tyrion (Peter Dinklage) gehört.

In dieser spricht die rechte Hand von Königin Daenerys (Emilia Clarke) mit Ser Davos (Liam Cunningham), doch bevor wir den Zweck des Gesprächs erahnen können, folgt ein Schnitt und die Szenerie wechselt plötzlich zu Arya (Maisie Williams) und Sandor (Rory McCann). Ein vertrautes Muster in Staffel 8.

Darum wird bei den Tyrion-Szenen in Staffel 8 ständig weggeschnitten

Mehr und mehr bekommen wir das Gefühl, dass die Autoren David Benioff und D.B. Weiss einen bestimmten Plan mit Tyrion verfolgen. Denn die Szene mit Davos ist in der Finalstaffel nicht die einzige, bei der wir von einer interessanten Unterhaltung des akademischsten aller Lannisters ausgeschlossen werden. In nahezu jeder Folge findet sich so ein Moment und sie alle haben Gemeinsamkeiten:

  • Tyrion führt immer ein Vier-Augen-Gespräch in vertrauter Zweisamkeit.
  • Das Thema ist stets geheim. Niemand soll Wind davon bekommen.
  • Das gilt leider auch für den Zuschauer: Jedes Mal, bevor es zur Sache kommt, wird weggeschnitten.

Wir glauben, dass diese merkwürdigen Dialogszenen (die plötzlichen Unterbrechungen sind ein berechtigter Kritikpunkt in der neuen Season) eine übergreifende Bedeutung haben, beziehungsweise, dass sie in der letzten Folge aufgelöst werden könnten.

Damit könnte Tyrions Rolle in der Serie neu interpretiert werden und seine, laut Kollegin Jenny bisher unbefriedigende Entwicklung ("Der beste Charakter ist zur Witzfigur verkommen") noch mal eine entscheidende Wendung nehmen. Zugleich würde dies zum Teil die unsauberen Szenenwechsel erklären. Haben sich die Game of Thrones-Autoren womöglich Tyrions großen Moment für den Schluss aufgehoben?

Wir fassen für euch nachfolgend die Szenen zusammen, die in Staffel 8 betroffen sind und was sie für das Game of Thrones-Finale in der letzten Folge 6 bedeuten könnten.

Tyrion und Bran (Folge 2: Ein Ritter der Sieben Königslande)

Das passiert:
  • Es ist der geheimnisvollste Vertreter unserer Liste. Nachdem die Protagonisten auf Winterfell einen Schlachtplan diskutieren, um die Weißen Wanderer zu besiegen, bittet Tyrion Bran (Isaac Hempstead-Wright) zum vertraulichen Gespräch.
  • Der Dreiäugige Rabe soll ihm offenbar seine Lebensgeschichte erläutern, doch dann folgt direkt ein Schnitt zur nächsten Szene.
Die logischste Erklärung:
  • Bran spricht über alles, was er seit ihrer letzten Begegnung in Staffel 1 so erlebt hat.
Das könnte auch dahinterstecken:
  • Bran enthüllt, dass Jon Schnee (Kit Harington) ein Targaryen ist. Tyrion weiß also schon weitaus länger darüber Bescheid, als wir zurzeit annehmen.
  • Vielleicht deutet Bran mit seinen Orakel-Fähigkeiten sogar an, zu welch grausamer Herrscherin Dany sich entwickelt.
Das glauben wir wirklich:
  • Etwas muss an diesem Dialog dran sein, er könnte für das Ende der Serie noch eine erhebliche Gewichtung tragen. Was der Rabe wirklich ausgeplaudert hat, das wissen derzeit nur die Autoren.
  • Sollte Tyrion schon so viel früher über den wahren Thron-Befugten informiert sein, würde das vor allem die kontroverse 4. Folge in ein neues Licht rücken.

Tyrion und Sansa (Folge 4: Die Letzten der Starks)

Das passiert:
  • Sansa (Sophie Turner) weiß nach einem Gespräch mit Jon über dessen Herkunft Bescheid und meint zu Tyrion: "Was wäre, wenn es einen besseren Herrscher [als Daenerys] gäbe?"
Die logischste Erklärung:
  • Sansa plaudert Tyrion Jons Geheimnis aus, kurz nachdem sie wohlgemerkt geschworen hat, es keinem zu verraten.
Das könnte auch dahinterstecken:
  • Das ist nicht alles. Sansa eröffnet Tyrion ihre Pläne, Daenerys zu hintergehen.
Das glauben wir wirklich:
  • Dass Sansa Jons Bestimmung preisgibt, daran gibt es keinen Zweifel. Anschließend spricht Tyrion ja bereits mit Varys (Conleth Hill) darüber und gesteht diesen Austausch auch Dany in Folge 5.
  • Doch das einstige Ehepaar könnte in der Tat noch ein wenig mehr besprochen haben. Vielleicht war Varys ja bereits die zweite Person, die Tyrion mit intriganten Konzepten konfrontiert hat?
  • Das könnte auch erklären, warum dieser später auf Drachenstein noch mehr trinkt als üblich. Sansa haben wir seit der Szene jedenfalls nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Tyrion und Davos (Folge 5: Die Glocken)

Das passiert:
  • Am Abend vor der Belagerung von Königsmund spricht Tyrion Ser Davos im Lazarett auf dessen Schmugglerkünste an. Seewert ahnt eine Dienstleistung, die "ihm nicht gefallen wird".
Die logischste Erklärung:
Das könnte auch dahinterstecken:
  • Davos soll Tyrion aus Königsmund schmuggeln, wenn Daenerys am Ende durchdrehen und ihm an Leder wollen sollte.
  • Oder es geht um einen Gegenstand, möglicherweise eine Botschaft von Varys mit der Wahrheit über Jon Schnee.
Das glauben wir wirklich:
  • Tyrion sagt zwar zu Jaime, dass ihn ein rettendes Boot in Königsmund erwartet, Davos ist jedoch bei der Schlacht die ganze Zeit mitten in der Stadt. Er könnte das Boot am Abend zuvor an die Küste gebracht haben, trotzdem verstehen wir dann nicht ganz den Sinn der Dialogszene und deren Schnitt.
  • Falls es sich wirklich um Varys' letzte Nachricht handelt: Ja, möglich ist es, auch wenn Tyrion natürlich einfach selbst so eine verfassen könnte, was aber natürlich wiederum auf ihn zurückführen würde. Vielleicht erachtet er einen Raben als Bote als zu gefährlich.

So wichtig könnten Tyrions Szenen für das Game of Thrones-Finale sein

80 Minuten dürfen wir noch in Westeros verweilen, wie gut dass die Chefautoren David Benioff und D.B. Weiss in der verbleibenden Schlussepisode persönlich die Regie-Zügel schwingen. Denn die beiden sind uns einige Antworten schuldig. Im schlimmsten Fall verlaufen die elliptischen Tyrion-Dialoge, speziell der mit Bran, wie zuletzt so zahlreiche Fantheorien im Sande und nichts steckt dahinter.

Mut zur Enttäuschung bewies das schöpferische Duett bereits mit der Auflösung des Nachtkönigs, nach einigen Holzhammer-Wendungen in der jüngsten Staffel rechnen wir mit so ziemlich jedem erdenklichen Szenario. Es wäre dennoch begrüßenswert, wenn Tyrion noch ein Ass im Ärmel hat. Womöglich hat er die ganze Zeit einen Notfallplan entworfen, seine Königin im Falle der Katastrophe zu stürzen.

Nehmen wir an, der gerissene Lannister ist sich tatsächlich seit der Unterredung mit Bran über Aegon Tagaryen bewusst: Die konfuseren Momente der Staffel würden plötzlich mehr Sinn ergeben, ebenso die Figurenzeichnung von Tyrion selbst. Zuletzt enttäuschte dieser nur, was seine Intelligenz wie seinen Einfallsreichtum betrifft. Vielleicht bewahrheiten sich auf den letzten Metern dann doch Sansas Worte aus der ersten Staffel-Episode: "Ich hielt euch mal für den klügsten Mann."

Die finale Staffel Game of Thrones könnt ihr jetzt mit Sky Ticket parallel zur US-Ausstrahlung streamen. Die Staffeln 1-7 sind dort ebenfalls verfügbar. Einfach monatlich kündbar – jetzt hier testen!

Das große Finale von Game of Thrones läuft diesen Sonntag, dem 19.05.2019 auf HBO.

Was glaubt ihr? Wird uns Tyrion am Ende von Game of Thrones alle verblüffen?

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