Horror, Gedärme und Avengers: Von dieser Superhelden-Verarsche kann sich Marvel einiges abgucken

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Smoking Causes Coughing
25.05.2022 - 17:34 UhrVor 26 Tagen aktualisiert
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Smoking Causes Coughing schickt mit der Tobacco Force die etwas anderen Avenger auf die Mission, die Welt zu retten. Und ist mit seinen Gore-, Comedy- und Horror-Elementen perfekt für Marvel-Müde.

Es dürfte zunehmend schwieriger werden, irgendjemanden zu finden, der nicht zumindest einen Ausschnitt aus einem Film gesehen hat, in dem es um Superheld:innen geht. Marvel und DC dominieren nicht nur die Kinosäle, sondern auch den Großteil der restlichen Popkultur. Umso überraschender ist es, dass ausgerechnet bei den Filmfestspielen in Cannes ein Film gezeigt wurde, der dem Thema einen neuen Dreh gibt. Inklusive Blutfontänen, jeder Menge Eingeweide und einer der ekelhaftesten Kussszenen der Filmgeschichte.

Smoking Causes Coughing vereint die Avengers mit unterhaltsamem Horror

Zu Beginn wirkt Smoking Causes Coughing wie ein klassischer Superheld:innen-Film, wenn auch mit einem Bruchteil des klassischen MCU-Budgets. Eine Gruppe aus insgesamt fünf Heldinnen und Helden bekämpft einen Bösewicht, der die Menschheit bedroht. Nur dass der Bösewicht eine überdimensionale Schildkröte ist und die Tobacco Force (die sich selbst immer wieder als "Avenger" bezeichnen) aus Charakteren besteht, die nach den schädlichen Inhaltsstoffen von Tabak benannt sind und Gegner dadurch ausschalten, dass sie bei ihnen Krebs verursachen. Woraufhin diese mit einer beeindruckend abstoßenden Masse aus Kunstblut und Gedärmen explodieren.

Die Tobacco Force in all ihrer Pracht

Nach erfolgreicher Mission gratuliert ihnen ihr Chef, eine Ratte mit eklig grünem Sabber am Maul, allerdings nicht nur. Er schickt sie auf eine Art Team-Ausflug, bei dem die Gruppe wieder mehr zusammenfinden und sich auf die bisher größte Bedrohung vorbereiten soll: einen intergalaktischen Eidechsenmann, der die Erde zerstören will. Doch statt gemeinsam zu trainieren oder sich auszusprechen, erzählt sich die Tobacco Force lieber Horrorgeschichten. Und die haben es in sich.

Sorry Marvel, aber: Das Superheld:innen-Genre hat frischen Wind dringend nötig

Quentin Dupieux schafft mit seinem Film etwas, was in Zeiten der beginnenden Superheld:innen-Übersättigung kaum noch möglich scheint: Es ist zu keinem Zeitpunkt absehbar, was als nächstes passieren wird. Seien es nun die Horror-Kurzgeschichten, die auf Netflix als eigene Miniserie durchgehen würden. Sei es wahnsinnig witzige Dynamik innerhalb der dysfunktionalen Tobacco Force, oder die absurden Details wie der sabbernde Rattenboss, der als ultimativer Womanizer inszeniert wird. (Sollte es einen Preis für die ekelhafteste Heavy Petting-Szene des Jahres geben, Smoking Causes Coughing wäre konkurrenzlos.)

Der Film hat so viel Spaß mit seiner Prämisse, suhlt sich so leidenschaftlich in der eigentlich komplett albernen Vorstellung, dass Menschen furchtbar aussehende Kostüme anziehen, um die Welt zu retten, dass man nicht umhin kommt, sich ein bisschen mehr Tabacco Force für MCU und Co. zu wünschen. Smoking Causes Coughing ist für Marvel und DC das, was die OSS117-Reihe mit Jean Dujardin für das James Bond-Franchise ist. Bleibt zu hoffen, dass es dieser wunderbar andersartige Film bald auch nach Deutschland schafft.

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Die 2. Staffel ist bisher zwar noch nicht offiziell bestätigt. Ausgehend von der Post-Credit-Szene bietet sich diese jedoch definitiv an. Spannend wird dabei nicht nur die Rückkehr von Oscar Isaac. Auch May El Calamawy könnte als Scarlet Scarab eine deutlich größere Rolle im MCU einnehmen.

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Witzig oder ernst: Welche Superheld:innen-Filme mögt ihr lieber?

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