Acht Jahre ist es her, dass mit Ready Player One der bislang letzte Science-Fiction-Film von Regielegende Steven Spielberg ins Kino kam. 2026 meldet er sich jetzt endlich mit einem neuen Sci-Fi-Blockbuster zurück, der von sehr viel Geheimniskrämerei begleitet wurde. Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit sollte am besten mit so wenig Vorwissen wie möglich geschaut werden, war das Ziel der geheimnisvollen Werbekampagne.
Ich konnte Spielbergs neuen Sci-Fi-Film vorab sehen und verrate euch hier spoilerfrei, was ihr von dem Blockbuster erwarten könnt und wie gut Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit wirklich geworden ist.
Disclosure Day entfacht ein unglaubliches Geheimnis, das mit der gesamten Menschheit geteilt werden soll
Spielbergs Film unterteilt sich anfangs in zwei Handlungsstränge. Auf der einen Seite ist der Cybersecurity-Experte Daniel Kellner (Josh O'Connor), der jahrelang Wissen über Vorgänge gehütet hat, die jegliche Vorstellungskraft der Menschen übersteigen. Zu Beginn von Disclosure Day befindet er sich mitten auf der Flucht vor seinem Auftraggeber WARDEX. Die mysteriöse Organisation unter Chef Noah Scanlon (Colin Firth) will unbedingt verhindern, dass Daniel seine Informationen als Whistleblower mit der Welt teilt.
Neben Daniels Flucht mit dessen Freundin Jane (Eve Hewson) stellt Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit auch die Meteorologin Margaret Fairchild (Emily Blunt) vor. Diese verfügt plötzlich über besondere Fähigkeiten, mit denen sie verschiedenste Sprachen fließend sprechen und das gesamte Innenleben ihres Gegenübers durchleuchten kann, nachdem ein kleiner roter Vogel zu Beginn des Films durch ihr Küchenfenster geflogen ist und vor ihr stand.
Hier könnt ihr einen deutschen Trailer zu Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit schauen:
Was das alles zu bedeuten hat und wie Daniel und Margaret verbunden sind oder auch nicht, entfaltet Spielberg in Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit in teils bombastischer Blockbuster-Manier der alten Schule. Wenn der Regisseur ruft, kommen natürlich alle versierten Weggefährten des Großmeisters wieder zusammen. Neben dem Drehbuch von Jurassic Park-Autor David Koepp liefert Stammkameramann Janusz Kamiński starke Bilder, die mitunter an die aktuelleren Blockbuster von Christopher Nolan erinnern. Dazu kommt ein Score vom legendären John Williams, der mehr durch Zurückhaltung und Akzente glänzt statt zu dominieren.
Ähnlich wie der Interstellar- und Tenet-Regisseur, der selbst von Spielberg gelernt hat, wirft Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit einen direkt ins Geschehen, um die einzelnen Sci-Fi-Puzzleteile langsam zusammenzusetzen. Dabei entwickelt sich durch die lange getrennten Entwicklungen rund um Daniel und Margaret schnell ein unaufhörlicher, rasanter Bewegungsfluss, der neue Informationen, ruhige Charaktermomente und Action-Setpieces gekonnt aneinanderreiht.
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Disclosure Day ist eine große Hetzjagd, die sich an einem Spielberg-Großwerk messen lassen muss
Auch wenn an dieser Stelle natürlich nichts Konkretes zum Inhalt verraten wird, verläuft Spielbergs neuer Blockbuster nach einer entscheidenden Enthüllung vor der Hälfte der Laufzeit geradliniger, als viele nach den Trailern womöglich erwartet haben. Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit kreist vor allem um eine Frage: Was würde wirklich passieren, wenn die Menschheit herausfindet, dass wir nicht alleine sind und es noch andere Lebensformen außerhalb unseres Planeten gibt?
Neben dem tollen Cast, in dem Emily Blunt als zunehmend überbegabtere und dadurch immer stärker überforderte Protagonistin heraussticht, ist Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit als Science-Fiction-Film im Kern ein großer Wettlauf, der Figuren von einem Ort zum nächsten jagt, bis die einzelnen Elemente langsam ihre ganze Strahlkraft entfalten dürfen.
Aus dem Schaffen von Spielberg erinnert Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit am stärksten an Unheimliche Begegnung der dritten Art, in dem er die Konfrontation mit außerirdischem Leben mit einem persönlichen Familiendrama verbunden hat. Fast 50 Jahre später probiert sich Spielberg an einem ganz ähnlichen Spagat, der die großen Fragen des Universums plötzlich ganz klein werden lässt und auf zutiefst menschliche Empfindungen runterbricht.
Ganz so virtuos und emotional gelingt Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit diese Gratwanderung nicht mehr, denn dazu wirkt der Blockbuster zu stark an seiner rasanten Plotentwicklung interessiert, als dass die Figuren noch mehr persönlichen Raum zugestanden bekommen. Wer den Film von 1977 kennt, wird hier generell das ein oder andere Déjà-vu erleben, was inhaltliche Motive und die allgemeine Botschaft dieses Films betrifft.
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Eine Art Unheimliche Begegnung der dritten Art für das Jahr 2026 ist trotzdem alles andere als ein schlechter Pitch. Weiterhin sind es vor allem die großen Fragen, die Steven Spielberg auch im Alter von 79 Jahren einfach nicht loslassen. Am Ende überlässt er es weiterhin uns, sie zu beantworten.
