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I'll be deep

Schwarzenegger als Charakterdarsteller

03.04.2015 - 13:00 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Schwarzenegger in Maggie
© Lionsgate
Schwarzenegger in Maggie
Am 25.03. erschien der erste Trailer zu Maggie, einem Drama mit Zombies, der kleinen aus Little Miss Sunshine und... Arnold Schwarzenegger? Ob das gut geht?

Man kennt das:
Es ist abends, man hat einen guten Film eingelegt, lehnt sich zurück und denkt sich bloß: "Alles klar, unterhalte mich!" Ich persönlich komme bei vielen Komödien und Actionfilmen an den Punkt, an den ich mich frage, ob der gute Mann, der dafür bezahlt wird, in die Haut eines anderen Menschen zu schleppen, eben das auch wirklich kann, oder immer nur nach bester Bequemlichkeit arbeitet.
Jetzt ist es im Jahr 2015 endlich soweit, denn in Maggie wird Arnold Schwarzenegger sein Debut als Charakterdarsteller geben. Der Terminator ist der Vater eines von einem Zombievirus infiziertem Mädchen (gespielt von der wunderbaren Abigail Breslin) und muss damit zurecht kommen, dass sich seine Tochter langsam aber sicher in ein menschenfressendes Monster verwandelt und das ganze ohne mordende Aliens und nicht mal auf dem Mars.
Doch kann Arnie wirklich ein Drama tragen?

Raus aus der Wohlfühlzone

Der ehemalige Gouverneur ist beileibe nicht der erste Actionstar, der in fremden Genres wildert. Ganz abgesehen davon, dass er eigentlich mit Softpornos angefangen hat ist Sylvester Stallone eher fürs Knarrenschwingen bekannt.
Als Rambo oder Judge Dredd war der Italoamerikaner erfolgreich für viele Leinwandtode verantwortlich, während er immer wieder versuchte, sich als ernsthafter Darsteller zu profilieren, manchmal besser, manchmal schlechter. Für Rocky war er sogar schon sehr früh für einen Oscar als bester Darsteller nominiert.
Umgekehrt läuft die ganze Sache auch: Bruce Willis war bis 1988 eher für seine komödiantisches und musikalisches Talent bekannt, bevor er für Stirb langsam gecastet wurde und seitdem der Ansprechpartner ist, wenn man ein Badass braucht. Yippie-Ka-Yeah, Motherfucker!

Der weinende Clown

Sowieso birgt das Comedygenre viele Schauspielperlen, wie der Tierdetektiv Jim Carrey 1998 bewies, indem er in der Truman Show eine oscarreife Performance ablieferte, die aber leider nicht mal mit einer Nominierung honoriert wurde, aber die ihm wenigstens einen Golden Globe einbrachte. Und obwohl Carrey seine Karriere in den letzten Jahren vollständig demontiert hat wird diese Leistung mit den Jahren kein Stück schlechter.
Ein anderes Beispiel ist Robin Williams, einer meiner absoluten Lieblinge, der ein grandioses Talent für Komödien hat, aber schon in Der Club der toten Dichter eine geniale Arbeit ablieferte, bevor er es für mich in Good Will Hunting komplett heimbrachte. Zudem konnte er verblüffend authentisch den Psychopathen geben.

Ob Arnold Schwarzenegger eine ähnliche Überraschung abliefert bleibt abzuwarten, allerdings ist der Österreicher einer der charismatischsten Darsteller, die das Actiongenre je hervorgebracht hat.
Ich bin mir sicher, dass er, wenn man den starken Akzent ignorieren kann (in der Synchro eh hinfällig), eine zumindest passable Performance gibt und hoffe, dass es der Regieneuling Henry Hobson schafft, das beste aus seinen Darstellern rauszuholen. In jedem Fall steht Maggie ganz oben auf meiner Must-See Liste und ist der bei weitem interessanteste Film, den Schwarzenegger seit seinem Comeback gemacht hat.

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