Warum ausgerechnet Horrorfilme gut für deine Psyche sind

13.01.2026 - 19:44 UhrVor 24 Tagen aktualisiert
Es: Welcome to Derry
HBO Entertainment
Es: Welcome to Derry
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Schrecken, Grusel und Angst – wieso setzen wir uns all dem so gern in Form von Horrorfilmen aus? Tatsächlich scheint das Genre gleich mehrere positive Effekte zu haben.

Es ist eine morbide Lust, die uns immer wieder in das Genre Horror hineinzieht. Nicht umsonst gilt der Gruselfilm heute als eines der profitabelsten Genres. Das liegt einerseits daran, dass Horrorstreifen im Vergleich zu anderen häufig wesentlich günstiger zu produzieren sind. Andererseits haben sie auch positive Aspekte für das Publikum, weshalb Genre-Fans immer wieder gerne zurückkehren. Man könnte sagen, Horrorfilme machen uns bereit für die Schrecken, die in der Realität auf uns warten.

Es gibt unterschiedliche Gründe, aus denen wir Horrorfilme genießen

Gruselgeschichten scheinen so alt zu sein wie die Sprache selbst. Bereits in den ältesten Schriften, die uns bekannt sind, kommen Monster und Dämonen vor. Als Beispiel sei das Epos von Gilgamesch genannt, das über 4000 Jahre alt ist. Die Themen Angst und Kampf scheinen sehr tief in unserer Geschichte und Psyche verankert zu sein – und schon bei Kindern kann man oft eine Faszination für den Schrecken erkennen.

Aber warum sind wir so interessiert an Gruselgeschichten und Horrorfilmen? Wie die BBC  im Herbst 2025 berichtete, haben sich verschiedene Wissenschaftler:innen dieses Phänomens angenommen. In mehreren Studien, die nicht nur filmspezifisch waren, konnten die Teilnehmenden in drei verschiedene Gruppen unterteilt werden:

Zum einen gibt es "Adrenaline Junkies", die sich schlicht von dem Gefühl der Spannung angezogen fühlen. Sie berichteten davon, sich besonders lebendig zu fühlen, während sie Angst erlebten. Die zweite Gruppe wird als "White Knucklers" bezeichnet. Wer in diese Gruppe gehört, genießt den Zustand der Angst nicht. Stattdessen ist es die Überwindung der Angst, die sie motiviert. Sie haben das Gefühl, dass der Prozess ihnen dabei hilft, etwas über sich selbst zu erfahren.

Die letzte Gruppe sind die "Dark Copers". Für diese Gruppe ist der Umgang mit Angst und Horror auch eine Möglichkeit, mit der Realität umzugehen. Sie vergleichen die Gewalt und den Horror in solchen Situationen mit ihrem eigenen Leben. Dabei erinnern sie sich daran, wie sicher ihr eigenes Leben eigentlich ist.

Gerade in der letzten Gruppe findet man Menschen, die mithilfe von Horrorfilmen auch an ihren eigenen Ängsten und Depressionen arbeiten – selbstverständlich in Kombination mit anderen Werkzeugen. Die drei Gruppen sind übrigens nicht strikt voneinander getrennt. Einzelne Personen können aus mehr als einem Grund Horrorfilme ansehen und genießen.

Horrorfilm-Fans zeigen höhere psychische Widerstandsfähigkeit und besseren Umgang mit Stress

Neben dem Umgang mit den eigenen Ängsten wurden in weiteren Studien noch mehr positive Aspekte in Bezug auf Horrorfilme festgestellt. So zeigte eine Studie von der University of Chicago  zum Beispiel, dass Fans von Horrorfilmen und Menschen mit morbider Neugier während der Covid-19-Pandemie insgesamt weniger gestresst waren.

Das passt auch zu den Ergebnissen weiterer Forschungen, die belegen, dass die Auseinandersetzung mit Angst das Gehirn darauf trainiert, mit stressigen Situationen umzugehen. Durch das Erleben von Angst in kontrollierten Settings kann eine kognitive Neubewertung stattfinden. Unangenehme körperliche Erfahrungen werden dadurch langfristig besser toleriert. Und auch emotionales Denken wird hinterfragt, was besonders in Stresssituationen zu Kurzschlussreaktionen führen kann.

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