Heute gilt er für viele als bester Film aller Zeiten, aber bei den Oscars ging er trotz 7 Nominierungen (!) komplett leer aus

17.08.2026 - 18:05 Uhr
Moviepilot bei Google bevorzugen
Die Verurteilten
Columbia Pictures
Die Verurteilten
1
Manche Filme sind ihrer Zeit voraus. Beispielsweise ein heutiger Publikums-Liebling, der bei seinem Erscheinen aber gegen andere Filmlegenden bei den Oscars das Nachsehen hatte.

Was verbindet Stephen King (The Green Mile), Morgan Freeman (Sieben) und Frank Darabont (The Walking Dead)? Sie waren an dem Gefängnisdrama Die Verurteilten beteiligt, das heute für viele der beste Film aller Zeiten ist. Nicht umsonst hat er über die Jahre hinweg eine riesige Fanbase gesammelt und thront bei der IMDb  mit 9.3 von 10 Punkten über allen anderen Filmen.

Zwar werden die IMDb-Bewertungen stark von einer männlichen und westlichen Zuschauerschaft geprägt und die Top 10 ist nicht stellvertretend für einen weltweiten Universalgeschmack. Heute gilt Die Verurteilten dennoch als zeitloser Kultfilm, der aus einem ganz bestimmten Grund keinen seiner 7 Oscar-Nominierungen gewann.

Die Verurteilten hätten 7 Oscars abstauben können

Das von Frank Darabont inszenierte Drama erzählt von den beiden Gefängnisinsassen Andy Dufresne (Tim Robbins) und Ellis Boyd „Red“ Redding (Morgan Freeman), die auf sehr unterschiedliche Weise im selben Gefängnis landen und dort eine tiefe Freundschaft entwickeln.

Kürzlich verwiesen wir in einem Hintergrundartikel zum schlechten Start von Die Verurteilten auf die besondere Vorgeschichte des Gefängnisdramas. Die Kinoeinnahmen blieben hinter den Erwartungen zurück, Morgan Freeman kritisierte von Anfang an den Filmtitel und vor allem startete er mit unglaublich starker Konkurrenz in die Award-Saison. Kultfilm Forrest Gump war nur einer der namhaften Gegner.

Bei den Oscars im Jahr 1995 wurde das Drama in nicht weniger als sieben (!) Kategorien nominiert – und erhielt die begehrte Auszeichnung trotzdem nicht.

Rein rechnerisch standen die Chancen bei all diesen Nominierungen sicher gut: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Morgan Freeman), Bestes adaptiertes Drehbuch (die Vorlage lieferte Horror-Autor Stephen King), Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton und Beste Filmmusik. Nicht aber in der Realität von 1995.

Schuld ist unter anderem das extrem starke Kinojahr 1994

Die Verurteilten trat nämlich gegen Filmlegenden wie Forrest Gump, Pulp Fiction, Der König der Löwen und Speed an, die den Film bei der Oscarverleihung 1995 schließlich überholten. An diese Filme hat Die Verurteilten seine Auszeichnungen verloren:

  • Bester Film: Forrest Gump
  • Bester Hauptdarsteller: Tom Hanks für Forrest Gump
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: Eric Roth für Forrest Gump
  • Beste Kamera: John Toll für Legenden der Leidenschaft
  • Bester Schnitt: Arthur Schmidt für Forrest Gump
  • Beste Tonmischung: Bob Beemer, Gregg Landaker, David MacMillan, Steve Maslow für Speed
  • Beste Filmmusik: Hans Zimmer für Der König der Löwen

Gut möglich, dass eine Oscar-Verleihung aus heutiger Sicht anders ausfallen würde – aber ganz sicher können wir uns da natürlich nicht sein. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass Die Verurteilten inzwischen bekannter ist als je zuvor und in einer wichtigen Kategorie weit vorne liegt: in der unvergesslicher Filme, die ihr Publikum auch nach Jahrzehnten aufrichtig begeistern.

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News