Ich wollte nur eine Folge dieser genialen Netflix-Miniserie schauen – und dann war die Nacht vorbei

15.08.2026 - 13:00 Uhr
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Verräter
Channel 4/Netflix
Verräter
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In dieser Thriller-Serie auf Netflix folgen wir einer Spionin, die einem Alltag voller Routine entgehen will. Doch ergibt ein Leben in ständiger Gefahr wirklich Sinn?

In Verräter auf Netflix erleben wir ein London der 1940er, in dem hinter den Kulissen der Kampf zwischen zwei großen Ideen tobt. Ideen, für die Menschen große Risiken eingehen, neue Identitäten annehmen – und manchmal sogar sterben.

Darum geht’s im Netflix-Thriller Verräter

London, 1945: Feef Symmonds (Emma Appleton) arbeitet für die britische Regierung. Anstatt den Erwartungen ihrer Familie zu folgen und möglichst reich zu heiraten, lässt sie sich lieber als Agentin ausbilden, weil sie etwas bewirken will. Die Anfrage des amerikanischen Agenten Thomas Rowe (Michael Stuhlbarg) kommt ihr sehr gelegen.

Rowe ist besorgt über den zunehmenden kommunistischen Einfluss in der Politik Großbritanniens und vermutet russische Spion:innen im Land, die Feef aufspüren soll. Schnell beginnt ein riskantes Verwirrspiel, bei dem schwer zu durchschauen ist, wer Feind:in und wer Freund:in ist – auch in den eigenen Reihen.

Ein packendes Katz-und-Maus-Spiel aus frischer Perspektive

Verräter erfindet das Rad nicht gerade neu, bringt es aber auf spannende Weise ins Rollen. Serienschöpferin und Autorin Bathsheba Doran (Broadwalk Empire, Masters of Sex) gelingt es von der ersten Szene an, eine intensive Atmosphäre zu kreieren, die uns klarmacht, dass hier niemandem zu trauen ist. Am wenigsten Feefs vermeintlichem Verbündeten Thomas.

Doran romantisiert die Welt der Spionage nicht, sondern führt uns deutlich vor Augen, dass Agent:innen wie Feef häufig ein extrem schmerzhaftes (und kurzes) Leben hatten. Sie werden als austauschbare Werkzeuge angesehen, weniger als echte Menschen. Verräter legt einen Schwerpunkt auf weibliche Agentinnen innerhalb einer politisch aufgeladenen Zeit.

Feef ist nicht die einzige Frau, die sich für dieses Doppelleben entschieden hat. Die Serie fragt nicht nur danach, was es bedeutet, ein Spion zu sein – sondern eben auch ein Spion und Angehörige eines Geschlechts, welches (zumindest damals) als das Schwächere galt.

Verräter bleibt von der ersten bis zur letzten Szene realistisch und tut dabei richtig weh

Verräter fühlt sich überzeugend an, da Ausstattung, Kostüme und Setting stark zu einer intensiven Atmosphäre beitragen. Auch inhaltlich wirken die sechs Episoden so stimmig, dass sie sich wie die Verfilmung einer realen Biografie anfühlen.

Feef, am Anfang noch ein abenteuerlustiger Freigeist, funktioniert wie ein trojanisches Pferd: An ihrer Seite stürzen wir uns begeistert in die Gefahr, nur um festzustellen, dass diese reale Konsequenzen hat. Selten habe ich in einem derart kurzen Zeitraum eine Hauptfigur kennengelernt, die sich (auf realistische Weise) so stark verändert.

Obwohl das Szenario Cosy-Crime schreit, handelt es sich um einen handfesten Thriller, der den ein oder anderen schmerzhaften Schock für uns bereithält.

Verräter hatte seine Premiere am 17. Februar 2019 auf Channel 4 und ist im Abo von Netflix enthalten.

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